» weitere Meldungen
» weitere TV-Hinweise
» THINK ING. kompakt

Jeden Monat neue Infos

kompakt informiert über Ingenieurstudium und -beruf. Stöbern in der neuen Ausgabe oder im Archiv ...

» mehr
» Die Kommilitonen

Sonderfolge 4.20: Das 4. Semester in acht Minuten

Video

Das aktuelle Video im Großformat und alle weiteren Folgen finden sich im Podcast-Blog.

» zum Video-Podcast
» Materialbestellung

Informationsbroschüren

Ingenieur- Studiengänge eröffnen viele Perspektiven. Wie? THINK ING. Info-Material zeigt den Weg ...

» mehr
» THINK ING. Shop

Mathe-Kunst-Kalender 2010

Den Mathe-Kunst-Kalender 2010 gibt es jetzt zum Sonderpreis von 15,95€ zzgl. Versandkosten im Online-Shop!

» mehr

Zum Think-Ing. Forum

RSS-Feed abonnieren

Diese Seite drucken

THINK ING. kompakt
Interview
Position:

Unternehmen:

Branche:

Ort:
Stv. Pressesprecher und Fachabteilung

KfW Bankengruppe

Bank

Frankfurt
Zukunft finanzieren
Alexander Mohanty, stellvertretender Pressesprecher der KfW Bankengruppe, hat gemeinsam mit Kollegen der Fachabteilung Stellung genommen zum Thema Studienfinanzierung.


Welche Philosophie steckt hinter dem „KfW-Studienkredit“?

Bildung ist längst zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland gewinnt die Ausbildung junger Menschen zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Wandels von der Industrie- zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und der demographischen Entwicklung. Umso wichtiger ist es, dass jeder – unabhängig von seinem sozialen Umfeld – eine seiner Leistungsfähigkeit und seinen Neigungen entsprechende Ausbildung genießen kann. Soziale oder finanzielle Barrieren im Bildungssystem sind nicht nur aus gesellschaftspolitischer Sicht bedenklich, sondern auch in hohem Maße ineffizient, bedeuten sie doch eine Verschwendung von Humanressourcen. Die KfW als Förderbank mit gesetzlichem Auftrag zur Bildungsfinanzierung hat deshalb Handlungsbedarf gesehen: Ein Studium darf nicht an Finanzierungshürden scheitern.


Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat ein Studium?

Ein Studium ist in aller Regel eine Investition, die sich langfristig lohnt. Denn zwischen dem Bildungsstand und dem Erfolg am Arbeitsmarkt besteht ein zunehmend enger werdender Zusammenhang, wie die OECD-Studie „Education at a Glance 2005“ belegt: Zum einen erzielen Akademiker während ihres Berufslebens höhere Einkommen als Nicht-Akademiker. Zum anderen nimmt das Risiko arbeitslos zu werden mit geringerem Bildungsstand deutlich zu (dies in Deutschland wesentlich stärker als im OECD-Durchschnitt). Die OECD-Studie zeigt aber auch, dass es derzeit in Deutschland nur 36% Studienanfänger eines Jahrgangs gibt, im OECD-Schnitt aber 53%.


Inwieweit beeinflusst meine Herkunft meinen Bildungsweg?

Unser Hochschulsystem ist in hohem Maße sozial selektiv, Bildung ist in Deutschland zum großen Teil erblich. Die soziale Herkunft spielt im Hinblick auf die Hochschulbildung nach wie vor eine entscheidende Rolle und beeinflusst die Berufsaussichten junger Menschen erheblich. Die Zusammensetzung der deutschen Studierendenschaft ist massiv zu Lasten sozial schwächerer Gruppen verzerrt: Im Jahre 2003 stammten über 60 % der Studierenden aus hohen oder gehobenen Herkunftsgruppen, und lediglich 12 % aus niedrigen. Die Finanzierung der Studierenden erfolgt heute im Wesentlichen über die Eltern (ca. 89%), das Jobben (ca. 63%) und das BAföG (ca. 25%). Die im internationalen Vergleich langen Studienzeiten erklären sich auch aus der Notwendigkeit heraus, dass viele Studierende Jobben müssen, um sich ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise zu verdienen. Die hohe Studienabbrecherquote, die in Deutschland zu verzeichnen ist, ist ein weiterer Ausdruck für eine fehlende gesicherte Finanzierungsbasis für die Studierenden. Insgesamt ist die Gruppe, deren Eltern ein Einkommen knapp oberhalb der maßgeblichen BAföG-Einkommensgrenzen beziehen, am härtesten betroffen, da die Eltern wenig beisteuern können, eine BAföG-Berechtigung jedoch nicht vorliegt.


Seit wann gibt es diesen Kredit?

