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© Boeing / Lufthansa; photocase
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Ob Dressurpferd oder Ruderboot – fast alles fliegt auf Peking
Die tonnenschwere Ausrüstung der Olympia-Mannschaften reist auf ganz unterschiedlichen Wegen
Tja, die Olympischen Spiele sind schon Wahnsinn. 10.500 Athleten aus 205 verschiedenen Nationen. Und die Gastgeberstadt Peking ist flächenmäßig so groß wie das Bundesland Thüringen und hat so viele Einwohner wie die beiden Austragungsländer der Fußball-EM in den Alpen zusammen: 15 Millionen. Da verwundert es nicht, dass man bei den Spielen in Peking theoretisch mit einem freiwilligen Helfer pro Auslands-Gast kalkuliert. Menschen gibt’s ja genug in China. Aber neben den vielen Athleten, Besuchern und Helfern, gibt es auch genug Sport-Material und Ausrüstungsgegenstände beim meistgesehenen TV-Highlight der Welt.
Rennboote, Reitpferde, Fahrräder, Surfbretter, Speere, Hochsprungstangen, Medizin, Spezialnahrung, Trikots und Bekleidung sowie Trainings- und Wettkampfgeräte. Stuff ohne Ende! Nur, wie kommt das alles in die Hauptstadt des Reiches der Mitte? Es muss ja irgendwie transportiert werden. Und allein von Deutschland aus sind das ja mal eben 7.369 Kilometer Luftlinie.
Man ahnt schon, da ist Ingenieur-Know-how gefragt. Logistiker, Ingenieure für Transport- und Verkehrswesen, Luftfracht- und Container-Experten und nicht zuletzt Wirtschafts- und Sicherheitsingenieure sorgen dafür, dass Tiere, Menschen und Materialien unbeschadet, schnell und just in time dort hinkommen, wo sie hin sollen.
Rennboote, Reitpferde, Fahrräder, Surfbretter, Speere, Hochsprungstangen, Medizin, Spezialnahrung, Trikots und Bekleidung sowie Trainings- und Wettkampfgeräte. Stuff ohne Ende! Nur, wie kommt das alles in die Hauptstadt des Reiches der Mitte? Es muss ja irgendwie transportiert werden. Und allein von Deutschland aus sind das ja mal eben 7.369 Kilometer Luftlinie.
Man ahnt schon, da ist Ingenieur-Know-how gefragt. Logistiker, Ingenieure für Transport- und Verkehrswesen, Luftfracht- und Container-Experten und nicht zuletzt Wirtschafts- und Sicherheitsingenieure sorgen dafür, dass Tiere, Menschen und Materialien unbeschadet, schnell und just in time dort hinkommen, wo sie hin sollen.
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© Sheng / fotolia.com
Auf See reist ein Olympia-Container circa 41 Tage
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Und hin nach Peking soll Einiges. Weit im Vorfeld der olympischen Spiele wurden schon Bauteile und Werkstoffe für das riesige Stadion und die Wettkampfstätten benötigt. Die deutsche Vector Foiltec GmbH musste schnell liefern, denn sie schwamm auf der olympischen Welle und lieferte die wundersam beleuchtbare Außenhaut für die Schwimmarena Aquatic Center. Aufgrund des engen Zeit- und Bauplans genossen die bis zu einer Tonne schweren und teilweise mehrere hundert Meter langen Folienbahnen zusammen mit Konstruktionsteilen, Verbindungselementen, Dichtungen und Werkzeugen das, was sich so mancher Bundesbürger kaum leisten kann: Eine Flugreise nach China. Per Luftfracht wurden sie vom Frankfurter Flughafen aus nach Peking geflogen. Herausgekommen ist das mit 100.000 Quadratmetern größte Foliendach der Welt.
Einen anderen Transportweg nutzte die Bauerfeind AG aus Zeulenroda. Das Unternehmen ist nicht nur ein großer Hersteller von Medizin- und Orthopädie-Artikeln, sondern auch Partner des Deutschen Olympischen Sportbunds. Sieben Paletten mit Bandagen, Orthesen, orthopädischen Einlagen, Maschinen und Werkzeugen galt es für die Spiele zu liefern. Da früh im Vorfeld geplant und gepackt wurde, konnte das Material per Schiff von Hamburg über Xingang nach Peking schaukeln. 41 Tage dauerte die knapp 10.000 km lange Reise über drei Weltmeere.
