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© DLR
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„Mich haben schon immer Geräte fasziniert, die das Leben einfacher machen“
Marion Bartsch leitet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Kölner Institut für Werkstoff-Forschung ein siebenköpfiges Team. Gemeinsam untersuchen sie Werkstoffe, die extrem hohen Temperaturen und mechanischen Belastungen Stand halten, möglichst leicht sind und sich dadurch besonders für die Luft- und Raumfahrttechnik eignen.
Wie würden Sie Ihr Arbeitsgebiet umreißen?
Ich arbeite in der Werkstoffcharakterisierung und -modellierung. Mit meiner Arbeitsgruppe entwickle ich experimentelle und numerische Methoden für die Werkstoffforschung. Allem voran untersuchen wir metallische und keramische Werkstoffe für den Einsatz bei hohen Temperaturen und für den Leichtbau. Dazu zählen Nickelbasislegierungen mit hauchdünnen, keramischen Wärmedämmschichten für Flugzeugturbinen, keramische Faserverbundwerkstoffe für die thermische Isolierung von Brennkammern in Turbinen oder als Verkleidung von Raumfahrzeugen und hochfeste Aluminiumlegierungen für Strukturen von Luft- und Raumfahrzeugen. Die Erkenntnisse, die von uns gewonnen werden, dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung von Materialien für die Luft- und Raumfahrt.
Ich arbeite in der Werkstoffcharakterisierung und -modellierung. Mit meiner Arbeitsgruppe entwickle ich experimentelle und numerische Methoden für die Werkstoffforschung. Allem voran untersuchen wir metallische und keramische Werkstoffe für den Einsatz bei hohen Temperaturen und für den Leichtbau. Dazu zählen Nickelbasislegierungen mit hauchdünnen, keramischen Wärmedämmschichten für Flugzeugturbinen, keramische Faserverbundwerkstoffe für die thermische Isolierung von Brennkammern in Turbinen oder als Verkleidung von Raumfahrzeugen und hochfeste Aluminiumlegierungen für Strukturen von Luft- und Raumfahrzeugen. Die Erkenntnisse, die von uns gewonnen werden, dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung von Materialien für die Luft- und Raumfahrt.
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© DLR
Thermomechanische Werkstoffprüfung
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Arbeiten Sie mit Ingenieuren anderer Fachbereiche zusammen? Wenn ja, mit welchen?
Wir arbeiten mit allen Instituten des DLR zusammen, die Werkstoffe entwickeln und einsetzen. Dazu zählt beispielsweise das Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung in Stuttgart, in dem unter anderem Thermalschutzsysteme für Raumfahrzeuge und Komponenten für Raketenmotoren entwickelt werden. Die Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Teams kommen aus sehr verschiedenen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen, zum Beispiel Werkstoffwissenschaft, Physik, Chemie, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Mineralogie. In den konkreten Projekten ist die unterschiedliche Expertise sehr wertvoll.
Wir arbeiten mit allen Instituten des DLR zusammen, die Werkstoffe entwickeln und einsetzen. Dazu zählt beispielsweise das Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung in Stuttgart, in dem unter anderem Thermalschutzsysteme für Raumfahrzeuge und Komponenten für Raketenmotoren entwickelt werden. Die Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Teams kommen aus sehr verschiedenen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen, zum Beispiel Werkstoffwissenschaft, Physik, Chemie, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Mineralogie. In den konkreten Projekten ist die unterschiedliche Expertise sehr wertvoll.
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© DLR
Werkstoffprobe für thermomechanische Prüfung mit Thermoelement zur Temperaturmessung
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Bereits als Kind durfte ich dabei sein, wenn meine Eltern das Bügeleisen oder den mechanischen Wecker repariert haben – oder ich durfte einfach auseinandernehmen, was nicht mehr zu retten war. Während der Schulzeit habe ich mich für alles interessiert, was mit Naturwissenschaft und Technik zu tun hatte. Und mich haben schon immer Geräte und Maschinen fasziniert, die das Leben einfacher machen.
