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© Kayser-Threde/vH&S/EADS Astrium/Mathias Pikelj/2009
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Know-how für den Weltraum – Made in Germany
Deutsche Firmen leisten bei der Entwicklung von Komponenten und Materialien für die Weltraumfahrt und die astronomische Forschung seit jeher einen wichtigen Beitrag – von den im europäischen Luft- und Raumfahrtriesen EADS aufgegangenen deutschen Traditionsunternehmen wie Dornier oder Messerschmidt, Bölkow, Blohm über große Aktiengesellschaften wie Zeiss, Jenoptik oder Schott bis hin zu kleinen, höchst spezialisierten und außerhalb der Fachwelt nahezu unbekannten Hightech-Unternehmen.
Carl Zeiss AG
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© Carl Zeiss AG
Planetariumsprojektor STARMASTER
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Auch an der Herstellung von Röntgenteleskopen ist Zeiss beteiligt. Für die NASA hat das Unternehmen beispielsweise einen höchst präzisen Abformkörper entwickelt, dessen Oberfläche auf wenige Atomlagen genau gefertigt wurde. Mit dem darauf basierenden Röntgenteleskop kann man bis zu 13 Milliarden Jahre zurück in die Vergangenheit des Universums schauen.
Freunden der Astronomie ist Zeiss aber noch in einem ganz anderen Zusammenhang bekannt: Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Planetarien. Zeiss-Planetarien finden sich auf allen fünf Kontinenten der Erde. Die Palette reicht von mobilen, digitalen Projektoren für das Kleinplanetarium bis hin zum Universarium, konzipiert für Kuppelgrößen von 35 Meter Durchmesser und bis zu 400 Zuschauern.
Schott AG
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© Schott AG
1968 - SCHOTT leitet mit ZERDUR Glaskeramik eine neue Ära von Teleskopspiegelträgern ein.
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Gefertigt war dieser Spiegelträger aus einem neuartigen Stoff mit einzigartigen Eigenschaften: Zerodur – ein Glaskeramik-Material, dessen Wärme-Ausdehnungskoeffizient nahezu null ist. Während sich fast jedes andere Material auf der Erde bei Wärme ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht, behält ein Körper aus Zerodur auch bei Temperaturschwankungen seine Form. Zudem ist Zerodur hervorragend schleif- und polierbar. Deswegen bestehen heute die Hauptkomponenten nahezu aller Großteleskope weltweit aus Glaskeramik.
Im Alltag ist das Material übrigens aus einem ganz anderen Zusammenhang bekannt: Unter dem Markennamen Ceran werden die hervorragenden thermischen Eigenschaften der Glaskeramik für die Anwendung als Kochfläche in der Küche genutzt.
Tesat
Der aus dem Telefunken-Konzern hervorgegangene mittelständische Betrieb aus Backnang bei Stuttgart hat sich auf die Nachrichtentechnik bei kommerziellen, aber auch beiForschungssatelliten spezialisiert. Bei den Signal-Verstärkern, ohne die ein Betrieb von Satelliten nicht denkbar wäre, stammt jeder zweite von Tesat. Rechnet man alle Geräte zusammen, arbeiten die Verstärker von Tesat im Weltall schon rund 100 Millionen Betriebsstunden lang.
Von Tesat entwickelten und gebauten Laser-Terminals gelang es im letzten Jahr, zwischen zwei mit rund 25.000 km/h aneinander vorbeifliegenden Satelliten eine Breitbandverbindung herzustellen und aufrechtzuerhalten. Hierbei wurde eine Übertragungsrate von 5,5 Gbit erzielt. Eine Geschwindigkeit, die ausreichen würde, um ca. 200 000 DIN-A4-Seiten pro Sekunde oder rund 400 DVDs pro Stunde zu übertragen.
Eine der großen Schwierigkeiten ist dabei, den Partnersatelliten mit dem Laserstrahl über eine Entfernung von bis zu 5000 km genau anzuvisieren. Das ist ungefähr so schwierig, als ob man versuchen würde, ein einzelnes Fenster eines hoch fliegenden Passagierflugzeugs anzupeilen und genau zu verfolgen.
Von Tesat entwickelten und gebauten Laser-Terminals gelang es im letzten Jahr, zwischen zwei mit rund 25.000 km/h aneinander vorbeifliegenden Satelliten eine Breitbandverbindung herzustellen und aufrechtzuerhalten. Hierbei wurde eine Übertragungsrate von 5,5 Gbit erzielt. Eine Geschwindigkeit, die ausreichen würde, um ca. 200 000 DIN-A4-Seiten pro Sekunde oder rund 400 DVDs pro Stunde zu übertragen.
Eine der großen Schwierigkeiten ist dabei, den Partnersatelliten mit dem Laserstrahl über eine Entfernung von bis zu 5000 km genau anzuvisieren. Das ist ungefähr so schwierig, als ob man versuchen würde, ein einzelnes Fenster eines hoch fliegenden Passagierflugzeugs anzupeilen und genau zu verfolgen.
