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Ausstellung „Der Mond“ – Bilder des Erdtrabanten aus fünf Jahrhunderten

Der Mond übt seit jeher eine große Faszination auf die Menschheit aus. Als auf- und abnehmender Himmelskörper wurden ihm viele mythische Eigenschaften beigemessen. Wie der Mond durch fünf Jahrhunderte in der Kunst und später in der Weltraumfotografie dargestellt wurde, belegt nun eindrucksvoll die Ausstellung „Der Mond“ im Kölner Wallraf-Richartz-Museum. Anlass ist das Jahr der Astronomie – 400 Jahre nachdem Galileo den Mond zum ersten Mal durch sein Teleskop betrachtete und 40 Jahre nach Armstrongs Landung auf dem Erdtrabanten.

Edouard Manet: Mondschein über dem Hafen von Boulogne, 1869
Die Themenschau, die sich in erster Linie der künstlerischen Darstellung des Mondes widmet, veranschaulicht die Auseinandersetzung der Menschen mit dem Himmelskörper seit dem frühen Mittelalter. Die rund 150 Exponate geben einen kulturhistorischen Abriss optischer und künstlerischer Annäherungen und erläutern die unterschiedlichen Bedeutungen des Mondes für die Menschheit.

So reicht die Auswahl der Exponate von mittelalterlichen Tafelbildern und romantischen Gemälden über astronomische Instrumente bis hin zu Raumfahrtfotografien. Dabei bilden die Erfindung des Teleskops und der Fotografie sowie das Aufkommen der bemannten Raumfahrt wichtige Eckpunkte. Durch den chronologischen Aufbau der Ausstellung und die Untergliederung in verschiedene Epochen – in der Ausstellung „Mondphasen“ genannt – durchmischt sich die Kunst seit Beginn der Teleskopfotografie mit wissenschaftlichen Aufnahmen des Mondes.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen zwei Original-Ausgaben von Galileos „Sternenbote“ und Manets „Mondschein über dem Hafen von Boulogne“, dem ersten impressionistischen Nachtbild überhaupt. Der Bogen der gezeigten Künstler spannt sich von Albrecht Dürer über Caspar David Friedrich, Jean-Francois Millet und Felix Vallotton bis hin zu Max Ernst und Michael Light.

Albrecht Dürer: Das Marienleben, 16. Jahrhundert
Die Bedeutung des Mondes in der Kunst
Ein weiteres Hauptwerk der Ausstellung ist Stephan Lochners „Madonna in der Rosenlaube“ aus der dauerhaften Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums. Das silbrig glänzende Gesicht der Mutter Gottes erinnert in seiner Scheibenform an die Gestalt des Mondes und reflektiert das göttliche Licht. Im Mittelalter wird die Jungfrau Maria häufig wie in Albrecht Dürers „Marienleben“ auf der Mondsichel sitzend oder stehend gezeigt. Diese Darstellungsform geht zurück auf eine Textstelle in der Offenbarung des Johannes: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel – eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“

Ganz anders die Mondrezeption in barocken Zeiten: Hier war der sich ständig wandelnde Mond häufig Allegorie für die Unbeständigkeit. Frauen wurden mit Mondattributen dargestellt und verkörperten die Eigenschaft des Wankelmuts. In der Romantik nahm der Mond dann eine besonders wichtige Rolle ein: Sein atmosphärisches Licht, das Natur und Landschaft eine geheimnisvolle Ausdruckskraft verleiht, wurde häufig zum Ausdruck eines Gemütszustands durch Schaffung einer besonderen Stimmung eingesetzt.
Sharon Harper: Moon Studies and Star Scratches No. 5, 2005
Der Mond in der zeitgenössischen Kunst
Mit dem Aufkommen der Fotografie und den ersten Dokumentationen von Mondphasen und -oberflächen ist in der bildendenden Kunst ein eigenartiges Phänomen zu beobachten: Je schärfer und detailgetreuer die wissenschaftliche Fotografie wird, desto aufgelöster, unschärfer oder deformierter werden die Darstellungen des Mondes. Es ist, als wolle die Kunst sich von der Fotografie distanzieren, indem sie nicht auf das realistische Abbild setzt, sondern auf den Ausdruck von Stimmung und Atmosphäre durch das künstlerische Mittel der Verfremdung.

Für eine Versöhnung von realitätsgetreuer Fotografie und künstlerischer Verzerrung sorgt die zeitgenössische Künstlerin Sharon Harper. Durch die Mehrfachbelichtung des Nachthimmels fängt sie den Mond in einer seriellen Häufung ein und schafft somit eine dynamische Komposition an Lichtpunkten

Fachkundige Unterstützung erhielten die Ausstellungsmacher von Astronomie 2009 e.V. und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ein reiches Rahmenprogramm schafft die Verbindung zwischen Kunstgeschichte, Astronomie, Literatur und Musik.

Die Ausstellung „Der Mond“ wird noch bis zum 16. August gezeigt. Das Wallraf-Richartz-Museum ist dienstags, mittwochs und freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Donnerstags können Interessierte das Museum zwischen 10.00 und 22.00 Uhr besuchen.

Die zweite Station der Ausstellung wird das Museum of Fine Arts in Houston/Texas sein (27. September 2009 bis 10. Januar 2010).

Weiterführender Link

15.05.2012 | 14:21:42

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

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Text: Hallo Frau Dang-Goy, ist Facility Management eigentlich eine sehr gefragte Ingenieursdisziplin? In welchen Branchen kann man nach dem Studium...

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