Projekte
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Luftige Nebensache
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Markus Knittel macht sich mit spezieller Software an die Datenerfassung
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„An erster Stelle steht das Abi.“ Hans Pieper und Markus Knittel, Abiturienten am Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium in Mönchengladbach, setzen klare Prioritäten. Ganz oben auf der Liste steht alles, was irgendwie mit dem Ende ihrer schulischen Laufbahn zu tun hat. Neben Prüfungen vor allem Pläne für das Leben nach dem Abitur und langsames Abschiednehmen. Eher nebensächlich gestaltet sich daher die Teilnahme bei ITBE. So vermittelt das Modell, mit dem die beiden arbeiten, auch noch einen entsprechend provisorischen Eindruck. Doch es erfüllt seinen Zweck: Ein Konstrukt, bei dem drei Stangen eine Art Tor bilden, in dem eine Metallplatte frei schwingend aufgehängt ist. Davor stellen die beiden ein Gebläse, das mehr oder weniger starken Wind auf die Platte bläst. Hinter der Platte misst ein Druckmesser den Winddruck, der so eines verdeutlicht: Fahrende Autos verursachen ausreichend Windenergie, und die kann genutzt werden. Möglicherweise um Baustellenlampen zu betreiben und so an anderer Stelle Energie einzusparen. An welcher Stelle allerdings genau die Energie eigentlich erzeugt wird und zum Verbraucher gelangt, bleibt indes noch offen. Doch zumindest die Theorie klingt vielversprechend.
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Hans Pieper berechnet die Fläche der Platte am Modell
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Wettbewerb gesucht
„Mein Onkel warf einmal die Frage in den Raum, ob von Autos verursachter Wind nicht irgendwie weiter verwendet werden kann“, erklärt Hans Pieper die Initialzündung für das Projekt. „Wir fanden die Theorie echt interessant und wollten ihr gerne auf den Grund gehen.“ Anders als bei den Konkurrenzteams des Wettbewerbes ITBE war bei den Mönchengladbachern also die Idee zuerst da. Dazu suchten die Jungs dann den passenden Wettbewerb und „Innovative Ideen ist perfekt, weil es genau unser Thema umfasst“, zeigen sich die Abiturienten begeistert. Jedoch glauben sie nicht, dass die Windenergie ausreicht, um daraus Netzstrom zu erzeugen. „Der Vorteil ist aber, dass die Energie sehr dezentralisiert ist. Also überall, wo Autos fahren, kann Energie gewonnen und sofort verwendet werden“, so Markus Knittel. Der 18-Jährige und sein Teamkollege haben allerdings bisher keine realen Messungen durchführen können, denn es ist verboten, sich an der Autobahn zu postieren. Dazu bedarf es der Genehmigung der Autobahnmeisterei, die bisher aber nicht auf die Anfrage der Jungs reagierte. „Zur Not stellen wir unser Messgerät und die Platte auf einen Parkplatz und fahren selbst daran vorbei. Hauptsache wir haben einen Beleg dafür, dass unser Vorhaben umsetzbar ist.“
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Markus Knittel schließt das Gebläse an, um weitere Messungen vorzunehmen
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Alles wird gut
Regelmäßige Treffen braucht das Team nicht. Da sich nur zwei Schüler am Wettbewerb beteiligen, sprechen sie sich hauptsächlich im privaten Rahmen ab. Auch Physiklehrer Norbert Vens lässt die beiden höchst eigenverantwortlich arbeiten. „Ich bin zwar Ansprechpartner, aber was die Jungs aus der Wettbewerbsteilnahme machen, bleibt ihnen überlassen.“ Die Gelassenheit kommt nicht von ungefähr: Das Gymnasium nimmt regelmäßig an verschiedenen Wettbewerben teil – mitunter auch erfolgreich. Sowohl Lehrer als auch Schüler profitieren so von einer gewissen Erfahrung, die ihnen die Sicherheit gibt: „Am Ende wird alles gut!“ Dafür stehen den Wettbewerbsteilnehmern die Räumlichkeiten und die Physiksammlung zur Verfügung. Neben dem Modell haben sie dort einen PC und Software, die die Messungen direkt graphisch darstellt. „Wir müssen den Druck im nächsten Schritt noch an weiteren Stellen messen, um ausrechnen zu können, wie sich die Energie auf die gesamte Platte auswirkt“, erklärt Hans. Daraufhin folgt die Überlegung, ob es über den Betrieb von Baustellenlampen hinausgeht und die Energie sogar für die Belüftung in Tunneln eingesetzt werden kann. Doch das hat Zeit. Denn an erster Stelle steht immer noch das Abi.





