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FIS-Weltcupspringen: Keramik statt Schnee
Mit Hochleistungskeramik zur Höchstleistung
Ort: FIS- Großschanze der Vogtland-Arena Klingenthal. Zeit: Ende Juli. 26°C Außentemperatur, leichter Gegenwind. Martin S. gleitet auf mit Wasser befeuchteten Noppen aus Keramik. In Klingenthal hat das modernste Zeitalter des Skispringens begonnen: auf der weltweit ersten Keramik-Anlaufspur für Skisprungschanzen mit integriertem Bewässerungs- und Kühlsystem. Sommer- und Winterspur sind hier in einer Spur vereinigt. Wetterunabhängig und FIS-zertifiziert garantiert diese Technologie für alle Athleten immer gleiche Bedingungen, ob auf Kunsteis im Winter oder auf Hochleistungskeramik im Sommer.
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© Ceramtec-ETEC
Der Aufbau des Hightech-Einspursystems: in Kunststoff einvulkanisierte Keramiknoppen, integriertes Wassersprüh-, Kühl-und Heizsystem sowie LED-Spurmarkierung
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Hightech-"Töpferei" entwickelt "ausgezeichnete" Technologieprodukte
Entwickelt haben das innovative Bauelement die Ingenieure der CeramTec-ETEC. Das Unternehmen aus dem Raum Köln-Bonn ist spezialisiert auf Verschleiß- und Korrosionsschutz bei Industrieanlagen sowie auf Komponenten für den ballistischen Schutz von Personen und Fahrzeugen auf der Basis von Hochleistungskeramiken. Doch wie kommt man vom keramischen Abriebschutz zum Hochleistungssport?
Für Diplom-Ingenieurin Ulrike Wiech, bei CeramTec-ETEC für den Deutschlandvertrieb zuständig, sind Innovation und technologischer Vorsprung wesentliche Erfolgsfaktoren ihres Unternehmens: „Wir machen hier keine Massenfertigung, sondern entwickeln kundenspezifische Produktlösungen für allerhöchste Anforderungen.“ Aufgrund persönlicher Kontakte und einer ersten Anfrage aus dem Skisportbereich wurde nach einer keramikbasierten Lösung für ein wetterunabhängiges Anlaufspur-System für Skisprungwettbewerbe geforscht. Aus bestehenden Produkten entstand in der unternehmenseigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung ein erster Prototyp. Kontinuierliche Weiterentwicklung und Praxistests sorgten letztendlich für das Entscheidende: die Zertifizierung durch die FIS, den internationalen Ski-Verband. Neben Klingenthal sind auch Großschanzen in Bischofshofen und Couchevel sowie alle vier Olympiaschanzen in Turin mit dem sogenannten ALOSLIDE System von CeramTec-ETEC ausgerüstet. Weltklassespringer wie Ammann, Morgenstern, Ahonen, Malysz und Co. sind von den immer gleichen Bedingungen auf Hochleistungskeramik und Kunsteis begeistert.
Das Keramik-Anlaufspursystem wurde unter anderem mit dem Materialica Design Award 2006 und dem iF material award 2007 ausgezeichnet sowie für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2008 nominiert.
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© Ceramtec-ETEC
Sommerbetrieb mit Wasserfilm (links), automatischer Eisaufbau im Winterbetrieb (rechts)
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Keramik – moderner Werkstoff mit Geschichte
Die Herstellung von Keramik (Keramos, altgriechisch für Ton) gehört zu den frühesten Kulturtechniken der Menschheit. Die ältesten Keramikgefäße der Welt datieren um 13.000 v. Chr. Die Rohstoffe dafür sind Silicate sowie oxidische Rohstoffe, wie Aluminiumoxid, im Bereich technische Keramik.
Für Ulrike Wiech sind es die Materialeigenschaften wie die extreme chemische Beständigkeit, die herausragenden thermischen Eigenschaften, Härte und Verschleißfestigkeit sowie niedriges Flächengewicht, die Keramiken nahezu unentbehrlich für alle technologischen Einsatzgebiete machen: Keramikbremsen im Fahrzeugbau, Hitzeschutzschilde in der Raumfahrt oder Hüftgelenkspfannen in der Medizintechnik .
Die Maschinenbau-Ingenieurin betont aber auch, dass die Herstellung viel technische Kompetenz erfordert: „Die Formgebung bei keramischen Werkstoffen erfolgt, im Unterschied zu Stahl, vor dem Brennen oder Sintern. Danach ist Keramik nur noch mit Diamant zu bearbeiten. Dazu kommt, dass wir im Prinzip mit einem Naturprodukt arbeiten, welches beim Brennen stark schrumpft. Die fertige Keramik muss allerdings – innerhalb enger Toleranzen – exakt den Kundenanforderungen entsprechen.“
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© CeramTec -ETEC
Wie entsteht Keramik? Der Film gibt einen Einblick in den Herstellungsprozess bei CeramTec -ETEC
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Innovative Werkstoffe sind eine Schlüsseltechnologie – auch im Hochleistungssport
Keramische Werkstoffe werden mittlerweile auch in der Formel 1 des Segelns, dem America’s Cup, eingesetzt: in Form von keramischen Wälzlagern in den Umlenkrollen, die extremer Beanspruchung unterliegen.
Auch das Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe in Dresden forscht am keramischen Golfputter sowie am schwingungsgedämpften Tennisschläger aus Piezokeramikfasern: „Tennisarm“-Prävention durch Hightech-Werkstoffe.

