» M+E

Das Herz der Wirtschaft

Wofür steht eigentlich M+E? Die Metall- und Elektroindustrie bildet den Kern der deutschen Wirtschaft. Ein Überblick.

» THINK ING. Shop

Technikmuseen-Buch

Technikmuseen-Buch

Exklusiv im THINK ING. Shop: Wo Technik Spaß macht! Science Center und Technikmuseen in Deutschland 2012

» THINK ING. kompakt

Jeden Monat neue Infos

Jeden Monat neue Infos

kompakt informiert über Ingenieur- studium und -beruf. Stöbern Sie in der neuen Ausgabe oder im Archiv ...

» Materialbestellung

Informationsbroschüren

Informationsbroschüren

Ingenieur- Studiengänge eröffnen viele Perspektiven. Wie? THINK ING. Info-Material zeigt den Weg ...

» THINK ING. Shop

Werk über Felix Wankel

Werk über Felix Wankel

Das einzige Werk von Felix Wankel, dem Erfinder des Wankel-Motors, wurde als Faksimile mit Begleitband neu aufgelegt.

Zum Think-Ing. Forum

RSS-Feed abonnieren

Diese Seite drucken

Cassini-Mission

Sonde lüftet Rätsel um Schokoladenseite des Saturnmonds Iapetus

Seit über drei Jahrhunderten rätselten Wissenschaftler, wieso der Saturnmond Iapetus eine helle und eine dunkle Seite aufweist. Iapetus zeigt – wie andere Monde auch – dem Saturn immer nur die eine Seite. Die in Flugrichtung weisende Hemisphäre ist mit einer dunklen puderartigen Schicht bedeckt, die Heckseite ist in helles Wassereis gehüllt. Jetzt führte die Auswertung der Daten der Cassini-Mission zu einer schlüssigen Erklärung für das Rätsel der Helligkeitsunterschiede.

Demnach ist das Auftreffen von dunklem Material von außen auf Iapetus' Frontseite der Auslöser für eine leichte Abdunkelung und somit für eine Temperaturerhöhung dieser Hemisphäre. Dies wiederum bedingt offensichtlich, dass Wassereis hier verdunsten kann und sich in anderen, kälteren Regionen niederschlägt. Die durch den Eisverlust zunehmende Verdunklung der Oberflächen führt zu weiterer Erwärmung und somit zu verstärkter Verdunstung, bis das gesamte Oberflächeneis auf weiten Teilen der Bugseite verschwunden ist.
Grundlage für diese Erklärung sind Bild- und Temperaturdaten, die von Instrumenten der internationalen Saturn-Mission Cassini-Huygens aufgenommen und gemessen wurden. Diplom-Ingenieur Tilmann Denk, Cassini Imaging-Team Associate an der Freien Universität Berlin, erläutert: "Leichte Temperaturunterschiede begünstigen die Sublimation von Wassereis, vor allem auf der Bugseite. Dabei bleibt schwerflüchtiges, dunkles Material zurück, welches sich durch Sonneneinstrahlung weiter erwärmt. Der Prozess verstärkt sich selbst, und nach etwa ein bis zwei Milliarden Jahren sind die obersten Dezimeter praktisch eisfrei und sehr dunkel."

Bei der Erforschung der Saturnmonde sind die Berliner Wissenschaftler nicht nur an der Datenauswertung beteiligt, sondern auch federführend bei der Beobachtungsplanung. So wurden nahezu alle Kameraaufnahmen des Saturnmondes Iapetus und anderer Saturnmonde in Berlin geplant und vorbereitet.

Die Bilder zeigen, dass in eisbedeckten Regionen des Mondes dunkles Material Berghänge und Kraterwände bedeckt, welche in Richtung Äquator geneigt sind, während in Teilen der dunklen Hemisphäre helle Kraterränder existieren, die polwärts weisen. Diese Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass die Sonneneinstrahlung eine wesentliche Ursache für das Verschwinden von hellem Oberflächeneis in diesen Bereichen der Oberfläche darstellt.
"Ein solcher Effekt wird in ganz anderem Zusammenhang auch auf der Erde genutzt. Weinberge werden bei uns vor allem an Hängen angelegt, die nach Süden ausgerichtet sind, damit die Reben mehr Sonnenlicht erhalten. Derselbe Mechanismus wirkt auf Iapetus: Die dem Äquator zugewandten Berghänge erhalten mehr Sonnenlicht und somit Wärme, und dieser kleine Unterschied reicht interessanterweise aus, um das helle Oberflächeneis sublimieren zu lassen, sodass nur noch dunkles, eisfreies Material zurückbleibt," so Tilmann Denk. Dieser Effekt tritt selbst bei den dort herrschenden Temperaturen von etwa minus 150°C auf und lässt das Eis direkt ins Vakuum sublimieren – der Mond Iapetus hat keine Atmosphäre.

Saturns Eismonde

Mit Durchmessern von 400 bis 1.500 Kilometern gelten Rhea, Iapetus, Dione, Tethys, Enceladus und Mimas als typische Eismonde des äußeren Sonnensystems. Sie haben zumeist eine von Einschlagskratern übersäte, zum Teil über vier Milliarden Jahre alte Oberfläche. Während Iapetus mit zwei auffallend unterschiedlichen Hemisphären und einem bis zu 20 Kilometer hohen Bergrücken entlang seines Äquators fasziniert, zeigt Mimas auf einer Seite einen riesigen Krater – das Ergebnis eines Einschlags, welcher den Mond fast in zwei Teile zerriss.

