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© P-F. Grosjean/ArcelorMittal
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Lakshmi Mittal - eine Erfolgsgeschichte
Wie der 58-jährige Inder zum größten Stahlhersteller der Welt wurde - ein Porträt
Bill Gates kennt jeder. Warren Buffet, der amerikanische Großinvestor, ist für die meisten auch kein Unbekannter. Aber Lakshmi Mittal? Außerhalb von Fachkreisen dürften wenige mit diesem Namen vertraut sein. Und doch gibt es einen Grund, warum der Inder mit den beiden Amerikanern in einem Atemzug genannt werden kann: Alle drei finden sich seit Jahren in der Liste der zehn reichsten Männer der Welt wieder.
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© ArcelorMittal
Lakshmi Mittal
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Familientradition
Dabei hat alles vor ein paar Jahrzehnten ganz klein angefangen. Mittals Vater Mohan betrieb bereits in den 50er Jahren ein kleines Stahlwerk in der indischen Provinz Rajastan. Als er in Kalkutta ein größeres Werk übernahm, zog die Familie dorthin, und Mittal wurde schon früh in die Geschäftsvorgänge involviert. Vormittags besuchte er das College und nachmittags half er in der Firma. 1969, im Alter von 19 Jahren, beendete er seine formale Ausbildung mit dem Abschluss „Bachelor of Commerce“. In den folgenden Jahren wurde er von seinem Vater in gewisser Weise auf Größeres vorbereitet - unter anderem durch den Auftrag, den Börsengang des Unternehmens zu leiten, ohne davon nach eigenem Bekunden auch nur die geringste Ahnung zu haben.
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© P-F. Grosjean/ArcelorMittal
Eine glühende Bramme im ArcelorMittal-Werk in Bremen.
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1989 kauft er die Iron&Steel Company of Trinidad&Tobago, die bei der Übernahme täglich einen Verlust von einer Million Dollar erwirtschaftet. Innerhalb eines Jahres gelingt es Lakshmi Mittal, die Produktion zu verdoppeln und das Geschäft profitabel zu machen - und das, obwohl etliche Berater aus den USA und Deutschland vorher nicht in der Lage gewesen waren, eine wirtschaftliche Lösung für den maroden Betrieb zu finden.
Rasanter Aufstieg zum Global Player
Von da an vergeht kaum ein Jahr, in dem das Unternehmen nicht durch weitere Akquisitionen wächst. Dabei stürzt sich Mittal mit Vorliebe auf Werke, von denen andere die Finger lassen. Viele davon befinden sich in Osteuropa. 1995 zum Beispiel erwirbt er die Stahlfabrik Karmet in Kasachstan, in der die Arbeiter schon monatelang nicht mehr bezahlt worden sind. Auch hier gelingt ihm das scheinbar Unmögliche: Bereits nach einem Jahr ist der Betrieb saniert. Die internationale Ausrichtung sorgt dafür, dass die Übernahmestrategie auch in Deutschland erfolgreich angewandt wird: Im gleichen Jahr wie Karmet werden die Hamburger Stahlwerke Teil des Unternehmens, zwei Jahre später werden von der ThyssenKrupp AG die beiden Gesellschaften Stahlwerk Ruhrort und Walzdraht Hochfeld übernommen, und 2006 schließlich kommt EKO-Stahl in Eisenhüttenstadt hinzu.
Von da an vergeht kaum ein Jahr, in dem das Unternehmen nicht durch weitere Akquisitionen wächst. Dabei stürzt sich Mittal mit Vorliebe auf Werke, von denen andere die Finger lassen. Viele davon befinden sich in Osteuropa. 1995 zum Beispiel erwirbt er die Stahlfabrik Karmet in Kasachstan, in der die Arbeiter schon monatelang nicht mehr bezahlt worden sind. Auch hier gelingt ihm das scheinbar Unmögliche: Bereits nach einem Jahr ist der Betrieb saniert. Die internationale Ausrichtung sorgt dafür, dass die Übernahmestrategie auch in Deutschland erfolgreich angewandt wird: Im gleichen Jahr wie Karmet werden die Hamburger Stahlwerke Teil des Unternehmens, zwei Jahre später werden von der ThyssenKrupp AG die beiden Gesellschaften Stahlwerk Ruhrort und Walzdraht Hochfeld übernommen, und 2006 schließlich kommt EKO-Stahl in Eisenhüttenstadt hinzu.
