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ExpertenCHAT
think ING.- ExpertenCHAT zum Thema Erfolg nur mit Ellenbogen und Ehrgeiz? Frauen im Ingenieurberuf am Dienstag, 20. April 2010
Herzlich Willkommen im think ING.-ExpertenCHAT.

Zum Einstieg in die Woche des Girls’Day 2010 befasst sich think ING. heute mit einem Chat zum Thema Frauen im Ingenieurberuf.

Noch immer ist die Ingenieurwelt eine von Männern dominierte. Doch Frauen steigen nach und nach ebenfalls in diese vielversprechende Branche ein. Welche Initiativen unterstützen junge Frauen in welcher Lebensphase, wo können sie sich informieren und wie viel Ellenbogeneinsatz ist wirklich gefragt? Die Expertinnen Dipl.-Ing. Clara Ringel, Ulrike Schmidt und Saskia Wolter, Projektleiterinnen im Förderungsbereich, geben Informationen über unterstützende Möglichkeiten für den Weg in die Welt der Technik. Schließlich bietet die große Auswahl an Fachrichtungen Spielraum für viele Interessensgebiete.

Dies ist ein moderierter Chat, think ING. behält sich vor, Fragen auszuwählen, zu verändern und zu veröffentlichen.

SWolter: Hallo erst mal aus Berlin und herzlich willkommen. Ich freue mich auf eine interessante Chatrunde mit der Expertin aus Köln und aus Bielefeld!

USchmidt: Hallo jetzt auch von mir bzw. LizzyNet aus Köln.

CRingel: Auch von mir ein herzliches hallo aus Bielefeld.

SWolter: Ich stelle mich auf diesem Weg noch einmal vor: Ich bin bei THINK ING verantwortlich für den Bereich der Mädchenförderung - auf www.girls-ing.de werden eine Vielzahl von Informationen zum Ingenieurstudium angeboten, insbesondere für angehende Ingenieurinnen.

Moderator: Liebe Teilnehmer, herzlich willkommen zum think ING. ExpertenCHAT. Wir eröffnen nun die nächste Chatrunde. Ganz herzlich begrüßen wir heute unsere Expertinnen Dipl.-Ing. Clara Ringel, Ulrike Schmidt, Projektmanagerin bei der Internet-Community für Mädchen LizzyNet (www.lizzynet.de), und Saskia Wolter, Leiterin der Koordinierungsstelle GIRLS ING. (www.girls-ing.de).

annalena: Gibt es Studiengänge nur für Frauen?

CRingel: Meines Wissens nicht. Aber es gibt inzwischen an vielen Hochschulen spezielle Förderungen nur für Frauen, wie zum Beispiel Tutorien.

SWolter: Ja, zum Beispiel an der FH Wilhelmshaven wird der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen nur für Frauen angeboten. Auch die FH Stralsund bietet etwas nur für Frauen an. Siemens bietet den Bachelor of Engineering in Electronic Systems nur für Frauen an. Auftakt ist der Girls´Day.

USchmidt: Doch es gibt Studiengänge für Frauen z. B. an der Uni Furtwangen.

Moderator: Eine Liste dazu gibt es auch hier:
engelchen: Was macht Lizzynet für Frauen, Berufswahl und so?

USchmidt: LizzyNet bietet vielen Informationen rund um Berufe, aus Sicht der Frauen: LizzyNet Berufswelt, Rubrik „Nachgefragt im Job“, interessant: Frauen berichten aus einer persönlichen Perspektive. Es gibt in der Berufswelt die Rubrik nachgefragt im Job: Wirtschaftsinformatikerin, Studentin der Elektrotechnik, Meeresbiologin, etc. …
USchmidt: Tipps für die Entscheidungsfindung Ingenieurstudium ja oder nein, gibt es auch hier:
engineer: Hallo Frau Ringel, Sie sind ja Ingenieurin. Was haben Sie eigentlich studiert und wie kamen Sie an der Hochschule zurecht? Hatten Sie Vorbilder?

