Projekte
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Im Namen der Ehre
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Manuel Willerscheidt ist überrascht, aus wie vielen Teile ein Toaster besteht
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Es ist der erste Wettbewerb für das Berufskolleg. Dazu einer mit technischem Hintergrund. „Das muss doch zu schaffen sein“, dachten sich Christian Alt, Vincent Busse-Naß, Pascal Elfmann, Patrick Molls, André Plöger, Cengiz Semiz und Manuel Willerscheidt und folgten dem Aufruf ihrer Lehrerin, sich bei ITBE anzumelden. Die Vorfreude am Neusser Berufskolleg für Technik und Informatik (BTI) war groß, und so entwickelte das ausnahmslos männliche Team kurz vor der Auftaktveranstaltung im Dezember 2009 kreative Ideen für eine Energiewandlungskette:
Eine Toilettenpapierrolle rollt eine Rampe hinunter und lässt anschließend die mit Glühdrähten durchwobenen Glimmer-Wände aus dem Inneren eines Toasters wie aneinandergestellte Dominosteine umkippen. Davon angestoßen fällt ein weiterer Gegenstand auf den Deckel eines Wasserkochers, der wiederum anspringt und Wasser erhitzt. Der dabei entstehende Dampf bläst einen Ballon auf. Klare Bilder hatten die 17-Jährigen bereits vor Augen, die leider zunehmend verschwammen.
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Von wegen „Finger weg vom Bügeleisen!“ Nur die direkte Auseinandersetzung mit den Elektrogeräten führt auch zu Lerneffekten.
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Naturwissenschaft und Technik verstehen
Diplomingenieurin und Elektrotechniklehrerin Manuela Kieseier nutzte das Projekt für ihren Differenzierungsunterricht – einem relativ frei gestaltbaren Unterricht in kleinen Gruppen mit wöchentlich zwei Unterrichtsstunden. In dieser Zeit musste sie nun den Balanceakt zwischen selbstständigem Experimentieren und dem Anspruch, die geplanten Unterrichtsziele zu erreichen, meistern. Dazu gehören nicht nur die Fachkenntnisse zum Thema Energie, sondern auch regenerative Energien, Umwelt und Recycling (insbesondere Elektroschrott). Außerdem auf dem Plan: Das Erlernen methodischer und sozialer Fähigkeiten wie Teamarbeit und Projektmanagement. So teilten sich die Jungs zunächst in Kleingruppen auf, recherchierten, gestalteten die Planung in Diagrammen und erstellten die erste Präsentation, suchten zwischen Elektroschrott nach brauchbaren Elektrokleingeräten und nahmen diese auseinander. Die sinnvolle Dokumentation des Ganzen in einer Projektmappe gehörte von Anfang an dazu.
„Zwar ging es auch darum, geeignete Teile für die Kettenreaktion zu finden. Aber zunächst war es mir wichtig, dass die Schüler die Elektrotechnik und mechanischen Funktionen erkennen und verstehen, wie in den Geräten selbst Energie umgewandelt wird“, erklärt Kieseier. Bis dahin auch alles kein Problem. Mit Hammer, Schraubendrehern und Messgeräten gingen die Jungs den Geräten neugierig auf den Grund. „Das war schon überraschend, wie viele Kleinteile in einem Bügeleisen, Radio und Toaster stecken“, erzählt Cengiz und versucht sich erneut einen Überblick über das Wirrwarr auf dem Tisch zu verschaffen. Auch seine Teamkollegen nähern sich vorsichtig den vielen Teilen im Werkraum der Schule. Werkzeuge aller Art, Rolltische, auf denen unterschiedlichste Versuche realisiert werden können, jede Menge Kabel und große Tafeln mit Platz für umfangreiche Formeln prägen das Bild. Doch trotz des vielfältigen Materials stecken die Jungs um Manuela Kieseier noch immer in Phase zwei fest – von Kettenreaktion keine Spur.
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Schulleiter Hans Georg Torkel und Elektrotechniklehrerin Manuela Kieseier sind stolz auf ihr Team: Cengiz Semiz, Pascal Elfmann, Patrick Molls, André Plöger und Christian Alt
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Bis zum Schluss
Warum? Mitten in der Experimentierphase stand im Februar für alle Schüler des Elektrotechnikkurses ein zweimonatiges Praktikum an. Dazu gesellten sich im Anschluss zwei Wochen Ferien. Hinzu kam, dass der Kurs ohnehin erst verspätet im November 2009 mit dem Projekt hatte starten können. Lange raus aus dem Geschehen und die Gewissheit, dass man diese Zeit nicht aufgeholt kann: Das hinterlässt Spuren. „Die Auswirkung einer derart langen Ausfallzeit haben wir unterschätzt. Schon die Winterpause hatte anschließend einen Motivationsschub nötig“, gesteht Kieseier. Und da war sie eben plötzlich weg, die Motivation. „Das Team wollte sich schon abmelden, hatte keine Lust mehr auf den Abschluss in Oberhausen, und irgendwie zeigten die Jungs kein rechtes Interesse mehr“, erzählt die Ingenieurin.
Ursprünglich sollte die Teilnahme am Wettbewerb ja genau das Gegenteil bewirken. Für die Schüler ein Rückschlag, für Lehrerin Manuela Kieseier aber eine besondere Herausforderung: „Auch das sind Lerninhalte: Hat man sich einmal für ein Projekt oder Auftrag entschieden, kann man nicht mittendrin abbrechen, weil aufkommende Hindernisse den Weg erschweren. Es gibt immer und überall Projekte, die eben erst später fertig werden. Auch das nehmen wir als Lerneffekt mit.“ Deswegen kommt das Team trotzdem nach Oberhausen zur Abschlussveranstaltung. Zwar ohne Modell, aber mit einem Versprechen: „Wir haben ITBE als Teil des Unterrichtes begonnen und führen das Projekt auch nach dem offiziellen Abschluss im Mai bis zu den Sommerferien zu Ende.“ Eine ehrwürdige Einstellung, die ihre besondere Aufmerksamkeit verdient.