Tethys wird von einem Grabenbruch namens Ithaca Chasma geprägt. Auf Dione fällt ein Muster heller, sehr feiner Linien aus blankem Wassereis auf, das tektonischen Ursprungs ist. Auf Rhea wurde ein heller Strahlenkrater identifiziert, der höchstens hundert Millionen Jahre alt ist. Enceladus wird wegen seiner noch heute andauernden geologischen Aktivität eine Sonderstellung eingeräumt: Der Mond ist vulkanisch aktiv und sprüht nahe des Südpols aus Eisspalten von bis zu 100 Kilometern Länge Eis- und Wasserpartikel in den leeren Weltraum. Wissenschaftler sprechen von Eis- oder Kryovulkanismus.

Die Cassini-Huygens Mission

Die Cassini-Huygens Mission zum Saturn ist ein gemeinschaftliches Projekt der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Italienischen Raumfahrtagentur ASI. Das bislang ehrgeizigste Projekt zur Erforschung des äußeren Sonnensystems startete am 15. Oktober 1997 in Cape Canaveral, von wo die Sonde Cassini-Huygens auf ihre fast siebenjährige Reise zum Planeten Saturn gebracht wurde. Sie ist benannt nach zwei Astronomen, die sich bereits im 17. Jahrhundert mit den Geheimnissen des Ringplaneten beschäftigten, Jean-Dominique Cassini und Christiaan Huygens.

Aufgabe der Raumsonde Cassini ist die Erforschung des Ringplaneten Saturn, seiner Atmosphäre, seiner Monde, seiner Ringe und seines Magnetfeldes. Die Mission besteht aus dem Cassini-Orbiter, der den zweitgrößten Planeten des Sonnensystems, seine Ringe und die zahlreichen Eismonde aus einer variablen Umlaufbahn beobachtet, sowie dem Atmosphären- und Landemodul Huygens, das in die Gashülle des bei weitem größten Saturnmondes Titan eindrang und auf dessen Oberfläche landete. Huygens wurde unter Leitung der europäischen Raumfahrtbehörde ESA entwickelt.

Mithilfe der Schwerkraft des Titans wird die Umlaufbahn der Cassini-Sonde ständig variiert. Dies ermöglicht die Untersuchung des Planeten, seines Magnetfelds, der Staubteilchen in der Umgebung und der Monde von allen Seiten und unter verschiedenen Winkeln und Sonnenständen. Durch die lange Missionsdauer können auch jahreszeitliche Veränderungen in der Saturn- und Titanatmosphäre beobachtet werden.

Mit 6,7 Metern Höhe und vier Metern Breite ist Cassini-Huygens die bisher größte Planetensonde. Das Startgewicht betrug 5.712 Kilogramm, wovon allein auf Treibstoff 3.132 Kilogramm entfielen. Der Orbiter wiegt 2.125 Kilogramm, die Huygens-Sonde weitere 320 Kilogramm. Am 1. Juli 2004 schwenkte Cassini in einem gewagten Manöver, bei dem zweimal die Ringebene in einer 30.000 Kilometer großen Lücke durchflogen wurde, in eine Saturnumlaufbahn ein. Seitdem umkreist die Sonde als künstlicher Trabant den Saturn. Huygens landete am 14. Januar 2005 auf dem Titan. Die Landung war die erste auf einem Körper des äußeren Sonnensystems überhaupt.

Wegen ihres großen Erfolgs wurde die ursprünglich bis Mitte 2008 geplante Mission von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zunächst bis September 2010 verlängert und heißt zurzeit Cassini Equinox Mission. Anschließend ist geplant, Cassini noch weitere sieben Jahre um Saturn kreisen zu lassen. Dabei soll sich die dann in Cassini Solstice Mission umgetaufte Mission vor allem auf die beiden spannenden Saturn-Monde Titan und Enceladus konzentrieren. Noch ist genügend Treibstoff an Bord, um alle notwendigen Manöver für die bis zum 15. September 2017 erforderlichen Kurskorrekturen durchzuführen. Dann soll die Sonde nach 294 Saturnumrundungen am späteren Nachmittag kontrolliert in den Planeten stürzen.

Weiterführende Links

15.05.2012 | 14:21:42

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

Thema: Berufsbild Facility Manager

Text: Hallo Frau Dang-Goy, ist Facility Management eigentlich eine sehr gefragte Ingenieursdisziplin? In welchen Branchen kann man nach dem Studium...

THINK ING. auf Facebook
»THINK ING.-Shop

Gewinner des Deutschen Computerspielpreises: ExperiMINTe

Video
» Internes

Datenschutz

Datenschutz

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zur Benutzung dieser Webseite

» Grafik des Monats

Hoher Ingenieurbedarf

Hoher Ingenieurbedarf

Der Gesamtbedarf an Ingenieuren steigt in den nächsten Jahren weiter an. Für immer mehr Positionen ist technisches Know-how erforderlich.