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BeitragVerfasst: 07.07.2010, 08:49 
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Moderator

Registriert: 07.05.2009, 10:44
Beiträge: 40
Hallo liebe User,
in diesem Topic können Sie Fragen zum Studiengang Umweltingenieurwissenschaften stellen.


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BeitragVerfasst: 14.05.2011, 18:51 
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Registriert: 14.05.2011, 18:35
Beiträge: 3
Guten Tag !

Schon seit längerem interessiere ich mich für ein Ingenieur-Studium. Hierbei habe ich mich eigentlich für eine Umweltingenieur-Richtung entschieden. Jedoch habe ich nach mehreren Berichten im Internet und Diskussionen in Foren den Eindruck gewonnen, dass der Abschluss in so einem Feld nicht ganz so sehr "angesehen" wird. Das bedeutet, dass viele Umweltingenieure nach ihrem Studium in der Industrie meistens einen Job als "Überwacher" von bestimmten Umweltgesetzen oder Mithelfer für ressourcensparender und energiesparender Arbeitsweisen wurden. Darüber blieb noch die Möglichkeit in einem staatlichen Umweltamt zu arbeiten.
Hierzu haben viele gemeint, dass man sich eher grundlegend mit einem Maschinenbaustudium fortbilden sollte, denn mit einem Umwelting. kriegt man wenn überhaupt dann nur einen von den oben genannten Jobs (die aber auch teilweise andere Mitarbeiter innehaben, ergo man überflüssig wäre). Und wenn man schon ein Umwelting. werden möchte, dann sollte man unbedingt darauf achten, dass der Umweltanteil im Studium nicht zu groß ist.
Sind die Jobprognosen wirklich so schlecht und wäre ein Maschinenbau die nicht viel klügere Möglichkeit, um nicht benachteiligt zu sein und dann vielleicht später sich fortzubilden oder einen Umwelting. Master dranhängen?
Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen

mfg


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BeitragVerfasst: 15.05.2011, 15:49 
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THINK ING. Experte

Registriert: 14.06.2010, 09:05
Beiträge: 7
Guten Tag,

schauen Sie sich die Studienpläne genau an: Mein Studium der Umwelt- und Bioingenieurwissenschaft in Bayreuth hatte damit sehr wenig zu tun. Wir hatten 1-2 Vorlesungen auf dem Gebiet, alles andere war technisch/organisatorisch.

Ein allgemeines Maschinenbaustudium an einer großen Uni mit verschiedenen Vertiefungsrichtungen in dem Bereich, ist prinzipiell gleichwertig. Es hat allerdings den großen Nachteil, dass Sie dann auch "abdriften" können und sich von Ihrer ursprünglichen Motivation nebenbei trennen: Wenn Ihnen einer erzählt, wie "geil" ein Motorblock ist, glauben Sie es irgendwann vielleicht und hinterfragen es eventuell nicht mehr. Der Weg in die ursprünglich angedachte Richtung wird dann schwerer...

D.h. wenn Sie einen "Spirit" fühlen + neue Lösungswege eher sehen möchten, ist es aus meiner Sicht nicht verkehrt sich frühzeitig zu solchen Ideen zu positionieren, und Leute zu suchen, die Sachen so ausformulieren, wie Sie motiviert sind. Positionierung stabilisiert sowieso den Blick.

Ich kann ein Studium im Bereich Umweltingenieurwissenschaft/-technik sehr empfehlen: Machen Sie sich keine Sorgen um einen Job (man bezeichnet das mittlerweile als Megatrend, wird nicht morgen vorbei sein, sondern der Bedarf eher zunehmen): gucken Sie eher was Sie in Studienplänen inhaltlich interessiert. Gespräche mit Studenten/Fachschaften helfen da auch.

Viele Grüße,

Stefan Dörne


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BeitragVerfasst: 09.06.2011, 19:22 
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Registriert: 14.05.2011, 18:35
Beiträge: 3
Eine Frage hätte ich noch: inwiefern lässt sich sagen das dieser Studiengang Bionik-Vorlesungen enthält? Natürlich ist es kein reiner Bionikstudiengang wie in Bocholt oder Bremen, aber wenn ich mir das Studienprofil durchlese und die Seite "Biomat" besucht habe, hatte ich den Eindruck, dass Studierende auch mit diesem interessanten Thema in Berrührung kommen.


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BeitragVerfasst: 09.06.2011, 20:54 
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THINK ING. Experte

Registriert: 14.06.2010, 09:05
Beiträge: 7
Hallo ConZZito,

ich musste schmunzeln, denn habe mich vor Studienbeginn auch für Bionik interessiert, mir vor dem Studium ein Buch gekauft: sind sehr spannende Geschichten: ein Gebiet mit Zukunft, obwohl schwer greifbar und weit: d.h. die meisten "soliden Kollegen da draussen" werden sie mit solchen Ideen belächeln. Sie dürfen auch keine Angst vor Ihnen unbekannten Fachgebieten haben.

D.h. aber auch, dass da Platz und Arbeit für Sie ist: wahrscheinlich sehr spannende Arbeit: vieles wird unverstanden sein. Da lässt sich was bewegen & lernen...