Die KfW Förderbank hat den KfW-Studienkredit im April 2006 eingeführt. Ein Jahr nach dem Start finanzierten bundesweit mehr als 23.000 Studierende in Deutschland ihr Studium mit Hilfe dieses neuen Programms. Die breite Inanspruchnahme unseres Studienkredits zeigt eindeutig, dass viele Studierende eine zusätzliche Eltern- und BAföG-unabhängige Quelle für die Finanzierung ihrer Lebenshaltungskosten benötigen. Der Studienkredit steht Studierenden nun als Angebot zur Verfügung, von dem sehr flexibel - auch bezogen auf einzelne Studienphasen - Gebrauch gemacht werden kann. Die 23.000 Kreditnehmer verteilen sich auf alle Bundesländer und alle Studienphasen. 42 % der Kreditnehmer studieren Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften. Auch Studierende der Ingenieurwissenschaften (20 %) sind stark vertreten. Die durchschnittlich gewählte monatliche Rate im ersten Jahr lag bei rd. 480 EUR. Der monatliche Darlehensbetrag beim KfW-Studienkredit beträgt zwischen 100 und 650 EUR im Monat und kann von den Studierenden für jedes Semester neu gewählt werden.


Warum liegt die monatliche Auszahlungsgrenze bei 650 Euro?

Da der KfW-Studienkredit ausschließlich zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten im Erststudium dient, haben wir uns bei der Festlegung dieses Höchstbetrages an den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten eines Studierenden orientiert. Studiengebühren lassen sich ergänzend über Länderprogramme finanzieren. Ein Vergleich: Der BAföG-Höchstsatz liegt derzeit bei 585 EUR.


Warum begrenzen Sie die Förderdauer auf das 10. Fachsemester?

Mit der Einführung des KfW Studienkredit als zusätzliche Finanzierungsquelle sollte den Studierenden ermöglicht werden, ihr Studium zügiger zu absolvieren. Insofern wurde diese Begrenzung, die sich an der Regelstudienzeit orientiert, eingeführt. Allerdings kann im 10. Fachsemester gegen Nachweis der Hochschule, dass das Studium voraussichtlich binnen vier weiterer Semester erfolgreich beendet werden kann, eine Verlängerung beantragt werden. Maximal sind also 14 Semester förderfähig.


Warum haben Sie eine Altersgrenze eingeführt?

Uns lag daran, eine möglichst flexible Rückzahlung anzubieten, die sich auch auf einen langen Zeitraum strecken lässt. Maximal stehen für die Rückzahlung 25 Jahre zur Verfügung. Ebenso wie die monatliche Auszahlung des Kredits lässt sich auch der monatliche Rückzahlungsbetrag halbjährlich neu festlegen und an die jeweiligen Lebensumstände anpassen. Angesichts dieser langen Rückzahlungsdauer mussten wir eine Altersgrenze einführen. Zudem sind wir von den Durchschnittsstudierenden ausgegangen, die ihr Erststudium in der Regel bis zum 30. Lebensjahr aufnehmen. Wenn Sie sich im laufenden Studium befinden, werden vollständig absolvierte Fachsemester in dem zu fördernden Studienfach selbstverständlich auf die Altersgrenze angerechnet.


Warum zählt der Bachelor in Ihrem System nicht zu den berufsqualifizierenden Abschlüssen?

Der Bachelor-Abschluss wird selbstverständlich auch von der KfW als erster berufsqualifizierender Studienabschluss anerkannt, so dass eine Förderung möglich ist. Lediglich für diejenigen Studierenden, die das konsekutive Masterstudium unmittelbar oder später an das Bachelor-Studium anschließen, gilt, dass der Bachelor-Abschluss lediglich i. S. d. KfW-Studienkredits noch nicht als erster berufsqalifzierender Abschluss angesehen wird, um auch hier eine Förderung zu ermöglichen. Dem liegt zu Grunde, dass der Studienkredit grundsätzlich nur das Erststudium fördert und hier eine Ausnahme gegeben ist.


Wie berechnen Sie die Annuitäten?

An die Auszahlungsphase schließt sich eine tilgungsfreie Karenzphase von 18 – 23 Monaten an, die auf Wunsch des Kreditnehmers auch auf 6 Monate verkürzt werden kann, erst dann beginnt die Tilgungsphase. Rechtzeitig vor Tilgungsbeginn übersendet die KfW dem Darlehensnehmer einen Tilgungsplan, der unter der Annahme eines gleich bleibenden Zinsniveaus eine reguläre Tilgungsdauer von 10 Jahren vorsieht. Der Darlehensnehmer hat die Möglichkeit, dies zu akzeptieren oder eine andere Tilgungsdauer zu wählen. Soweit er dies tut, erhält er jeweils einen neuen Tilgungsplan. Das Darlehen ist in monatlichen Raten, die Zins und Tilgung enthalten (Annuitäten), innerhalb von max. 25 Jahren zurückzuzahlen. Die Höhe der Annuität hängt von der Darlehenssumme, der gewählten Rückzahlungsdauer und dem aktuellen Zinsniveau ab. Zum Beispiel würde bei einem aktuellen Nominalzinssatz p. a. 6,29 % ein Darlehensnehmer, der über zwei Jahre einen monatlichen Darlehensbetrag in Höhe von 400 EUR in Anspruch genommen hat, bei Wahl einer 10-jährigen Rückzahlungsdauer monatlich 111 EUR und bei Wahl einer 25-jährigen Rückzahlungsphase monatlich 65 EUR zahlen müssen. Wir haben unter www.kfw-foerderbank.de einen Online-Tilgungsrechner zur Verfügung gestellt, mit dem entsprechende Darlehensverläufe durchgespielt werden können.


