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Always on the road
Im Porträt: Bild- und Toningenieurin Simone Wolf
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Rom, Schwimm-WM 2009, Senderegie/Schaltraum, Livestudiogast: Paul Biedermann
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Musisch-künstlerisches Talent legten Simone Wolfs Eltern ihr in die Wiege. Zusätzliche Technikbegeisterung forderte eine spezielle Ausbildung: Die Kombination aus Musik- und Elektrotechnikstudium. Das brachte die Bild- und Toningenieurin zum WDR, dessen Ü-Wagen heute ihr zweites Zuhause ist.
Musik begleitet Simone Wolf schon seit ihrer Kindheit. Stundenlang übte sie sich an Klavier-Stücken, die uns die großen Künstler der Welt hinterlassen haben. Da erstaunt es nicht, dass sich die heute 37-Jährige 1993 aus dem malerischen Esslingen am Neckar aufmachte und erst im Medienzentrum Düsseldorf Halt machte: „Ich wollte unbedingt an der Robert-Schumann-Musikhochschule aufgenommen werden“, erinnert sie sich. Doch wer glaubt, dass Simone Wolf Abend für Abend inmitten eines Orchesters ihrer Leidenschaft Ausdruck verleiht, liegt daneben. „Nach einem Jahr musikalischer Ausbildung ging es für mich weiter zur Fachhochschule Düsseldorf. Dort begann mit dem Studium der Elektrotechnik der zweite universitäre Teil, mit dem die musikalische Schiene – zumindest für den Zeitpunkt – nur noch zweitrangig war“, erklärt die Schwäbin. Sie entschied sich zum künstlerisch-technischen Studiengang Ton und Bild, aus dem sie als diplomierte Bild- und Toningenieurin hervorging. „Musik war und ist mir sehr wichtig, aber irgendwann habe ich in einer Zeitschrift über Bild- und Tontechnik gelesen. Das ließ mich nicht mehr los.“ Mit dem in dieser Form einzigen Studium schaffte sie den Spagat zwischen musikalischer Leidenschaft und technischem Interesse.
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aktueller Ü-Wagen (Ü12) Innenansicht
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Zielstrebig in den Beruf
So legte Wolf die Notenblätter beiseite. Statt klassischer Musik standen klassische Fächer des Ingenieurwesens auf dem Programm. Zugute kam ihr die zunächst einjährige Ausbildung an der Nürnberger Schule für Rundfunktechnik nach dem Abitur. „Mir war klar, dass ich auf jeden Fall studieren möchte. Aber dieses Ausbildungsjahr sollte mir die Sicherheit geben, dass Bild- und Tontechnik auch wirklich meins ist.“ Mit dem Wissen, das Richtige zu tun, meisterte sie die dreigliedrige Aufnahmeprüfung (instrumental, musik-theoretisch, Gehörbildung) der Musikhochschule problemlos und geht seitdem zielsicher ihren Weg. Erfahrungen als Tonassistentin im Düsseldorfer Schauspielhaus bereiteten die Schwäbin zusätzlich auf das Berufsleben vor. Der Musik schenkt Simone Wolf noch immer so viel Aufmerksamkeit wie möglich. Doch die Arbeit im Übertragungswagen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln verlangt viel mehr das Wissen aus dem Ingenieurstudium. Die technische Betreuung von sechs Hörfunksendern bei Parteitagen, (Sport-)Veranstaltungen, Festivals oder politischen Ereignissen liegt in ihrer Hand. Simone Wolf ist überall dabei, aber nie zu sehen. Die meiste Zeit verbringt sie mit den Kollegen in einem „aktuellen Wagen“, umgeben von Mischpulten, Mikros und jeder Menge Kabel, den Kopfhörer immer am Ohr. Die aktuellen Informationen müssen schließlich direkt und schnellstmöglich auf Sendung. Ob der Straftäter verurteilt wurde, das Ausgleichstor beim Bundesligaspiel, Angela Merkels Sicht der Dinge: Die Hörer sollen immer dabei sein. Auch Interviewpartner – mal mehr, mal weniger prominent – geben ihre Meinung via Ü-Wagen preis.
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1Live Krone 2008 - Mobiles Sendestudio
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Schichtdienst verpflichtet
Großveranstaltungen wie die 1Live Krone, dem bundesweiten Musikpreis des gleichnamigen Radiosenders, verlangen absolute Zuverlässigkeit, schnelles Handeln und großes Engagement. „Wir haben für diesen Tag ein mobiles Studio aufgebaut, das von morgens 5 Uhr bis nachts um 1 Uhr besetzt war“, erzählt die Toningenieurin. Um das möglich zu machen, wird im Schichtdienst gearbeitet. Kollisionen mit der Freizeitgestaltung sind hier natürlich vorprogrammiert. „Wer den Job machen will, muss einfach wissen, dass wir früh morgens, spät abends und auch an den Wochenenden arbeiten. Wir wollen schließlich immer und überall Radio hören.“ Also schickt sie der WDR mit ihrem Ü-Wagen erneut auf Reisen. Always on the road. Natürlich ist sie für den Sender häufig in Nordrhein-Westfalen unterwegs, doch für Großveranstaltungen wie Meisterschaften fährt sie bis nach Brüssel, Paris, Ljubljana und Rom. Das Leben findet schließlich auch außerhalb NRWs statt und wir wollen gerne dabei sein. Am besten live – und vielleicht das nächste Mal sogar aus dem Ü-Wagen von Simone Wolf.
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WDR2 für eine Stadt, Gewinnerstadt Attendorn, 27. Juni 2009, mobiles Sendestudio auf der Bühne auf dem Marktplatz, Live-Radiosendung von WDR2
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Die Robert-Schumann-Hochschule und die Fachhochschule Düsseldorf bieten gemeinsam den Studiengang "Ton und Bild" an, der nach acht Semestern mit dem "Bachelor of Engineering" abschließt. Die interdisziplinäre Ausbildung beinhaltet sowohl naturwissenschaftlich-technische als auch künstlerisch-gestalterische Aspekte. Der Diplom-Studiengang "Ton- und Bildtechnik" läuft bis zum Jahr 2013 aus. Ein Masterstudiengang ist in Planung.


