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© v.l. Laryea/ Ruhrnachrichten.de; netzwelt.de
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Größer, heller, breiter - Public Viewing auf Großleinwänden ist Kult
Für immer riesigere Bildschirme bei der EURO 2008 nutzen Ingenieure LEDs und Halbleiter
Das kollektive Fußball-Gucken ist ja eigentlich eine Erfindung der WM 2006. Laut FIFA haben die offiziellen Fanfeste zum deutschen Sommermärchen seinerzeit mehr als 16 Millionen Menschen in den Bann und vor die Riesen-Leinwände gezogen. Auch bei der EM in den Alpenrepubliken wird wieder öffentlich geglotzt. Jede Gastgeber-City hat von der UEFA laut Pressemitteilung „1,2 Mio. Schweizer Franken und zwei LED-Wände für die Organisation der offiziellen Fanzone erhalten.“ In 16 schweizer Städten gibt es Public Viewing-Angebote für mehr als 10.000 Freiluft-Fans. 70.000 Menschen, die sich zwischen Helden- und Rathausplatz vor neun großflächigen Bildschirmen verteilen können, erwartet allein Österreichs Hauptstadt Wien. Die höchste Fankurve hat das Skigebiet Seegrube im Bundesland Tirol mit Fußball-Übertragungen in 2000 Meter Höhe.
Fußball öffentlich schauen kann man in den Austragungs-Ländern der EURO 2008 also in jeder größeren Stadt. Deutschland steht dem in nichts nach und bietet die größten Open-Air-Events in Berlin, Hamburg, Essen, Dortmund und München für teilweise bis zu 40.000 fußballbegeisterte Besucher.
Die Technik für den großen kollektiven Bilderrausch
Public Viewing ist und bleibt Kult. Aber welche Technik steckt dahinter, damit riesige Bildformate bei Tageslicht und in toller Qualität durch die Fan-Meilen flimmern können? Keine Frage, da ist Ingenieurwissen angesagt. Theoretisch und praktisch. Elektrotechnik, Nachrichten- und Fernsehtechnik, Halbleitertechnik, aber auch Physik und Informatik.
Fußball öffentlich schauen kann man in den Austragungs-Ländern der EURO 2008 also in jeder größeren Stadt. Deutschland steht dem in nichts nach und bietet die größten Open-Air-Events in Berlin, Hamburg, Essen, Dortmund und München für teilweise bis zu 40.000 fußballbegeisterte Besucher.
Die Technik für den großen kollektiven Bilderrausch
Public Viewing ist und bleibt Kult. Aber welche Technik steckt dahinter, damit riesige Bildformate bei Tageslicht und in toller Qualität durch die Fan-Meilen flimmern können? Keine Frage, da ist Ingenieurwissen angesagt. Theoretisch und praktisch. Elektrotechnik, Nachrichten- und Fernsehtechnik, Halbleitertechnik, aber auch Physik und Informatik.
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© Laryea / Ruhrnachrichten.de
Großleinwand auf dem Friedensplatz in Dortmund während der WM 2006
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Dabei lässt sich unterscheiden in die sogenannte Beamer- und die LED-Technik.
Die Bildquelle eines Beamers besteht zwar auch aus digitalen Daten, aber letztlich handelt es sich wieder um eine Form von Projektion. Das digital erzeugte Licht strömt durch den Raum bis es auf eine Bildwand trifft und dort reflektiert wird.
Gerade bei Tageslicht erzeugen viele Beamer allerdings ein relativ trübes Bild und eignen sich daher am besten für den Indoor-Einsatz. So wie die Leinwand der EM-Arena in der Messe Essen. Die beeindruckt nicht nur mit 14 x 8 Meter Größe und 110 Quadratmeter Bildfläche, sondern auch mit zwei Hochleistungs-Beamern, die 180 kg schwer sind und eine Helligkeit von 24.000 ANSI-Lumen abstrahlen. Zum Vergleich: ein guter Beamer im Büro oder für zu Hause wiegt etwa 7 kg und hat circa 1.200 ANSI-Lumen.
