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Vertrauen in die Entwickler
Mit Björn Goldschmidt und Lutz Altepost sitzen zwei angehende Ingenieure im Kajak-Vierer des Deutschen Kanu-Verbands
Die Erwartungen an das Großboot des Deutschen Kanu-Verbandes sind riesig. Der Kajak-Vierer reist als Weltmeister über 1000 Meter zu den Olympischen Spielen nach Peking. „Wir wollen eine Medaille“, sagt Lutz Altepost. Er ist der Schlagmann des deutschen Flaggschiffs. Dabei vertrauen die Paddler nicht allein auf ihre Kraft und Präzision, sondern auch auf die Technik, die in den Booten steckt. Die gesamte Olympische Flotte des Deutschen Kanuverbands wurde im Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin entwickelt. In jedem Boot steckt eine Menge Know-how.
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Lutz Altepost (links) und Björn Goldschmidt.
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Hydrodynamischer Widerstand muss so gering wie möglich sein
Die Ingenieure achten bei der Entwicklung neuer Boote besonders darauf, dass der hydrodynamische Widerstand so gering wie möglich ist. Aber auch die Masse/Steifigkeitsverhältnisse können den entscheidenden Vorsprung bringen. Gleichzeitig müssen sie beachten, dass sie kein überkonstruiertes Boot bauen. Die Athleten müssen darin immer noch paddeln können. Schon jetzt sind die Boote extrem schmal und „kippelig“. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wahre Hünen das Boot mit einer Urgewalt und teilweise mehr als 120 Paddelschlägen pro Minute durchs Wasser treiben.
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Nach dem überraschenden Titelgewinn letztes Jahr bei der WM in Duisburg war der Jubel groß: Lutz Altepost (Rückenansicht) fällt Bundestrainer Detlef Hofmann in die Arme, rechts Björn Goldschmidt. In Peking ist der Gewinn einer Medaille das erklärte Ziel des Kajakvierers.
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Das kann Björn Goldschmidt nur unterstreichen. Er sitzt mit Altepost in einem Boot. Nicht nur im Kajakvierer sondern auch wenn es darum geht, Studium und Sport miteinander in Einklang zu bringen. Goldschmidt studiert an der Universität in Karlsruhe Maschinenbau. Im 11. Semester. Die Regelstudienzeit beträgt 9 Semester. Goldschmidt ist sich aber auch bewusst, dass er ohne die Unterstützung der Hochschule und einiger Professoren längst nicht so weit wäre. „Die Betreuung ist wirklich optimal“, sagt Goldschmidt. Oft kann er Klausuren zu einem anderen Zeitpunkt schreiben als seine Kommilitonen. Wo es nur geht, kommt ihm die Uni entgegen.
Auch Goldschmidt interessiert sich für die Technik, die in dem Boot steckt, dass er mit seiner Kraft in Richtung Ziel paddelt. „Natürlich macht man sich Gedanken über das Boot. Aber das machen die anderen, die darin sitzen und nichts Technisches studieren, auch. Wir wollen schließlich alle schnell sein“, sagt er. Die Gedanken gehen bei ihm allerdings auch nicht so weit, dass er sich zuhause ein eigenes Boot konstruieren würde. Ihm hat es ein anderer Bereich des Maschinenbaus angetan.
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Kraftvoll und Dynamisch: Der Kajak-Vierer mit Lutz Altepost (vorne) und Björn Goldschmidt (hinten).
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Nach den Olympischen Spielen wird Goldschmidt ein Praktikum bei Porsche machen. In der Entwicklungsabteilung. Goldschmidt ist Fan bewegter Teile. „Ich habe schon als kleiner Junge alles auseinander geschraubt, was ich in die Hände bekommen habe“, erzählt er. Einmal sogar die Eingangstür zum Haus seiner Eltern. Zum Glück sei ihm kein Fall bekannt, in dem er die auseinander genommen Teile nicht wieder zusammen bekommen habe. Sonst hätte es im Hause Goldschmidt wohl öfter Ärger gegeben. Seine Faszination fürs Schrauben und das genaue Untersuchen hat sich jedenfalls bis heute gehalten.
Mit dem Praktikum bei den Stuttgarter Autoherstellern ist er seinem Traumjob auch schon sehr nahe. „Das wäre genau das, was ich gerne machen möchte. Entwickler bei Porsche“, sagt der Karlsruher. Für das Praktikum nimmt er deshalb auch gerne in Kauf, dass er seinen Sport dann etwas zurückstellen muss.
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Einen Platz auf dem Treppchen wollen sie auch in Peking erreichen: die Weltmeister aus dem Kanu-Flaggschiff.
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Aber vorher steht das Highlight seiner Karriere noch an. Im Vierer bei den Olympischen Spielen zu starten, ist für jeden Kanusportler etwas Besonderes. „Es ist das Flaggschiff mit einer Menge Prestige“, sagt Goldschmidt. „Im Vierer gibt es keinen Alleingang, jeder muss sich an die Renntaktik halten.“ Die eigenen Interessen werden der Mannschaft untergeordnet. Man ist darauf aus, gemeinsam einen möglichst großen Vortrieb zu erzeugen. Dazu stechen die Paddel der vier Athleten um Bruchteile von Sekunden versetzt ins Wasser. Altepost gibt dabei als Schlagmann den Rhythmus vor. Goldschmidt sitzt hinten im Boot und muss es ausbalancieren. Zudem hat er das Problem, dass er mit seinem Paddel immer in von seinen Vorderleuten aufgewühltes Wasser greift. Deshalb müssen seine Schläge kurz und kraftvoll sein.
In Peking soll das so gut funktionieren, dass der Traum der Sportler Wirklichkeit wird. „Unser Ziel ist eine Medaille, aber der Traum ist natürlich Gold“, sagt Altepost. Und das obwohl das Boot den Platz auf dem obersten Treppchen in diesem Jahr bei allen Starts verpasst hat. Aber vielleicht haben die vier Jungs um Altepost und Goldschmidt sich das ja auch für die Regatta in Peking aufgehoben.
Interne Links
Im Nachfolgenden finden Sie einige zum Artikel passende Informationen aus den Fachbereichen der Sportler auf think.ing.de: entsprechende Tätigkeitsfelder, Fachrichtungen, Job- und Studentenprofile.
Profile von Ingenieuren und Studenten

