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Projekte

Im Wettlauf mit der Zeit

ITBE bringt Emmericher Realschüler mächtig ins Schwitzen. Trotz Einfallsreichtum und professioneller Unterstützung gestaltet sich das Zeitmanagement als Herausforderung.
Zielstrebig betreten fünf Jungs der Hanse Realschule Emmerich die Lehrwerkstatt des Röstmaschinenproduzenten PROBAT und schauen sich neugierig um. Das Team sucht derzeit nach Möglichkeiten, ein technisches Projekt zu realisieren, um die fachkundige ITBE-Jury zu überzeugen. Das Emmericher Unternehmen bietet tatkräftige Unterstützung, macht jedoch vor allem auf eines aufmerksam: Die Zeit ist knapp. Sehr knapp.
ITEB
Die Grundlage für das ITBE-Projekt der Realschule Emmerich: So könnte später die stromsparende Straßenlaterne aussehen

Stromsparmodus in der Nacht
Es ist das erste Mal, dass die Realschule an dem Wettstreit teilnimmt. Lucas Maiß, Julian Evers, Maik Nibbeling, Matthias Heuer und Simon Wimmers sowie Technik- und Physiklehrer Christian Wimmer hatten vor allem das Bedürfnis, über den Rand des umgebauten Fahrradkellers der Schule hinwegzusehen. Denn dort findet normalerweise der Technikunterricht statt. Für die physikinteressierten Neunt- und Zehntklässler einfach „total unprofessionell“. Dort an dem wichtigen Projekt zu arbeiten: Undenkbar. So suchen sie Hilfe bei den Profis. Lucas Maiß stellte zunächst die Idee des Teams vor: „Wir wollen eine Straßenlaterne umfunktionieren, um sie stromsparender zu machen.“ Bedeutet: Die Jungs statten die Laterne mit Solarzellen aus, die tagsüber Energie aus dem Sonnenlicht speichern, die wiederum am Abend über integrierte Leuchtdioden für Licht sorgt. „Am besten wäre es, wenn unsere Laterne nicht ununterbrochen brennt, sondern über eingebaute Sensoren auf Bewegungen reagiert“, so der 16-Jährige.

ITEB
Das Team der Realschule Emmerich mit Lehrer Christian Wimmer (hinten links) und Marketingarbeiter bei Probat Jens Roelofs (hinten rechts)

Zeitnot
Sowohl Physiklehrer Christian Wimmer als auch Dirk Trüpschuch, Ausbilder bei PROBAT, zeigen sich interessiert an der Idee der Realschüler. Es gibt nur ein Problem: Am 7. Mai finden die Endpräsentationen aller Gruppen statt. Vor großem Publikum, einer strengen Jury und den Konkurrenten. Und alles, was die fünf bisher vorzeigen können, ist ein Ablaufplan und eine Zeichnung, wie das Modell einmal aussehen soll. „Ein Phänomen, wie wir es von unseren Azubis kennen: Der Aufwand eines solchen Projektes wird schlichtweg unterschätzt. Dabei kann es allein Wochen dauern, bis das passende Material geliefert wird“, erklärt Trüpschuch die Zeitnot. Oje, daran haben die Jungs bei der Recherche wirklich nicht gedacht. Doch stecken sie den Kopf jetzt nicht in den Sand, sondern wollen zeigen, dass sie als Realschüler neben Gruppen der gymnasialen Oberstufe und den ausländischen Teilnehmern bestehen können.

Schüler Simon Wimmers darf sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen

Doch da gibt es das nächste Problem: Das Team hat keine Ahnung, welche Teile es sich besorgen muss, denn auch diese Entscheidung scheiterte bisher am unterschiedlichen Wissensstand der Jungs und mangelnder Kommunikation seitens der Firmen, die das Team um Rat bat. Laut Grundkonzept soll die Laterne mit ausrichtbaren Solarzellen bestückt werden. Da die effizient genug sind, denken die Realschüler nicht, dass sie einen Motor brauchen, aber um besonders starkes Licht zu erzeugen, sollen Parabolspiegel (Reflektoren) eingesetzt werden. Simon Wimmers kümmert sich um einen geeigneten Transformator, der die Spannung der LED und Akkus umwandelt. Mono Akkus sorgen mit ihrer hohen Amperezahl für ausreichend lange Brennkraft. „Lithium Polymer Akkus wären besser. Sie sind sehr leicht, aber einfach zu teuer“, haben die Jungs bereits herausgefunden. Die Zustimmung der Fachleute gibt ihnen Recht. „Aber daran sollten sie sich jetzt auch nicht aufhalten. Wichtig ist, dass Akkus, Transformator, Solarzellen da sind und klar wird, welche Dimension das Modell am Ende hat. Dann stehen wir auch sofort bereit und helfen bei der Umsetzung“, verspricht Trüpschuch. Im selben Moment purzeln fünf Steine zu Boden, denn Lucas, Julian, Maik, Simon und Matthias dürfen wieder hoffen.

08.02.2012 | 10:43:13

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