Was ist ein Roll-over-Termin?

Der KfW-Studienkredit wurde in der Konzeption bewusst an den „studentischen Turnus“ angepasst, d. h. halbjährlich wird z. B. der Nominalzinssatz an die Marktentwicklung angepasst und der monatliche Darlehensbetrag und die Annuität werden fixiert. Die Roll-over-Termine liegen jeweils am 01.04. und am 01.10. eines jeden Jahres. Die sich anschließenden Roll-over-Perioden laufen jeweils vom 01.04. bis zum 30.09. bzw. vom 01.10. bis zum 31.03.


Warum verlangen Sie keine Sicherheiten?

Trotz BAföG besteht immer noch eine finanzielle Hürde, die nicht von allen potentiellen Studierenden überwunden werden kann. Gerade Studierende besitzen zwar ein hohes Zukunftspotential jedoch während des Studiums in der Regel keine verwertbaren Sicherheiten. Der KfW-Studienkredit soll auch dazu beitragen, diese Hürde zu überwinden und finanzielle Ungleichheiten zugunsten der schwächeren sozialen Schichten zu glätten. Deshalb verlangt die KfW von den Studierenden keine Sicherheiten. Es sollen finanzielle Hemmnisse abgebaut werden, damit jeder begabte Schulabgänger, unabhängig vom Einkommen und Vermögen seiner Eltern, die Möglichkeit hat, eine Hochschule zu besuchen. Dies fällt als Maßnahme der Bildungsförderung in den gesetzlich festgeschriebenen Aufgabenbereich der KfW als Förderbank.


Wann nehme ich einen KfW-Kredit und wann BAföG in Anspruch?

Grundsätzlich gilt: Vor einer Kreditaufnahme sollten Studierende unbedingt prüfen, ob nicht günstigere Programme, etwa das BAföG oder der Bildungskredit des Bundes, für die Finanzierung des Studiums in Frage kommen. Studierende bzw. angehende Studierende sollten zunächst ermitteln, ob Sie tatsächlich eine Finanzierungslücke haben, indem sie Einnahmequellen (Unterstützung durch die Eltern, BAföG, Einnahmen durch Nebenjobs) und laufende Kosten (Miete, Verpflegung, Lehrmaterialien, Versicherungen etc.) gegenüberstellen. Sollte sich eine Bedarfslücke ergeben, so kann der Studienkredit eine Finanzierungsalternative darstellen. Um die Konsequenzen einer Kreditaufnahme deutlich zu machen, stellen wir über das Internet verschiedene Tools bereit. Mit unserem Tilgungsrechner kann jeder Studierende einen Darlehensverlauf simulieren und ermitteln, was in der Rückzahlungsphase auf ihn zukommen würde. Die Rückzahlung erfolgt nach dem Eintritt ins Berufsleben in monatlichen Raten. Sie kann den Einkommensverhältnissen angepasst und auf bis zu 25 Jahre gestreckt werden.

Warum fördern Sie kein Promotionsstudium?

Dem KfW-Studienkredit liegt die Konzeption zu Grunde, das Erststudium breitenwirksam zu ermöglichen, insbesondere die sog. Mittelstandslücke zu schließen. Sozialerhebungen und Marktstudien zeigen immer wieder, dass viele vom Studium abgehalten werden oder sich dieses in die Länge zieht, weil keine BAföG-Förderung erfolgt. Das Elterneinkommen mag oberhalb der maßgeblichen BAföG-Grenzen liegen und dennoch nicht ausreichen, um ein Studium zu finanzieren. Hier sehen wir den maßgeblichen Ansatzpunkt, um das Studium in Deutschland zu ermöglichen und die im europäischen Vergleich sehr lange Studiendauer zu verkürzen. Spätere Programmentwicklungen und -erweiterungen sind natürlich nicht ausgeschlossen, aber für diese Gruppen gibt es nach unserer Auffassung derzeit bereits besondere Angebote in Form von Stipendien.
» weitere Veranstaltungen

02.09.2010 | 15:01:30

Bauingenieur/in • Bauingenieurwesen

Thema: was soll ich noch glauben?

Text: Neben dem Interesse für Architektur, hat mich meine Freundin auf das Thema Bauningenieur geleitet. Sie meinte, dass alle Ingenieure gesucht würden,...

 

» zum Eintrag» zum Forum
»THINK ING.-Shop

Gewinner des Deutschen Computerspielpreises: ExperiMINTe

Video
»Stick kaufen
» Internes

Datenschutz

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zur Benutzung dieser Webseite

» mehr
» Grafik des Monats

B.A. und M.A. in der Praxis

In welchen Unternehmens- bereichen werden welche neuen Absolventengruppen eingestellt? Die neuesten Zahlen ...

» mehr