Vorbereitung auf ein Ingenieurstudium
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© photocase / kallejipp
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Unser RecherchING.-Auftrag:
„Ich bin Abiturient und interessiere mich sehr für Mathematik und Physik. Im Moment denke ich darüber nach, ein Ingenieurstudium zu beginnen. Allerdings frage ich mich, welche Möglichkeiten es gibt, sich auf ein solches Studium vorzubereiten. Gibt es spezielle Veranstaltungen, die man besuchen kann oder Gruppen in denen man arbeiten oder sich informieren kann?“
Generell ist es für alle Fachrichtungen sehr sinnvoll, sich schon vor Beginn des Studiums mit möglichen Inhalten auseinanderzusetzen. Die Art der Vorbereitung hängt immer davon ab, wie viel Zeit man investieren möchte oder kann. Einerseits kann es sehr hilfreich sein, im Rahmen eines Praktikums bereits erste Kenntnisse zu sammeln und die möglichen Arbeitsgebiete näher kennenzulernen. Dafür bietet sich beispielsweise der Zeitraum zwischen Abiturprüfung und Semesterbeginn an. Selbstverständlich gibt es aber auch viele Möglichkeiten der theoretischen Vorbereitung.
Die Vorkurse der Hochschulen
Eine besonders wichtige Rolle spielen die sogenannten Vorkurse, die fast alle Hochschulen vor Beginn der Vorlesungszeit für alle Erstsemester anbieten, um ihr Abiturwissen aufzufrischen, letzte Wissenslücken zu schließen und sie bestmöglich auf das Studium vorzubereiten. Diese Vorkurse werden hauptsächlich in Mathematik angeboten und laufen meist über mehrere Wochen als eine Kombination aus Vorlesung und Übungsseminaren.
Für diejenigen, die zeitlich eingeschränkt sind oder noch nicht an den Ort der Universität gezogen sind, gibt es mittlerweile sogar Online-Studienvorbereitungen, die ähnlich wie die Vorkurse an den Unis aufgebaut sind, allerdings unabhängig von Zeit und Ort über eine Internetplattform stattfinden.
Alle nötigen Informationen sind auf den jeweiligen Internetseiten der Hochschulen zu finden.
Vorbereitung schon vor dem Abitur
Wer besonders früh mit der Vorbereitung beginnen möchte, kann bereits vor dem Abitur an Projekten wie einer Sommeruniversität oder einem Schnupperstudium teilnehmen, die immer mehr Hochschulen anbieten. Für sehr leistungsstarke Schüler gibt es mittlerweile sogenannte Schülerunis, die meist in Kooperation mit den Schulen arbeiten und den Schülern ermöglichen, schon parallel zur Schule Studienveranstaltungen zu besuchen.
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© RWTH Aachen
Dipl. Wirt-Ing. Claus Lütke
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Expertenmeinung Dipl. Wirt-Ing. Claus Lütke
Dipl. Wirt-Ing. Claus Lütke ist Fakultätsassistent an der Fakultät für Maschinenwesen an der RWTH Aachen.
Ich würde Praktika empfehlen, damit die Abiturienten schon einmal einen Eindruck vom alltäglichen Ingenieurshandwerk bekommen können. Dies ist meiner Meinung nach sehr wichtig, da die besten Mathematik- und Physikkenntnisse nicht viel helfen, wenn die Zusammenhänge unbekannt sind.
Praktika können den Abiturienten die grundlegende Denkweise eines Ingenieurs und die gängigen Bauteile und Mechanismen näher bringen. Auf diese Weise kann der Einstieg ins Studium erleichtert werden, da man das ein oder andere schon gesehen hat.
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Expertenmeinung Prof. Wolfgang Elmendorf
Prof. Wolfgang Elmendorf unterrichtet an der HS Heilbronn an der Fakultät für Technik 1, Mechanik und Elektronik im Studiengang Maschinenbau.
Zu den Veranstaltungen zur Information gehören (neben think ING.) natürlich auch allgemeine Studieninformationstage, Tage der offenen Tür oder - wie hier bei uns in BW in KW 23 abgelaufen - "Studieren probieren". In der zweiten Woche der Schulpfingstferien waren interessierte Schülerinnen und Schüler in unseren Vorlesungen zu Gast, um sich einen kleinen Eindruck vom Hochschulalltag zu verschaffen.
Darüber hinaus kann ich jedem Studieninteressenten empfehlen, sich an den Studiengangleiter zu wenden (für MB in Heilbronn wäre ich das) und dort zu fragen und sich zu erkundigen. Wir haben regelmäßig Interessenten, die dann z.B. die Labore kennenlernen oder auch in Lehrveranstaltungen hineinschnuppern.
Zum Vorbereiten sind - neben der allgemeinen Auseinandersetzung mit Mathe und Physik - zu einem Zeitpunkt kurz vor Beginn der Vorlesungen eventuell angebotene Brückenkurse zu erwähnen. Weiterhin natürlich das Praktikum! Um sich ein näheres Bild vom späteren Beruf zu machen, sollte man versuchen, in einschlägige Firmen, Ingenieurbüros etc. zu einem kurzen Praktikum hineinzukommen. Je nach Studienordnung sind Vorpraktika ja sogar zwingend erforderlich (bei uns in MB z.B. 12 Wochen). Diese können aber auch (teilweise) nach Beginn des Studiums absolviert werden.

