» M+E

Das Herz der Wirtschaft

Wofür steht eigentlich M+E? Die Metall- und Elektroindustrie bildet den Kern der deutschen Wirtschaft. Ein Überblick.

» THINK ING. Shop

Technikmuseen-Buch

Technikmuseen-Buch

Exklusiv im THINK ING. Shop: Wo Technik Spaß macht! Science Center und Technikmuseen in Deutschland 2012

» THINK ING. kompakt

Jeden Monat neue Infos

Jeden Monat neue Infos

kompakt informiert über Ingenieur- studium und -beruf. Stöbern Sie in der neuen Ausgabe oder im Archiv ...

» Materialbestellung

Informationsbroschüren

Informationsbroschüren

Ingenieur- Studiengänge eröffnen viele Perspektiven. Wie? THINK ING. Info-Material zeigt den Weg ...

» THINK ING. Shop

Werk über Felix Wankel

Werk über Felix Wankel

Das einzige Werk von Felix Wankel, dem Erfinder des Wankel-Motors, wurde als Faksimile mit Begleitband neu aufgelegt.

Zum Think-Ing. Forum

RSS-Feed abonnieren

Diese Seite drucken

„Mich haben schon immer Geräte fasziniert, die das Leben einfacher machen“

Marion Bartsch leitet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Kölner Institut für Werkstoff-Forschung ein siebenköpfiges Team. Gemeinsam untersuchen sie Werkstoffe, die extrem hohen Temperaturen und mechanischen Belastungen Stand halten, möglichst leicht sind und sich dadurch besonders für die Luft- und Raumfahrttechnik eignen.
Wie würden Sie Ihr Arbeitsgebiet umreißen?

Ich arbeite in der Werkstoffcharakterisierung und -modellierung. Mit meiner Arbeitsgruppe entwickle ich experimentelle und numerische Methoden für die Werkstoffforschung. Allem voran untersuchen wir metallische und keramische Werkstoffe für den Einsatz bei hohen Temperaturen und für den Leichtbau. Dazu zählen Nickelbasislegierungen mit hauchdünnen, keramischen Wärmedämmschichten für Flugzeugturbinen, keramische Faserverbundwerkstoffe für die thermische Isolierung von Brennkammern in Turbinen oder als Verkleidung von Raumfahrzeugen und hochfeste Aluminiumlegierungen für Strukturen von Luft- und Raumfahrzeugen. Die Erkenntnisse, die von uns gewonnen werden, dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung von Materialien für die Luft- und Raumfahrt.
Thermomechanische Werkstoffprüfung
Ziel ist es, mithilfe der von uns entwickelten numerischen Modelle, das Verhalten von Werkstoffen unter komplexen Bedingungen zu beschreiben und voraussagen zu können. In einem Berechnungsmodell lassen sich einzelne Parameter, wie zum Beispiel der mikroskopische Aufbau eines Werkstoffs, beschreiben, im Computer verändern und damit das Verhalten des so veränderten Werkstoffs unter bestimmten Beanspruchungen vorhersagen. Solche Berechnungen oder virtuellen Experimente kosten weniger Zeit und Geld als die Herstellung von Materialproben und reale Laborexperimente. Die Berechnungen helfen bei der Frage, in welche Richtung die Materialentwicklung im Labor gehen soll und welche Experimente die meisten Erkenntnisse versprechen. Im Zusammenspiel numerischer und experimenteller Methoden macht es Spaß zu sehen: Mein Modell ist so gut aufgebaut, dass es in dem entsprechenden Bereich tatsächlich gültig ist.


Arbeiten Sie mit Ingenieuren anderer Fachbereiche zusammen? Wenn ja, mit welchen?

Wir arbeiten mit allen Instituten des DLR zusammen, die Werkstoffe entwickeln und einsetzen. Dazu zählt beispielsweise das Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung in Stuttgart, in dem unter anderem Thermalschutzsysteme für Raumfahrzeuge und Komponenten für Raketenmotoren entwickelt werden. Die Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Teams kommen aus sehr verschiedenen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen, zum Beispiel Werkstoffwissenschaft, Physik, Chemie, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Mineralogie. In den konkreten Projekten ist die unterschiedliche Expertise sehr wertvoll.
Werkstoffprobe für thermomechanische Prüfung mit Thermoelement zur Temperaturmessung
Was hat Sie zum Ingenieurstudium motiviert? Gab es eine besondere Inspiration, zum Beispiel einen Jugendtraum, sich gerade für diese Ausbildung zu entscheiden?

Bereits als Kind durfte ich dabei sein, wenn meine Eltern das Bügeleisen oder den mechanischen Wecker repariert haben – oder ich durfte einfach auseinandernehmen, was nicht mehr zu retten war. Während der Schulzeit habe ich mich für alles interessiert, was mit Naturwissenschaft und Technik zu tun hatte. Und mich haben schon immer Geräte und Maschinen fasziniert, die das Leben einfacher machen.

Wie sahen Ihre Ausbildung und Ihr beruflicher Werdegang aus?

