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BeitragVerfasst: 02.11.2005, 17:30 
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Physik im Kindergarten
Schuljahr 2004 / 2005


Im folgenden Artikel sollen die Erfahrungen geschildert werden, die wir im Laufe des vergangenen Schuljahres im Kindergarten Christkönig in Kaiserslautern mit der AG "Physik im Kindergarten" machen konnten, und die von der AG im Kindergarten behandelten Themen genauer beschrieben werden. Die AG bestand aus 13 Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a des Hohenstaufen-Gymnasiums, von denen zu jedem Experimentiernachmittag drei bis vier in den Kindergarten kamen, und ihrem Physiklehrer Herrn Vollrath.
Im Kindergarten Christkönig waren an den Experimentiernachmittagen immer ca. 12 Vorschulkinder und ein bis zwei Erzieherinnen anwesend. Jede Veranstaltung dauerte jeweils von 14.00 bis 15.00 Uhr. Im Anschluss konnten die Kinder ihren Eltern noch erklären, was sie heute gelernt hatten. Im Gespräch mit den Eltern erhielten wir wesentliche Rückmeldungen.

Wozu eine AG "Physik im Kindergarten"?
Zunächst kurz vorweg: Es war überhaupt kein Problem, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a für diese AG zu begeistern.
Aber was haben Zehntklässer von dieser AG? Aus meiner Sicht geht es für diese Schülerinnen und Schüler im Wesentlichen darum, vor einem fremden, aber unbefangenen Publikum ein eng abgegrenztes Themengebiet zu präsentieren, und damit das eigene Selbstbewusstsein zu steigern. Darüber hinaus kann natürlich auch die Freude am Vermitteln physikalischer Inhalte geweckt werden.
Für den Kindergarten geht es zum einen um die Auseinandersetzung mit physikalischen Inhalten, d.h. bei den Kindern soll die Freude am Experimentieren und Ausprobieren geweckt werden. Dabei ist es wichtig, dass die meisten Experimente mit einfachen Mitteln zu Hause durchgeführt werden können. Zum anderen geht es um eine gezielte Vorbereitung der Vorschulkinder auf die Schule. Dazu gehört, dass in der Experimentierstunde die Konzentrationsfähigkeit der Vorschulkinder trainiert wird.

Unser Ziel war es daher mit möglichst einfachen Mitteln den Vorschulkindern viele Gelegenheiten zum eigenen Experimentieren zu geben.

Folgende Themen wurden von uns im Schuljahr 2004/2005 behandelt:

1. Spiele mit Spiegeln
2. Einfache elektrische Schaltungen
3. Magnete
4. Raketen
5. Farben
6. Luft

Die einzelnen Themen sollen im Folgenden genauer beschrieben werden, wobei ich auf allzu lange Ausschmückungen verzichten möchte, um dem Leser einen schnellen Überblick zu ermöglichen. Für Rückfragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.
Dort, wo es von der Ausstattung mögliche war, haben wir die Kinder in 3 Gruppen aufgeteilt. Die Materialien für jede Gruppe waren dann auf den jeweiligen Gruppentischen aufgebaut. Manche Experimente mussten jedoch gemeinsam besprochen werden.


1. Spiele mit Spiegeln

Die erste Experimentierstunde fand direkt im Anschluss an ein Vorgespräch mit den Erzieherinnen statt und sollte bei den Kindern Interesse für die nächsten Nachmittage wecken.

Ziel: Die Kinder sollen erkennen, dass Spiegel vorne und hinten vertauschen und dass 90°-Spiegel darüber hinaus rechts und links vertauschen. Sie sollen erkennen, dass in vielen Spielzeugen Spiegel enthalten sind.

Materialien:
Ca. 3 Spiele Spiegelrallye
Winkelspiegel (aus kleinen und großen Spiegelkacheln)
Periskope
Kaleidoskope

Versuch 1: Spiegelrallye
Ein vorgegebener Parcours soll mit einem Stift nachgezeichnet werden, wobei der Parcours jedoch lediglich im Spiegel betrachtet wird.
Wer schafft es, am schnellsten (oder überhaupt) den gegebenen Parcours nachzuzeichnen, ohne den Rand zu überschreiten?

