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Häuser mit Zukunft

In Privathäusern und gewerblich genutzten Immobilien steckt großes Energie-Potenzial

Ganz gleich, ob es um das Einfamilienhaus oder millionenschwere Großprojekte geht - Konzepte zur Energieeffizienz spielen bei der Planung eine immer größere Rolle.

Vergleicht man die jüngere Vergangenheit mit der Gegenwart, so kann man mit einiger Berechtigung behaupten, dass beim Thema „Architektur und Nachhaltigkeit“ nicht nur Visionäre, Pioniere und Idealisten, sondern sogar die Bundesregierung bereits in der Zukunft angekommen ist. Denn schon am 1. Januar 2009 ist das „Erneuerbare Energien-Wärmegesetz“ in Kraft getreten, das einen anteiligen Einsatz regenerativer Energien beim Neubau von Wohn- und Nichtwohnhäusern verbindlich vorschreibt.

Die Idee dahinter: Die Wärmeversorgung von Gebäuden hat einen Anteil von 38% am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland und bietet dementsprechend immenses Einsparpotenzial. Das Ziel: Neben der Verringerung des Energiebedarfs soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung von derzeit 6% auf 14% bis zum Jahr 2020 erhöht werden.
Eine Form der Energienutzung am Haus: Solaranlage auf dem Dach
Energieautonomie als angestrebtes Ziel
Im Gesetzestext taucht dabei die gesamte Palette an denkbaren Möglichkeiten auf: Von der Solaranlage auf dem Dach über Windenergie, Erdwärme und Deponiebiogas bis hin zur festen und flüssigen Biomasse in Form von Holzpellets oder Pflanzenölmethylester - alles ist zulässig. Der Vorteil liegt dabei nicht allein in der Umweltfreundlichkeit. Jedes Watt mehr, das autark erzeugt wird, verringert die Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen Öl und Erdgas und ihren schwankenden Marktpreisen. Diese Form von Energieautonomie ist für Privathäuser wie gewerblich genutzte Immobilien ein erstrebenswertes Ziel.
Erdwärme-Kessel im Keller
Reise Richtung Mittelpunkt der Erde
Besonders die Erdwärmetechnik wird nicht nur im Inland immer beliebter. In Schweden werden bereits ca. 90 Prozent aller Neubauten mit Geothermie versorgt, und Island deckt über 50 Prozent seines Gesamtenergiebedarfs durch Wärme aus der Erde ab - rechnet man hier alle erneuerbaren Energien zusammen, steigt der Wert dort sogar auf 99Prozent.

In langfristiger Perspektive wäre es natürlich ideal, wenn man durch energieeffizientes Bauen (Stichworte: Wärmedämmung, Fenster, Lüftungsanlage) und Versorgung durch erneuerbare Energien Häuser bauen würde, die komplett auf die Zuführung externer Quellen verzichten könnten. Beispiele für solche sogenannten Null- oder Plusenergiehäuser (die sogar mehr Strom erzeugen, als sie verbrauchen) gibt es bereits. Das erste energieautarke Haus Deutschlands wurde schon 1992 als Solarhaus in Freiburg errichtet. Inzwischen hat es sogar die Energie, die für seine Errichtung benötigt wurde, wieder eingespart.
Die Windturbinen an den Übergängen der beiden Türme decken 15 Prozent des Energiebedarfs des World Trade Centers in Manama (Bahrain)
Gigantisch grün
In größeren Dimensionen (und damit geht es endlich um Visionäre und Pioniere) denkt man ausgerechnet in einer Region, die sonst eher nicht für Konzepte der Nachhaltigkeit bekannt ist. Nachdem er zunächst für Dubai geplant war, soll nun in Bahrain im Persischen Golf nach einem Entwurf deutscher Architekten der 322 Meter hohe Burj al-Taqa („Energieturm“) entstehen, der 60 Prozent weniger Energie als ein normales Hochhaus verbrauchen und die übrigen 40 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen soll. Dafür sollen eine 60-Meter-Windkraftturbine auf dem Dach des Turms und zwei Fotovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern sorgen.

Zusätzlich soll eine Insel aus Sonnenkollektoren mit einer Fläche von 17.000 Quadratmetern auf dem Meer in Sichtweite des Gebäudes gebaut werden und deren Energiegewinn in den Energieturm geleitet werden. Die überschüssige Elektrizität wird verwendet, um Wasserstoff durch Elektrolyse aus dem Seewasser zu gewinnen, der in Spezialbehältern gespeichert wird. In der Nacht sorgen dann Brennstoffzellen für die Stromversorgung.
Scheinbar unsichtbare, aber effiziente Kamineffekte im Post-Tower in Bonn
Hochhäuser mit hohen Energienutzeffekten
Während es sich bei Burj al-Taqa noch um Zukunftsmusik handelt, ist das 240 Meter hohe Bahrain World Trade Center in Manama, der Hauptstadt Bahrains, bereits Wirklichkeit. Das Besondere daran sind drei in das Gebäude integrierte Windturbinen, die bis zu 15 Prozent des anfallenden Energiebedarfs decken. Das segelförmige Doppelgebäude ist so konstruiert, dass es den Nordwind, der vom Golf kommt, wie ein Trichter bündelt und auf die Propeller lenkt, um die Effizienz zu erhöhen.

Realität ist auch der 162 Meter hohe Post-Tower in Bonn, dessen Grundfläche aus zwei gegeneinander versetzten Kreissegmenten besteht, die durch vier Verbindungsplattformen miteinander verbunden sind. Die Konstruktion macht sich Kamineffekte zunutze, wobei die begrünten Plattformen („Skygärten“) beim Wärmeabtransport helfen. Das Resultat: Eine gute Luftzirkulation, die für ein prima Klima sorgt.
Wird Holland bald von "Schwimmenden Häusern" überschwemmt?
Holland in Not
Mit zusätzlichen Herausforderungen bekommen es durch den Klimawandel möglicherweise die Niederländer zu tun: Mehr als ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Vieles davon wurde dem Meer künstlich abgerungen; die so entstandenen eingedeichten Gebiete, die Polder, werden wohl teilweise in den nächsten Jahren wieder geflutet, um Puffer zu bilden. Führt die Erderwärmung zu einem Anstieg des Meeresspiegels, werden aber weitere Teile des Landes unter Wasser verschwinden.

Bereits heute kostet die „normale“ Sicherung des Festlands jährlich 500 Millionen Euro. Daher haben holländische Architekten mit der Planung von Pilotprojekten begonnen. Es geht zunächst um die Konstruktion schwimmender Häuser, von denen einige bereits existieren und bewohnt sind. Am Ende des Prozesses soll die Verwirklichung ganzer Siedlungen auf dem Wasser stehen.

Eine Floating City im Ijsselmeer macht den Anfang, wenn es nach dem Willen der Planer geht. Wer so weit in die Zukunft entwirft und denkt, lässt natürlich Energieaspekte nicht außer Acht. Und so ist auch die schwimmende Stadt so konzipiert, dass sie autark ist und ihren Energiebedarf selbst erzeugt.

08.02.2012 | 10:43:13

Ingenieurberuf - Arbeitsmarkt • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

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Text: Outotec develops and provides technology solutions for the sustainable use of Earth's natural resources. As the global leader in minerals and metals...

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