Wie sahen Ihre Ausbildung und Ihr beruflicher Werdegang aus?
Als Schülerin habe ich mich über verschiedene natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge informiert. Ich fand das Maschinenbaustudium besonders interessant, da es ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten bietet, die man später ergreifen kann. Für die Werkstoffforschung wären auch andere Studiengänge als Einstieg möglich gewesen – an erster Stelle natürlich die Werkstoffwissenschaft, aber auch die Luft- und Raumfahrttechnik oder die Chemie. Die ersten Semester im Maschinenbau und in der Luft- und Raumfahrttechnik unterscheiden sich übrigens kaum.
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Zu den Hobbys der Ingenieurin Marion Bartsch gehören Segelfliegen sowie Reisen nach Nord- und Südamerika, Japan und Australien
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Es war gut, nach und nach in die Personalverantwortung hineinzuwachsen. Ich hatte Zeit, Erfahrungen durch eigene Forschungs- und Projektarbeit zu machen, sodass ich für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch fachlich Gesprächspartnerin bin und neue Teammitglieder inhaltlich anleiten kann.
Waren Sie in der Schule in Mathematik und Physik immer eine 1er-Kandidatin?
Das hing tatsächlich immer sehr vom Lehrer ab. In Mathe hatte ich bei einer Lehrerin eine 1 und im darauffolgenden Jahr bei einem anderen Lehrer eine 5. Später im Studium wurde genau dieses Teilgebiet der Mathematik wieder mein Lieblingsfach.
Das hing tatsächlich immer sehr vom Lehrer ab. In Mathe hatte ich bei einer Lehrerin eine 1 und im darauffolgenden Jahr bei einem anderen Lehrer eine 5. Später im Studium wurde genau dieses Teilgebiet der Mathematik wieder mein Lieblingsfach.
Welche persönlichen Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach hilfreich für den Ingenieurberuf?
Auf jeden Fall eine gute Portion Neugier. Die Liebe zum Detail ist vielleicht gar nicht so wichtig wie die Einordnung der Details in den Gesamtzusammenhang. Ein Beispiel: Es nutzt wenig, wenn ich einen Werkstoff für ein Turbinenbauteil so optimiere, dass er bei hohen Temperaturen eine extrem hohe mechanische Festigkeit hat, wenn er unter Betriebsbedingungen innerhalb kurzer Zeit oxidiert oder bei Temperaturwechseln wie Glas spröde bricht. Der Blick über das eigene Fachgebiet hinaus hilft bei der Bewertung der eigenen Ergebnisse – ebenso wie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen oft erst außergewöhnlich gute Ergebnisse möglich macht. In diesem Zusammenhang ist Teamgeist eine wichtige Eigenschaft. Wenn ich an mein Studium zurückdenke, hatten gerade die ersten Semester mein Durchhaltevermögen auf die Probe gestellt. In den Grundlagenfächern wird häufig nicht klar vermittelt, wofür das später im Beruf gut sein soll. Gerade in der Mathematik dachte ich damals, das ist reiner Selbstzweck. Auf der anderen Seite hatte ich eine Vorstellung, wie ich später als Ingenieurin arbeiten will. Diese Vision hat mir geholfen, auch die Prüfungen in den ungeliebten Fächern hinter mich zu bringen.
