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© Siemens-Pressebild
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Ohne Stethoskop und weißen Kittel
Medizintechnik-Ingenieurinnen retten Leben
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© Otto Bock HealthCare
Eine mikroprozessorgesteuerte Kniegelenksprothese
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Sie interessieren sich für Biologie, Gesundheit und das Funktionieren des menschlichen Körpers? Sie möchten anderen Menschen helfen und Verantwortung übernehmen? Ein Medizinstudium wäre da naheliegend. Doch gibt es durchaus Alternativen zum Arztberuf: das Studium der Medizintechnik. Ein spannendes Feld für naturwissenschaftlich Interessierte, die sich auf technischer Ebene mit medizinischen Herausforderungen beschäftigen – und lieber kein Blut sehen wollen.
Von der Infusionspumpe über mikroelektronisch gesteuerte Prothesen, die künstliche Niere oder hoch komplexe Bildaufbereitungssysteme bis hin zu OP-Robotern oder telemedizinischen Systemen: Modernste Technik gehört zu den wichtigsten Lebensrettern und ist unentbehrlich für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Ohne sie könnten viele Krankheiten nicht erfolgreich behandelt werden.
Medizintechnik, Biomedizinische Technik oder Bioengineering? Worin liegt eigentlich der Unterschied
Medizintechnik ist nur ein anderer Ausdruck für biomedizinische Technik. Beides meint die ingenieurwissenschaftliche Vorgehensweise auf dem Gebiet der Medizin. Medizintechnik-Ingenieure entwickeln und warten Geräte zur medizinischen Prävention, Diagnose, Therapie und Rehabilitation. Dazu gehören beispielsweise die Krankenhaustechnik, aber auch Herzschrittmacher sowie Systeme zur bildgebenden Diagnostik, wie Ultraschallverfahren oder Computertomographie.
Bioengineering dagegen ist eine selbstständige Disziplin zwischen Ingenieur- und Naturwissenschaften, Biologie und Medizin – meist in Kombination mit Spezialbereichen, wie Materialwissenschaft, Nanotechnologie oder Bioinformatik. Sie umfasst unter anderem die Entwicklung von Wirkstoff-Transportsystemen, das sogenannte Tissue-Engineering, die Herstellung künstlicher Organe und Hightechprothesen sowie auch Nano-und Mikro-Anwendungen in der Biomedizin.
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© B. Braun Melsungen AG
Vom Blutzuckermessgerät bis zum kompletten Arbeitsplatz für intravenöse Anästesie
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Der Weg zur Medizintechnik-Ingenieurin
Medizintechnik zählt zu den internationalen Schlüsseldisziplinen und bringt als typische Querschnittstechnologie eine Vielzahl innovativer Bereiche, wie Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie oder Laser- und Materialforschung, zur Anwendung.
Basis für eine erfolgreiche berufliche Karriere in der Medizintechnik ist daher ein breites Spektrum an technologischem Know-how. Medizintechnik und Bioengineering kann man an Fachhochschulen und Universitäten studieren: als grundständigen Studiengang oder als Schwerpunkt beispielsweise in den Studiengängen Ingenieurinformatik, Mechatronik oder Physikalische Technik. Zum Studium gehören neben Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik natürlich auch Veranstaltungen aus der Medizin sowie Themen, wie Vertrieb und Produktmanagement.
Vielfältige berufliche Einsatzmöglichkeiten in einem gesunden Wachstumsmarkt
Beschäftigung finden Medizintechnik-Ingenieurinnen vor allem in Kliniken und in der medizintechnischen Industrie. Einsatzfelder sind, neben der Entwicklung, die Qualitätssicherung, Vertrieb, Kundendienst sowie Beratung. Doch auch Quereinsteiger, wie Elektrotechniker, Mechatroniker, Maschinenbauer oder Informatiker, haben gute Chancen in der Medizintechnikbranche.
So bezeichnet das Bundesministerium für Forschung und Bildung die Medizin- und Gesundheitstechnik als großen Wachstumsmarkt – nicht nur in Deutschland, auch international. Die Hochschulen reagieren bereits auf diesen Wachstumstrend und schaffen neue medizintechnische Ingenieurstudiengänge: So wurde beispielsweise an der Universität Erlangen-Nürnberg ein neuer Bachelor-Studiengang Medizintechnik eingerichtet, ein Master-Studiengang soll folgen. Vorteil hier: Die neue Fakultät für Medizintechnik arbeitet eng mit der medizinischen Fakultät zusammen und die Studenten sind von Anfang an in das klinische Umfeld eingebunden.