Nachdem alle Kinder die von uns mitgebrachten Spielen getestet hatten, diskutierten wir, warum dieses Spiel so schwer ist. Was macht ein Spiegel?

Versuch 2: Spiegelspiel
Ein Kind spielt das Spiegelbild eines anderen Kindes!
(Es fiel den Kindergartenkindern nicht leicht, Bewegungen vorzugeben, die das zweite Kind nachspielen sollte.)

Versuch 3: Die Kinder betrachten sich in zwei senkrecht zueinander angeordneten Spiegeln.
Was ist Besonderes an dem 90°-Spiegel?
Die Kinder sollen hier ein Auge zu kneifen oder zuhalten, um zu erkennen, dass der 90°-Spiegel rechts und links vertauscht. Außerdem kann man seinem Spiegelbild jetzt fast die Hand geben.
[Möglicherweise fällt den Kindern auf, dass man selbst nicht nur einmal, sondern dreimal zu sehen ist. Dann kann man mit kleinen Spiegelkacheln auf Winkelspiegel eingehen. Evtl. mit Klebeband zusammenkleben. Hingekritzelte Linien in einem Winkelspiegel betrachtet ergeben sehr schöne Muster.]

Versuch 4: Parallele Spiegel
Ein Kind hält sich einen kleinen Spiegel vor ein Auge und schaut damit in einen großen Spiegel (Mehrfachspiegelung).
Auch hier haben die Kinder viel Spaß beim Ausprobieren, wie der Spiegel zu halten ist. Wie oft siehst du dich denn?

Anschließend haben wir uns noch Spielzeug mit Spiegeln genauer betrachtet.

Versuch 5: Periskop
Der Um-die-Ecke-Gucker.

Versuch 6: Kaleidoskop
Einige Vorschulkinder haben selbst Kaleidoskope zu Hause und kennen die faszinierenden Bilder, die man beim Hindurchschauen wahrnimmt. Zwei der mitgebrachten Kaleidoskope konnten soweit auseinander gebaut werden, dass man erkennen kann, dass ein Kaleidoskop drei Spiegel enthält.

Zum Abschluss noch ein kleiner Zaubertrick:
Eine Münze wird unter ein leicht gewölbtes Marmeladenglas gelegt. Die Kinder schauen von der Seite in das Glas und können die Münze deutlich erkennen. Gießt man nun (Zauber-) Wasser in das Marmeladeglas, so verschwindet die Münze.
[Dass es sich hierbei im wesentlichen um Totalreflexion handelt, soll m.E. im Kindergarten nicht breit getreten werden.]
Natürlich wurde das Marmeladenglas genau untersucht und die Kinder stellten fest, dass die Münze gar nicht weg ist. Man sieht sie noch sehr gut, wenn man von oben in das Glas hineinschaut. Ein schöner Zaubertrick für Zuhause.


2. Einfache elektrische Schaltungen / Leitfähigkeit

Ziel dieser Stunde ist es, dass die Kinder einfache Grundvorstellung im Zusammenhang mit geschlossenen Stromkreisen entwickeln.

Materialien:
4,5 Volt-Batterien, Glühbirnen, Fassung für Glühbirnen, Schalter, Kabel, Krokodilklemmen
Satz Stäbe für Leitfähigkeit
Steckplatten
Steckerstifte für Stäbe zur Leitfähigkeit
Schreibtischlampe
Spiele: Heißer Draht, dafür regelbares Netzgerät 0 ? 12 V
"Elektrolux"

Für die ersten vier Versuche wurden drei Gruppen gebildet. Auf jedem Gruppentisch waren die Materialien für die ersten Experimente aufgebaut. Erst bei der gemeinsamen Besichtigung von Leitern und Nichtleitern wurden die Gruppen wieder zusammen geführt.

Versuch 1: Mit einer Glühbirne und einer 4,5 Volt-Batterie sollen die Kinder versuchen, die Glühbirne zum Leuchten zu bringen.
(VORSICHT: Evtl. erzeugen die Kinder einen Kurzschluss.)

Da Strom auch über längere Strecken transportiert werden kann, ist es für die Kinder sofort ersichtlich, dass man auch versuchen kann, das Lämpchen mit Hilfe der mitgebrachten Kabel und der Fassung zum Leuchten zu bringen.