Das Studium in Bayreuth war und ist vermutlich nicht so ausgerichtet. Es gab nur ganz wenige Infos innerhalb einer Vorlesung dazu (habe sogar den Namen der Vorlesung vergessen, das sagt alles), aber bitte den aktuellen Stand nachfragen. Wenn Sie speziell an solchen Fragestellungen interessiert sind (was sich aus meiner Sicht motivierend & deshalb gut anhört), würde ich es an einer anderen Uni mit deutlichem Interesse in die Richtung versuchen.

Viel Glück!

Stefan Dörne


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BeitragVerfasst: 10.06.2011, 13:13 
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Registriert: 14.05.2011, 18:35
Beiträge: 3
In der Tat, ich interessier mich schon seit langem für dieses Thema. Jedoch gab es immer zwei Gründe, die gegen ein solches Studium sprachen.
Erstens wohne ich im Allgäu, also geographisch gesehen von Gelsenkirchen oder sogar Bremen sehr weit entfernt.
Und zweitens war ich mir nicht sicher, wie sinnvoll dieser Studiengang ist. Er zielt ja in erster Linie auf Forschung, welche man wohl am besten an der Uni betreiben kann. Denn in der Arbeitswelt bleibt wohl kaum Zeit und Muße sich mit diesen komplexen Fragestellungen auseinanderzusetzten und ja, richtig zu "forschen". Der Druck wird von dem Unternehmen sehr groß sein, doch etwas "marktfähiges" zu produzieren. Denn was bringt es mir, wenn zum Beispiel ich bei der Forschung auf eine sehr gute, stabile Leichtbauweise gestoßen bin, mein Arbeitgeber aber doch neue, stromlinienförmige Körper genötigt. Das denke ich, ist der springende Punkt: wenn man nicht auf Knopfdruck etwas rentables erforscht, produziert oder verbessert, landet man auf dem Abstellgleis und muss "normale" Ingenieuraufgaben übernehmen um über die Runden zu kommen.
Deshalb habe ich mir überlegt, dass eine Art "zurückgreifende Bionikforschung" (so drücke ich das jetzt einmal aus) wohl sinnvoller ist: ich stehe vor einem bestimmten Problem, dass ich etwa für einen Industrieunternehmen lösen soll und suche dann gezielt in der Natur. Also das Gegenteil davon, dass ich an der Uni mal so vor mich, nicht ganz zielstrebig "hinforsche". Sicherlich kann man dabei auch auf etwas Geniales oder Marktfähiges stoßen, jedoch ist die Erfolgsquote sehr geringer.
Nebenbei habe ich gehört, dass man an der HS Heidelberg Maschinenbau mit Vertiefung Bionik studieren kann. Jedoch haben meine Nachforschungen nichts sinnvolles ergeben und ich bin auch woanders nicht auf einen Studiengang gestoßen, der nicht viel mehr als eine freiwillige Vorlesung über Bionik enthält.

Schätze ich die Lage ungefähr richtig ein oder sind meine Arbeitsweltvorstellungen mit meinen 19 Lentzen (?) doch eher falsch?


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BeitragVerfasst: 14.06.2011, 18:05 
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THINK ING. Experte

Registriert: 14.06.2010, 09:05
Beiträge: 7
Hallo,

das sind berechtigte, sinnvolle und schwierig zu beantwortende Fragen. Eine Praxisorientierung ist sehr wichtig. Ich versuche mal im Folgenden meine Meinung darzulegen:

1. Sie sind kein Industrieunternehmen, d.h. man sollte sein Studium zunächst nach Interesse wählen, denn das motiviert das Lernen und ihr erstes Ziel sollte ein abgschloßenes Studium sein. Ich würde einem sozial engagiertem Menschen mit Interesse in Soziologie oder ähnlichem zu einem solchen Studium bzw. einem in Kunstgeschichte interessierten für Studium in einem ebensolchen Fach raten, obwohl damit im Durchschnitt weniger Geld zu verdienen ist. Sie sollten erstmal lernen was das ist und können sich dann nach dem Studium entscheiden wo da Geld oder der Praxisbezug liegt. Vielleicht haben sie ja Ideen zu neuen Produkten oder ähnlichem... also das Gegenteil vom Arbeiten am Abstellgleis.

2. Wissen Sie wirklich für was die Industrie sich in 5 Jahren interessiert? Vielleicht ist es ja Bionik und Sie können offensichtlich zukunftsfähiges Wissen aufbauen. Sie können ja ihre Interessen im Studium entsprechend an der Praxis orientieren.

4. Die Unterscheidung zwischen Industruieforschung und der Forschung an Universitäten und Instituten ist in technischen Bereichen teils schwer zu unterscheiden und ändert sich permanent.

Die Wahl des Studienortes ist, wie die Whl des Studium, eine persönliche Entscheidung, die immer Vor- und Nachteile hat. Ich wollte damals raus und es gab Umweltingenieurwissenschaften nicht so häufig.

Viele Grüße,

Stefan


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