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Projekte

Da kommt was ins Rollen

Ein Technikwettbewerb weckt bereits zum fünften Mal den Kampfgeist Borkener Remigianum-Schüler. Dreimal belegte die Schule erste Ränge, dieses Jahr soll es nicht anders sein.
ITEB
Dominik Döring und Johannes Lange bringen eine Spiralfeder an die Achsen ihres Modells an.

ITBE ohne das Borkener Gymnasium Remigianum? „Undenkbar“, dachten sich auch die Teilnehmer 2009/2010: Dominik Döring, Johannes Lange, Sebastian Klukas, Markus Ebbert, Rayan Guerdelli und Jan Fellerhoff. Zum fünften Mal schickt das Gymnasium ein Team ins Rennen und das glaubt fest an sich: „Von der Idee her spielen wir weit vorne mit“, gibt sich Döring siegessicher. Doch die Umsetzung von Aufgabe 1 – Energiegewinnung – bereitet den Jungs momentan noch Kopfzerbrechen. Sie glauben, dass beim Bremsen eines Fahrrades ausreichend Energie entsteht, um diese zwischenzuspeichern und für ein problemloses Anfahren zu nutzen. Der Drahtesel soll damit viel einfacher (fast wie von selbst) wieder ins Rollen kommen. Vor allem ältere Menschen könnten bei erfolgreicher Umsetzung von dem Projekt profitieren. Physiklehrer Rudolf Bertram und Günter Niehues stehen den Schülern mit einem großen Erfahrungsschatz zur Seite und unterstützen das Vorhaben. Wenn sie auch betonen: „Wir kennen zwar die zeitlichen Abläufe, aber die Arbeit machen die Jungs. Da mischen wir uns nicht ein.“

ITEB
Markus Ebbert (Mitte) nähert sich der Thematik mit einem Papiermodell und präsentiert es seinen Mitstreitern.

Ideenreichtum gefragt
Jeden Donnerstagabend versammeln sich die Teilnehmer im Informatikraum des Gymnasiums. Mittlerweile grübeln sie nicht mehr nur über theoretisches Vorgehen, sondern verleihen ihren Ideen in Form von Modellen Ausdruck. Dafür haben sie sich auf den Weg in den nächsten Baumarkt gemacht, mit Stromleitungsrohren eingedeckt und ein paar Holzreste geschnappt. Zustande kam eine Holzkonstruktion, die ein Rad und den Fahrradrahmen darstellt. In der Radachse sollen zwei weitere Achsen eingefügt werden. Darin befindet sich ein Federkasten mit einer Spiralfeder. Diese muss sowohl mit der inneren als auch mit der äußeren Achse verbunden werden. Zudem müssen die Achsen untereinander verbunden sein und alles zusammen zusätzlich mit dem Rahmen. Dann erst ist es über Achsenwechsel möglich, Energie in das Vorwärtsfahren übertragen zu können. „Zwei rotierende Achsen miteinander zu verbinden, ist ziemlich schwierig. Da müssen wir uns echt etwas einfallen lassen“, erklärt Jan Fellerhoff.

ITEB
Johannes Lange gibt nicht auf und versucht noch einmal, Achsen und Spiralfeder miteinander zu verbinden.

Kampfgeist entfacht
Die beiden Physiklehrer schauen sich das Gebilde genau an, lassen sich erklären, welche Gedanken dafür ausschlaggebend waren und hinterfragen das ein oder andere Detail. Ihre Kommentare aber lassen keinen Zweifel zu. Im Gegenteil: „Wenn nicht wir an unsere Fächer und das Team glauben, wer soll es dann tun?“ Eine Einstellung, die sie sich während der vergangenen vier Wettbewerbe antrainiert haben. „Wir setzen die Schüler nicht unter Druck. Die Schule hat zwar bereits dreimal vordere Ränge belegt und kehrte einmal als Sieger nach Borken zurück. Aber jedes Team muss seine eigenen Erfahrungen machen.“ Frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel – „so abgedroschen das auch klingt“ – lassen sie ihre Jungs also experimentieren. Praktischer kann kein Unterricht sein. Markus Ebbert betont: „Physik macht uns allen Spaß. Aber ein Projekt, das wir alleine verantworten und indem wir unsere Idee verwirklichen können, ist etwas ganz anderes. Die Motivation ist höher, denn natürlich machen wir mit, um zu gewinnen.“

Als MINT-Gymnasium bietet das Remigianum eine Vielzahl von naturwissenschaftlichen Angeboten. ITBE ist bloß eines davon. Mit „Physik im Kindergarten“ sorgen Oberstufenschüler schon bei den Kleinsten für experimentelles Interesse. Die Matheolympiade ist ebenso beliebt wie der Känguruwettbewerb. Viele Erfahrungen also, die dem Borkener Team nun zugute kommen. Bertram: „Auch kleine Erfolge steigern das Selbstbewusstsein. Zu wissen, dass man in der Lage ist, selbst auf Lösungen zu kommen und Ziele zu erreichen, ist eine wichtige Erkenntnis, um nicht bei der kleinsten Hürde das Handtuch zu werfen.“ Hürden gilt es zwar noch zu bewältigen, aber aufgeben? Niemals! „Innovative Technologien bewegen Europa“ weckt nun einmal Kampfgeist.

08.02.2012 | 10:43:13

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