Versuch 2: Bau eines einfachen elektrischen Stromkreises aus Glühbirne (in Fassung), Batterie und Kabeln.

Am Beispiel dieses Stromkreises kann nun geklärt werden, dass das Glühbirnchen nur leuchtet, wenn der Strom im Kreis fließen kann. (Ausprobieren lassen!)
Natürlich schrauben wir zu Hause nicht die Glühbirne in die Fassung, wenn wir das Licht einschalten wollen. Dies kann am Beispiel der Schreibtischlampe demonstriert werden. Also:

Versuch 3: Bau eines Stromkreises mit Schalter.
Die Kinder sind bei allen drei Versuchen mächtig stolz gewesen, wenn sie herausgefunden hatten, wie die Schaltung aussehen musste.
Über das Unterbrechen des Stromkreises an verschiedenen Stellen kamen wir auf die Frage, durch welche Dinge der Strom fließen kann und durch welche nicht.

Versuch 4: Die Kinder haben zunächst mit einer vorgegebenen Teststrecke und den Stäben zur Leitfähigkeit bei einigen Materialien überprüft, ob sie den Strom leiten.
Anschließend wurden sie in ihre Kindergartengruppen geschickt, um Materialien zum Testen zu sammeln. Die Materialien wurden anschließend in zwei Körben gesammelt (Leiten Strom: grüner Daumen; Leiten den Strom nicht: roter Daumen).
Dabei kommt schon einiges zusammen und anschließend kann man gemeinsam feststellen, dass Metalle den Strom leiten, Kunststoffe, Holz oder Glas aber nicht.

Zum Abschluss hatten wir noch zwei verschiedene Spiele mitgebracht.
1. Elektrolux: Einem Begriff (Bild) musste ein zweiter passender Begriff zugeordnet werden. Wird der richtige Begriff gefunden, so leuchtet ein Lämpchen.
2. Heißer Draht: Obwohl es sich hier im wesentlichen um ein Geschicklichkeitsspiel handelt, kann auch nochmals wiederholt werden, warum das Lämpchen leuchtet. Jedes Berühren des Heißen Drahtes mit dem Kupferdraht schließt den elektrischen Stromkreis.
Als Belohnung gab es für jeden Spieler ein kleines Päckchen Gummi-bärchen...

Bemerkungen:
1. Das dargestellte Programm hat genau in die geplante Zeitstunde hinein gepasst.
2. Es war sehr vorteilhaft, dass die Kinder zwischendurch nochmals in ihre Gruppen gelaufen sind, um Materialien zu besorgen. Dies war für alle Anwesenden eine willkommene Abwechslung.
3. Auch das Spiel zum Abschluss tut den Kindern gut. Hier sind sie nochmals ganz anders gefordert als in der ersten halben Stunde.
4. Als sehr vorteilhaft hat sich erwiesen, dass die Eltern die Kinder im Anschluss im Kindergarten abholen konnten. Hier zeigte sich, dass die Kinder auch ohne Anleitung in der Lage waren, die Schaltung nochmals aufzubauen. (Eine schöne Bestätigung für meine Schüler).
5. Einige Tage später habe ich ein kurzes Feedback bekommen: Ein Mädchen hat am selben Abend mit ihrem Papa die Versuche nochmals zu Hause nachgebaut.

Ergänzung:
Die Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft e.V. in Frankfurt vertreibt neben den Heften von Glühbert und Wolfram "Geheimnisse der Elektrizität" auch Spielhäuser aus Pappe, in die eine Beleuchtung eingebaut werden kann. Dies könnte von den Kindern auch während der folgenden Kindergartentage gemacht werden.


3. Magnete

Ziel: Die Kinder sollen erkennen, dass Magnete Stoffe, die Eisen enthalten anziehen. Sie sollen erkennen, dass sich gleichnamige Pole abstoßen, ungleichnamige anziehen. Und sie sollen lernen, dass man mit Hilfe des elektrischen Stromes einen Magneten bauen kann, der sich ausschalten lässt.

