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Geo-Engineering
Der technologische Kampf für ein besseres Klima
Beim Geo-Engineering geht es um die Beeinflussung des Klimas im weit größeren Stil. Wie spätestens seit Kyoto jeder weiß, darf sich das Erdklima in Zukunft um nicht mehr als 2 Grad erwärmen, weil sonst mit verheerenden Folgen wie Überschwemmungen, massivem Trinkwassermangel und einer immer schneller voranschreitenden Wüstenbildung zu rechnen ist. Ein entscheidender Faktor, der die Klimaerwärmung vorantreibt, ist der globale CO2-Ausstoß. Schon seit Jahren denken Experten darüber nach, wie man den Klimawandel in den Griff kriegen kann. Unter Geoforschern und -Ingenieuren werden derzeit verschiedene Ansätze diskutiert:
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Ausbruch des Pinatubo 1991
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Eine Naturgewalt inspirierte den niederländischen Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen zu seiner Vision, wie die globale Klimaerwärmung in Zukunft verlangsamt werden könnte. Als im Juni 1991 der Vulkan Pinatubo auf den Philippinen ausbrach, senkte sich das Weltklima im folgenden Jahr aufgrund der Schwefelpartikel, die die Sonneneinstrahlung beeinflussten, kurzeitig um 0,5 Grad. So entstand die Idee, gezielt Aerosole - also ein Gemisch aus Gas und kleinen Partikeln - in einer Höhe von 10-50 Kilometern in die Atmosphäre zu entlassen, um so das Sonnenlicht dauerhaft ein wenig zu dämpfen. Mit dieser Maßnahme soll erreicht werden, dass die Erdtemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts nur um ca. 2 Grad ansteigt. Das wäre zwar ein vergleichsweise günstiges Verfahren, jedoch würde die Zerstörung der Ozonschicht mit dieser Maßnahme wahrscheinlich deutlich beschleunigt, wenn auch das Ausmaß zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig absehbar ist. Ein ganz ähnlicher Ansatz spielt mit der Idee, windenergiebetriebene Roboterschiffe einzusetzen, die konstant Meerwasser in die Luft sprühen. Die Wassertropfen sollen die Wolken aufhellen, um mehr Sonnenlicht zurück ins All zu reflektieren.
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Sonnensegel und transparente Scheiben im All
Ungleich höher wären die Kosten für alle Varianten, die sich mit der Installation von Sonnensegeln, Sonnenschirmen oder transparenten Scheiben im Weltall befassen. Solche Konstruktionen sollen zwischen der Sonne und der Erde platziert werden, wodurch die Sonneneinstrahlung signifikant durch Schatten beziehungsweise Reflektion abgesenkt werden soll. Der gewünschte Effekt wäre ebenfalls die nachhaltige Abkühlung der Erdtemperatur. Neben den hohen Kosten, die diese Projekte verschlingen würden, ist auch die Frage der Machbarkeit bislang nicht abschließend beantwortet. Daher wird man vermutlich auf Sonnensegel von der Größe Manhattans oder einen Schweif aus 16 Billionen Scheibchen, die das Sonnenlicht zurück ins All reflektieren, noch eine Weile verzichten müssen. Dennoch ist gerade dieser Ansatz sicher eine spannende Herausforderung für Ingenieure, die an der Realisierung solcher Technologien arbeiten.
Ein anderer Vorschlag, der gezielt die Senkung der CO2-Emission zur Folge haben soll, befasst sich mit den Weltmeeren. Es geht um die Eisendüngung der Ozeane. Die Idee basiert auf der Erkenntnis, dass Plankton durch Eisensulfat dahingehend beeinflusst wird, dass es in der Lage ist, mehr CO2 zu binden. Der amerikanische Meeresforscher John Martin war der Ansicht, dass das zusätzliche Phytoplankton, das entstünde, wenn riesige Mengen Eisenspäne ins Meer gekippt würden, den Treibhauseffekt mehr als ausgleichen würde. Diese These ist heute umstritten. Denn zunächst muss das Plankton, um den gewünschten Effekt zu erzielen, nach dem Absterben auf den Meeresboden sinken und dort möglichst lange verbleiben. Erste Versuche haben jedoch gezeigt, dass große Mengen des Planktons nach dem Absterben nicht bis auf den Meeresboden sinken, sondern von den Bewohnern der Ozeane gefressen werden. Da diese das CO2 dann wieder ausatmen, wäre der geplante Effekt vermutlich nur marginal. Darüber hinaus gibt es keinerlei Erkenntnisse darüber, welchen Einfluss eine massive Eisendüngung langfristig auf die betroffenen Ökosysteme ausüben würde. Diese Idee ist also noch nicht bis zum Ende erforscht.
CCS – Carbon Dioxide Capture and Storage
Für viele Energieunternehmen ist die Abspaltung und Speicherung von CO2 die Methode, um die Emission von Kohlendioxid weltweit zu reduzieren. Dabei soll mit verschiedenen Verfahren (z.B. CO2-Wäsche aus dem Rauchgas) das CO2 abgespalten und unter Tage gelagert werden. Technisch ist eine CO2-Abscheidung und Filterung jedenfalls möglich und nicht zuletzt verspricht man sich von dieser Methode die Braunkohle in Sachen Klimaschutz wieder hoffähig zu machen. In Deutschland wurde 2009 in Niederaußem die erste „CO2-Waschanlage“ in Betrieb genommen. Das im Kohlekraftwerk abgespaltene CO2 soll in Niedersachsen in die Gesteinsschichten gepresst werden. Bis 2020 ist geplant, dieses System zur Marktreife zu bringen. Doch auch bei dieser Methode bleibt die Frage der langfristigen Auswirkung auf die betroffenen Ökosysteme offen.
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Das Verfahren der CO2-Abspaltung
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Kritiker sehen die Geo-Engeneering Konzepte nur als Anlass, um nicht die neuen regenerativen Energien stärker fördern zu müssen und ein schnelles Umdenken in Sachen Umwelt und Klima zu verhindern.