Als Schülerin habe ich mich über verschiedene natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge informiert. Ich fand das Maschinenbaustudium besonders interessant, da es ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten bietet, die man später ergreifen kann. Für die Werkstoffforschung wären auch andere Studiengänge als Einstieg möglich gewesen – an erster Stelle natürlich die Werkstoffwissenschaft, aber auch die Luft- und Raumfahrttechnik oder die Chemie. Die ersten Semester im Maschinenbau und in der Luft- und Raumfahrttechnik unterscheiden sich übrigens kaum.
Marion Bautsch
Zu den Hobbys der Ingenieurin Marion Bartsch gehören Segelfliegen sowie Reisen nach Nord- und Südamerika, Japan und Australien
Ich schrieb meine Doktorarbeit zum mechanischen Verhalten von keramischen Werkstoffen an der Technischen Hochschule Darmstadt im Bereich Materialwissenschaften. Seit 1996 arbeite ich am DLR in Köln, wo ich 2001 mit der Leitung einer kleineren Gruppe betraut wurde. Seit mittlerweile drei Jahren leite ich die Gruppe ‚Experimentelle und numerische Methoden’, die sich gerade zu einer größeren Abteilung entwickelt. Meine Arbeit besteht noch zu einem großen Teil aus Forschung, meist gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Team. Viel Zeit investiere ich daneben in Forschungsanträge, um zusätzliche Mittel für unsere Forschungsthemen einzuwerben. Zu meinem Job gehört es, günstige Arbeitsbedingungen für mein Team zu schaffen – also gute technische Ausstattung mit ausreichend Rechnerleistung und experimentellen Einrichtungen, finanzielle Mittel für die Teilnahme an Kongressen, Aufbau und Pflege von Kontakten zu Hochschulinstituten und Industriepartnern etc. Für administrative Aufgaben wende ich etwa 10 bis 15 % meiner Arbeitszeit auf. Vielleicht kann ich jetzt nicht mehr so tief in ein Thema einsteigen wie früher, aber ich habe die Gruppenleitung angestrebt und daher mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Es war gut, nach und nach in die Personalverantwortung hineinzuwachsen. Ich hatte Zeit, Erfahrungen durch eigene Forschungs- und Projektarbeit zu machen, sodass ich für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch fachlich Gesprächspartnerin bin und neue Teammitglieder inhaltlich anleiten kann.
Waren Sie in der Schule in Mathematik und Physik immer eine 1er-Kandidatin?

Das hing tatsächlich immer sehr vom Lehrer ab. In Mathe hatte ich bei einer Lehrerin eine 1 und im darauffolgenden Jahr bei einem anderen Lehrer eine 5. Später im Studium wurde genau dieses Teilgebiet der Mathematik wieder mein Lieblingsfach.
Welche persönlichen Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach hilfreich für den Ingenieurberuf?

Auf jeden Fall eine gute Portion Neugier. Die Liebe zum Detail ist vielleicht gar nicht so wichtig wie die Einordnung der Details in den Gesamtzusammenhang. Ein Beispiel: Es nutzt wenig, wenn ich einen Werkstoff für ein Turbinenbauteil so optimiere, dass er bei hohen Temperaturen eine extrem hohe mechanische Festigkeit hat, wenn er unter Betriebsbedingungen innerhalb kurzer Zeit oxidiert oder bei Temperaturwechseln wie Glas spröde bricht. Der Blick über das eigene Fachgebiet hinaus hilft bei der Bewertung der eigenen Ergebnisse – ebenso wie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen oft erst außergewöhnlich gute Ergebnisse möglich macht. In diesem Zusammenhang ist Teamgeist eine wichtige Eigenschaft. Wenn ich an mein Studium zurückdenke, hatten gerade die ersten Semester mein Durchhaltevermögen auf die Probe gestellt. In den Grundlagenfächern wird häufig nicht klar vermittelt, wofür das später im Beruf gut sein soll. Gerade in der Mathematik dachte ich damals, das ist reiner Selbstzweck. Auf der anderen Seite hatte ich eine Vorstellung, wie ich später als Ingenieurin arbeiten will. Diese Vision hat mir geholfen, auch die Prüfungen in den ungeliebten Fächern hinter mich zu bringen.

Welche Tipps würden Sie Schülern geben, die sich für den Ingenieurberuf interessieren?

Sie sollten sich Einblicke in das konkrete Berufsleben verschaffen. Wer nicht zufällig Verwandte oder Bekannte befragen kann, sollte zum Beispiel die Möglichkeit von Praktika wahrnehmen. Das DLR nimmt kontinuierlich Schülerpraktikanten auf, die in unterschiedliche Abteilungen Einblick nehmen können – ob das jetzt die Materialphysik im Weltraum ist oder die Strömungsmechanik der Flugzeugantriebe. Dabei kann auch mit falschen Vorstellungen aufgeräumt werden. Sie werden wahrscheinlich sehen, dass hier keine Tüftler im stillen Kämmerlein vor sich hinforschen, sondern dass sehr viel im Team passiert. Auch der alle zwei Jahre stattfindende Tag der Raumfahrt ist eine gute Möglichkeit, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu treffen und zu befragen.

Berufsanfängern würde ich mit auf den Weg geben, neben dem Job für einen Ausgleich zu sorgen – durch Hobbys oder durch Freunde, die ganz anderen Tätigkeiten nachgehen. Es ist weder für einen selbst noch für die Arbeit gut, sich in seinem Beruf zu verausgaben.

15.05.2012 | 14:21:42

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

Thema: Berufsbild Facility Manager

Text: Hallo Frau Dang-Goy, ist Facility Management eigentlich eine sehr gefragte Ingenieursdisziplin? In welchen Branchen kann man nach dem Studium...

THINK ING. auf Facebook
»THINK ING.-Shop

Gewinner des Deutschen Computerspielpreises: ExperiMINTe

Video
» Internes

Datenschutz

Datenschutz

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zur Benutzung dieser Webseite

» Grafik des Monats

Hoher Ingenieurbedarf

Hoher Ingenieurbedarf

Der Gesamtbedarf an Ingenieuren steigt in den nächsten Jahren weiter an. Für immer mehr Positionen ist technisches Know-how erforderlich.