Materialien:
Schwebender Magnet (Zwei Magnete auf Holzstab)
Stabmagnete, Hufeisenmagnet,
Magnetrollenbahn
Globus, Kompass
Spulen n=1600 aus Schülerexperimentiersatz mit Eisenkern, Kabel, Schalter, Batterien, Krokodilklemmen

Versuch 1: Schwebender Magnet als Einführung in das Thema.
Die Kinder vermuten sehr schnell, dass es sich um zwei Magnete handelt, und versetzen den oberen Magneten in Schwingungen.

Versuch 2: Mit Hilfe der mitgebrachten Stabmagnete demonstrieren die Kinder, dass sich zwei Magnete gegenseitig anziehen oder abstoßen können. Dies lässt sich auch sehr schön an der Magnetrollenbahn zeigen. Außerdem stellen die Kinder fest, dass einige Gegenstände angezogen wurden, andere aber nicht.

Anschließend werden die Kinder in ihre Kindergartengruppen geschickt, um Materialien für eigene Tests zu sammeln. Die Materialien werden wieder in zwei Körben gesammelt (Werden angezogen: grüner Daumen; werden nicht angezogen: roter Daumen).
Gemeinsam kann man an den Beispielen erkennen, dass noch nicht einmal alle Metalle von den Magneten angezogen werden. (Besonders überrascht waren die Kinder, dass manche Gabeln angezogen werden, andere wiederum nicht.)

Versuch 3: Kompass
Einige Kinder wissen bereits, dass ein Kompass immer nach Norden zeigt. Dies wird ausgiebig getestet. Am Globus kann dieses Verhalten nochmals genauer besprochen werden.

Versuch 4: Elektromagnet
Um die Kenntnisse des elektrischen Stromkreises noch einmal aufzufrischen, können die Kinder einen Elektromagneten aus den mitgebrachten Spulen und dem Eisenkern bauen.
Batterien und Kabel waren den Kindern vertraut, so dass sie diese Aufgabe zunächst mit "Das kann ich schon!" abtaten.

Zum Abschluss hatten wir noch einige Spiele mitgebracht. Zum einen ein Magnetangelspiel und zum anderen ein Verkehrsspiel, bei dem Autos mit Hilfe von Magneten (unter der Straße) bewegt werden.

4. Raketen

Ziel: Die Kinder sollen verstehen, dass sich Raketen fortbewegen können, weil sie Gase oder Wasser nach hinten ausstoßen.

Materialien:
Luftballon, Tesafilm, Strohhalm, Bindfaden
Luftballonauto, Raketenauto
Luftballonschiff,
Knatterboot, dazu passende Kerzen, Streichholz
Wasserbecken, Planschbecken
Wasserrakete mit Startrampe und Luftpumpe

In dieser Stunde konnte am wenigsten selbst experimentiert werden, dennoch waren die Kinder mit Begeisterung dabei.

Versuch 1: Ein Luftballon wird aufgeblasen und man lässt die Luft entweichen. Diese spürt man sehr deutlich.

Versuch 2: Ein Luftballon wird aufgeblasen und losgelassen. Er fliegt unkontrolliert durch die Gegend.

Wie kann man erreichen, dass der Luftballon in eine bestimmte Richtung fliegt?

Versuch 3: Der Luftballon wird an einem Strohhalm befestigt, durch den ein gespannter Faden verläuft. Lässt man den Luftballon nun los, so fliegt er entlang des gespannten Fadens.

Versuch 4: Ähnlich verhält es sich bei einem Luftballonauto, bei dem die ausströmende Luft für den Antrieb sorgt.

Versuch 5: Auch ein Luftballonschiff wurde getestet. Etwas länger fährt das Knatterboot, bei dem statt Luft heißer Wasserdampf ausgestoßen wird. Dass das Boot dabei noch lustig knattert, begeistert die Kinder natürlich.

Versuch 6: Nachdem nun an vielen Beispielen geklärt ist, dass sich die Luftballonrakete, das Luftballonboot und das Knatterboot nach vorne bewegen, weil sie Luft bzw. Wasserdampf nach hinten ausstoßen, kommen die Wasserraketen zum Einsatz, die bei den Kindern sehr gut ankommen. Immer wieder muss die Rakete mit mehr oder weniger Wasser gefüllt werden und starten.