CRingel: Ich habe an der Fachhochschule in Bielefeld studiert, und zwar Elektrotechnik mit dem Studienschwerpunkt Regenerative Energien. Vorbilder hatte ich speziell keine, sondern der Studiengang an sich hat mich interessiert. Das Studium selber ist bei mir speziell sehr gut gelaufen, die Integration (Studienkollegen und Professoren) lief gut.

Jenny: Wenn ich höre, was für gute Berufsaussichten man mit Mathe, Informatik etc. hat, würde ich auch gerne sowas studieren. Aber ich habe in diesen Fächern eher schlechte Noten - drei, vier - Wie kann ich trotzdem von den guten Perspektiven in diesem Bereich profitieren??

SWolter: Übrigens: Es gibt einen kostenlosen Eignungstest, der 40 Fragen aus dem Bereich Mathematik, Technik und naturwissenschaftliche Begabung umfasst, dieser beurteilt, ob du für das Ingenieurstudium geeignet bist: www.think-ing.de > Die Qualifikationen > Eignungstest

USchmidt: Ein gewisses Interesse für Mathe und Technik sollte man schon mitbringen, aber Schulnoten spielen nicht unbedingt eine Rolle. Ein guter Freund von mir hatte ähnliche Schulnoten und ist heute ein sehr erfolgreicher und gefragter Ingenieur.

CRingel: Generell gilt: Die Schulnoten sind das eine. Ich bin jedoch der Meinung, wenn man sich für einen Studiengang wirklich interessiert, dann sollte man auch in den Bereich rein.

Chiara: An welcher Uni gibt es besondere Angebote für Studentinnen? ... oder ist das nicht auf Unis speziell bezogen?

SWolter: Mädchen sollte sich in diesem Fall einfach mehr zutrauen, sie sind in diesem Bereich deutlich weniger selbstbewusst als Jungen, die sich von weniger guten Noten nicht abschrecken lassen.

USchmidt: Es gibt sogenannte Schnuppertage speziell auch für Mädchen an den Hochschulen, die sollte man sich ruhig mal anschauen.

SWolter: Zum Beispiel: Try it! Die Technik-Workshops der Femtec GmbH geben einen umfassenden Einblick in das Studium der Ingenieur- und Naturwissenschaften und vermitteln eine Vorstellung von den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten. Der nächste Workshop findet wieder im Juni statt.

USchmidt: Ein paar Berichte zu den Schnupperunis findest du:
Kathryn: Woher kommt es denn eigentlich, dass sich Mädchen meistens NICHT für technische Studiengänge und Technik im Allgemeinen interessieren?

USchmidt: Ja, das frage ich mich manchmal auch, bis zur Pubertät haben Mädchen sehr viel Interesse an Technik, Mathe, Physik und dann kommt ein Bruch.

CRingel: Ich denke, dass das leider oft schon in der Schule anfängt. Es wird den Mädchen oft vermittelt, dass sie kein Mathe können müssen. Und damit sinkt dann auch das Interesse.

SWolter: Da gibt es ein Sammelsurium an Gründen und Erklärungsansätzen: Sie interessieren sich schon, aber für sie muss Technik Sinn machen - sie interessieren sich selten für die reine Technik und stellen sich die Frage: Wozu ist das gut? Der konkrete Anwendungsbezug muss absolut klar sein.

USchmidt: Aber selbst wenn die Mädchen in den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fächern sehr begabt sind, ergreifen sie weniger häufig einen Beruf in dieser Richtung. Da ist noch viel zu tun.

Nina: @Frau Ringel: Sind Sie an der Hochschule oder im Beruf auf Vorurteile gegenüber Frauen gestoßen? Was haben Sie für Tipps, wie man mit solchen am besten Situationen umgeht?

CRingel: Das ist ganz einfach: Einfach natürlich damit umgehen!

CRingel: Natürlich gibt es immer wieder Vorurteile, denen kann man aber mit Wissen vorbeugen. Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich im Studium, sowie im Beruf sehr positiv aufgenommen wurde. Und wenn man wirklich mal etwas nicht weiß (soll ja speziell am Anfang des Berufslebens vorkommen) so sollte man dazu stehen.

