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Interview
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Duales Studium - Qualifikation heißt Zukunft sichern
Hermann Trompeter, Leiter des Phoenix Contact College in Blomberg, und Michael Blauth, Student im Dualen Studiengang Mechatronik, Schwerpunkt Feinmechanische Systeme, berichten jeder aus seinem Blickwinkel über Inhalte, Eindrücke und Möglichkeiten des Dualen Studiums.
Herr Trompeter, seit wann gibt es bei PHOENIX CONTACT Duale Studiengänge?
HT: Dieses Angebot machen wir seit 1999.
Was war der Auslöser?
HT: Es ist seit langem schwierig, gute Ingenieure zu bekommen. Deshalb haben wir uns frühzeitig dazu entschlossen, selbst etwas zu tun. Wir haben mit der Fachhochschule Lippe und Höxter in Lemgo Kontakt aufgenommen, um einen qualitativ hochwertigen Ausbildungsgang ins Leben zu rufen. Wir stimmen regelmäßig Inhalte ab, damit wir immer den direkten Bezug zwischen Theorie und Praxis haben.
Herr Blauth, wie kamen Sie auf die Idee, ein Duales Studium zu beginnen?
MB: Ich wollte etwas mit Praxisbezug machen, was mich gut qualifiziert. In einem Praktikum habe ich zum ersten Mal von dieser Form des Studiums gehört. Dann habe ich mir eine Firma gesucht, die ein Duales Studium anbietet. Durch einen Tipp bin ich auf Phoenix Contact aufmerksam geworden.
Haben Sie in der Schule dazu keine Informationen bekommen?
MB: Nein. Ich habe mir alle Infos in Eigeninitiative besorgt.
Wie läuft das Duale Studium bei PHOENIX CONTACT ab?
HT: Das gesamte Programm dauert vier Jahre und schließt mit dem Bachelor ab. Dem kombinierten Programm aus Arbeit und Studium ist ein praktisches Jahr vorgeschaltet, in dem bereits die Ausbildung beginnt.
MB: Dieses Jahr wird an der FH als Praktikum anerkannt.
HT: Die Ausbildung zum Mechatroniker dauert eigentlich dreieinhalb Jahre. Wir haben sie auf zweieinhalb Jahre gekürzt. Die Teilnehmer müssen in dieser Zeit keine Berufsschule besuchen.
MB: Das praktische Jahr im Vorfeld ist für den Studienbeginn absolut hilfreich. Wir wissen schon gleich im 1. Semester etwas über Fertigungstechnik und können die Begriffen Lager, Fräsen und Drehen inhaltlich verstehen. Und wenn im Studium irgendetwas theoretisch angesprochen wird, stelle ich mir vor, wie ich es im Betrieb in der Praxis machen würde.
HT: Uns ist es nicht nur wichtig, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln, sondern auch so genannte Soft Skills. Zu unserem regulären Ausbildungsprogramm gehören zum Beispiel Präsentationsseminare.
MB: Im ersten Jahr haben wir regelmäßig Referate über fachspezifische Themen gehalten. Dadurch haben wir uns in Präsentationstechniken eingearbeitet.
HT: Bei uns absolvieren die Teilnehmer auch einen Knigge-Kurs. Sie lernen, welches Besteck in welcher Reihenfolge benutzt wird, welche Krawatte zu welchem Hemd passt und wie ich andere Menschen anrede.
Ebenso gibt es Kurse über das richtige Telefonieren.
Es ist uns auch wichtig, dass die jungen Studentinnen und Studenten Netzwerke bilden. Dafür gibt es ein Team-Training. Und sie organisieren ihre Freizeit gemeinsam. So etwas schweißt zusammen.
Was ist Ihr Ziel mit einer solchen Ausbildung?
HT: Uns geht es darum, Kompetenzen zu vermitteln. Die Absolventen sollen Eigeninitiative entwickeln und in der Lage sein, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Unser Motto lautet „Qualifikation ist ein Stück Lebensstandard“.