5. Farben


Ziel: Die Kinder sollen erkennen, dass weißes Licht aus bunten Farben zusammen gesetzt ist und dass bunte Farbe zu weiteren Farben gemischt werden können.

Materialien:
Wasserschlauch
Mit Wasser gefülltes Glas
Wasserbecken, Spiegel
Filterpapier, Filzstifte, Essigwasser
Rundes Papier für Farbkreisel
Wasserfarben, Pinsel
Newtonschen Farbkreisel auf Akkuschrauber

Für diesen Tag sollten man schönes Wetter bestellen.

Versuch 1: Da dies bei uns gewährleistet ist, können wir zunächst im Kindergarten mit Hilfe eines Wasserschlauches einen Regenbogen erzeugen. Dabei wird geklärt, dass man sich zwischen Sonne und Regen befinden muss, um einen Regenbogen zu erkennen. Einige Kinder erkennen vielleicht auch, dass der Regenbogen nach unten hin wieder zu einem Kreis wird. Evtl. müssen sie sich dazu auf einen Stuhl stellen.
Die Spektralfarben können die Kinder bei diesem Experiment gut erkennen und nennen.

Versuch 2: Die Lichtzerlegung wird mit einem mit Wasser gefüllten Weinglas und einem Spiegel demonstriert, der sich schräg in einem Wasserbecken befindet. In beiden Fällen muss man eine Weile suchen, bis man schöne Spektralfarben findet.

Können auch andere Farben wie das weiße Sonnenlicht zerlegt werden?

Versuch 3: Chromatographie
Mit Filzstiften werden Punkte auf Filterpapier gemalt und das Filterpapier anschließend mit Essigwasser besprüht. So können die Kinder gut erkennen, dass Filzstiftfarben häufig aus anderen Farben zusammengesetzt sind.

Nun wollen wir wissen, ob es auch umgekehrt geht.

Versuch 4: Die Kinder malen einen eigenen Farbkreisel mit Wasserfarben. Diese Farbkreisel werden auf einen Kreisel gesetzt und in Drehung versetzt. Erstaunlich, welche Mischfarben sich dabei ergeben.
Bei diesem Versuch ist es sehr wichtig, dass man sich Zeit nimmt, um alle Farbkreisel zu drehen.


6. Luft

Ziel: Die Kinder sollen erkennen, dass Luft ein Gas ist, das Raum benötigt und ein eigenes Gewicht besitzt. Sie sollen lernen, dass in Luft Sauerstoff enthalten ist, den Kerzen zum Brennen benötigen.
Außerdem sollen sie erkennen, dass es noch andere Gase außer Sauerstoff gibt, die auch andere Eigenschaften als Sauerstoff besitzen.

Materialien:
Wasserbecken, Kleine Kugel, Bechergläser, Haushaltspapier
Luftballon, Strohhalm,
Kerze, Eierbecher
Heronbrunnen
Zeitung, dünnes Holzbrettchen
Flasche Mineralwasser,

Kann man einen Becher, in dem sich ein Stück Haushaltspapier so in Wasser drücken, dass das Haushaltspapier nicht nass wird?

Versuch 1: Das Becherglas wird mit der Öffnung nach unten in das Wasser gedrückt. Die Kinder erkennen, dass sich in dem Becher Luft befindet, der das Wasser verdrängt.

Versuch 2: Am Beispiel des Heronbrunnens kann man erkennen, dass Luft Platz braucht.

Versuch 3: Luft hat ein eigenes Gewicht
Ein aufgeblasener Luftballon wird an einen Strohhalm gehängt und so aufgehängt, dass er sich mit einem nicht aufgeblasenen Luftballon das Gleichgewicht hält. Klebt man auf den aufgeblasenen Luftballon ein Stück Tesafilm und macht durch diesen ein kleines Loch in den Ballon, so verliert der Luftballon langsam Luft und damit an Gewicht; man erkennt ein Ungleichgewicht.

