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BeitragVerfasst: 07.02.2006, 08:49 
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Steenbeck-Gymnasiasten bringen Grundschülern Naturwissenschaft nahe

«Toll war, dass wir selbst ein Elektro-Sandwich bauen durften» , schwärmt Silas Walter. Der 9-Jährige ist begeistert von den Physiklehrern, die gerade mal fünf oder sechs Jahre älter sind als er. Die Arbeitsgemeinschaft «Physik in Kindergarten und Grundschule» des Max-Steenbeck-Gymnasiums war gestern in der Klasse 3 a der Astrid-Lindgren-Grundschule zu Gast. Die Grundschüler gewannen in einem praxisnahen Unterricht Einblick in physikalische Zusammenhänge.

Silas? Elektro-Sandwich ist nichts anderes als eine sehr einfache Batterie. Um sie zu bauen, tauchen die Kinder ein Stück Papier in eine Salzlösung und legen es dann zwischen eine Kupfer- und eine Zinkplatte. «Damit habt ihr die kleinste Voltasche Säule gebaut» , lobt Marco Doil (15). Dann klemmt der Steenbeck-Schüler eine kleine Glühlampe an, und alle sehen: Sie leuchtet. Die Batterie hat funktioniert. Auch eine Zitrone lässt sich ganz leicht zur Batterie umfunktionieren. Dazu genügt es, ein Kupfer- und ein Zinkplättchen ins Fruchtfleisch zu stecken. Die Spannung beträgt 0,6 Volt, lesen die Kinder vom Messgerät ab. Drei Zitronen hintereinander geschaltet erzeugen in diesem Versuch knapp zwei Volt.
Nebenan erklären Marco Kunisch (15) und Alexander von Reppert (16), wie Elektrizität entsteht. Zum Abschluss machen alle einen Versuch, den die Großen «Der heiße Draht» nennen. Dabei muss eine Öse einen möglichst verschlungenen Draht entlanggeführt werden, ohne diesen zu berühren, denn sonst schließt sich der Stromkreis. Wenn?s daneben geht, ertönt eine Klingel. Paulina Hempel (9) schafft es, ohne die Klingel auch nur ein einziges Mal auszulösen.
Kathrin Kordas, Klassenlehrerin der 3 a, hat sich an diesem Vormittag in die Rolle der Beobachterin zurückgezogen. «Ich bin begeistert» , sagt sie, «wie anschaulich und handlungsorientiert die Kinder an das Thema elektrischer Strom herangeführt werden.» Alle seien voll dabei, keiner habe sich gelangweilt.
Zum Schluss bringen die Physik-Asse vom Steenbeck-Gymnasium sogar eine echte Spreewald-Gurke zum Leuchten. «Sie machen damit auf die Gefahren aufmerksam, die aus der Steckdose drohen» , sagt Christian Theuner, Physiklehrer am Steenbeck-Gymnasium, der die Arbeitsgemeinschaft leitet.
Der Pädagoge lobt die Eigeninitiative seiner Schüler und ihre Fähigkeit, sich auf verschiedene Altersgruppen einzustellen. Das Projekt war seit November 2005 insgesamt sechsmal in Cottbuser Kindergärten und Grundschulen zu Gast. Neben dem Montessori-Kinderhaus und der Kita «Nesthäkchen» haben die Gymnasiasten auch schon die Christoph-Kolumbus-Grundschule besucht. Unterrichtet wurden Vier- bis Zwölfjährige.
Neben der Wissensvermittlung gehe es vor allem darum, jüngeren Kindern Interesse und Spaß an den Naturwissenschaften zu vermitteln, sagt Christian Theuner. Doch auch die Älteren zögen aus dem Projekt Gewinn. «Sie müssen sich bei der Vorbereitung mit dem Thema auseinander setzen» , sagt der Lehrer. Und etwas zu erklären, sei noch immer der beste Weg, um sich Wissen anzueignen. Auch der Erwerb von sozialer Kompetenz bei der Arbeit mit den Jüngeren dürfe nicht unterschätzt werden.
Florian Brack erklärt mit viel Einfühlungsvermögen physikalische Zusammenhänge. «Ich will zeigen, dass Physik Spaß macht» , sagt der 14-Jährige. Es handle sich um die «eigentlich wichtigste Naturwissenschaft» . Ihre Gesetze erklärten die Welt allumfassend «vom Licht bis zur Heizung» .


Hintergrund Physik für Grundschüler
Beim Projekt «Physik in Kindergarten und Grundschule» geht es darum, gemeinsam mit Schülern der Klassen 9 und 10 praxisnahe Experimente vorzubereiten und sie im Anschluss in Kindergärten und Grundschulen zu zeigen. Kindgerechte Experimente, die am Alltag ausgerichtet sind, bringen Gummibärchen zum Tanzen, lassen Haare zu Berge stehen und erklären mit Hilfe einer Nudel, warum der Eisbär nicht friert. Auf diese Weise vermitteln ältere Schüler spielend physikalische Zusammenhänge an Jüngere.

Von Ulrike Elsner

(c) Lausitzer Rundschau: http://www.lr-online.de/regionen/lokale ... 53734.html (leider nur mit Passwort)


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