Inwieweit spielt das Ausland eine Rolle?
HT: Das Ausland spielt eine große Rolle. Wir sind weltweit vertreten. Deshalb bekommen unsere Studierenden auch regelmäßig Englischunterricht. Außerdem haben unsere Teilnehmer die Möglichkeit, im Ausland eingesetzt zu werden.
MB: Ich war im Sommer mit einem Kollegen vier Wochen in China. Wir haben dort einen Schaltschrank aufgebaut und die Kollegen in die Benutzung eingewiesen.
Wie sind Sie auf Ihren Auslandseinsatz vorbereitet worden?
MB: Wir haben ein zweitägiges Kulturseminar besucht. Dort haben wir etwas über die Geschichte Chinas gelernt, über die Kultur und über die Lebensweise.
Was darf ich denn auf keinen Fall in China tun?
MB: Die Essstäbchen senkrecht in den Reis stecken. Das bedeutet Tod.
Welche Eindrücke sind bei Ihnen haften geblieben?
MB: Die Chinesen stellen aktiv keine Rückfragen. Man merkt erst im Gespräch, ob sie etwas verstanden haben oder nicht. Sie haben eine andere Kultur des Lernens. Dort wird der Stoff komplett auswendig gelernt.
Herr Blauth, was sollten Jugendliche mitbringen, die ein Duales Studium absolvieren möchten?
MB: Sie sollen Interesse an der Kombination von Beruf und Praxis haben. Sie müssen davon überzeugt sein, denn dieses Studium fordert sehr viel Einsatzbereitschaft von den Teilnehmern. Bei all der Arbeit habe ich aber auch noch Freizeit. Ich gehe zum Beispiel gleich zum Sport hier in unser Gesundheitszentrum. Da habe ich auch wieder die Möglichkeit, Kollegen kennen zu lernen, die ich sonst nicht treffe.
Herr Trompeter, wie läuft bei Ihnen ein Bewerbungsverfahren ab und wann sollte ich mich um einen Platz bewerben?
HT: Für die technischen Berufe beginnt die Bewerbungsphase nach den Sommerferien für das darauf folgende Jahr. Wir sichten erst die Bewerbungen und laden dann die interessanten Kandidatinnen und Kandidaten zur ersten Runde ein. Da geht es um Logik und Mathematik. In der zweiten Runde steht eine Gruppenarbeit im Mittelpunkt und in der dritten eine Präsentation. Wir lassen mit Absicht ein paar Tage Pause zwischen den einzelnen Runden, denn sowohl die Bewerber als auch wir können mal einen schlechten Tag haben und dann vielleicht nicht die Leistung zeigen, die wir gerne möchten.
Wie wählen Sie Ihre studierenden Auszubildenden aus?
HT: Wir setzen uns in einer Runde zusammen und sammeln unsere Eindrücke. Dabei legen wir Wert auf das Verhalten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wie ist ihre Sozialkompetenz? Können sie in einem Team arbeiten? Bringen sie naturwissenschaftliche Kenntnisse mit? Wir nehmen nicht unbedingt die Besten, sondern die mit der besten Eignung. Denn „Qualität wird am Anfang gelegt“.
Welche Wünsche haben Sie an unser Bildungssystem?
HT: Es müsste mehr Technik-Unterricht geben. Und damit sollte nach Möglichkeit schon im Kindergarten angefangen werden, damit die Kinder einen spielerischen Umgang mit den technischen und naturwissenschaftlichen Themen lernen. Wir bekommen zwar sehr viele Bewerbungen, aber leider entspricht die Qualität nicht immer unseren Vorstellungen.
Wie bewerten Sie das Duale Studium im Allgemeinen?
HT: Durchweg positiv. Das bekommen wir auch aus dem Betrieb zurückgespiegelt. Die Absolventen werden gebraucht. Sie kennen den Betrieb, sind schnell einsetzbar. Und sie haben noch die Möglichkeit, in relativ jungen Jahren eine Führungsposition zu bekleiden. Wir haben aktuell etwa 40 Teilnehmer im Dualen Studium und möchten im kommenden Herbst weitere 22 Stellen besetzen. Nach wir vor bietet eine technische Ausbildung einen sicheren Job auf dem Arbeitsmarkt.
