Wirtschaftsingenieure: Wiwi + Ing. = doppelt qualifiziert
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Impressionen zum Berufsfeld aus:
think ING.-DVD 'Ingenieurberufe in Bewegung' |
Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Zahl der Absolventen nahezu vervierfacht. Trotzdem gibt es kein Überangebot – im Gegenteil: die Wirtschaft nimmt die Alleskönner mit offenen Armen auf. Aufgrund der breitgefächerten Studieninhalte, sowohl in den Natur- und Ingenieurwissenschaften als auch in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, verbinden moderne Wirtschaftsingenieure technischen Sachverstand mit ökonomischer Urteilskraft. Diese Kombination ist einzigartig, aber auch notwendig, denn die Aufgaben im Job liegen zumeist an den Schnittstellen zwischen Produktion und Technik und Wirtschaft und Ökonomie. So ist der Wirtschaftsingenieur ein Manager, der interdisziplinär denken und bereichsübergreifend entscheiden muss. Ob er in der Fertigung die Arbeit der Planer und Konstrukteure überwacht, die Probleme des Einkäufers nachvollzieht oder dem Controller über die Schulter schaut, er ist dafür verantwortlich, dass koordinierte Entscheidungen aus allen Unternehmensbereichen getroffen werden können.
Wirtschaftsingenieure sind überall gefragt, da sie in der Lage sind, über den oftmals begrenzten Abteilungshorizont hinauszuschauen. In der Produktion, im Controlling, in der Logistik, im Einkauf oder im Marketing, in allen Unternehmensbereichen bieten sich Jobs für die Allround-Talente. Gerade im Vertrieb wird es zunehmend wichtiger, Angestellte zu finden, die sich mit der technischen Seite der Produkte ebenso auskennen wie mit dem Ein mal Eins des Verkaufens. Als Generalisten können und müssen sich Wirtschaftsingenieure schnell in neue Thematiken und verändernde Berufswelten einarbeiten und behalten dabei ständig das übergeordnete Unternehmenserfolgsziel im Blick.
Der generalistische Ansatz setzt natürlich voraus, sich mit Inhalten und Qualifikationen zu beschäftigen, die dem klassischen Ingenieur à la Daniel Düsentrieb so fern sind wie Entenhausen dem deutschen Industriealltag. Ein bunter und anstrengender Mix aus Mathematik, Werkstoffkunde, Informatik, Betriebswirtschaftslehre, Recht, Personalführung, Ethik, Umwelt- und Sozialwissenschaften. Aber auch die berühmten Soft skills wie Sprachkompetenz, Führungsstärke, Konfliktmanagement und Einfühlungsvermögen sind für moderne Wirtschaftsingenieure in Ausbildung und Beruf von entscheidender Bedeutung. Der englische Begriff „managing engineer“ gibt dabei wohl am besten wieder, was im Arbeitsalltag erwartet wird.
Aufgrund ihrer enormen Bandbreite und ihrer weitreichenden Qualifikationen stehen die in Deutschland ausgebildeten Wirtschaftsingenieure demnach auf der Jobleiter ganz oben: Mehr als zwei Drittel arbeiten in Führungspositionen. Was zumeist als Assistent der Geschäftsleitung beginnt, mündet dann oft in eine eigene Geschäftsführer- oder leitende Management-Position. Dabei ist das Wirtschaftsingenieurwesen ähnlich der Informatik noch ein recht junges Fach, dessen kometenhafter Aufstieg erst Ende der 80er begann. Heutzutage gelingt jungen Wirtschaftsingenieuren der Berufseinstieg problemlos und der Verein deutscher Ingenieure (VDI) prognostiziert bei gleich bleibender Konjunktur für die Zukunft einen Stellenzuwachs von fünf Prozent pro Jahr.
Wem diese grandiosen Perspektiven immer noch nicht ausreichen, dem sei hier verraten, dass der Frauenanteil im Wirtschaftsingenieurwesen mit 17 % deutlich vor den anderen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen liegt, die zumeist nur auf eine Quote von 6 % holder Weiblichkeit kommen …
Der Berufsverband der deutschen Wirtschaftsingenieure (VWI) gibt auf seiner Website viele weiterführende Informationen zu Berufsbild, Studium und Jobs des Wirtschaftsingenieurwesens.
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