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Stähle sind die am meisten verwendeten metallischen Werkstoffe. Die Legierung aus Eisen plus Kohlenstoff steht einfach für Stabilität. Dabei kann - je nach gewünschter Eigenschaft - das optimale ...

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Stahl, verbaut in China: eine Brücke am Yangtse; Hochhäuser in einer Metropole

Stahl aus China

Beinahe die Hälfte der weltweiten Stahlproduktion kommt aus dem Reich der Mitte

Wenn Chinesen die Euphorie packt, dann bremst sie keine Naturgewalt. Manchmal ist das beängstigend, weil jegliche Konsequenzen bei der Umsetzung ihrer Pläne bestenfalls am Rande eine Rolle spielen. Beispiel Mao Zedong: Der Große Vorsitzende von einst ordnete im Jahr 1957 an, Chinas Stahlproduktion müsse binnen zwölf Monaten verdoppelt werden.
Hongkong bei Nacht
Leuchtende Stahlriesen: Die Skyline von Hongkong bei Nacht
Die Idee war absurd, weil es weder genügend Produktionsanlagen noch genügend Rohstoffe gab. Um den Mangel zu kompensieren, mussten fast 100 Millionen Bauern in den Dörfern des Reiches hinter ihren Häusern Kleinhochöfen bauen. Dort brachten sie alles zum Schmelzen, was der Alltag so her gab: Bratpfannen, Kochtöpfe, Löffel, Werkzeuge, Türklinken, ja selbst Haarspangen – nichts blieb von den Flammen verschont. Die Menschen zogen sogar die Nägel aus den Wänden und opferten sie dem sogenannten „Großen Sprung nach vorn“.

Tatsächlich erreichte China eine Verdopplung seiner Stahlproduktion auf etwas mehr als 10 Millionen Tonnen im Jahr. Dummerweise stellte sich heraus, dass drei Millionen Tonnen davon völlig unbrauchbar waren. Und so verschwendete Mao Arbeitskraft und Ressourcen in einem ungeheuerlichen Ausmaß, ohne seinem Ziel näher gekommen zu sein, Großbritannien und die USA bei der Kapazität ihrer Stahlproduktion binnen weniger Jahre zu überflügeln. Schlimmer noch: Er stürzte Abermillionen Menschen in eine gewaltige Hungersnot und in den Tod.
Bauboom in China
Der Bauboom hält in China ungebrochen an
560 Millionen Tonnen Stahl in 2008 produziert
50 Jahre später haben sich die Dinge geändert. Kein Land der Welt stellt so viel Stahl her wie China. In 2008 waren es rund 560 Millionen Tonnen und damit beinahe die Hälfte der weltweiten Produktion. Und trotzdem braucht heute kein Chinese mehr um seine Bratpfanne zu fürchten. Längst stillt das bevölkerungsreichste Land der Erde seinen Appetit auf Rohstoffe in der ganzen Welt statt in den Küchen der Bevölkerung. Dabei streckt es seine Fühler nach immer größeren Anteilen an denjenigen Unternehmen aus, die in Brasilien und Australien die größten und hochwertigsten Eisenerz-Vorkommen des Planeten schürfen.

Das alles klingt beängstigend und wie ein Drohung für die Zukunft der deutschen Stahlindustrie. Doch die Experten geben Entwarnung. Es gebe keinen Grund, Angst zu haben, solange Deutschland weiter in seinen Nischen sucht, sagen sie. „Wenn das Produkt gut ist, das wir anbieten, dann wird der Kunde immer zugreifen, weil er nicht das zweitbeste Produkt will“, sagt der Chef von ThyssenKrupp China, Alfred Wewers.
Olympiastadion Vogelnest
Das Vogelnest: Im Prestigeobjekt der Olympischen Spiele 2008 wurden allein 45.000 Tonnen Stahl verbaut
Stahl „made in China“ genügt deutschen Ansprüchen nicht
Den Wettbewerb mit China bei der Produktion von herkömmlichem Der Baustahl zu suchen, ist eher aussichtslos. Die deutschen Chancen liegen im Bereich Edel- und Qualitätsstahl. „Dort haben wir das Know-how“, sagt Wewers. So wie in der Autoindustrie, wo eine hohe Zugfestigkeit des Produkts gefragt ist. Zwar fährt nach Angaben des chinesischen Stahlkonzerns Baosteel jedes zweite Auto weltweit mit Stahlkomponenten aus seinem Hause. Mercedes Benz aber verzichtet beispielsweise beim Autobau gänzlich auf Stahl „made in China“, weil die Ansprüche der Luxusklasse noch nicht erfüllt werden.