Herr Trompeter, seit wann gibt es bei PHOENIX CONTACT Duale Studiengänge?
HT: Dieses Angebot machen wir seit 1999.
Was war der Auslöser?
HT: Es ist seit langem schwierig, gute Ingenieure zu bekommen. Deshalb haben wir uns frühzeitig dazu entschlossen, selbst etwas zu tun. Wir haben mit der Fachhochschule Lippe und Höxter in Lemgo Kontakt aufgenommen, um einen qualitativ hochwertigen Ausbildungsgang ins Leben zu rufen. Wir stimmen regelmäßig Inhalte ab, damit wir immer den direkten Bezug zwischen Theorie und Praxis haben.
Herr Blauth, wie kamen Sie auf die Idee, ein Duales Studium zu beginnen?
MB: Ich wollte etwas mit Praxisbezug machen, was mich gut qualifiziert. In einem Praktikum habe ich zum ersten Mal von dieser Form des Studiums gehört. Dann habe ich mir eine Firma gesucht, die ein Duales Studium anbietet. Durch einen Tipp bin ich auf Phoenix Contact aufmerksam geworden.
Haben Sie in der Schule dazu keine Informationen bekommen?
MB: Nein. Ich habe mir alle Infos in Eigeninitiative besorgt.
Wie läuft das Duale Studium bei PHOENIX CONTACT ab?
HT: Das gesamte Programm dauert vier Jahre und schließt mit dem Bachelor ab. Dem kombinierten Programm aus Arbeit und Studium ist ein praktisches Jahr vorgeschaltet, in dem bereits die Ausbildung beginnt.
MB: Dieses Jahr wird an der FH als Praktikum anerkannt.
HT: Die Ausbildung zum Mechatroniker dauert eigentlich dreieinhalb Jahre. Wir haben sie auf zweieinhalb Jahre gekürzt. Die Teilnehmer müssen in dieser Zeit keine Berufsschule besuchen.
MB: Das praktische Jahr im Vorfeld ist für den Studienbeginn absolut hilfreich. Wir wissen schon gleich im 1. Semester etwas über Fertigungstechnik und können die Begriffen Lager, Fräsen und Drehen inhaltlich verstehen. Und wenn im Studium irgendetwas theoretisch angesprochen wird, stelle ich mir vor, wie ich es im Betrieb in der Praxis machen würde.
HT: Uns ist es nicht nur wichtig, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln, sondern auch so genannte Soft Skills. Zu unserem regulären Ausbildungsprogramm gehören zum Beispiel Präsentationsseminare.
MB: Im ersten Jahr haben wir regelmäßig Referate über fachspezifische Themen gehalten. Dadurch haben wir uns in Präsentationstechniken eingearbeitet.
HT: Bei uns absolvieren die Teilnehmer auch einen Knigge-Kurs. Sie lernen, welches Besteck in welcher Reihenfolge benutzt wird, welche Krawatte zu welchem Hemd passt und wie ich andere Menschen anrede.
Ebenso gibt es Kurse über das richtige Telefonieren.
Es ist uns auch wichtig, dass die jungen Studentinnen und Studenten Netzwerke bilden. Dafür gibt es ein Team-Training. Und sie organisieren ihre Freizeit gemeinsam. So etwas schweißt zusammen.
Was ist Ihr Ziel mit einer solchen Ausbildung?
HT: Uns geht es darum, Kompetenzen zu vermitteln. Die Absolventen sollen Eigeninitiative entwickeln und in der Lage sein, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Unser Motto lautet „Qualifikation ist ein Stück Lebensstandard“.
Inwieweit spielt das Ausland eine Rolle?
HT: Das Ausland spielt eine große Rolle. Wir sind weltweit vertreten. Deshalb bekommen unsere Studierenden auch regelmäßig Englischunterricht. Außerdem haben unsere Teilnehmer die Möglichkeit, im Ausland eingesetzt zu werden.
