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© laurent gehant - Fotolia.com / Nicolas LOGEROT - Fotolia.com / beatuerk - Fotolia.com
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Oenologin und Weinkönigin
Im Portrait: Dipl.-Ingenieurin Simone Renth-Queins
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Simone Renth-Queins
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Aufgewachsen im elterlichen Weingut in Schwabenheim an der Selz (Rheinhessen), kam sie schon in frühen Jahren mit dem Anbau von Wein in Berührung. Es hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie nach dem Schulabschluss der mittleren Reife ab 1989 eine dreijährige Winzerlehre absolvierte und noch mehr Begeisterung für den Weinbau fand. Hierbei befasste sie sich zunächst in einer Forschungsanstalt für Rebenzüchtung im rheinhessischen Alzey mit der Suche nach neuen, vor allem pilzresistenten Rebensorten. Dann lernte sie auf einem Weingut in Baden die Arbeit in einem anderen Weinanbaugebiet kennen, weit weg vom elterlichen Familienbetrieb. „Die Arbeit im Weinbau ist manchmal körperlich sehr anstrengend. Da merkt man, dass es sich dabei schon um eine Männerdomäne handelt“, sagt sie und schildert ein Beispiel: Damals wurden bei der Ernte in steileren Lagen zum Teil die Trauben noch mit der „Butt“ (ca. 50 kg schwerer mit Trauben gefüllter Behälter) auf dem Rücken aus dem Weinberg getragen.
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Bei einem Weinseminar gibt Simone Renth-Queins viele nützliche Tipps
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Studium mit vielen Praktika
Das schreckte sie jedoch nicht ab, vielmehr hat sie für sich die Lehre aus der Ausbildung gezogen, dass Weinbau mehr ist als Traubenernte und Schwerstarbeit. Und so begann sie, nachdem sie das Fachabitur nachgeholt hatte, an der Fachhochschule Geisenheim das Studium Weinbau und Oenologie. Das ist die einzige Hochschule in Deutschland mit diesem Studiengang. Diese hat bis heute einen weltweit guten Ruf, sodass Studenten aus ganz Deutschland und auch viele aus dem Ausland kommen, um in diesem kleinen Örtchen im Rheingau zusammen Weinbau zu studieren. Simone Renth, wie sie damals noch hieß, lebte in einer Studenten-WG, lernte viele Menschen und auch ihren späteren Ehemann Tilman Queins kennen, der in Geisenheim Getränketechnologie studierte. „Im Studium haben wir viele Praktika gemacht, zum Beispiel Sekt selbst hergestellt, aber auch das Technische und Marketingaspekte kamen nicht zu kurz. Diese Zeit war sehr abwechslungsreich und gerade das gemeinsame Studium mit den ausländischen Studenten hat meinen Horizont geöffnet“, bemerkt Simone Renth-Queins.
So zog es sie nach dem Abschluss als Diplom-Ingenieurin Weinbau & Oenologie auch weit weg. Für ein halbes Jahr nach Chile, wo sie 300 Kilometer südlich von Santiago de Chile auf einem industriellen Weingut ganz andere Dimensionen kennenlernte. Unglaublich für sie war es, dass dort auf der gesamten Anbaufläche von 300 Hektar (im Vergleich: die meisten deutschen Weingüter sind 10 Hektar groß) per Handlese geerntet wurde – wegen der niedrigen Lohnkosten. Simone Renth-Queins arbeitete in den Weinbergen und der Kellerei, wo sie für den Weinausbau zuständig war.
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Mit dem Kamerateam im Weinberg: Simone Renth-Queins
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Zurück in Deutschland rückte sie als Weinkönigin in den Blickpunkt. Zunächst repräsentierte sie als Rheinhessische Weinkönigin die Weine ihrer Heimatregion deutschlandweit, moderierte Weinproben oder hielt Reden auf Weinfesten. Dann kam der 8. Oktober 1999, ein wichtiger Tag in ihrem facettenreichen Weinleben, der mit der Wahl zur Deutschen Weinkönigin 1999/2000 endete. Zunächst stand morgens eine Fachbefragung vor einer Jury von circa 80 Personen an, darunter auch eine ihrer Professorinnen von der FH aus Geisenheim. „Das war schlimmer als ein Bewerbungsgespräch“, erinnert sie sich, „denn da saßen Vertreter von Weinbaugebieten aus ganz Deutschland vor einem und ich durfte keine großen Fehler machen.“ Schließlich sollte der Weinanbau ja ihre berufliche Zukunft sein. Ebenso löste sie die Prüfung abends mit Bravour, als ihre Fähigkeit, sich vor einem Publikum von ca. 1.000 Personen und bei einer Liveshow im Fernsehen zu präsentieren, getestet wurde. Alles klappte wunderbar und für Simone Renth-Queins begann ein außergewöhnliches Jahr als Deutsche Weinkönigin mit vielen Reisen nach Asien, in die USA und innerhalb Europas. „Das war eine tolle Erfahrung. Ich war eigentlich nur unterwegs, hatte weltweit etwa 300 interessante Termine, konnte dabei viele Kontakte knüpfen und den deutschen Wein repräsentieren.“
Doch verbunden mit ihrer Heimatregion blieb sie stets und so führte ihr Weg zurück nach Rheinhessen. Heute moderiert sie Veranstaltungen, organisiert und leitet Seminare und führt durch die monatliche Sendung Weinsucher im SWR Fernsehen Rheinland-Pfalz. Als Vorstandsmitglied des BDO (Bund Deutscher Oenologen) und VEG (Verband ehemaliger Geisenheimer) hält sie stets Kontakt mit ihrem ehemaligen Studienort. Großen Spaß hat die Mutter von zwei kleinen Söhnen aber auch weiterhin daran, im elterlichen Weingut selbst den Wein auszubauen.
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