Eyjafjallajökull: Wie kann ich herausfinden, welche Fachrichtung mir besonders liegt?

USchmidt: Ich empfehle noch mal die Schnupperstudientage an den Unis, da bekommt man einen guten Einblick in verschiedenen Fachrichtungen, den Studienalltag und auch noch das Berufsfeld nach dem Studium.

SWolter: Ich denke, es ist auch wichtig nicht nur zu schauen, ob einem die Fachrichtung liegt, sondern auch was einen besonders interessiert! Es gibt ja 2500 ingenieurwissenschaftliche Studiengänge mit unterschiedlichsten Fachgebieten...

CRingel: Beim Arbeitsamt bekommt man darüber hinaus auch immer noch ein Buch mit allen Studiengängen, die noch kurz beschrieben sind, ansonsten kann ich mich da nur Frau Schmidt und Frau Wolter anschließen.

USchmidt: Auf jeden Fall lohnt es sich Ingenieurswissenschaften zu studieren, denn aufgrund des demographischen Wandels, wird es gerade dort in nächster Zeit Nachwuchsmangel geben und dann sind die Frauen dran ;-)

yellow: Ich studiere Energietechnik - als eine der wenigen Frauen. Gibt es eine Initiative, wo man sich mit anderen Studentinnen austauschen kann?

SWolter: Ich empfehle das Forum Mentoring – eine Dachorganisation aller Mentoring-Programme, die bundesweit an Hochschulen angeboten werden. Hier kannst du gezielt nach Programmen für Schülerinnen in deiner Region suchen und dich mit Studentinnen austauschen:
USchmidt: und
CRingel: Im VDI gibt es Initiativen.

Tate: Ich möchte auf jeden Fall in die technische Richtung gehen (Verbundstudium Richtung Maschinenbau oder Mechatronische Systeme/Elektrotechnik), möchte aber auf jeden Fall eine Familie mit Kindern haben. So ist meine Frage, wie ich später Familie und Arbeit unter einen Hut bekommen kann, wie sieht es mit Halbtagsstellen und Erziehungspausen aus? Ich habe schon oft gehört, dass es gerade für Frauen in der freien Wirtschaft schwer ist wieder einzusteigen (zum Beispiel nach Schwangerschaften). Wie sieht das aus?

CRingel: Ich kann da nur für das Unternehmen sprechen, in dem ich derzeit angestellt bin: Hier gibt es zum Beispiel Kindergartenplätze für unter dreijährige! Und das ist inzwischen kein Einzelfall. Desweiteren gibt es sicher auch öfter die Möglichkeit eines Homeoffice.

SWolter: Das stimmt: Laut einer Umfrage des VDI aus dem letzten Jahr unter 500 Ingenieurinnen sind nur 7 % der Meinung, dass sich der Ingenieurberuf gut mit einer Familie vereinbaren lässt, weil die Teilzeitmöglichkeiten rar sind. Da muss sich noch einiges tun...

USchmidt: stimmt, beim VDI, Verein deutscher Ingenieure, gibt es aktuell das Projekt „MINT Role Models“
USchmidt: @tate, die genannten Probleme gibt es - da sollte man nicht die Augen verschließen, aber man kann sich ja die Betriebe genauer ansehen und dann den familienfreundlichen Betrieb aussuchen, dann ziehen vielleicht die anderen Betriebe nach ;-)

abi09: @Frau Ringel: haben Sie manchmal das Gefühl, mehr leisten zu müssen als ihre männlichen Kollegen um Respekt zu erhalten??

CRingel: Das ist ganz sicher so. Das hängt aber sicher auch mit meinem Alter zusammen. Wenn man jedoch mit Wissen dann überzeugen kann, ist es sicherlich so, dass man sich auf der Gegenseite ein großes Vertrauen erarbeitet hat!

Tate: Wie sehen Sie denn die Chancen, dass sich da in den nächsten 5-10 Jahren einiges tut?

