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Studieren mit Kind? Kein Problem, aber mit Einschränkungen
Studium und Familie zu kombinieren bedeutet eine Menge Organisationsgeschick
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Zunächst sah in der Schule alles nach einem „typischen“ Weg Richtung Naturwissenschaften aus, denn Maria wählte die Leistungskurse Mathe und Physik. Doch auch Sprachen, Musik und Sport machten ihr Spaß. So entschied sie sich zunächst für ein Studium, das ihrem Hobby sehr nahe kam: „Zuerst habe ich Kulturwissenschaften an der Uni Duisburg-Essen studiert, da ich Musik und Tanz liebe. Ich spiele Klavier – oder spielte Klavier, jetzt habe ich kaum noch Zeit dazu – und habe getanzt. Außerdem lese ich sehr gerne. Ich dachte, der Studiengang passe daher sehr gut. Nach einem Semester habe ich aber gemerkt, dass die Jobaussichten sehr schlecht sind und mir Mathe und Physik sehr fehlten. Ich entschied mich also, Musik und Tanz als Hobby zu behalten und wechselte zu Umwelttechnik und Ressourcenmanagement nach Bochum.“
Die Gründe für den Wechsel des Studiengangs waren die besseren Berufsaussichten, aber auch ihr Interesse an Naturwissenschaften. „Auch das Wörtchen Umwelt in der Bezeichnung war mir sehr wichtig. Gerade jetzt, wo ich ein Kind habe, ist das Wort Nachhaltigkeit und der damit verbundene Umweltschutz von großer Bedeutung für mich.“
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Maria und ihr 2-jähriger Sohn Anton
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„Einfach weiter studieren ist fast unmöglich"
Mittlerweile ist Maria im fünften Semester und Anton knapp 2 Jahre. Wie bekommt sie Studium und Kind unter einen Hut? „Meine Eltern helfen mir sehr dabei. Wir wohnen noch bei ihnen, so habe ich schon mal den Haushalt nicht zu machen. Und sie passen, wenn es ihre Arbeit erlaubt, auf Anton auf.“ Maria hat also das Glück, ihre Familie in der Nähe zu haben. Neben den Vorlesungen, Klausuren, Projekt- und Hausarbeiten fürs Studium will eben auch der Nachwuchs entsprechend versorgt sein: „Es ist sehr schwer. Ich habe alle meine Hobbys streichen müssen. Ich lerne nur, wenn der Kleine in der Kita ist und dann verbringe ich die wenige übrige Zeit mit ihm. Wir haben oft auch abends Vorlesungen und dann ist die Zeit, die mir mit ihm bleibt, noch kürzer. Ich versuche zwar so weiterzumachen wie die Studenten, mit denen ich angefangen habe, aber es ist schon sehr viel, da kann ich nicht mithalten. Zeit zum Ausruhen bleibt gar nicht mehr.“ Wenn in der Kita Sommerferien sind, spielt Anton natürlich zu Hause. Dann bleibt Maria auch nicht viel Zeit, um sich auf Klausuren vorzubereiten. Da ist Zeitmanagement gefragt.
„Die Uni einfach weiter durchzuziehen, ist unmöglich, wenn man noch was vom Kind haben möchte,“ sind Marias Erfahrungen. „Mit einem Kind zu studieren, kann man nicht mit dem normalen Studentenleben vergleichen. Ein Praktikum werde ich wohl machen können, aber einiges geht natürlich nicht mehr.“ So muss sie auf die Erfahrung eines Auslandsaufenthaltes verzichten. „Das kann ich jetzt nicht mehr machen bzw. möchte ich nicht, da ich meinen Kleinen nicht für so lange Zeit verlassen kann.“ Das Studienleben hat sich also sehr verändert. Doch Maria ist zuversichtlich. Ihr nächster Plan ist, das Bachelorstudium erfolgreich abzuschließen. Danach möchte sie vielleicht noch den Master machen.
Dass Maria sich auf Studium und Anton konzentrieren kann, liegt auch an der Hilfe ihrer Eltern und ihres Freundes. Unterstützt werden Studierende mit Kind allerdings auch von anderen Seiten. So haben einige Hochschulen die Dringlichkeit erkannt und extra Beratungszentren eingerichtet. Daneben kann man sich auch an die Studentenwerke, die Studentenvertretung oder Gleichstellungsbüros wenden. Hier können alle Fragen rund um Zuschüsse, Finanzen und Sonderregelungen geklärt werden. Maria ist beispielsweise von den Studiengebühren befreit und darf die doppelte Regelstudienzeit studieren. Das entlastet schon enorm. Und auch manche Professoren geben Hilfestellungen, wenn sie wissen, dass man neben dem Studium noch ein Kind zu versorgen hat.
„Man sollte sich nicht mit den Studentinnen ohne Kind vergleichen und sich nicht zu viel zumuten. Das muss ich mir selbst immer wieder vorsagen,“ rät Maria. „Außerdem muss man die Studiengebühren schon nicht mehr bezahlen, wenn das Kind im laufenden Semester geboren wird,“ ist ein weiterer Hinweis.


