Wie wichtig ist Physik im Ingenieurstudium?
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© photocase / kallejipp
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Unser RecherchING.-Auftrag:
"Ich habe nach der 11. Klasse Physik abgewählt, es hat mir nie wirklich Spaß gemacht. Allerdings ist Mathe eines meiner Lieblingsfächer. Oft wird geschrieben, dass Schulphysik bzw. Schulmathe nicht mit Mathe bzw. Physik im Studium zu vergleichen ist.
Kann ich trotz der Schwäche in Physik mit einem Ingenieurstudium (Bauingenieurwesen oder Maschinenbau) anfangen?"
Denn essentiell für ein entsprechendes Studium ist die Mathematik. Sollte man daran Spaß haben, können fehlende Physikkenntnisse in Vorkursen vor Studienbeginn und mit etwas Disziplin auch während des Studiums nachgeholt werden, sind sich Experten und Facebook-User einig.
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Prof. Dr. Wilfried Adami
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Expertenmeinung Prof. Dr. Wilfried Adami
Prof. Dr. Wilfried Adami unterrichtet in den Studiengängen "Angewandte Automatisierungstechnik" und "Wirtschaftsingenieur" an der Leuphana-Universität in Lüneburg. Seine Antwort auf die Frage "Wie wichtig ist Physik im Ingenieurstudium?" lautet:
"Natürlich ist ein Technik-Studium auch unter diesen Voraussetzungen möglich, allerdings müssen Sie für sich selbst die Frage beantworten, ob es Ihnen Spaß machen wird, sich mit Dingen zu befassen, die Sie in der Schulzeit offensichtlich gemieden haben. Natürlich gibt es in der späteren Berufsausrichtung für Ingenieure Bereiche, die mit Physik wenig zu tun haben, der Weg dorthin führt aber auf jeden Fall über die Physik und diese benötigt und
beinhaltet nun mal auch die Schulphysik. Aber natürlich gilt: Man kann alles lernen, wenn man es denn will."
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Mehr Praxisbezug: "Physik kommt nur im Grundstudium vor und dann wird auch nur alles wiederholt. Je nachdem, was man vertieft, braucht man es dann mehr oder weniger, aber ich kann sagen, dass es viel interessanter ist, weil es Praxisbezug hat und nicht nur Theorie ist. Ich fand Physik im Studium jedenfalls nicht mehr so schlimm wie in der Schule", so die Meinung einer Bauingenieurin. Sie wählte ebenfalls Physik nach der 11. Klasse ab.
Schnupperuni besuchen: "Eine Vorlesung an der entsprechenden Wunschuni zu besuchen - das ist ohne Anmeldung möglich. So kann ein erster unverbindlicher Eindruck entstehen", schlägt eine Facebook-Nutzerin und Mathe-Studentin vor.
Das Studium motiviert: Ein anderer Facebook-User sagt: "Jeder kann Ingenieur werden, der Interesse an technischen Zusammenhängen hat und wissen will, wie die Welt funktioniert. Nur, weil man in Mathe oder Physik in der Schule Defizite hat, heißt das nicht, dass man kein Ingenieur werden kann. (Ich rede jetzt nicht von den Noten und Zulassungsvoraussetzungen - das muss natürlich stimmen). Im Grundstudium werden zwar mathematische Fähigkeiten abverlangt (Differentialgleichungen, Technische Mechanik, Mathe Grundlagen), man ist aber anders motiviert und hat auch eine gewisse Gruppendynamik mit anderen Studenten. Jeder weiß etwas anderes und das macht gerade das Studium aus."
Spaß am Studium: Der Deutsche Ingenieurinnenbund e.V. (dib) ist folgender Meinung: "Spaß an der Sache (dem Studienziel) ist immer das Wichtigste. Das hilft, aus so mancher Motivationpausen zu kommen. Und vielleicht ist es besser ein Fach ganz abzuwählen und dann mit neuer Motivation dran zu gehen. Denn Mathe/Physik sind auch im Ingenieurstudium unvermeidbar. Die Fächer werden aber ganz anders serviert. Ausprobieren, reinschnuppern und sich auch mal an einer Uni umschauen", heißt daher die Devise des dib.

