» M+E

Das Herz der Wirtschaft

Wofür steht eigentlich M+E? Die Metall- und Elektroindustrie bildet den Kern der deutschen Wirtschaft. Ein Überblick.

» THINK ING. Shop

Technikmuseen-Buch

Technikmuseen-Buch

Exklusiv im THINK ING. Shop: Wo Technik Spaß macht! Science Center und Technikmuseen in Deutschland 2012

» THINK ING. kompakt

Jeden Monat neue Infos

Jeden Monat neue Infos

kompakt informiert über Ingenieur- studium und -beruf. Stöbern Sie in der neuen Ausgabe oder im Archiv ...

» Materialbestellung

Informationsbroschüren

Informationsbroschüren

Ingenieur- Studiengänge eröffnen viele Perspektiven. Wie? THINK ING. Info-Material zeigt den Weg ...

» THINK ING. Shop

Werk über Felix Wankel

Werk über Felix Wankel

Das einzige Werk von Felix Wankel, dem Erfinder des Wankel-Motors, wurde als Faksimile mit Begleitband neu aufgelegt.

Zum Think-Ing. Forum

RSS-Feed abonnieren

Diese Seite drucken

Mission zu den Anfängen des Universums

Die Rosetta-Raumsonde holt ein letztes Mal Schwung beim Flug zum Kometen

Am 13. November 2009 um 8:45 Uhr MEZ wird die Raumsonde Rosetta auf ihrem Weg zum Kometen Churyumov-Gerasimenko in einer Entfernung von etwas 2500 km das dritte Mal an der Erde vorbeifliegen. Durch einen nahen Vorbeiflug an einem Planeten, in diesem Fall am Erdball, holt sich die Sonde über dessen Gravitation den nötigen Schwung, um fast bis zur Bahn des Jupiter hinausfliegen zu können. Dort wird sich Rosetta dann nach zehnjähriger Reise und sieben Milliarden zurückgelegten Kilometern dem Kometen nähern. Ziel der Rosetta-Mission ist die Untersuchung von Kometen, um mehr über die Entstehung des Universums in Erfahrung zu bringen.
ESA-Raumsonde Rosetta mit der Landeeinheit Philae
ESA-Raumsonde Rosetta mit der Landeeinheit Philae
Da es auf der Erde keinen Raketenantrieb gibt, der ausreichend stark ist, um die Rosetta-Sonde auf dem kürzesten Weg zum Zielkometen zu bringen, muss sie eine Art Planetenbillard vollziehen, um auf die erwünschte hohe Fluggeschwindigkeit zu kommen. Die europäische Sonde fliegt in einem sogenannten Swing-by-Manöver dreimal an der Erde und einmal am Mars vorbei. Dabei überträgt sie jedes Mal ein wenig der Bahnbewegung der Planeten auf sich selbst, um so ihre eigene Geschwindigkeit zu erhöhen. Beim dritten und letzte Vorbeiflug an der Erde wird die Sonde noch einmal 3,6 km/s zu den gegenwärtigen 13,3 km/s hinzugewinnen. Für die Erde, die mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von rund 30 km/s durch das Weltall rast, ist die Beeinflussung durch den Vorbeiflug der Sonde äußerst minimal und nicht messbar.

„Rosetta ist eine Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2004 gestartet wurde“, berichtet Dr. Ekkehard Kührt, Wissenschaftler am Institut für Planetenforschung Asteroiden und Kometen am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Den Kometen wird die Raumsonde 2014 erreichen, dort ein Landemodul absetzen und zahlreiche Messungen durchführen. Unterwegs fliegt Rosetta nahe an zwei Asteroiden vorbei. „Vorrangiges Ziel der Mission ist es, die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Kometen zu untersuchen“, so Dr. Kührt. „Da diese sich seit ihrer Entstehung nur wenig verändert haben, gibt deren Zusammensetzung Hinweise auf die frühe Entwicklung des Sonnensystems.“

Deutsche Technik für Lander und Messinstrumente

Rosetta Lander-Kontrollzentrum
Rosetta Lander-Kontrollzentrum
Das DLR hat neben der Landeeinheit eine ganze Reihe von Instrumenten entwickelt – sie tragen die klangvollen Namen MUPUS, SESAME und ROLIS, hinter denen sich die Abkürzungen ihrer Funktionen verbergen. Zudem entstanden in Kooperation mit italienischen Kollegen Teile des Spektrometers VIRTIS.