CRingel: Ich denke durch die gesamten Initiativen wird das für die Zukunft besser! Das hoffe ich zumindest!

USchmidt: Laut einer neuen Studie von VDI und IW waren im Krisenjahr 2009: 34.000 Ingenieurstellen unbesetzt, das verspricht schon gute Chancen

SWolter: @ tate: Die guten Arbeitsmarktchancen werden die jungen Frauen ansprechen: Die Absolventen der ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen gehören zu der Gruppe, die am besten verdient. Und jetzt sorgen die Studienanfängerinnen für deutlichen Zuwachs, seit 2007 ist wieder ein Anstieg verzeichnen. Die Ingenieurwissenschaften sind ausschlaggebend. Es gibt eine Steigerungsrate von 13 Prozent.

USchmidt: Ferner gibt es verschiedene Förderprogramme die jetzt gerade Projekte fördern, die die Gleichstellung von Frauen in den Betrieben fördern. Also hat man die Probleme doch erkannt.

Elisabeth: Ich habe das Gefühl, dass man als Mädchen bei Berufsberatungen etc. nicht gerade für Ingenieurwissenschaften begeistert wird. Wieso wird da so wenig getan, wenn es doch so wichtig ist?

CRingel: Das ist das oben genannte Problem: Mädchen können kein Mathe! Das ist leider in zu vielen Köpfen fest verankert!

SWolter: @ Elisabeth, immerhin gibt die Bundesagentur für Arbeit jetzt ein Magazin heraus, dass sich insbesondere an Mädchen wendet, die sich für Technik interessieren. Abi >> dein Weg in Studium und Beruf, diesen Monat der Schwerpunkt "abi female"

CRingel: Da gilt jedoch: Nicht auf solche Leute hören, und das studieren, was einen wirklich interessiert, und es damit allen zeigen!

Ingeneuse: Es gibt jetzt schon so viele Initiativen für Mädchen. Ist das nicht langsam ungerecht?

SWolter: Es gibt auch Projekte, die sich an Jungen wenden: ein Projekt des Bundesfamilienministerium und der EU
CRingel: Es gibt auch allgemeine Initiativen. Hier in Bielefeld: Die Bielefelder Ingenieur Offensive (kurz Bingo)

Moderator: Hier kommt die letzte Frage für heute:

Tate: Gibt es Organisationen die Mädchen in Form von Stipendien unterstützen?

CRingel: Ich kenne keine, aber die wird es sicher geben!

USchmidt: Es gibt verschiedene Stiftungen. Da muss ich aber selbst noch mal googeln.

SWolter: Ja, da bietet komm, mach MINT - der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen eine tolle Linkliste an:
SWolter: Es gibt Stipendien speziell für den MINT-Bereich oder für alle anderen Fachrichtungen...

Moderator: Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das war’s für heute.

Moderator: Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme an unserem Live-Chat. Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei den drei Expertinnen Dipl.-Ing. Clara Ringel, Ulrike Schmidt und Saskia Wolter. Weitere Fragen können auch gerne im think ING. FORUM gestellt werden.
Der gesamte Chat wird dokumentiert und bleibt auf der Website jederzeit abrufbar.

USchmidt: Ja, dann danke an alle.

SWolter: Herzlichen Dank und alles Gute für die Zukunft!

Moderator: Über die nächste Chat-Runde informieren wir Sie über die Website www.think-ing.de und über den Newsletter.

CRingel: Ich bedanke mich auch für das rege Interesse!

USchmidt: Alles klar, dann bis zum nächsten Mal und besonders herzliche Grüße nach Bielefeld und Berlin.

18.05.2013 | 15:10:57

Maschinenbauingenieur/in • Maschinenbau

Thema: Tragvorrichtung für große Lasten/kleine Aufnahmepunkte

Text: Hallo zusammen, Zuerst ein paar Fakten: Wir (4 Maschinenbaustudenten) müssen im Rahmen einer konstruktiven Projektarbeit eine Vorrichtung bauen, bei...

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