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© Frank Preuß/Evonik
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Ingenieure an Bord
Mit Andreas Penkner und Matthias Flach sitzen zwei angehende Ingenieure im deutschen Ruder-Flaggschiff, dem Deutschland-Achter
Der Deutschland-Achter, das Flaggschiff der deutschen Ruder-Nationalmannschaft, hat zwei angehende Ingenieure an Bord. Auch wenn Andreas Penkner (25, im Bild oben 2. von rechts) und Matthias Flach (25, 3. von links) durch ihr Studium über technisches Hintergrundwissen verfügen, ist im Boot selbst vorwiegend ihre Muskelkraft gefragt. Dennoch gibt es einige Verbindungen zwischen Studium und Sport, die den Beiden helfen. „Ich habe mir schon viele Gedanken darüber gemacht, wie man die Kraft am besten in den Ruderschlag umsetzen kann – und das hat schon was gebracht“, erzählte Andreas Penkner, der den Achter in Peking als Schlagmann anführen wird.
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© Carsten Oberhagemann
Matthias Flach.
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Auch Andreas Penkner, der als Kind und Jugendlicher schon gern ferngesteuerte Modellflugzeuge und auch ein Meter langes Bootsmodell aus Kohlefaser im Maßstab von 1:8 gebaut hat, tüftelt gern mit der Mannschaft am Boot herum, um vielleicht doch noch die ein oder andere Zehntel Sekunden herauszuholen: Mit der Messboottechnik wird ohnehin ständig die Rudertechnik und Abstimmung verfeinert. Aber jetzt hat sich die Achtercrew zusätzlich Gedanken zur Blattform des Riemens gemacht, etwas abgesägt und angeschliffen; und auch wie bei Surfbrettern üblich mal eine Kohlefaser-Finne getestet – alles aber wieder weggelegt: In Peking werden die bisherigen Riemen und die Finne aus Aluminium eingesetzt.
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Andreas Penkner.
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Der Maschinenbau-Student Penkner, der vom Bodensee (Radolfzell) stammt, hat sein Vordiplom an der Universität Dortmund nahe des Achter-Heimathafens am Dortmund-Ems-Kanal in der Regelstudienzeit von vier Semestern abgeschlossen und wird im Herbst nach den Spielen in Peking und einem längeren Rucksack-Urlaub in Australien an die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen wechseln. Flach - der Zwei-Meter-Modellathlet hat im so genannten Maschinenraum in der Mitte des Achters seinen Platz - studiert Umwelt- und Ressourcenmanagement an der Ruhr-Universität in Bochum. Ihn fasziniert daran besonders der Bereich Werkstoffe: „Das umfasst alles. Von Holz bis Metall sind alle Werkstoffe wichtig, ob bei der Produktion von Automobilen oder im Flugzeugbau“, erzählte der gebürtige Rostocker Flach und begründete seine Studienwahl: „Es ist gerade in der heutigen Zeit wichtig, dass man immer die ökologische und ökonomische Komponente im Blick hat. Es ist gut etwas zu schaffen, was so wenige Nachteile wie möglich erzeugt. Auf Nachhaltigkeit habe ich schon immer viel Wert gelegt.“
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© Carsten Oberhagemann
Matthias Flach in verschiedenen Momenten seines Rudererlebens: im Zweier, im Kraftraum, mit Freundin Magdalena Schmude, die ebenfalls in Peking dabei ist, und in Siegerpose.
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In diesem Jahr musste bei beiden für den Olympia-Traum das Studium in den Hintergrund rücken. Denn der Deutsche Ruderverband hatte seinen Athleten aus dem Top-Team-Peking nahe gelegt, das Studium für ein Jahr (weitestgehend) ruhen zu lassen. Denn die intensive Olympiavorbereitung lässt den Sportlern nur wenig Spielraum für weitere Betätigungsfelder. „Sport und Studium sind sehr zeitintensiv, da kommt man schon mal auf eine 80-Stunden-Woche“, sagte Penkner. Diese teilt sich dann auf in 30 Stunden Training, 30 Stunden Vorlesung und 20-30 Stunden Übungen, Projekte und das Lernen für Klausuren. Sein Tipp: „Man darf sich nicht verzetteln und muss sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Wenn ich an der Uni bin, denke ich nur ans Studium; und auf dem Regattaplatz konzentriere ich mich aufs Rudern. Nur so ist es möglich, an der Universität und beim Rudern erfolgreich zu sein.“ Hilfreich ist zudem eine Kooperation des Ruderverbandes mit den Universitäten Dortmund und Bochum, die den Leistungssportlern gestattet, Klausuren in Trainingslagern – natürlich unter Aufsicht - zu schreiben und Bücher länger als gewöhnlich aus den Bibliotheken auszuleihen.