Jahrelang hat China nur in Quantität investiert und die Qualität dabei vernachlässigt. Inzwischen hat die Regierung in Peking den Fehler erkannt und arbeitet mit Hilfe eines gewaltigen Konsolidierungsplans an der Umstrukturierung der Branche. Bereits in 2009 wird bedingt durch die weltweite Wirtschaftskrise die Produktion auf 400 bis 450 Millionen Tonnen pro Jahr zurück geschraubt. Auf diesem Level dürfte sich die künftige Produktionsmenge des Landes einpendeln, selbst wenn die Nachfrage wieder steigen sollte, glauben Experten. Denn China will nicht den Stahlproduzenten für den Rest der Welt spielen, ließ die Kommunistische Partei in der Vergangenheit verlauten, weil die Umwelt und mit ihr die Menschen im Land ohnehin schon genug leiden würden.
Maschinenbau in China
Stahl findet in China neben der Baubranche auch im Maschinenbau Verwendung
Auf Hilfe von außen angewiesen
Und so sollen Kapazitäten zusammengelegt und effizienter werden. Noch immer gibt es rund 700 Produzenten im Land. Schon 2010 sollen die zehn größten im Reich der Mitte für die Hälfte der Gesamtproduktion sorgen. Zurzeit sind es noch die 20 größten Produzenten, die dieses Volumen erfüllen. Langfristig gesehen dürften sogar nur noch vier oder fünf Großkonzerne übrig bleiben, und die stockende Nachfrage der vergangenen Monate wird den Prozess wohl beschleunigen. Denn ineffiziente Hersteller werden in diesem Jahr im Zeichen der Krise gewaltige Schwierigkeiten bekommen.

China bleibt weiterhin auf die Hilfe von außen angewiesen, um die Effizienz und Umweltverträglichkeit der heimischen Anlagen zu verbessern. Viele kleine Hersteller verschwenden noch immer zu viel Energie und verwenden dabei nicht einmal emissionsarme Technik. Doch die Zahl von Anlagen, die der Umwelt weniger schaden, wächst stetig, weil das Ausland beim Anlagenbau unter die Arme greift. Diese chinesischen Standorte stehen den besten Produktionsstätten im Rest der Welt zum Teil schon in nichts mehr nach. Und dennoch hinkt die chinesische Stahlqualität der deutschen noch hinterher. Denn bei der Stahlproduktion ist es wie in der Küche: Alle Zutaten zu kennen, bedeutet noch nicht, dass es am Ende auch schmeckt. Und so muss China trotz seiner gewaltigen Produktion noch immer importieren, um den Bedarf an Weltklasse-Stahl abdecken zu können. In März hielten sich Importe und Exporte sogar die Waage, weil die Nachfrage aus dem Ausland stark eingebrochen ist.
Baustelle in Peking
Hier entsteht der nächste Wolkenkratzer in der chinesischen Metropole Peking
ThyssenKrupp: 7.500 Mitarbeiter in China
Auch bei der Weiterverarbeitung werden gerne ausländische Partner wie ThyssenKrupp ins Boot geholt. Seit mehr als 140 Jahren ist das deutsche Traditionsunternehmen in China tätig, anfangs nur im Handel, später in der Produktion. Zum Beispiel im Automobilbereich bei der Fertigung von Außenspiegeln, Tankklappen oder Lenksäulen, aber auch bei der Herstellung von Werkzeugen und Aufzügen. 7.500 Angestellte sind im Reich der Mitte bei ThyssenKrupp beschäftigt. 99 Prozent davon sind Chinesen. Strategie und Philosophie werden aber weiterhin von deutschen Mitarbeitern gestaltet.

Für China-Chef Alfred Wewers eine zwingende Entwicklung, um konkurrenzfähig zu bleiben und auch in Deutschland Arbeitsplätze zu sichern. „Das ist keine Fahnenflucht, sondern wir wollen unser Potenzial ausschöpfen. So lernen wir die Bedürfnisse der Kunden weltweit kennen und können unsere Vorreiterrolle in Sachen Neuentwicklungen behalten“, sagt er. Zumal Innovationen mehr und mehr Gewicht bekommen. Man schätzt, dass es rund die Hälfte aller Stahlprodukte vor einem Jahrzehnt noch gar nicht gegeben hat.

08.02.2012 | 10:43:13

Ingenieurberuf - Arbeitsmarkt • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Outotec is looking for a Product Engineer Benefication (f/m)

Text: Outotec develops and provides technology solutions for the sustainable use of Earth's natural resources. As the global leader in minerals and metals...

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Ingenieure dringend gesucht!

Ingenieure dringend gesucht!

Der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren ist immens. Die Lücke klafft vor allem bei Maschinenbau- und Fahrzeugbauingenieuren.

Kurzbeschreibung: Verschiedene Filme zeigen den Weg von der Stahl-Gewinnung bis zum Endprodukt aus diesem Material.

Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks

Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum

Ausgabe: 2009

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende

Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information

Max. Bestellmenge: 1