VIRTIS (Visible and Infrared Imaging Spectrometer) ist ein Spektrometer auf der Rosetta-Sonde für den Spektralbereich von 0,25 bis 5 µm. Es soll Bilder vom Kometenkern schießen, aus denen sich auf die räumliche Verteilung der gefundenen Elemente schließen lässt. Ein Modul misst das Reflexionsvermögen der Kometenoberfläche im gesamten Wellenlängenbereich bei guter räumlicher Auflösung. Ziel der Messungen ist unter anderem die stoffliche Untersuchung der Bestandteile der Oberfläche des Kometenkerns.

ROLIS (Rosetta Lander Imaging System) besteht aus einer Panoramakamera zur Beobachtung von Strukturen der Kometenoberfläche während der Landephase des Rosetta-Landers sowie zur multispektralen Abbildung des Landeplatzes. Es kann außerdem mikroskopische Aufnahmen von speziellen Gebieten des Landeplatzes liefern.

MUPUS (Multi-Purpose Sensors for Surface and Subsurface Science) misst mit mehreren Sensoren die Oberflächentemperatur und oberflächennahen Temperaturprofile, die thermische Leitfähigkeit des Oberflächenmaterials sowie die Festigkeit und Dichte der Kometen-Materie.

SESAME (Surface Electric Sounding and Acoustic Monitoring Experiment) umfasst Sensoren zur Messung der akustischen und dielektrischen Eigenschaften des Kometenkerns und seiner oberflächennahen Struktur sowie einen Partikeleinschlag-Monitor.
Ingenieur Thomas Behnke vom Institut für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt planetare Sensorsysteme. Er hat am Kamerasystem ROLIS (Rosetta Lander Imaging System) mitgewirkt, das sich auf dem Lander Philae befindet. Eine große Herausforderung beim Bau des Kamerasystems waren die streng limitierten Masse- und Energieanforderungen des Landers. Bei ROLIS handelt es sich um zwei Komponenten – einen Kamerakopf, der Bilder während des Sinkflugs und nach der Landung liefert, sowie um ein elektronisches Imaging-System, das diese Bilder verarbeitet, komprimiert und zum Orbiter sendet.

„Der Lander wird bei der Ankunft beim Kometen separiert und landet auf dessen Oberfläche“, berichtet Thomas Behnke. „ROLIS liefert dabei die ersten Bilder während des Sinkflugs. Aufgrund der abnehmenden Entfernung zur Oberfläche entstehen Bilder mit steigender räumlicher Auflösung.“ Nach der Landung werden Bilder der Kometenoberfläche in Farbe erzeugt. Bevor dies möglich ist, muss eine Linse entfernt werden, die nur für die scharfen Bilder während des Sinkflugs zuständig ist. Der Kamerakopf funktioniert bei Temperaturen bis zu -150°C mit minimalem Leistungsverbrauch. Von den Bildern der Kometenoberfläche wird Auskunft über einen möglicherweise vorhandenen Staubmantel, eine Kometenkruste und freiliegendes Eis erwartet.

Kometen wie Churyumov-Gerasimenko, der durch die Rosetta-Mission aus nächster Nähe erforscht werden soll, bestehen aus nahezu unverändertem Material aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems. Durch die Untersuchung des Kometenkerns, im Besonderen durch die Landeeinheit, die neben Fotos auch Ergebnisse chemischer und mineralogischer Untersuchungen zur Erde senden wird, hofft man, die Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren besser verstehen zu können.

Weiterführende Links

15.05.2012 | 14:21:42

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

Thema: Berufsbild Facility Manager

Text: Hallo Frau Dang-Goy, ist Facility Management eigentlich eine sehr gefragte Ingenieursdisziplin? In welchen Branchen kann man nach dem Studium...

THINK ING. auf Facebook
»THINK ING.-Shop

Gewinner des Deutschen Computerspielpreises: ExperiMINTe

Video
» Internes

Datenschutz

Datenschutz

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zur Benutzung dieser Webseite

» Grafik des Monats

Hoher Ingenieurbedarf

Hoher Ingenieurbedarf

Der Gesamtbedarf an Ingenieuren steigt in den nächsten Jahren weiter an. Für immer mehr Positionen ist technisches Know-how erforderlich.