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© Maurice Weiss / DB AG
LKW-Fahrer Herr Wong mit seinem 3,5-Tonner in der Innenstadt von Peking; er hat eine Sondergenehmigung um auch während der Olympiade in die Stadt fahren zu dürfen
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Spezialisiert auf die Organisation von olympischen Frachten sind Logistik-Dienstleister wie die DB Schenker Deutschland AG, die im Jahre 2002 von der Deutschen Bahn erworben wurde. Wenn es um Gütertransporte geht, ist das Frankfurter Unternehmen mit rund 12.900 Mitarbeitern an mehr als 100 Standorten ein echter Global Player. Man beherrscht das gesamte Spektrum und organisiert Transporte per Luft, auf der See, über die Schiene oder alles zusammen. Alles muss miteinander vernetzt funktionieren. Weltweit. Integrierte Logistik lautet die Zauberformel. Ingenieure und Computer planen Kapazitäten und Strecken. Container sind die gängige Hülle der wertvollen Inhalte und die legen den Großteil ihrer Fernreisen zumeist auf Schiffen oder im Bauch von Flugzeugen zurück. LKW- oder Schienentransport kommt dann bei den Inlandstrecken vom und bis zu den Flug- oder Seehäfen hinzu.
Für die DB Schenker AG ist Olympia ein generalstabsmäßiges Projekt. 1.500 Containerladungen aus aller Welt müssen per Schiff und 2.500 Tonnen per Flugzeug nach China. Und fast alles davon muss nach Ende der Spiele sofort zurück in die Heimat. „Bei den Olympischen Spielen in Peking handeln wir nach der Devise: zehn Monate Vorbereitung, um die Ausrüstung an Ort und Stelle zu befördern und zehn Tage, um sie wieder zurück an den Herkunftsort zu bringen“, berichtet Andrew Jillings von der DB Schenker China Ltd..
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© Maurice Weiss / DB AG
Warehouse in Peking und Entladung einer Materiallieferung
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Gerade beim Transport der so völlig unterschiedlichen olympischen Wettkampfausrüstungen geht es dabei immer auch um individuelle Lösungen. Ausgangsort kann beispielsweise eine Rudertrainingslagern in St. Moritz oder Breisach (nahe Freiburg) sein, ein Reitsportzentrum in Aachen oder ein Leichtathletik-Stützpunkt in Stuttgart. Von diesen Abreisepunkten geht es per Lkw oder Zug erstmal zum nächsten Hafen oder Flughafen, bevor der lange Teil der Reise startet. Zudem müssen Kapazitäten geplant, Verpackungen konstruiert und Kosten kalkuliert werden. Hinzu kommen noch Zollabfertigung, der Kampf mit der chinesischen Bürokratie, die Organisation eines Vor-Ort-Lagers bis hin zur Beschaffung der Keycard für die LKW-Zufahrt in die Hochsicherheitsbereiche der olympischen Anlagen.
Die Abläufe erinnern an die Maxime der industriellen Produktion. Alles muss „Just-in-time“ funktionieren und die berühmte „Supply Chain“ darf nicht unterbrochen werden. Wie in einem Automobilwerk läuft auch bei den olympischen Transporten alles hintereinander, bestens koordiniert und voll im Zeitplan ab.
„Eine wesentliche Besonderheit hier ist, dass wir nicht in einer einzigen Stadt tätig sind, sondern dass sich die Wettkämpfe auf sieben Städte verteilen“, erläutert Andrew Jillings. Segeln beispielsweise findet in Qingdao statt, eine Flugstunde von Peking entfernt an der Ostküste Chinas gelegen. Die Reiter dagegen tragen ihre Wettbewerbe im 2.000 Kilometer entfernten Hongkong aus.
Wegen ihrer Größe haben die Boote für die Segelwettbewerbe ihre Herkunftsländer zumeist bereits Ende April verlassen. Stilgerecht reisen sie in ihrem Element Wasser. Allerdings gut verpackt in Containern auf riesigen Transportschiffen. Ansonsten fliegt der Großteil der olympischen Sport-Ausrüstung den längsten Teil der Strecke durch die Lüfte.
Fast alles geht in die Luft
Beim deutschen Team sind 90 % der Transporte Luftfracht. Die „Expedition Olympia“ startet am riesigen Luftfracht-Lager am Frankfurter Flughafen - eine Sammelstelle, die speziell fürs Mannschaftsgepäck vom Logistik-Organisator DB Schenker angemietet wurde. Die Abwicklung erfolgt Hand in Hand mit Lufthansa Cargo. Stefan Hartung aus der Konzernkommunikation der Lufthansa Cargo erklärt die Kooperation: „Grundsätzlich betreuen jeweils der Vertrieb und das Handling der Ursprungsdestination die Lieferungen unserer Kunden. Im Olympia-Fall läuft das in enger Zusammenarbeit mit unserem Kunden Schenker.“
Beim deutschen Team sind 90 % der Transporte Luftfracht. Die „Expedition Olympia“ startet am riesigen Luftfracht-Lager am Frankfurter Flughafen - eine Sammelstelle, die speziell fürs Mannschaftsgepäck vom Logistik-Organisator DB Schenker angemietet wurde. Die Abwicklung erfolgt Hand in Hand mit Lufthansa Cargo. Stefan Hartung aus der Konzernkommunikation der Lufthansa Cargo erklärt die Kooperation: „Grundsätzlich betreuen jeweils der Vertrieb und das Handling der Ursprungsdestination die Lieferungen unserer Kunden. Im Olympia-Fall läuft das in enger Zusammenarbeit mit unserem Kunden Schenker.“
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© Dt. Olymp. Sportbund
Die chice deutsche Teambekleidung holten sich die Athleten in der Mainzer Kurmainz-Kaserne ab
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© Peter Hamel / Lufthansa
Containerverladung in Transportflugzeuge vom Typ MD-11F
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Die wertvolle Nutzlastkapazität der Flugzeuge darf natürlich nicht durch schwere Container verschwendet werden, deshalb sind die Exemplare für die Lüfte aus dem Leichtmaterial Aluminium konstruiert.
