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Predator
Der Fußballschuh Predator von adidas.

Gut besohlt zum Torerfolg

Die technische Entwicklung von Fußballschuhen am Beispiel der Außensohle

Michael Ballack weiß, was er an ihm hat: der Predator ist ihm offensichtlich wie auf den „Fuß geschustert“. Pässe aus dem Fußgelenk kommen exakt beim Mitspieler an und Torschüsse finden in hoher Geschwindigkeit ihr Ziel. Den Fußballschuh von adidas will der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nicht mehr missen, aber weiß er auch, dass ein wesentliches Detail des Schuhs maßgeblichen Anteil am Schussverhalten hat?

Der Fußballschuh ist ein weites Forschungsfeld. Erinnern wir uns an die WM 1954: Das Wunder von Bern – glaubt man den Geschichten rund um das Jahrhundertereignis - wurde unter anderem nur möglich, weil ein gewisser Adi Dassler die deutsche Nationalelf mit Fußballschuhen ausstattete, bei denen erstmals Schraubstollen in die Sohle gedreht werden konnten. Diese sollten der Herberger Elf bei nassem Boden einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Mannschaften geben – und siehe da: Adi Dassler wählte am Finaltag die richtigen Stollen aus, es begann zu regnen und die deutsche Elf wurde im Berner Wankdorfstadion mit einem 3:2-Sieg gegen Ungarn erstmals Weltmeister.
Compounding
Ein Evonik-Mitarbeiter überwacht an der Compoundier-Anlage den Veredelungsprozess. Hier werden dem Kunststoffgranulat bestimmte Zusatzstoffe wie Additive zur Optimierung der Eigenschaftsprofile beigemischt.
Heute sind solche revolutionären Neuerungen von Großereignis zu Großereignis nicht zu erwarten, sagt Dipl. Ing. Marc Knebel (38) aus dem Market Development des Geschäftsgebiets High Performance Polymers von Evonik Industries: „Es sind eher kontinuierliche Prozesse, mit denen sich die Fußballschuhe Schritt für Schritt weiterentwickeln“. Ein wichtiges Detail in Fußballschuhen kommt aus dem Hause Evonik: die Außensohle.

Ein geringes Gewicht der Fußballschuhe sei maßgeblich für den Erfolg auf dem Platz. „Bei einer Spieldauer von 90 Minuten kommen mehr als 100 Kilo zusammen, wenn man die einzelnen Schritte eines Spielers zusammenzählt“, so Knebel. Zudem werde bei der Produktion der Außensohle mit VESTAMID® ein farbneutrales und leicht einzufärbendes Material verwendet. Auch das Dekorieren durch Hinterspritzen bedruckter Folien, Lackieren oder Lasergravieren ist möglich, was Markenprodukten wie dem adidas Predator eine individuelle und unverwechselbare Optik verleiht. Knebel: „So ein Fußballschuh sieht einfach aus, ist aber hochkomplex.“
Granulatanalyse
Jeder Produktionsschritt, wie hier die Granulierung, wird kontrolliert.
Es sind maßgeschneiderte Entwicklungen auf Basis von Polyamiden, die in High-End-Produkten wie dem adidas Predator verarbeitet werden. Der Kunststoff sorgt für ein gleichzeitig leichtes, stabiles und flexibles Schuhwerk. Durch VESTAMID® ist die zweiteilige Sohle trotz ihrer hohen Stabilität äußerst elastisch. Sie kehrt auch nach starken Belastungen immer wieder in ihre Ursprungsform zurück, haben Tests ergeben.

Seit 40 Jahren wird VESTAMID® am Evonik-Standort Marl im Geschäftsgebiet High Performance Polymers hergestellt, in dem gut 1000 von insgesamt rund 43.000 Evonik-Mitarbeitern beschäftigt sind. In den dortigen Laboren sind aus dem Basispolymer im Laufe der Zeit weit mehr als 200 Rezepturen, das heißt unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten, entstanden. So findet man den Kunststoff genauso auf der Oberfläche von Skiern und Tennisschlägern wie in Benzinführungsleitungen in Automobilen oder in Kathetern in der Medizintechnik. Für die gleichzeitig belastbaren und biegsamen Fußballschuhsohlen wird ein Polyamid 12-Elastomer eingesetzt, in dem sich Sequenzen aus steifem Polyamid 12 mit elastischen Polyethern abwechseln. Diese Kombination sorgt dafür, dass sich die Eigenschaften der Sohle gezielt an verschiedene Anforderungen und Böden anpassen. Neben der Flexibilität und Stabilität zeichnet sie sich auch durch eine geringe Temperaturabhängigkeit aus, die Form bleibt also bei jedem Wetter erhalten – was ja gerade angesichts der derzeit wechselhaften Witterung bei dieser Euro nicht unerheblich erscheint.
Labor
Qualitätssicherung wird in den Evonik-Laboren groß geschrieben.
Mit einer eigenen Forschungsabteilung im Geschäftsgebiet High Performance Polymers, in der auch Ingenieure der Fachrichtung Kunststofftechnologie, Kunststoffverarbeitung und Maschinenbau beschäftigt sind, kann Evonik auch kurzfristige Veränderungsprozesse im Bereich der Anwendungsentwicklung einleiten.

Ein besonders steifer, glasfaserverstärkter Kunststoff wird für die Stollenhalterungen verwendet. Die Stollen können so nicht nach innen auf den Fuß drücken. Die hohe Zähigkeit des Materials verhindert, dass die Halterungen ausbrechen – egal ob auf weichem oder hartem Untergrund.
Sportschuhsohle
Marc Knebel
Dipl.-Ing. Marc Knebel.
Für das optimale Produkt braucht es eine Dreierbeziehung: Innovationen sind nur in enger Kooperation zwischen dem Rohstoffhersteller Evonik, dem Weiterverarbeiter framas Kunststofftechnik und dem Sportartikelproduzenten adidas möglich. Marc Knebel, der das Studium der Kunststofftechnik an der Fachhochschule Darmstadt und das Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur an der Fachhochschule Ludwigshafen abgeschlossen hat, steht als Key-Account-Manager bei Evonik im ständigen Dialog mit den beiden anderen Unternehmen. Gemeinsam tüfteln sie bereits jetzt an der neuen Schuh-Generation. Worin die nächste Neuerung – dann vermutlich zur WM 2010 – liegen kann, will er nicht verraten, nur so viel: „Neue Ideen gehen dahin, dass die Schusskraft noch besser auf den Ball übertragen wird.“

Aber das ist für die deutschen Fußball-Fans, die mit der DFB-Elf bei der Euro 2008 mitfiebern, Zukunftsmusik. Sie wollen vielmehr, dass ihr Team möglichst weit kommt und vielleicht sogar – ähnlich wie Helmut Rahn 1954 - mit einem Tor von Michael Ballack Europameister wird. Dann hätten deutsche Ingenieure wie Marc Knebel, der selbst gerne und viel Sport treibt und natürlich auch die Euro 2008 am Fernseher verfolgt und mit der Mannschaft um Michael Ballack mitfiebert - einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet.

18.05.2013 | 15:10:57

Maschinenbauingenieur/in • Maschinenbau

Thema: Tragvorrichtung für große Lasten/kleine Aufnahmepunkte

Text: Hallo zusammen, Zuerst ein paar Fakten: Wir (4 Maschinenbaustudenten) müssen im Rahmen einer konstruktiven Projektarbeit eine Vorrichtung bauen, bei...

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