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Stahlbau-Studium: Vom Konserven-Weißblech bis zum Brückenträger

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Stähle sind die am meisten verwendeten metallischen Werkstoffe. Die Legierung aus Eisen plus Kohlenstoff steht einfach für Stabilität. Dabei kann - je nach gewünschter Eigenschaft - das optimale ...

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Frühgeschichtliche Metallurgie

Eisen und Stahl gab es in der Menschheitsgeschichte schon in den vier Jahrtausenden vor Christus

Auch der Stahl hat eine eiserne Vorgeschichte. Denn alles begann mit Eisen. Dessen erste Nutzung datieren Archäologen um etwa 4.000 v. Chr. im sumerischen Reich und in Ägypten. Dabei handelte es sich allerdings noch nicht um verhüttetes, sondern um gediegenes Eisen. Das heißt: die ersten Eisen-Nutzer der Vorgeschichte sammelten das Metall noch aus Meteoriten, die auf der Erdoberfläche eingeschlagen waren und verwendeten es zu Dekorationszwecken oder zur Anfertigung von Speerspitzen. Meteorit-Eisen hat nämlich eine Besonderheit: es enthält einen Nickelanteil. In verhüttetem Eisen findet sich dieser nicht. Daher können die Wissenschaftler gefundene Artefakte aus Eisen relativ gut kategorisieren und weisen erstes von Menschen verhüttetes Eisen zwischen 3.000 und 2.000 v. Chr. in Mesopotamien, Anatolien und Ägypten nach.
Meteorit-Eisen
Ein circa 14 cm großer Nickel-Eisen-Meteorit
Zu jener Zeit befand sich die Menschheit noch in der geschichtlichen Periode der Bronzezeit und der Begriff allein macht deutlich, dass Metall-Gegenstände damals fast ausschließlich aus Bronze hergestellt wurden. Man vermutet aber, dass bei der Bronzeherstellung Eisenschwamm als geringfügiges Nebenprodukt entstand. Das war entsprechend wertvoll und hatte für die Menschen des Altertums einen höheren Stellenwert als Gold.

Vom geringen Nebenprodukt und wertvollem Luxusgut sollte sich Eisen aber schon bald zu dem frühgeschichtlichen Supermaterial entwickeln, das für viele Lebensbereiche unentbehrlich wurde. Nicht ohne Grund haben Historiker dann im Anschluss an die Bronzezeit eine ganze Epoche nach dem Metall Eisen benannt.
Das erste verhüttete Eisen
Zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. begann die erste Verhüttung und damit die wirtschaftliche Herstellung von Eisen. Das Monopol dafür hatten die Hethiter, deren Territorium auf dem heutigen Gebiet der Türkei lag. Sie kannten die Methode der Eisenherstellung und konnten dieses Wissen für den Aufstieg ihres Reiches nutzen. Schließlich waren eiserne Rüstungen und Waffen denjenigen aus Bronze weitgehend überlegen. Trotz dieser vielen neuen Eisenobjekte brauchte es allerdings noch eine Weile, bis der Epochenbegriff „Eisenzeit“ den der „Bronzezeit“ ablöste – dies alles geschah allmählich und ohne Bruch.
Objekte aus der Eisenzeit
Verschiedene Objekte aus der Eisenzeit
Die volle Beherrschung der Eisenmetallurgie gestehen die Historiker der Menschheit deshalb erst um 800 bis 750 v. Chr. zu. Aber von Kleinasien aus eroberte die Technik der Eisenverarbeitung nun unaufhaltsam Europa, China (etwa 600 v. Chr.), Afrika (um 500 bis 400 v. Chr.) und Südafrika (etwa 200 v. Chr.).

Im Gegensatz zur Bronze ist Eisen keine Legierung und zudem leicht zu finden. Sägen, Äxte, Hacken, Nägel und Waffen konnten nun stabiler und in größerer Zahl hergestellt werden. Allerdings war der Prozess insgesamt viel schwieriger und aufwendiger, denn die Menschheit der Vorgeschichte war noch nicht in der Lage, so hohe Temperaturen zu erzeugen, dass das Eisen flüssig wurde, um es in Formen zu gießen. Stattdessen erhitzte und schmolz man es so weich wie möglich und hämmerte dann so lange und kunstvoll auf die glühenden Klumpen ein, bis die gewünschte Form entstand.
Eisenerz und eiserne Facts
Sagenhafter Stahl kommt ins Spiel
Die Herstellung erster einfacher Stähle datieren Historiker auf den Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. Bei dieser eisenzeitlichen Verhüttung waren der entstandene Eisenschwamm und die verwendete Holzkohle die entscheidenden Faktoren. Letztere führte dem Eisen bei der Erhitzung Kohlenstoff zu – ein wichtiges Kriterium für Stahl. Denn bis heute definiert man Stahl als eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung, deren Kohlenstoffanteil weniger als 2,06 % beträgt. Techniken des Härtens in Wasser oder Öl machten die neuen Stahl-Werkstücke dann so hart und elastisch, wie die Menschen der Vorgeschichte es von keinem Material zuvor kannten.
Germanischer Gott Thor
Waffen aus Stahl gab es natürlich auch in den germanischen Heldensagen
Keine Frage, Stahl war bald genauso sagenumwoben wie die Schwerter, die aus ihm geschmiedet wurden. Selbst in der germanischen Heldensage wird detailliert geschildert, welche unorthodoxen Methoden der berühmte Schmied Wieland nutzte, um den ultimativen Stahl und die ultimative Klinge herzustellen.

