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Wortgewandte Ingenieurinnen im Vertrieb und Service
Nichts für reine Techniktüftler oder Kommunikationsmuffel
Für hoch qualifizierte Vertriebs- oder Serviceingenieurinnen darf es aber gerne auch etwas mehr sein: Technisches Können ist nur die Basis, dazu sollten ausgeprägte Kommunikationskompetenzen kommen. Vertriebs- und Serviceprofis müssen sich in den Kunden hineinversetzen können, sich für dessen individuelle Situation interessieren und die richtigen Fragen stellen. Nur so gelingt es, den Kunden vom Unternehmen und dem Produkt zu überzeugen.
Die Nachfrage nach Mitarbeiterinnen in Vertrieb, Marketing und Kundenservice steigt und damit die Karrierechancen für Ingenieurinnen, die sich mehr als wortgewandte und kundenorientierte Dienstleister sehen und weniger als Tüftler und Erfinder.
Serviceingenieurin: Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunde
Die Serviceingenieurin ist die erste Ansprechpartnerin, wenn beim Kunden Fragen oder Probleme im Umgang mit technischen Anlagen oder Maschinen auftreten. Doch bereits bei der Vorabnahme der Maschine im Unternehmen ist sie involviert. Anschließend überwacht sie den Aufbau und die Inbetriebnahme der Anlage beim Kunden. Da viele Unternehmen ihre Produkte in das Ausland verkaufen, sind Dienstreisen oft an der Tagesordnung: Verhandelt wird dann meist auf Englisch. Die Betreuung und Beratung von internationalen Geschäftskunden erfordert viel technisches Know-how und Fingerspitzengefühl.
Vertriebsingenieurinnen haben viele Gesichter: Kundenberaterin, Marketingstrategin, Controllerin
Das Einsatzgebiet für Vertriebsingenieurinnen erstreckt sich über alle Technologie-Branchen: Automobilzulieferer und -hersteller, Anlagen- und Maschinenbau, Elektrotechnik, Medizintechnik, Telekommunikation, Informationstechnologie und Software.
Hauptaufgabe ist die Kundengewinnung sowie deren Beratung und langfristige Betreuung: von der Lösungssuche über die Angebotserstellung, Auftragsverhandlung und -abwicklung sowie dem After-Sales-Service. Voraussetzungen sind neben Marketing-Know-how auch grundlegende Erfahrungen in Rechnungswesen, Finanzierung, Controlling und Vertragsrecht.
Vertriebsingenieurinnen beschäftigen sich aber auch mit der Produktplanung und der Markt- und Kundenanalyse. Sie unterstützen somit die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Und auch im Einkauf und bei der Beschaffung technischer Produkte setzen Unternehmen auf das Know-how von Ingenieurinnen mit wirtschaftlicher Qualifikation.
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© FH Brühl
Zum Wintersemester 2009/2010 ist an der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Brühl der neue duale Studiengang Vertriebsingenieurwesen mit rund 20 „Pionierinnen und Pionieren“ gestartet
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Wie werde ich Ingenieurin im Bereich Service oder Vertrieb?
Grundvoraussetzung für beide Berufsbilder ist eine solide technische Ausbildung, ein ingenieurwissenschaftliches Studium. Dazu kommt meist eine Zusatzqualifikation in Marketing oder Betriebswirtschaft, wie beispielsweise der MBA Service-Management an der FH Aachen. Im Bereich Vertriebsingenieurwesen gibt es allerdings auch Studiengänge, die von Beginn an auf Vertrieb ausgerichtet sind. Ein Beispiel für den gleichzeitigen Erwerb von Technik- und Vertriebskompetenz auf Basis eines Maschinenbaustudiums ist der Studiengang „Sales Engineering and Product Management” an der Uni Bochum.
Auch die Europäische Fachhochschule (EUFH) in Brühl bietet mit dem neuen dualen Studiengang Vertriebsingenieurwesen einen Kompetenz-Mix aus betriebswirtschaftlichem Fachwissen und technischem Know-how an. Dabei kooperiert die Hochschule mit der Rhein-Erft-Akademie (REA) im nahen Hürth, die den technischen Part des Programms übernimmt. „Der Bedarf von Unternehmen an Nachwuchskräften mit Kompetenzen auf betriebswirtschaftlichem wie auf technischem Gebiet wächst schnell”, bestätigt Prof. Dr. Rainer Paffrath, Dekan des neuen Studiengangs. „Technische Abläufe zu verstehen und nachzuvollziehen, wird für unsere betriebswirtschaftlich gut qualifizierten Absolventinnen eine Selbstverständlichkeit sein. Daraus ergibt sich für sie ein enormer Wettbewerbsvorteil.”
Gute berufliche Perspektiven für „Technikmanagerinnen“
In vielen Unternehmen wird die einst starre Trennung von Einkauf, Marketing und Technik immer weiter aufgeweicht. Kommunikationsstarke Technikerinnen mit Verkaufs- und Beratungstalent können aus einer Vielzahl an Stellenangeboten auswählen. Dies gilt auch für Berufseinsteiger und Young Professionals. In Vertrieb-Teams nehmen aufgrund der wachsenden Komplexität technischer Lösungen Ingenieurinnen immer häufiger Schlüsselpositionen ein, dabei bestehen hervorragende Chancen sowohl auf Leitungs- als auch auf Fachpositionen.