Versuch 4: Dass Luft ein Gewicht hat, lässt sich mit Hilfe eines dünnen Holzbrettchens demonstrieren. Das Brettchen ragt über eine Tischkante und wird fast vollständig mit einem großen Blatt Zeitungspapier zugedeckt. Schlägt man kräftig auf das überstehende Stück Holz, so bricht es ab. Die Kinder erkennen, dass die Luft nicht schnell genug zur Seite gehen kann. Das Holzbrettchen sollte wirklich dünn sein, damit die Kinder die Chance haben, das Experiment selbst durchzuführen.

Versuch 5: Eine brennende Kerze befindet sich in einem Eierbecher in einem Wasserbecken. Stülpt man einen Glasbecher über die Kerze, so erlischt sie nach kurzer Zeit und anschließend steigt der Wasserspiegel im Becherglas.
Zum einen erkennen die Kinder an diesem Experiment, dass die Kerze beim Brennen etwas (Sauerstoff) verbraucht. Zum anderen erkennen sie am Steigen des Wasserspiegels, dass sich nach dem Erlöschen der Kerze noch etwas in dem Glas befindet, d.h. Luft besteht nicht nur aus Sauerstoff. (Thermische Effekte ? Ausdehnung der Luft beim Erwärmen und anschließendes Abkühlen ? werden hier nicht berücksichtigt.)

Zum Abschluss nochmal ein Zaubertrick:
Auf einer frischen Flasche Mineralwasser befindet sich ein Gummistopfen mit einem Strohhalm. In einem Glas befindet sich eine brennende Kerze. Schüttelt man nun die Mineralwasserflasche und leitet man das entweichende Kohlendioxid durch den Strohhalm in das Glas, so erlischt die Kerze nach sehr kurzer Zeit.
In Mineralwasser ist also ein Gas enthalten, das schwerer als Luft ist, und das nicht geeignet ist, um eine Kerze am Brennen zu halten.


Fazit

Laut Angaben der Erzieherinnen waren die Vorschulkinder immer schon im vorhinein sehr gespannt, was heute bei der Physik gemacht würde. Dementsprechend waren sie auch immer mit Begeisterung dabei und wollten gerne schon anfangen, während wir noch am Aufbauen waren.
Dass es den Kindern viel Spaß gemacht hat, sieht man m.E. vor allen Dingen daran, dass die Vorschulkinder immer da waren.

Der zeitliche Rahmen von einer Zeitstunde erscheint mir für Vorschulkinder angemessen zu sein. Man sollte jedoch darauf achten, dass methodisch noch mehr variiert werden müsste, als in der Schule. Von dieser Warte aus erscheint mir die zweite Physikstunde besonders gelungen zu sein, da die Kinder hier die Gelegenheit hatten, mitten in der Stunde in die Kindergartengruppen zu laufen, um Materialien zu besorgen.
Dass die Kinder gegen 15.00 Uhr von ihren Eltern abgeholt wurden, bietet die Gelegenheit zu dem ein oder anderen Gespräch, so dass wir viele ? insbesondere positive ? Rückmeldungen auf diesem Weg erhalten haben. Darüber hinaus können die Kinder ihren Eltern bei dieser Gelegenheit alles zeigen, was wir gemacht hatten. Dies erscheint mir sehr wichtig zu sein, da die Beschreibungen der Kinder nicht immer so sind, dass man sich vorstellen kann, wie das Experiment aussieht.

In diesem Schuljahr wird die AG fortgesetzt. Einige der ehemaligen Teilnehmer wollen weiter machen, ansonsten wird die Gruppe durch Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse ergänzt. Auch hier haben sich wieder deutlich mehr Schülerinnen und Schüler gemeldet, als ich erwartet hatte.
Mittlerweile haben wir Anfragen von anderen Kindergärten, so dass sich die große Anzahl von AG-Teilnehmern evtl. als positiv heraus stellt.

Natürlich werden wir an den Themen aus dem letzten Schuljahr noch etwas feilen und versuchen es noch besser zu machen. Aber es stehen noch eine Reihe weiterer Themen aus, die wir behandeln wollen: Elektrizität II ? wie entstehen Blitze, Optik II ? Lupen und Fernrohre, Verkehrssicherheit ? Gurt und Fahrradhelm, Schwimmen.

_________________
Thilo Vollrath
Hohenstaufen-Gymnasium Kaiserslautern


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