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© Aumelas_1, Foto: caméléon/Goodnoe Hills, Foto: Dennis Schwartz
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Forschen für eine noch effizientere Energiegewinnung auf ökologische Art
Im Porträt: Michaela Brasseur, Ingenieurin im Bereich Windenergieforschung
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Michaela Brasseur
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Dabei hatte sie zunächst eine ganz andere berufliche Richtung eingeschlagen. In der Ausbildung zur Chemielaborantin bei der Grünthal GmbH lernte sie die Qualitätskontrolle in der Pharmazie kennen und prüfte im Labor Medikamente auf Inhaltsstoffe. Nach Beendigung der Ausbildung nahm sie das Angebot des Unternehmens an, parallel zum Job ein Studium zu absolvieren. Das Besondere an diesem Pilotprojekt von Grünthal und der „Zuyd University“ im niederländischen Heerlen war, dass sie nur das Hauptstudium absolvieren musste.
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Den Bachelor-Abschluss in der Hand: Michaela Brasseur (links in der Mitte) studierte an der „Zuyd University“ im niederländischen Heerlen.
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Zwei Jahre Doppelbelastung
So leicht war es aber wahrlich nicht, wie es sich anhört. Denn es bedeutete zwei Jahre Doppelbelastung. Konkret sah das so aus, dass Michaela Brasseur Woche für Woche neben dem 40-Stunden-Job noch Vorlesungen besuchen, Hausarbeiten schreiben und für Klausuren lernen musste. Einmal in der Woche wurde es in der Regel extrem anstrengend: Von 6 bis 12 Uhr musste sie in Aachen arbeiten, dann fuhr sie gemeinsam mit zwei Kollegen ins 15 Kilometer entfernte Heerlen, um dort von 13 bis 21 Uhr Vorlesungen (auf niederländisch) zu besuchen.
Auch wenn der Alltag der 25-Jährigen eher weniger dem eines klassischen Studentenlebens entsprach, so blieb dennoch genug Freiraum für Freunde und Hobbys. „Wir waren gut organisiert, sodass ich auch noch Zeit für meinen Freund und mein Pferd fand“, sagt Michaela Brasseur, die das Studium mit dem Bachelor of Applied Science (Schwerpunkt Analytische Chemie) abschloss. Durch die enge Kooperation der Siemens AG mit der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, ist bis zum heutigen Zeitpunkt die Nähe zur Universität auch nach Beendigung des Studiums geblieben.
Mit dem bestandenen Abschluss in der Tasche hatte sie das Glück, über eine Initiativbewerbung per E-Mail ihren neuen Arbeitgeber gefunden zu haben. Die Siemens AG erkannte das Studium im Nachbarland als Ingenieurstudium an und bot ihr eine Stelle im Center of Competences für Windenergieanlagen an, das zum Engineering-Department von Siemens gehört. Das Spannende an Ihrer Arbeit ist, dass sie mit Ingenieuren aus den verschiedensten Bereichen (Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Software-Ingenieurwesen) und Physikern zusammenarbeitet. Multikulturell geht es ohnehin zu, da viele verschiedene Nationen vertreten sind. Es wird vorwiegend englisch gesprochen. „Wir sind alle unterschiedlich ausgebildet, jeder denkt anders. Das macht die Arbeit hier aus“, sagt Michaela Brasseur, die seit einem Jahr im CoC arbeitet und sich dort sehr wohl fühlt: „Hier stecken wir nicht in festen Strukturen. Das ist für mich, die aus der strengen Pharma-Branche kommt, eine ganz andere Welt.“
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Wenn immer sie Zeit hat, nutzt Michaela Brasseur die Gelegenheit, mit ihrem Pferd auszureiten.
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Informationsaustausch beim "Friday cake"
Die Vernetzung und Kommunikation von Michaela Brasseurs Abteilung mit den anderen Bereichen wird sehr groß geschrieben. Jeden Freitag findet in Aachen der sogenannte „Friday cake“ statt. Was sich im ersten Augenblick wie eine Kaffee- und Kuchenpause anhört, ist jedoch wichtiger Bestandteil des Informationsaustausches der unterschiedlichen Abteilungen. Hier werden technische Details von Projekten diskutiert oder neue Erkenntnisse präsentiert. Es werden gemeinsam innovative Technologien entwickelt, die gerade für den zukünftig sehr wichtigen Bereich der Windenergienutzung, von großer Bedeutung sind.
Im jungen Industriezweig der Windkraftenergie genießt sie die Freiheiten, die ihr gegeben sind. Sie forscht an der Getriebeauslegung, -fertigung und -berechnung, um ihren Einsatz noch effizienter zu machen. Schließlich sollen die drehenden Windräder möglichst so viel Energie erzeugen, wie technisch machbar ist. „Wir forschen, um besser zu werden.“ Deshalb arbeitet das CoC auch mit dem Institut für Maschinenelemente und dem Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen zusammen. Michaela Brasseur koordiniert von ihrem Arbeitsplatz im CoC Forschungsprojekte, vergibt Aufträge an Labore und wertet die Ergebnisse aus. Das Reisen gehört zu ihrem Alltag. Sehr oft besucht sie die europaweiten Labore und Zulieferfirmen oder die Zentrale von Siemens Windpower AS im dänischen Brande. Auf eine Windkraftanlage muss sie aber nicht mehr hinauf klettern, viel lieber tüftelt sie daran, wie man diese ökologische Art der Energiegewinnung noch effizienter gestaltet.