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Der Deutschland-Achter, hier nach Platz zwei beim Weltcup in Posen, will auch in Peking aufs Treppchen und eine Medaille gewinnen.
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"Nur Sport geht auch nicht"
In diesem Olympiajahr haben sie aber trotzdem noch was nebenbei gemacht. Penkner hat eine Studienarbeit über Turbolader in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei der Voith AG geschrieben: „Nur Sport geht auch nicht. Es ist wichtig, noch etwas nebenbei zu machen.“ Flach hat seit Herbst vergangenen Jahres auch nicht alles ruhen lassen und noch zwei Klausuren geschrieben. Er befindet sich im sechsten Semester und will nach Peking das Vordiplom abschließen. „Du bist vom Training erschöpft, musst dich oft allein vorbereiten. Auf die Semesterzahl schaue ich deshalb nicht, das müssen auch die Personalabteilungen berücksichtigen, wenn im Lebenslauf eine Olympiateilnahme aufgeführt ist.“
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Die Deutschland farbenen Riemen voraus: Im Deutschland-Achter sind Andreas Penkner (rechts) und Matthias Flach (3. von links) eine feste Größe.
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Geld verdienen kann man – zumindest in Deutschland – mit dem Rudersport nicht. Penkner: „Es ist ein intensives Hobby und soll auch die schönste Nebensache der Welt bleiben.“ Umso wichtiger ist es, dass sie parallel ihre berufliche Karriere vorantreiben. Beide wollen später gerne in der Forschung arbeiten. Berufsziel von Matthias Flach ist die Werkstoffforschung. „Bei Windkraftanlagen gibt es viele Probleme, hier versagen sehr oft die Kugellager. Das zum Beispiel muss dringend verbessert werden.“ Darum will er ab Herbst auch gerne im renommierten Forschungsbereich in der Fakultät Werkstoffprüfung/Werkstoffanwendung der Ruhr-Universität Bochum als wissenschaftliche Hilfskraft arbeiten.
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Impressionen des Ruderers Andreas Penkner: Missgeschick bei der WM 2007 in München, als sein Partner den Riemen durchbrach; Schuften im Kraftraum, lässig an der Regattastrecke; konzentriert vor dem Start.
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Im Herbst legt Penkner eine sportliche Auszeit ein und konzentriert sich dann voll auf seine berufliche Karriereplanung: Im Bereich Energietechnik setzt Penkner auf den Schwerpunkt Turbomaschinen und Strahlenantrieb – und will sich hier besonders in die Entwicklung von Flugzeugturbinen und Raketentechnik vertiefen. Diese spezielle Fachrichtung kann man außerdem nur noch in Braunschweig, Berlin und München studieren. „Aachen hat aber den besten Ruf in Sachen Maschinenbau, ist eine sehr schöne Stadt und außerdem kann ich hier mit meiner Freundin – sie studiert in Köln Englisch und Deutsch auf Lehramt – zusammenziehen“, so Penkner.
Homepage des Deutschland-Achters
Ruderer verkabelt und vermessen
Interne Links
Im Nachfolgenden finden Sie einige zum Artikel passende Informationen aus den Fachbereichen der Sportler auf think.ing.de: entsprechende Tätigkeitsfelder, Fachrichtungen, Job- und Studentenprofile.
Profile von Ingenieuren und Studenten
Dr.-Ing. Oliver Buchholz - Projektleiter HochwasservorhersageWasserkrafttechnologieDie Kraft des WassersDie enorme Kraft der WellenWasserbau, Wasser-, Abwasser- und AbfallwirtschaftErneuerbare EnergienAquatic Center Wasserbau - Jochen Hack - DiplomStahl im WasserDr.-Ing. Mekuria Beyene - Water Resources Modeler