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© André Kopsch/V. Beniusis/ArcelorMittal
Mittal als Global Player (v.l.): die Produktionswerke Vega und CST in Brasilien, Hamilton-Dofasco in Kanada.
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Die größten Coups sind da allerdings schon gelungen: 2004 kauft Mittal den US-Konkurrenten ISG und wird damit zum größten Stahlkonzern der Welt - zumindest, was die Produktionsmenge angeht. In den Kategorien Umsatz und Gewinn ist noch das Unternehmen Arcelor S.A. mit Hauptsitz in Luxemburg die Nummer eins, das selbst aus dem Zusammenschluss eines französischen, spanischen und luxemburgischen Stahlwerks im Jahr 2002 hervorgegangen ist. 2006 gelingt Mittal die feindliche Übernahme des größten Konkurrenten, seit Ende dieses Jahres ist Lakshmi Mittal Vorsitzender des Vorstands. Seit der Übernahme hält ArcelorMittal die Poleposition inne und zeichnet verantwortlich für zehn Prozent der gesamten jährlichen Stahlproduktion weltweit.
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© ArcelorMittal
Lakshmi Mittal (Mitte) feiert die Zusammenführung mit Arcelor an der New Yorker Wallstreet mit dem Börsengang 2007.
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Die Strategie beruht allerdings nicht allein auf dem Erwerb von Unternehmen: Die Expertenteams vor Ort werden nicht aus Wirtschaftstheoretikern gebildet, sondern aus erfahrenen Praktikern, die im Zweifelsfall ihre Lösungsvorschläge auch selbst umsetzen müssen. Diese Form der Praxisorientierung, die zudem stark auf Eigenverantwortung setzt, ist eine weitere Säule des Erfolgs. Eine dritte ist die Berücksichtigung der gesamten Produktionskette: Statt der Konzentration auf das Kerngeschäft, also die Stahlerzeugung, geht es auch darum, die eigene Rohstoffversorgung und Transportflotte auszubauen, um Kostenvorteile gegenüber Mitbewerbern zu sichern. Mittal setzt auf vertikale Expansion (also die Kontrolle von vor- und nachgelagerten Produktionsstufen) und damit auf Globalisierung in denkbar höchstem Umfang.
Neben unternehmerischem Können ist bei der Entwicklung übrigens auch ein wenig Glück im Spiel gewesen - ohne die enorm wachsende Nachfrage aus dem expandierenden asiatischen Wirtschaftsraum, allen voran China, wäre die Erfolgsgeschichte wohl nicht so explosionsartig verlaufen.
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© Claudine Bosseler/ArchelorMittal
Der neue Firmensitz von ArcelorMittal in Luxemburg.
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Schwierigkeiten ergeben sich erst in jüngster Zeit. Durch die Konjunkturflaute ist die Stahlbranche seit Anfang 2008 zur Drosselung der Produktion gezwungen. Der Rückgang der Nachfrage hat auch bei ArcelorMittal zu einem Einbruch geführt - der Nettoverlust im vierten Quartal 2008 betrug 2,6 Milliarden Dollar (gegenüber einem Gewinn von 2,4 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres). Die Stahlpreise haben einen Tiefstand erreicht, die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten ist auf durchschnittlich 60% zurückgefahren, und ohne einen Abbau in der Größenordnung von 9.000 Stellen weltweit werde es auch bei ArcelorMittal nicht gehen, lautet es aus Branchenkreisen.
Aber selbst wenn das Ende der Durststrecke noch nicht erreicht ist: Der langfristigen Perspektive seines Unternehmens blickt Lakshmi Mittal optimistisch entgegen. Betrachtet man seine bisherigen Erfolge, glaubt man gern, dass er auch allen Grund dazu hat.
Internetseite von ArcelorMittal

Kurzbeschreibung: Verschiedene Filme zeigen den Weg von der Stahl-Gewinnung bis zum Endprodukt aus diesem Material.
Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks
Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum
Ausgabe: 2009
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende
Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information
Max. Bestellmenge: 1
Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks
Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum
Ausgabe: 2009
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende
Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information
Max. Bestellmenge: 1