Sein Meisterstück „Mimung“ schmiedete er dreimal neu und tauchte es nach jeder Fertigstellung in das Wasser eines Baches. Nach der ersten und zweiten Neufertigung zerfeilte er das Schwert zu Spänen, mischte diese in Weizenmehl und verfütterte es an eine Schar von ausgehungerten Gänsen. Später sammelte er den Gänsekot ein, schmolz das Eisen daraus frei und erschmiedete ein neues, noch härteres und noch schärferes Schwert.

Eine Sage mit wahrem Kern, denn heute weiß man, dass der im Hühnerkot enthaltene Stickstoff die Stahlqualität erheblich verbesserte. Diesen Vorgang nennt man Nitrieren.
Und egal, ob Heldenepos oder historische Tatsache, man merkt schon: die Herstellung von Stahl war und ist eine Wissenschaft für sich.
Fibeln (Gewandnadeln) aus Eisen
Metallene Gewandnadeln (Fibeln) funktionierten wie Sicherheitsnadeln und waren von der Bronzezeit bis ins hohe Mittelalter die einzigen Kleidungsverschlüsse
Eisen und Stahl des Altertums werden noch nicht richtig flüssig
Für eine lange Periode der Geschichte bleibt Stahl nun ein hartes Geschäft. Denn Hämmern und Schmieden gehört einfach dazu, um die begehrte Metall-Legierung in Form zu bringen.

Daran können zwar auch die Kelten wenig ändern, aber sie machen um 800 v. Chr. mit der Entdeckung des ersten großen Eisenerzvorkommens in den österreichischen Ostalpen auch einen Riesenschritt in Richtung Eisenverarbeitung und Stahl-Know-how.
Möglich wurde das vor allem durch die von ihnen konstruierten Rennöfen, mit denen Temperaturen von 1.100° C bis 1.350° C erreicht und so Eisen aus Eisenerz gewonnen wurde.
Rennofen und frühzeitliches Schwert
Ein Rennofen ist ein Schmelzofen, in dem Eisenerze verhüttet wurden. Aus Lehm und Steinen gemauert, mit einem oben offenen Hohlkörper und einer Fußöffnung in Windrichtung. Auf die Holzkohle wurde das Erz geschichtet und durch den Kamineffekt konnten Temperaturen bis 1.300° C erzielt werden.
Schätzungen zufolge benötigte man damals zur Herstellung von einem Kilogramm Eisen insgesamt rund 30 Kilogramm Holzkohle.

Ein aufwendiger Prozess, bei dem letztlich eine teigige Masse ("Luppe") im Ofen zurückblieb, der durch Hämmern die Schlacke ausgetrieben werden musste, bevor weiterverarbeitbares Material („Renneisen“) übrig blieb. Erst dann erhielt man direkt schmiedbares Eisen oder - je nach Ofenführung - auch Stahl. Im Falle der Kelten das sogenannte „Norische Eisen“, das zwar einen ungleichmäßigen Kohlenstoffgehalt besaß, aber zuletzt stahlähnliche Güte erreichte.

Fast 2.000 Jahre blieb dieser Prozess im Rennofen nahezu unverändert, auch wenn die Verfahrensweisen und Bauformen stark variierten. Richtig flüssig wurde der Stahl erst mit der Entwicklung der ersten Hochöfen im 14. Jahrhundert. Erst dann konnte man ihn gießen, flüssig verarbeiten und völlig andere Produkte herstellen als bisher. Ein großer Meilenstein, der aber erst nach zwei Jahrtausenden Menschheitsgeschichte die Eisenverarbeitung und Stahlerzeugung revolutionierte.
Cäsar gewinnt den gallischen Krieg - nicht zuletzt dank Stahl
Nicht nur im Comic mit eigenem Stahl geschlagen: Häuptling Vercingetorix und das Ende des Gallischen Krieges
Gut für die Kelten, denn in den vorchristlichen Jahrhunderten wurde ihr stahlähnliches Eisen zum begehrtesten Werkstoff der Antike. Die Römer kurbelten damit ihre Militärmaschinerie sogar soweit an, dass sie mit keltischen Waffen das römische Imperium errichten konnten.
Ironie der Geschichte: Allein Cäsar ließ in den 50er-Jahren v. Chr. rund ein bis zwei Millionen Gallier oder Kelten über Klingen springen, die aus Norischem Eisen gefertigt worden waren. Er schlug die Kelten also quasi mit ihren eigenen Waffen.

08.02.2012 | 10:43:13

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Der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren ist immens. Die Lücke klafft vor allem bei Maschinenbau- und Fahrzeugbauingenieuren.

Kurzbeschreibung: Verschiedene Filme zeigen den Weg von der Stahl-Gewinnung bis zum Endprodukt aus diesem Material.

Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks

Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum

Ausgabe: 2009

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende

Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information

Max. Bestellmenge: 1