© Bildarchiv Deutsches Rotes Kreuz | Name: | Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg, geb. Schiller |
| Geboren am: | 3.1.1903 in Krotoschin (heute: Krotoszyn, Polen) | |
| Gestorben am: | 8.4.1945 bei Irlbach/Strasskirchen, angeblich an den Folgen des Abschusses ihres Flugzeuges | |
| Titel: | Dipl.- Ing., Flugkapitän | |
| Studium: | Physik und Mathematik an der Technischen Hochschule in München, Vertiefung im Bereich Flugtechnik | |
| Beruf: | Luftfahrtingenieur, Testpilot | |
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© Bildarchiv Deutsches Rotes Kreuz
Melitta Gräfin Stauffenberg überprüft ihr Flugzeug, Gatow (Berlin) Juni 1943
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Beruflicher Werdegang:
- Erste Tätigkeit bei der Schiffsbau-Versuchsanstalt Hamburg
- Fliegerische Ausbildung: Erwerb sämtlicher Flugführerscheine für Land- und Seeflugzeuge, Seefahrerprüfung an der Seefahrtschule Lübeck
- Blindflugausbildung bei der Deutschen Lufthansa
- Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei den Askania-Werken Berlin-Friednau
- Versuchsingenieurin und Sturzflugpilotin an der Luftwaffenerprobungsstelle Rechlin
- Ernennung zum alleinigen Vorstand der 1944 gegründeten "Versuchsstelle für Flugsondergeräte e.V.
Schwerpunkte ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit:
- Theoretische und experimentelle Untersuchungen im Bereich Flugmechanik insbesondere Luftschrauben
- Weiterentwicklung und Erprobung verschiedener Sturzflugvisiere
- Entwicklung einer Fernsteuerung für die Junkers W34 mit Hilfe der Kreiseltechnik
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© Deutsches Bundesarchiv, Bild 102-17162
Ihr Arbeitsplatz in der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof: Blick in den Prüfstand im Innern des Windkanals mit einem Flügelmodell
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Melitta Schiller war 1923 die erste Frau, die eine Segelflugausbildung machte. Bekannt wurde sie durch ihre Kunstflüge in einer Heinkel He-70 bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936. Doch sie war nicht nur Fliegerin, sondern vor allem Wissenschaftlerin. Als Versuchsingenieurin und Testpilotin befasste sie sich mit aerodynamischen und flugtechnischen Fragen und machte zahlreiche Erfindungen von denen 73 zum Patent angemeldet wurden. 1937 heiratete Sie Alexander Graf Schenk von Stauffenberg. Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg, wie sie jetzt hieß, war maßgeblich an der Entwicklung des berüchtigten Sturzkampfbombers Ju 87 (Stuka) beteiligt.
Zu Kriegsbeginn wollte sie sich als DRK-Helferin zum Einsatz melden, wurde aber durch die Luftkriegsakademie Berlin-Gatow dienstverpflichtet. Gräfin Schenk von Stauffenberg arbeitete unter enormer Anstrengung und körperlicher Belastung an der Entwicklung und Erprobung von speziellen Nachtlandegeräten sowie Sturzflugvisieren. Dazu führte sie mehr als 15 Testflüge pro Tag und insgesamt über 2000 Sturzflüge aus einer Höhe von 5000 m bis auf 1000 m durch.
Nach dem fehlgeschlagenen Attentats ihres Schwagers Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 wurde sie zusammen mit den restlichen Familienmitgliedern inhaftiert, jedoch nach kurzer Zeit wegen ihrer kriegswichtigen Arbeit entlassen. Als Pilotin nutzte sie jede Möglichkeit, um ihren inhaftierten Mann zu besuchen. Am 8. April 1945 wurde sie auf einem solchen Flug vermutlich von einem amerikanischen Jagdbomber abgeschossen und starb nach der Notlandung an den Folgen ihrer schweren Verletzungen.


