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Cassini-Mission
Sonde lüftet Rätsel um Schokoladenseite des Saturnmonds Iapetus
Demnach ist das Auftreffen von dunklem Material von außen auf Iapetus' Frontseite der Auslöser für eine leichte Abdunkelung und somit für eine Temperaturerhöhung dieser Hemisphäre. Dies wiederum bedingt offensichtlich, dass Wassereis hier verdunsten kann und sich in anderen, kälteren Regionen niederschlägt. Die durch den Eisverlust zunehmende Verdunklung der Oberflächen führt zu weiterer Erwärmung und somit zu verstärkter Verdunstung, bis das gesamte Oberflächeneis auf weiten Teilen der Bugseite verschwunden ist.
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Bei der Erforschung der Saturnmonde sind die Berliner Wissenschaftler nicht nur an der Datenauswertung beteiligt, sondern auch federführend bei der Beobachtungsplanung. So wurden nahezu alle Kameraaufnahmen des Saturnmondes Iapetus und anderer Saturnmonde in Berlin geplant und vorbereitet.
Die Bilder zeigen, dass in eisbedeckten Regionen des Mondes dunkles Material Berghänge und Kraterwände bedeckt, welche in Richtung Äquator geneigt sind, während in Teilen der dunklen Hemisphäre helle Kraterränder existieren, die polwärts weisen. Diese Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass die Sonneneinstrahlung eine wesentliche Ursache für das Verschwinden von hellem Oberflächeneis in diesen Bereichen der Oberfläche darstellt.
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Saturns Eismonde
Tethys wird von einem Grabenbruch namens Ithaca Chasma geprägt. Auf Dione fällt ein Muster heller, sehr feiner Linien aus blankem Wassereis auf, das tektonischen Ursprungs ist. Auf Rhea wurde ein heller Strahlenkrater identifiziert, der höchstens hundert Millionen Jahre alt ist. Enceladus wird wegen seiner noch heute andauernden geologischen Aktivität eine Sonderstellung eingeräumt: Der Mond ist vulkanisch aktiv und sprüht nahe des Südpols aus Eisspalten von bis zu 100 Kilometern Länge Eis- und Wasserpartikel in den leeren Weltraum. Wissenschaftler sprechen von Eis- oder Kryovulkanismus.
Die Cassini-Huygens Mission
Aufgabe der Raumsonde Cassini ist die Erforschung des Ringplaneten Saturn, seiner Atmosphäre, seiner Monde, seiner Ringe und seines Magnetfeldes. Die Mission besteht aus dem Cassini-Orbiter, der den zweitgrößten Planeten des Sonnensystems, seine Ringe und die zahlreichen Eismonde aus einer variablen Umlaufbahn beobachtet, sowie dem Atmosphären- und Landemodul Huygens, das in die Gashülle des bei weitem größten Saturnmondes Titan eindrang und auf dessen Oberfläche landete. Huygens wurde unter Leitung der europäischen Raumfahrtbehörde ESA entwickelt.
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Mithilfe der Schwerkraft des Titans wird die Umlaufbahn der Cassini-Sonde ständig variiert. Dies ermöglicht die Untersuchung des Planeten, seines Magnetfelds, der Staubteilchen in der Umgebung und der Monde von allen Seiten und unter verschiedenen Winkeln und Sonnenständen. Durch die lange Missionsdauer können auch jahreszeitliche Veränderungen in der Saturn- und Titanatmosphäre beobachtet werden.
Mit 6,7 Metern Höhe und vier Metern Breite ist Cassini-Huygens die bisher größte Planetensonde. Das Startgewicht betrug 5.712 Kilogramm, wovon allein auf Treibstoff 3.132 Kilogramm entfielen. Der Orbiter wiegt 2.125 Kilogramm, die Huygens-Sonde weitere 320 Kilogramm. Am 1. Juli 2004 schwenkte Cassini in einem gewagten Manöver, bei dem zweimal die Ringebene in einer 30.000 Kilometer großen Lücke durchflogen wurde, in eine Saturnumlaufbahn ein. Seitdem umkreist die Sonde als künstlicher Trabant den Saturn. Huygens landete am 14. Januar 2005 auf dem Titan. Die Landung war die erste auf einem Körper des äußeren Sonnensystems überhaupt.
Wegen ihres großen Erfolgs wurde die ursprünglich bis Mitte 2008 geplante Mission von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zunächst bis September 2010 verlängert und heißt zurzeit Cassini Equinox Mission. Anschließend ist geplant, Cassini noch weitere sieben Jahre um Saturn kreisen zu lassen. Dabei soll sich die dann in Cassini Solstice Mission umgetaufte Mission vor allem auf die beiden spannenden Saturn-Monde Titan und Enceladus konzentrieren. Noch ist genügend Treibstoff an Bord, um alle notwendigen Manöver für die bis zum 15. September 2017 erforderlichen Kurskorrekturen durchzuführen. Dann soll die Sonde nach 294 Saturnumrundungen am späteren Nachmittag kontrolliert in den Planeten stürzen.