OHB-System
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© OHB-System
Ein Fitness-Gerät für die Besatzung der International Weltraumstation ISS
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Einen wichtigen Beitrag lieferte OHB-System für das Leben in der Schwerelosigkeit. Astronauten sind während ihres Aufenthalts im Weltall verstärkt Muskel- und Knochenschwund sowie Kreislaufschwäche ausgesetzt. Um diesen Problemen vorzubeugen, muss regelmäßig Sport getrieben werden. Bei OHB wurde das FlyWheel entwickelt, ein Gerät, das im Gegensatz zu herkömmlichen Fitnessgeräten auch in der Schwerelosigkeit seine Wirkung zeigt.
Kayser-Threde GmbH
Das aus München stammende Hightech-Unternehmen arbeitet für Kunden aus Industrie, Regierung und Raumfahrtagenturen weltweit. Die Produktpalette reicht von der Raumfahrttechnik für bemannte und unbemannte Missionen, über Geräte und wissenschaftliche Anlagen für den Einsatz im Weltall – zum Beispiel in der ISS – bis hin zu Weltraumteleskopen und Kameras.
Für die im Mai gestarteten ESA-Satelliten Herschel und Planck lieferte Kayser-Threde PACS aus, eines der drei wissenschaftlichen Instrumente. Mit dem wahlweise als Spektro- oder Photometer zu betreibenden Gerät soll die Antwort auf viele grundlegende Fragen der astronomischen Forschung gefunden werden – von der Entstehung von Sternen über Planetensysteme und Galaxien hin zur Entwicklung des Universums.
Für die im Mai gestarteten ESA-Satelliten Herschel und Planck lieferte Kayser-Threde PACS aus, eines der drei wissenschaftlichen Instrumente. Mit dem wahlweise als Spektro- oder Photometer zu betreibenden Gerät soll die Antwort auf viele grundlegende Fragen der astronomischen Forschung gefunden werden – von der Entstehung von Sternen über Planetensysteme und Galaxien hin zur Entwicklung des Universums.
Von Hoerner & Sulger
Dass auch ein mittelständisches Unternehmen mit „nur“ 20 Mitarbeitern einen wichtigen Beitrag zur internationalen Raumfahrt leisten kann, beweist seit 35 Jahren von Hoerner & Sulger. Schwerpunkte sind die Entwicklung und Konzeption von wissenschaftlichen Raumfahrtinstrumenten sowie von Robotiksystemen und Fahrzeugen zur Erkundung von Planetenoberflächen.
Für die Rosetta-Mission der ESA steuerte vH&S das Staubspektrometer Cosima bei. 2014, wenn der Forschungssatellit nach rund 10 Jahren Reise sein Ziel erreicht haben wird, wird Cosima Staubproben nehmen und analysieren.
Für die Rosetta-Mission der ESA steuerte vH&S das Staubspektrometer Cosima bei. 2014, wenn der Forschungssatellit nach rund 10 Jahren Reise sein Ziel erreicht haben wird, wird Cosima Staubproben nehmen und analysieren.
EADS Astrium
Eine Aufzählung deutscher Firmen in der Raumfahrttechnik wäre nicht vollständig ohne den Namen EADS Astrium – auch, wenn es sich hier um das Tochterunternehmen eines europäischen Konzerns handelt. Der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist aus der Fusion französischer und spanischer Unternehmen mit der deutschen DASA (DaimlerChrysler Aerospace AG) hervorgegangen. Die DASA wiederum war bis zur Fusion das führende Unternehmen der deutschen Raumfahrtindustrie.
Heute beschäftigen Astrium und diverse Tochterunternehmen über 15.000 Mitarbeiter in ganz Europa. In Deutschland sind die Standorte unter anderem Backnang, Bremen, Friedrichshafen oder Rostock. Die Produktpalette reicht vom Bau und Betrieb von Satelliten, über die Entwicklung und den Bau der Ariane-Raketen oder der Columbus-Forschungsstation bis hin zu Machbarkeitsstudien zur Vorbereitung von Mondlandungen.
Von Sensoren für das automatische Andocken an die ISS über Systeme für die Regeneration der Atemluft in der Raumstation oder den für die Schwerelosigkeit optimierten „Münchener Weltraumstuhl“– die Liste der Beiträge deutscher Firmen zur Raumfahrt ließe sich fast nach Belieben verlängern. Rund 170 Mitglieder des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie beschäftigen ca. 93 000 hochqualifizierte Mitarbeiter in einer Branche, die durch Technologieführerschaft und internationalen Erfolg ein Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft geworden ist.
Heute beschäftigen Astrium und diverse Tochterunternehmen über 15.000 Mitarbeiter in ganz Europa. In Deutschland sind die Standorte unter anderem Backnang, Bremen, Friedrichshafen oder Rostock. Die Produktpalette reicht vom Bau und Betrieb von Satelliten, über die Entwicklung und den Bau der Ariane-Raketen oder der Columbus-Forschungsstation bis hin zu Machbarkeitsstudien zur Vorbereitung von Mondlandungen.
Von Sensoren für das automatische Andocken an die ISS über Systeme für die Regeneration der Atemluft in der Raumstation oder den für die Schwerelosigkeit optimierten „Münchener Weltraumstuhl“– die Liste der Beiträge deutscher Firmen zur Raumfahrt ließe sich fast nach Belieben verlängern. Rund 170 Mitglieder des Bundesverbands der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie beschäftigen ca. 93 000 hochqualifizierte Mitarbeiter in einer Branche, die durch Technologieführerschaft und internationalen Erfolg ein Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft geworden ist.