Tausende von LEDs für tausende von Zuschauern
Die Riesenmattscheiben, die uns bei der EURO 2008 in den zahlreichen Outdoor-Fanmeilen beglücken, sind anderer Natur – sogenannte LED-Walls. Die sind bis zu 100 Quadratmeter groß, vom Rand aus gut einsehbar und extrem hell: 5.000 Candela (photometrische Basiseinheit der Lichtstärke) pro Quadratmeter – ein durchschnittlicher PC-Bildschirm bringt es gerade mal auf 300 Candela. Selbst wenn bei der EURO die Sonne so vom Himmel strahlt wie seinerzeit bei der WM in Deutschland, steht dem ungetrübten Fußball-Genuss nichts im Wege. Dank LED-Technik.
Die Riesenmattscheiben, die uns bei der EURO 2008 in den zahlreichen Outdoor-Fanmeilen beglücken, sind anderer Natur – sogenannte LED-Walls. Die sind bis zu 100 Quadratmeter groß, vom Rand aus gut einsehbar und extrem hell: 5.000 Candela (photometrische Basiseinheit der Lichtstärke) pro Quadratmeter – ein durchschnittlicher PC-Bildschirm bringt es gerade mal auf 300 Candela. Selbst wenn bei der EURO die Sonne so vom Himmel strahlt wie seinerzeit bei der WM in Deutschland, steht dem ungetrübten Fußball-Genuss nichts im Wege. Dank LED-Technik.
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© swdm / Photocase.com
Eine winzig kleine LED
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Aber was hat dieser Ausflug in die Physik und Chemie mit unseren Fußball-Großbildschirmen zu tun? Ganz einfach. Jene sind aus unzähligen vielfarbigen kleinen roten, grünen oder blauen LEDs zusammengesetzt, die über eine zentrale Steuerelektronik einzeln angesteuert werden. Klassische Halbleiter eben. Fließt Strom, so strahlen sie Licht ab. In welcher Farbe hängt davon ab, aus welchem Material die LEDs gemacht sind und wie groß die sogenannte „Energielücke“ ist, die entsteht. Ein Bild setzt sich hier also nicht durch Projektion mit Licht auf eine Leinwand zusammen, sondern aus einzelnen Bildpunkten auf der Leinwand selbst. „Ge-beamt“ wird eben durch den Raum, aber eine LED strahlt aus sich selbst.
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© netzwelt.de
Eine solarbetriebene Großleinwand mit Riesen LEDs im chinesischen Beijing
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Es ist so wie mit der Viererkette und dem Vor-Checking im modernen Fußball – der LED-Technik gehört die Zukunft, nicht nur beim (Groß)bildfernsehen. LEDs sind sparsamer, langlebiger und haben eine höhere Lichtausbeute als Glüh- oder Halogenlampen. Deren Siegeszug können Fußball-Fans schon beim unvermeidlichen Stau auf der Anreise zum Stadion beobachten: beim Blick in die Blink-, Rück- oder Bremsleuchten des Vordermanns. Und wenn der Stau dann doch zu lange dauert, dann fährt man eben an der nächsten Abfahrt raus und sucht sich ein schönes öffentliches Plätzchen zum Public Viewing. Geht das deutsche Team dann als Sieger vom Spielfeld, sollte man nicht nur ein Stoßgebet zum Fußballgott schicken, sondern auch den vielen kleinen LED-Halbleitern danken, die eine so tolle Leinwand-Übertragung möglich gemacht haben.
Und wer auf LED auch zu Hause nicht mehr verzichten möchte, der kann beim Onlineportal www.erento.com viele verschiedene Großbildschirme mieten. Für eine LED-Wand mit einer Bildfläche von 25 Quadratmetern muss man pro Tag 2.000 Euro auf den Tisch blättern. Aber wer ein echter Fan ist, für den gibt es doch nichts Größeres als im eigenen Garten eine ganz private Riesenshow zu veranstalten, oder? Allerdings darf man sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn solch eine Monster-Leinwand während der Live-Übertragung mal ausfallen sollte …

