» M+E

Das Herz der Wirtschaft

Wofür steht eigentlich M+E? Die Metall- und Elektroindustrie bildet den Kern der deutschen Wirtschaft. Ein Überblick.

» THINK ING. Shop

Technikmuseen-Buch

Technikmuseen-Buch

Exklusiv im THINK ING. Shop: Wo Technik Spaß macht! Science Center und Technikmuseen in Deutschland 2012

» THINK ING. kompakt

Jeden Monat neue Infos

Jeden Monat neue Infos

kompakt informiert über Ingenieur- studium und -beruf. Stöbern Sie in der neuen Ausgabe oder im Archiv ...

» Die Kommilitonen

Folge 7.7: Translate from Ing.-lish

Das aktuelle Video im Großformat und alle weiteren Folgen finden sich im Podcast-Blog.

» Materialbestellung

Informationsbroschüren

Informationsbroschüren

Ingenieur- Studiengänge eröffnen viele Perspektiven. Wie? THINK ING. Info-Material zeigt den Weg ...

» Die Fachrichtungen

Stahlbau-Studium: Vom Konserven-Weißblech bis zum Brückenträger

Stahlbau-Studium: Vom Konserven-Weißblech bis zum Brückenträger

Stähle sind die am meisten verwendeten metallischen Werkstoffe. Die Legierung aus Eisen plus Kohlenstoff steht einfach für Stabilität. Dabei kann - je nach gewünschter Eigenschaft - das optimale ...

Zum Think-Ing. Forum

RSS-Feed abonnieren

Diese Seite drucken

Stahl im Wasser

Vom Supertanker über Ölplattformen bis zu Offshore-Windkraftanlagen - Stahlriesen der Meere

Kolumbus ist bis nach Amerika gekommen - den Anforderungen moderner Industrienationen hätten seine Schiffe allerdings nicht genügt. Nicht nur, dass sie mangels Motorisierung sehr langsam waren; auch der Transport größerer Mengen Öl wäre mit ihnen zum Beispiel undenkbar gewesen. Dementsprechend wird wohl auch niemand, der sich einen Supertanker vorstellen soll, an eine Konstruktion aus Holz und Segeltuch denken. Ob die Phantasie allerdings ausreicht, sich die Dimensionen der „Knock Nevis“, dem größten Schiff der Welt, auszumalen, steht auf einem anderen Blatt.
Das größte Schiff der Welt
Keine Frage - dank der Industrialisierung ist Holz, das viele Jahrhunderte der Werkstoff Nummer eins im Schiffsbau war, längst vom Stahl verdrängt worden. Gleichzeitig hat die Notwendigkeit, immer größere Mengen an Gütern und Rohstoffen möglichst wirtschaftlich zu transportieren, zur Konstruktion immer größerer Schiffe geführt. Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellt der Öltanker „Knock Nevis“ dar. Er war 1979 unter dem Namen „Seawise Giant“ von einer Reederei in Hong Kong in Betrieb genommen und bereits nach seiner Jungfernfahrt 1980 in einem mehrmonatigen Umbau um 80 Meter verlängert wurde - von ursprünglich 378,45 auf 458,45 Meter. Sein Fassungsvermögen beträgt 652 Millionen Liter Rohöl.

Der Supertanker wechselte im Laufe der Zeit mehrfach den Besitzer und damit seinen Namen. Nachdem er 1988 im Iran-Irak-Krieg unter Beschuss geraten und dadurch nicht mehr einsatzfähig war, wurde er von einer norwegischen Reederei gekauft, in „Jahre Viking“ umbenannt und einer Generalüberholung unterzogen, bei der allein 3200 Tonnen Stahl verbaut wurden.
Duplexstähle zeichnen sich durch hohe Korrosionsbeständigkeit aus, auch im Salzwasser
Da er keine Doppelhülle hat, ist ein normaler Rohöltransport mit ihm aufgrund verschärfter internationaler Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen seit dem Jahr 2004 nicht mehr möglich. Nach einem weiteren Besitzerwechsel und einem erneuten Umbau dient das Schiff heute unter seinem aktuellen Namen „Knock Nevis“ als Rohölzwischenlager in Katar am Persischen Golf.