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© Heiner Müller-Elsner / DB AG
Die Militarypferde verlassen den Pferdetransporter
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Ach übrigens, die menschlichen Sportler fliegen natürlich auch nach Peking. Mit der Lufthansa. Dank der Partnerschaft mit dem Deutschen Olympischen Sportbund gibt’s gesponserte Tickets.
Reduzierte Transporte während der Olympiade
Der private Transport ist für die chinesischen Bürger während der Olympiade in Peking stark eingeschränkt. Ein Drittel der Hauptstadt-Autos bleiben wegen Stau und Umweltbelastung in den Garagen. 1.100 Unternehmen im 200-Kilometer-Umkreis müssen die Werkstore schließen, um die schlechte Luftqualität zu verbessern. Auch ausländische Unternehmen bekommen logistische Probleme, denn Gütertransporte in dieser Zeit müssen rechtzeitig im Vorfeld angemeldet und genehmigt worden sein. Ab dem 20. Juli tritt ein weitreichendes Fahrverbot in Kraft.
"Unternehmen, die zwischen Juli und September Ware in Nordchina bewegen, sollten ihre Transporte so planen, dass der Großraum Peking möglichst umgangen wird. Alternativen sind Dalian und Qingdao; beide Städte können Luft- und Seefracht abwickeln", rät Dr. Holger Hildebrandt vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik.
Keine Sorge, die tonnenschweren Ladungen mit Sportausrüstung der einzelnen olympischen Teilnehmerländer werden auch ihre letzten Meter bis zum Zielort über die Straßen rollen, die Genehmigungen dafür sind ihnen natürlich sicher. Und Gäste und Besucher können ja die 1.000 Bus- und die vier U-Bahnlinien der chinesischen Hauptstadt nutzen.
Diese radikale Maßnahme zur Luftreinhaltung haben sich bestimmt Ingenieure der Umwelttechnik, statt Kollegen aus dem Verkehrs- und Transportwesen ausgedacht. Letztlich ist diese CO2-Reduzierung der Pekinger Luft aber sehr sinnvoll, denn was macht der weltweite Materialtransport Richtung Olympia für einen Sinn, wenn die Athleten dann im späteren Wettkampf nicht einwandfrei durchatmen können und mangels Sauerstoff die Medaillen-Chance verpassen?
Der private Transport ist für die chinesischen Bürger während der Olympiade in Peking stark eingeschränkt. Ein Drittel der Hauptstadt-Autos bleiben wegen Stau und Umweltbelastung in den Garagen. 1.100 Unternehmen im 200-Kilometer-Umkreis müssen die Werkstore schließen, um die schlechte Luftqualität zu verbessern. Auch ausländische Unternehmen bekommen logistische Probleme, denn Gütertransporte in dieser Zeit müssen rechtzeitig im Vorfeld angemeldet und genehmigt worden sein. Ab dem 20. Juli tritt ein weitreichendes Fahrverbot in Kraft.
"Unternehmen, die zwischen Juli und September Ware in Nordchina bewegen, sollten ihre Transporte so planen, dass der Großraum Peking möglichst umgangen wird. Alternativen sind Dalian und Qingdao; beide Städte können Luft- und Seefracht abwickeln", rät Dr. Holger Hildebrandt vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik.
Keine Sorge, die tonnenschweren Ladungen mit Sportausrüstung der einzelnen olympischen Teilnehmerländer werden auch ihre letzten Meter bis zum Zielort über die Straßen rollen, die Genehmigungen dafür sind ihnen natürlich sicher. Und Gäste und Besucher können ja die 1.000 Bus- und die vier U-Bahnlinien der chinesischen Hauptstadt nutzen.
Diese radikale Maßnahme zur Luftreinhaltung haben sich bestimmt Ingenieure der Umwelttechnik, statt Kollegen aus dem Verkehrs- und Transportwesen ausgedacht. Letztlich ist diese CO2-Reduzierung der Pekinger Luft aber sehr sinnvoll, denn was macht der weltweite Materialtransport Richtung Olympia für einen Sinn, wenn die Athleten dann im späteren Wettkampf nicht einwandfrei durchatmen können und mangels Sauerstoff die Medaillen-Chance verpassen?
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