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© ITBE
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Fehler machen klug
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Florent probiert vorsichtig aus, ob der Stirling auch funktioniert
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Sie haben die wohl längste Anreise, wenn es darum geht, am 7. Mai die Jury von ihren Ergebnissen zu überzeugen. Den weiten Weg aus Lyon nimmt das französische ITBE-Team jedoch gerne auf sich, denn es wird seine erste Reise nach Oberhausen sein. Damit sich der Aufwand lohnt, arbeiteten sie bereits über 150 Stunden an ihrem Modell, wenngleich sich Chemie- und Physiklehrer Dr. Sven Hoffmann etwas mehr Enthusiasmus gewünscht hätte, wie er zugibt: „Die Zusammenarbeit verläuft irgendwie schleppend. Ich habe den Eindruck, die Schüler sind gehemmt, was das Experimentieren und die praktische Umsetzung betrifft.“ Doch der Deutsche ist nachsichtig, denn „die Schultage in Frankreich sind sehr lang. Sich danach noch zu motivieren ist wirklich schwierig.“
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Umgeben von Stirlingmotor, Fahrzeugbasis und Parabolspiegel fühlt sich Philip sichtlich wohl
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Jedem, was ihm gefällt
Erst eine Woche vor der Auftaktveranstaltung fanden sich Mathis Blanchard, Vincent Carret, Mathieu Compagnon, Philip Gorter de Vries, Bartosz Hincman und Florent Savine als Team zusammen. Die Zehntklässler der Cité Scolaire Internationale de Lyon müssen sich seitdem immer wieder aufraffen, ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Theorie war schnell abgeschlossen: Eine Energiewandlungskette sollte es sein. Nur so glauben die Jungs, Nutzen und Originalität bestens vereinen zu können. Das geschieht in Form eines emissionsfrei angetriebenen Fahrzeuges, das die Strahlungsenergie der Sonne über Sonnenkollektoren zunächst in thermische Energie wandelt, die wiederum einen Stirlingmotor antreibt. Über diesen kommt das Fahrzeug schließlich ins Rollen. Jeder Schüler bearbeitet eine seinen Interessen entsprechende Aufgabe. Philip ist für die Konstruktion eines lenkbaren Chassis zuständig. Das Bocholter Partnerunternehmen Grunewald hilft bei der Konstruktion zweier parabolisch-zylindrischer Kollektorspiegel, die das Team auf den Rahmen installiert. „Ein Motor richtet den Spiegel immer der Sonne zu. Nur so ist das Modell wirklich effizient“, erklärt Hoffmann. Das allerdings gestaltet sich in der Umsetzung recht kompliziert, weswegen die Franzosen auf professionelle Hilfe setzen.
Ein Physiker des Instituts Laue-Langevin in Grenoble schaut den Nachwuchstechnikern immer wieder über die Schulter und hilft, eine elektronische Steuerung der Kollektoren aufzubauen. Florent kümmert sich derweil um den Bau und den Test des Stirlingmotors. „Ich habe gute Kontakte zu einem Modellbauverein. Der hilft mir, wenn ich selbst nicht weiter weiß“, verrät der 16-Jährige. Doch auch Mathis, Bartosz und Vincent haben sich für jeweils ein Aufgabengebiet entschieden und kümmern sich um Fahrzeugdesign, Rohrverbindungen, durch die das Konstrukt mit dem Stirling verbunden wird, und die Projektdokumentation. So demonstriert das Team die Umwandlung von Solar- in thermische Energie und abschließend in mechanische.
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Physiklehrer Sven Hoffmann hilft seinen Jungs wann immer er kann
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Wenig Identifizierung
Theorie top, Realisierung flop? In Frankreich herrscht ein komplett anderes Schulsystem als wir es in Deutschland kennen. Täglich endet der Unterricht erst am Nachmittag, große Entfernungen zwischen den Wohnorten der Schüler erschweren die Wettbewerbsteilnahme zusätzlich. Regelmäßige Treffen nach Unterrichtsschluss sind praktisch unmöglich. Und: In der Schule fehlt ein Werkraum und professionelles Werkzeug, weswegen die Teilnehmer häufig daheim für sich alleine arbeiten. „Teamwork sieht eigentlich anders aus“, ist sich Hoffmann der ungünstigen Situation bewusst. „Die Ideen in die Praxis umzusetzen, gestaltet sich als echte Herausforderung.“
Doch Hoffmann nutzt diese Erfahrungen und schmiedete bereits Pläne, die für mehr Motivation und besseres Teamwork während des nächsten Wettbewerbes sorgen: Aufgrund des späten Einstiegs war es den Franzosen nicht möglich, am Kick-off-Meeting teilzunehmen. Die Schüler wissen also bisher gar nicht, mit wem sie um den ersten Platz kämpfen. Ein Fehler, wie Hoffmann meint. Für eine bessere Identifizierung mit dem Projekt möchte er die Schüler außerdem von Anfang an in alle Prozesse, auch die administrativen, einbeziehen. Anmeldung, Absprachen mit Fachpersonen und Institutionen sollen die Schüler mit bewältigen. Sven Hoffmann: „Aus Fehlern kann man lernen. Das machen wir und deswegen bin ich sicher, dass es trotz einiger Schwierigkeiten wieder eine Wettbewerbsteilnahme geben wird. Außerdem ist noch gar nichts entschieden.“


