|
|
|
© Wikipedia: Luc Viatour
|
Am 9. Februar trat der Mond in den Halbschatten der Sonne
Das Jahr der Astronomie hat neben zwei Sonnenfinsternissen auch gleich noch vier Mondfinsternisse zu bieten. Üblich sind im Schnitt insgesamt nur vier Eklipsen jährlich. Die erste partielle Halbschattenfinsternis des Mondes fand in den Nachmittagsstunden des 9. Februar 2009 statt. Sie begann um 13:37 Uhr und endete um 17:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die größte Verdunklung des Mondes war um 15:38 Uhr erreicht. Würden wir in Australien, Asien oder Alaska wohnen, könnten wir die Finsternis anhand einer leicht rauchartigen Trübung auf der nördlichen Mondscheibe beobachten. Die Finsternis endete jedoch, noch bevor der Vollmond bei uns aufgeht.
Bei uns in Europa ist eine partielle Mondfinsternis am 31.12. zu sehen. Vielleicht arrangiert das Planetarium oder die Sternwarte vor Ort trotz des Silvesterabends eine Möglichkeit zur Beobachtung an? Am besten schon einmal anfragen und Plätze sichern!
Bei uns in Europa ist eine partielle Mondfinsternis am 31.12. zu sehen. Vielleicht arrangiert das Planetarium oder die Sternwarte vor Ort trotz des Silvesterabends eine Möglichkeit zur Beobachtung an? Am besten schon einmal anfragen und Plätze sichern!
Was passiert bei einer Mondfinsternis?
Wenn der Mond durch den Erdschatten wandert, spricht man von einer Mondfinsternis. Damit es zu einer Verfinsterung kommt, muss der Mond von der Sonne aus gesehen genau hinter der Erde stehen. Dazu kommt es jedoch nicht jeden Monat. Der Grund hierfür liegt in der Ebene der Mondbahn, die 5° zur Ebene der Erdbahn (Ekliptikebene) um die Sonne geneigt ist. Dadurch dringt der Mond in den meisten Fällen nicht in den Erdschatten ein, sondern zieht darunter oder darüber vorbei. Für eine Mondfinsternis sind also zwei Ereignisse erforderlich: Es muss Vollmond sein und der Mond muss gleichzeitig einen der beiden Schnittpunkte der Ebenen von Erdbahn und Mondbahn durchschreiten, einen sogenannten Mond- oder Drachenknoten.
|
|
|
© THINK ING.
Schematische Darstellung einer partiellen Mondfinsternis
|
Es gibt vier Arten von Mondfinsternissen: Die totale Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond vollständig in den Schatten der Erde eintaucht – er ist dann als rötlicher Ball am Nachthimmel zu beobachten. Bei der partiellen Mondfinsternis wird nur ein Teil des Mondes vom Erdschatten bedeckt. Eher selten ist die totale Halbschattenfinsternis: Dabei tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein, jedoch nicht in den Kernschatten. Die Teile des Mondes, die dem Kernschatten am nächsten kommen, erscheinen wahrnehmbar dunkler. Bei der partiellen Halbschattenfinsternis taucht der Mond nur teilweise in den Halbschatten der Erde ein. Auch hier wird der Teil, der dem Kernschatten am nächsten liegt, etwas verdunkelt – dies war am 9. Februar der Fall. Eine totale Mondfinsternis kann bis zu 100 Minuten dauern und die gesamte Verfinsterung – vom Eintreten des Mondes in den Halbschatten der Erde bis zu seinem Wiederaustritt – bis zu dreieinhalb Stunden.
Wieso ist der Mond trotz totaler Mondfinsternis noch sichtbar?
Auch wenn der Mond bei einer totalen Finsternis vollkommen im Kernschatten der Erde liegt, lässt er sich noch schwach erkennen. Das von der Sonne kommende Licht wird in der dichten Erdatmosphäre teilweise in den geometrischen Schattenkegel umgelenkt. Da das kurzwellige blaue Sonnenlicht in der Erdatmosphäre stärker gestreut wird als das langwellige rote Licht, erscheint der verfinsterte Mond in einer braun-roten Färbung. Je nach Farbton und Intensität lassen sich Rückschlüsse auf die jeweiligen physikalischen Verhältnisse in den hohen Atmosphärenschichten der Erde zur Zeit der Mondfinsternis ziehen. Zum Beispiel kann nach heftigen Vulkanausbrüchen eine dunkle oder sehr dunkle Finsternis auftreten.
Anders als eine Sonnenfinsternis ist eine Mondfinsternis nicht nur von einem schmalen Streifen der Erde aus zu beobachten, auf dem es gerade Tag ist. Vielmehr lässt sich eine Verfinsterung von jedem beliebigen Ort auf der Nachtseite der Erde ausmachen, und sie sieht auch von überall gleich aus. Dies ist der Grund, weshalb Mondfinsternisse häufiger wahrzunehmen sind als die eigentlich öfter auftretenden Sonnenfinsternisse.
Anders als eine Sonnenfinsternis ist eine Mondfinsternis nicht nur von einem schmalen Streifen der Erde aus zu beobachten, auf dem es gerade Tag ist. Vielmehr lässt sich eine Verfinsterung von jedem beliebigen Ort auf der Nachtseite der Erde ausmachen, und sie sieht auch von überall gleich aus. Dies ist der Grund, weshalb Mondfinsternisse häufiger wahrzunehmen sind als die eigentlich öfter auftretenden Sonnenfinsternisse.
Die Mondfinsternis in der Geschichte
Seit jeher wurden Mondfinsternisse von den Menschen beobachtet. Die Verdunklung des Himmelskörpers lösten häufig Furcht und Schrecken aus, darum wurden sie dokumentiert und fanden Eingang in die Mythologie. Die Wikinger glaubten, ein Wolf jage den Mond, die Amazonas-Indianer dachten, dass ein Pfeil den Mond getroffen und verwundet habe und in China ging man davon aus, dass ein Drache den Mond verschlinge – weshalb die Mondknoten auch Drachenknoten genannt werden. Anhand dieser astronomischen Geschehnisse in Verbindung mit historischen Quellen lässt sich oftmals die Chronologie antiker Kulturen bestimmen. Der Saroszyklus, ein periodisches Auftreten von Mond- und Sonnenfinsternissen, war bereits im Altertum bekannt und diente Chaldäern und Babyloniern zur Vorhersage von Finsternissen.