Die größten doppelwandigen Öltanker der Welt wurden 2002 in Südkorea gebaut, es handelt sich um die TI Oceania und ihre drei Schwesterschiffe TI Africa, TI Asia und TI Europe. Die Stahlhaut dieser Supertanker ist drei bis vier Zentimeter dick, die beiden Außenwände haben einen Abstand von zwei bis drei Metern, was die Kolosse der Meere noch voluminöser erscheinen lässt. Ein Problem, das sich daraus ergibt: Der Bremsweg von Supertankern ist mehrere Kilometer lang, sie sind schwierig zu manövrieren und können aufgrund ihres Tiefgangs nur wenige Häfen anlaufen.
Mitten im Meer: Offshore-Ölplattform müssen den riesigen Wassermassen und hohem Wellengang standhalten
Schwimmende Bohrinseln
Vom Öltransport zur Ölförderung ist es gedanklich nur ein kleiner Schritt. Und auch bei der Konstruktion von Offshore-Anlagen, also den Bohrinseln in Küstennähe, spielen bestimmte Stahlvarianten eine große Rolle: vor allem Duplexstähle, die sich durch hohe Korrosionsbeständigkeit - auch im Salzwasser - auszeichnen. Die finnische Werft Technip Offshore Finland in Pori hat sich auf sogenannte Spar-Bohrinseln spezialisiert, die unter anderem deshalb besonders gefragt sind, weil sie im Golf von Mexiko die Hurrikane Katrina und Rita überstanden haben. Die Firma hat ihre kompletten Stahlkonstruktionen schon um die halbe Erde bis nach Malaysia geliefert - trotz der hohen Transportkosten. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Plattformen, denen gemeinsam ist, dass sie über Stahlgerüstbeine fest mit dem Meeresboden verankert werden, handelt es sich bei der Spar-Insel um eine schwimmende Variante, bei der die gesamte aus Beton oder Stahl gefertigte Unterkonstruktion als Ballast- oder Lagertank dient; die Arretierung erfolgt lediglich über Stahlseile und Anker.
Mittelplate
Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate produziert das 'schwarze Gold' ohne Zwischenfall seit 1987 aus dem größten deutschen Erdölfeld
Ölförderung im Naturschutzgebiet
Ein besonders bemerkenswertes Beispiel für eine Offshore-Anlage stellt die vom RWE betriebene Bohr- und Förderinsel Mittelplate im südlichen Teil des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres dar, weil sie in einem Gebiet errichtet wurde, das als Nationalpark unter Naturschutz steht. Seit Produktionsbeginn im Jahr 1987 wurden auf der Plattform mehr als 20 Millionen Tonnen Öl aus einer Tiefe von bis zu 3000 Metern gefördert. Das zugrundeliegende Sicherheitskonzept ist weltweit einzigartig: Die Förderinsel wurde sozusagen als flüssigkeitsdichte Stahl- und Betonwanne auf dem Watt des Mittelplate-Ölfeldes errichtet. Zum offenen Meer ist sie durch elf Meter hohe Spundwände aus Stahl gesichert, durch die von außen nichts nach innen und von innen nichts nach außen dringen kann. Die Wanne ist so konstruiert, dass sie im Schadensfall sogar mehr Öl auffangen könnte, als auf der Insel überhaupt vorhanden ist.
Fundamentstruktur für die schwimmende Bohrinsel, die im September 2008 zur Errichtung der Nearshore-Windkraftanlage in die Außenjade vor Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven verschifft wurde
„Offshore“ mal anders
Auf dem Festland, nur wenige Kilometer entfernt, gibt es einen Betrieb, der sich auf eine andere Art von Offshore-Anlagen spezialisiert hat, bei denen ebenfalls Stahl eine entscheidende Rolle spielt: Seit dem Jahr 2008 fertigt die zur BARD-Gruppe gehörende Cuxhaven Steel Construction GmbH Gründungsstrukturen für Offshore-Windkraftanlagen. Und zwar in 'Windeseile': Im Frühjahr 2009 ist die Serienfertigung der jeweils etwa 490 Tonnen schweren Kolosse in einer eigens errichteten, riesigen Montagehalle angelaufen. Ziel dieses weltweit einzigartigen Projektes ist es, jährlich bis zu 100 komplett ausgerüstete Fundamenteinheiten auszuliefern. Bei Vollauslastung werden im Betrieb schätzungsweise 150.000 Tonnen Stahl pro Jahr verarbeitet.
Polarstern
Expeditionen in der Arktis und Antarktis: Der Eisbrecher Polarstern
Forschungsaspekte
Stahl im Wasser hat sicherlich meistens, aber nicht immer etwas mit wirtschaftlichen Aspekten zu tun. Das 1978 vom Bundesminister für Forschung und Bildung in Auftrag gegebene und 1981 fertiggestellte Schiff „Polarstern“ zum Beispiel ist ein als Eisbrecher konzipiertes Forschungs- und Versorgungsschiff, das bis zum März 2008 auf 47 Expedition in der Arktis und Antarktis Daten für die Polar- und Meeresforschung gesammelt hat. Sein aktueller Einsatz, bei dem es um die Einbringung von Eisensulfat als Düngemittel für Meeresalgen in der Antarktis geht, ist zwar umstritten, die Bedeutung des Schiffes für die Forschung wird dadurch allerdings nicht geschmälert.
Vielfalt an Anwendungsgebieten
Die behandelten Anwendungsgebiete stellen nur eine Auswahl dar; es lassen sich zahlreiche weitere Beispiele für die Verbindung von Stahl und Wasser finden - sei es im U-Boot-Bau, bei der Verlegung von Pipelines, bei der Meerwasserentsalzung bzw. Trinkwasseraufbereitung oder der Reparatur von auf dem Meeresboden verlegten Datenkabeln. So sind zum Beispiel nach dem Tsunami-Erdbeben im Dezember 2006 die beschädigten Telefon- und Internetkabel von Spezialschiffen mithilfe von langen Stahlseilen an die Oberfläche geholt worden. Überraschend ist die Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten eigentlich nicht: Seine gute Verarbeitungsfähigkeit, Rostbeständigkeit und Umweltverträglichkeit sind drei der positiven Eigenschaften, die den Stahl auch im Wasser glänzen lassen.
» Stahl-Special