Auf jeden Fall eine gute Portion Neugier. Die Liebe zum Detail ist vielleicht gar nicht so wichtig wie die Einordnung der Details in den Gesamtzusammenhang. Ein Beispiel: Es nutzt wenig, wenn ich einen Werkstoff für ein Turbinenbauteil so optimiere, dass er bei hohen Temperaturen eine extrem hohe mechanische Festigkeit hat, wenn er unter Betriebsbedingungen innerhalb kurzer Zeit oxidiert oder bei Temperaturwechseln wie Glas spröde bricht. Der Blick über das eigene Fachgebiet hinaus hilft bei der Bewertung der eigenen Ergebnisse – ebenso wie die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen oft erst außergewöhnlich gute Ergebnisse möglich macht. In diesem Zusammenhang ist Teamgeist eine wichtige Eigenschaft. Wenn ich an mein Studium zurückdenke, hatten gerade die ersten Semester mein Durchhaltevermögen auf die Probe gestellt. In den Grundlagenfächern wird häufig nicht klar vermittelt, wofür das später im Beruf gut sein soll. Gerade in der Mathematik dachte ich damals, das ist reiner Selbstzweck. Auf der anderen Seite hatte ich eine Vorstellung, wie ich später als Ingenieurin arbeiten will. Diese Vision hat mir geholfen, auch die Prüfungen in den ungeliebten Fächern hinter mich zu bringen.
Welche Tipps würden Sie Schülern geben, die sich für den Ingenieurberuf interessieren?
Sie sollten sich Einblicke in das konkrete Berufsleben verschaffen. Wer nicht zufällig Verwandte oder Bekannte befragen kann, sollte zum Beispiel die Möglichkeit von Praktika wahrnehmen. Das DLR nimmt kontinuierlich Schülerpraktikanten auf, die in unterschiedliche Abteilungen Einblick nehmen können – ob das jetzt die Materialphysik im Weltraum ist oder die Strömungsmechanik der Flugzeugantriebe. Dabei kann auch mit falschen Vorstellungen aufgeräumt werden. Sie werden wahrscheinlich sehen, dass hier keine Tüftler im stillen Kämmerlein vor sich hinforschen, sondern dass sehr viel im Team passiert. Auch der alle zwei Jahre stattfindende Tag der Raumfahrt ist eine gute Möglichkeit, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu treffen und zu befragen.
Berufsanfängern würde ich mit auf den Weg geben, neben dem Job für einen Ausgleich zu sorgen – durch Hobbys oder durch Freunde, die ganz anderen Tätigkeiten nachgehen. Es ist weder für einen selbst noch für die Arbeit gut, sich in seinem Beruf zu verausgaben.
Sie sollten sich Einblicke in das konkrete Berufsleben verschaffen. Wer nicht zufällig Verwandte oder Bekannte befragen kann, sollte zum Beispiel die Möglichkeit von Praktika wahrnehmen. Das DLR nimmt kontinuierlich Schülerpraktikanten auf, die in unterschiedliche Abteilungen Einblick nehmen können – ob das jetzt die Materialphysik im Weltraum ist oder die Strömungsmechanik der Flugzeugantriebe. Dabei kann auch mit falschen Vorstellungen aufgeräumt werden. Sie werden wahrscheinlich sehen, dass hier keine Tüftler im stillen Kämmerlein vor sich hinforschen, sondern dass sehr viel im Team passiert. Auch der alle zwei Jahre stattfindende Tag der Raumfahrt ist eine gute Möglichkeit, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu treffen und zu befragen.
Berufsanfängern würde ich mit auf den Weg geben, neben dem Job für einen Ausgleich zu sorgen – durch Hobbys oder durch Freunde, die ganz anderen Tätigkeiten nachgehen. Es ist weder für einen selbst noch für die Arbeit gut, sich in seinem Beruf zu verausgaben.
Interview mit Ulf MerboldMaschinenbau / Luft- und Raumfahrttechnik - Florian Linke - DiplomVerkehrswesen / Luft- und Raumfahrttechnik - Michael Kunzke - DiplomAstronauten-TrainingLuftfahrtingenieurLuft- und Raumfahrttechnik - Andrea Münzing - DiplomInterview mit Thomas ReiterKathryn Patricia HireLuft- und RaumfahrtDeutsche Technik für die Weltraumfahrt