MB: Ich war im Sommer mit einem Kollegen vier Wochen in China. Wir haben dort einen Schaltschrank aufgebaut und die Kollegen in die Benutzung eingewiesen.
Wie sind Sie auf Ihren Auslandseinsatz vorbereitet worden?
MB: Wir haben ein zweitägiges Kulturseminar besucht. Dort haben wir etwas über die Geschichte Chinas gelernt, über die Kultur und über die Lebensweise.
Was darf ich denn auf keinen Fall in China tun?
MB: Die Essstäbchen senkrecht in den Reis stecken. Das bedeutet Tod.
Welche Eindrücke sind bei Ihnen haften geblieben?
MB: Die Chinesen stellen aktiv keine Rückfragen. Man merkt erst im Gespräch, ob sie etwas verstanden haben oder nicht. Sie haben eine andere Kultur des Lernens. Dort wird der Stoff komplett auswendig gelernt.
Herr Blauth, was sollten Jugendliche mitbringen, die ein Duales Studium absolvieren möchten?
MB: Sie sollen Interesse an der Kombination von Beruf und Praxis haben. Sie müssen davon überzeugt sein, denn dieses Studium fordert sehr viel Einsatzbereitschaft von den Teilnehmern. Bei all der Arbeit habe ich aber auch noch Freizeit. Ich gehe zum Beispiel gleich zum Sport hier in unser Gesundheitszentrum. Da habe ich auch wieder die Möglichkeit, Kollegen kennen zu lernen, die ich sonst nicht treffe.
Herr Trompeter, wie läuft bei Ihnen ein Bewerbungsverfahren ab und wann sollte ich mich um einen Platz bewerben?
HT: Für die technischen Berufe beginnt die Bewerbungsphase nach den Sommerferien für das darauf folgende Jahr. Wir sichten erst die Bewerbungen und laden dann die interessanten Kandidatinnen und Kandidaten zur ersten Runde ein. Da geht es um Logik und Mathematik. In der zweiten Runde steht eine Gruppenarbeit im Mittelpunkt und in der dritten eine Präsentation. Wir lassen mit Absicht ein paar Tage Pause zwischen den einzelnen Runden, denn sowohl die Bewerber als auch wir können mal einen schlechten Tag haben und dann vielleicht nicht die Leistung zeigen, die wir gerne möchten.
Wie wählen Sie Ihre studierenden Auszubildenden aus?
HT: Wir setzen uns in einer Runde zusammen und sammeln unsere Eindrücke. Dabei legen wir Wert auf das Verhalten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wie ist ihre Sozialkompetenz? Können sie in einem Team arbeiten? Bringen sie naturwissenschaftliche Kenntnisse mit? Wir nehmen nicht unbedingt die Besten, sondern die mit der besten Eignung. Denn „Qualität wird am Anfang gelegt“.
Welche Wünsche haben Sie an unser Bildungssystem?
HT: Es müsste mehr Technik-Unterricht geben. Und damit sollte nach Möglichkeit schon im Kindergarten angefangen werden, damit die Kinder einen spielerischen Umgang mit den technischen und naturwissenschaftlichen Themen lernen. Wir bekommen zwar sehr viele Bewerbungen, aber leider entspricht die Qualität nicht immer unseren Vorstellungen.
Wie bewerten Sie das Duale Studium im Allgemeinen?
HT: Durchweg positiv. Das bekommen wir auch aus dem Betrieb zurückgespiegelt. Die Absolventen werden gebraucht. Sie kennen den Betrieb, sind schnell einsetzbar. Und sie haben noch die Möglichkeit, in relativ jungen Jahren eine Führungsposition zu bekleiden. Wir haben aktuell etwa 40 Teilnehmer im Dualen Studium und möchten im kommenden Herbst weitere 22 Stellen besetzen. Nach wir vor bietet eine technische Ausbildung einen sicheren Job auf dem Arbeitsmarkt.