Pipelines: Volles Rohr Qualität

Pipelines: Volles Rohr Qualität

©  Europipe

Stahlrohre sind Präzisionsarbeit. Hart im Nehmen und immer unter Druck. Besonders Rohre für Pipelines müssen eine Menge aushalten – von innen und außen, onshore und offshore.

Stahlrohre sind Präzisionsarbeit. Hart im Nehmen und immer unter Druck. Besonders Rohre für Pipelines müssen eine Menge aushalten – von innen und außen, onshore und offshore.

08.02.2012 | 10:43:13

Ingenieurberuf - Arbeitsmarkt • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Outotec is looking for a Product Engineer Benefication (f/m)

Text: Outotec develops and provides technology solutions for the sustainable use of Earth's natural resources. As the global leader in minerals and metals...

THINK ING. auf Facebook
» Die Fachrichtungen

Flüssige Metalle und Metallurgie sind eine verdammt heiße Angelegenheit

Flüssige Metalle und Metallurgie sind eine verdammt heiße Angelegenheit

Nicht um Rohstoff-Abbau, sondern um die Verfahren zur Gewinnung und Nutzung von Metallen sowie ihrer Formgebung zu Produkten geht es Ingenieuren der Metallurgie. Viel Technik und Chemie ist notwendig ...

»THINK ING.-Shop

Gewinner des Deutschen Computerspielpreises: ExperiMINTe

Video
» Internes

Datenschutz

Datenschutz

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zur Benutzung dieser Webseite

» Grafik des Monats

Ingenieure dringend gesucht!

Ingenieure dringend gesucht!

Der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren ist immens. Die Lücke klafft vor allem bei Maschinenbau- und Fahrzeugbauingenieuren.

Kurzbeschreibung: Verschiedene Filme zeigen den Weg von der Stahl-Gewinnung bis zum Endprodukt aus diesem Material.

Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks

Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum

Ausgabe: 2009

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende

Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information

Max. Bestellmenge: 1