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Stahlrecycling
Schrott ist einer der wichtigsten Rohstoffe in der Stahlherstellung - und das ohne Qualitätsverlust
Das Gedudel ist schon von weitem zu hören. Die Melodie ist eingängig. Irgendein altes Kinderlied. Mit dem Kleinlastwagen ruckelt es näher. Auf der Ladefläche sind alte Fahrräder, Rasenmäher und Waschmaschinen. Der Schrottsammler ist unterwegs. Mit den leicht schiefen Tönen macht er auf sich aufmerksam. Das war schon immer so. Denn früher fiedelten die Schrottsammler auf Blockflöten oder anderen Instrumenten. Heute wird die Musik aus dem alten Lautsprecher am Wagen meist von einer CD abgespielt.
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Auf dem Weg zur Presse: ein Autowrack hängt am Kran
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Am Ende der Kette stehen die Großhändler. Sie sammeln alles auf und bringen dann sehr große Mengen zu den Stahlwerken. Jeden Monat werden dort mehrere 10.000 Tonnen zur Herstellung neuer Stähle benötigt. Da kann man nicht mit einer Kleckerfuhre von einem kleinen Schrottsammler ankommen. „Zumal die Mischungen meist nicht stahlwerksfertig sind“, sagt Leuning. So muss beispielsweise ein Rasenmäher von den Flüssigkeiten gereinigt werden. Zum Teil geschieht die Säuberung und das Sortieren noch von Hand. Doch einen Großteil der Arbeit erledigen hoch spezialisierte Schredder-Aggregate. Sie sortieren nicht nur, sondern zerkleinern die Teile auch entsprechend.
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Warten auf die Wiederverwertung: ein Autofriedhof.
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„Mit den Stahlwerken haben die Recycling-Unternehmen eine Sortenliste vereinbart. Vor allem versuchen wir schon die Störelemente herauszubekommen. So ist etwa Kupfer ein hüttentechnisch störendes Element“, sagt Leuning. Insgesamt hat sich die Recycling-Branche mit den Stahlherstellern auf etwa acht Kernsorten verständigt. Diese wiederum haben gut 20 Untersorten. „Aus diesen kann man eine ganze Menge an Stahlsorten ableiten“, sagt Leuning.
Stahlschrott ist heute der wichtigste Rohstoff in der Stahlherstellung. Für eine Tonne Stahl benötigt man in der Regel etwa 560 Kilogramm Schrott, also weniger als die Hälfte muss an "neuem" Material hinzugefügt werden. So wurden laut BDSV im Jahr 2007 118 Millionen Tonnen Stahlschrott als Sekundärrohstoff für die gesamte Stahlproduktion in der EU (210 Millionen Tonnen) eingesetzt. Damit sorgt die Stahlrecyclingbranche auch für Nachhaltigkeit. Denn ein Großteil der produzierten Menge wird dem Kreislauf wieder zugeführt.
Der Einsatz von Stahlschrott führt nach Auskunft von BDSV-Präsident Jürgen Karle aber auch zu einer erheblichen Einsparung von CO2. Auf der Verbandstagung im vergangenen Herbst rechnete er vor, wie groß die Einsparungen tatsächlich ausfallen. „Idealtypisch gehen wir davon aus, dass durch das Einschmelzen von einer Tonne Stahlschrott im Vergleich zum Einsatz von Primärrohstoffen etwa eine Tonne CO2, etwa 650 kg Kokskohle sowie 1,5 Tonnen Eisenerz eingespart werden. Auch bei einer Betrachtung der gesamten Prozesskette bleibt die positive Wirkung des Recyclings zur Reduzierung von CO2-Emissionen erhalten“, sagte Karle. Und das alles ohne Qualitätsverlust im Vergleich zum Einsatz von Primärrohstoffen.
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Schrottplatz in Frankfurt/Main, im Hintergrund die Skyline der Bankenmetropole
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Bis in den Herbst 2008 hinein hatte die Branche eigentlich optimistisch in die Zukunft geblickt. Dann kam die Wirtschaftskrise. Und mit ihr fielen die Preise für Stahlschrott dramatisch. Mit Preisschwankungen hat die Branche seit jeher zu kämpfen. Doch im vergangenen Jahr waren die Schwankungen extrem. Zu Beginn des Jahres lag der Stahlschrottpreis für eine bestimmte Sorte bei etwa 260 Euro je Tonne. Bis zum Juni kletterte er auf mehr als 425 Euro. Doch in den folgenden fünf Monaten fiel er unter das Jahresanfangsniveau auf knapp 218 Euro. An einen vergleichbaren Rückgang kann sich kaum jemand erinnern.
Die Weltwirtschaftskrise hat natürlich auch den Rohstoff Stahl erreicht. Die Nachfrage am Weltmarkt ist gesunken. Die Stahlwerke haben die Produktion erheblich gedrosselt, fahren Kurzarbeit, aber die Krise bekommen auch die Schrotthändler zu spüren. Hinzu kommt, dass die Drosselung der Autoproduktion und der Rückgang im Maschinenbau auch die Entstehung neuen Schrotts lähmt. „Damit kommt der gesamte Kreislauf aus dem Schwung“, sagt Leuning.
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Schrottreif
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Ein Lichtblick ist die Abwrackprämie. Viele Jahre lang sind die Altfahrzeugeingänge bei den Demontage- und Schredderbetrieben zurückgegangen. Jetzt stellt Leuning eine „erfreuliche Belebung“ des Geschäfts fest. Allerdings nicht ohne gleich Einschränkungen anzufügen. So sei das Aufkommen an alten Fahrzeugen in Ballungsgebieten zwar deutlich gestiegen, in ländlichen Regionen können die Betriebe aber nicht so stark von der Abwrackprämie profitieren.
Doch das ist nur ein Problem. Die Demontagebetriebe produzieren eine sogenannte Restkarosse. „Diese müssen anschließend in eine Schredderanlage, um die Stofftrennung und Zerkleinerung vornehmen zu können“, sagt Leuning. In diesem Bereich seien die Preise seit August dermaßen in den Keller gegangen, dass viele Betriebe ihre Lagerkapazität ausschöpfen und lieber warten, bis die Preise wieder anziehen. „Der Schredderbetrieb hat im Moment wenig davon“, sagt Leuning.
Aus ähnlichen Gründen bleiben derzeit wohl auch die kleinen Lastwagen der Schrottsammler in der Garage. Erst wenn die Preise für den Stahlschrott wieder anziehen, werden sie wieder häufiger mit ihrem Gedudel um Aufmerksamkeit werben.
Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV)
Vom Schrott zum Stahl
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Stahlschrott kann ohne Qualitätsverlust zu 100 Prozent wiederverwertet werden. Der Kurzfilm erläutert den Recyclingprozess: Schrott wird im Elektrolichtbogenofen bei Temperaturen über 3500° Celsius, die durch eine hohe elektrische Spannung erzeugt werden, geschmolzen.

Kurzbeschreibung: Verschiedene Filme zeigen den Weg von der Stahl-Gewinnung bis zum Endprodukt aus diesem Material.
Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks
Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum
Ausgabe: 2009
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende
Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information
Max. Bestellmenge: 1
Themenauflistung: Herstellung, Schmiedestücke, Bleche, Draht, Oberflächenbeschichtung, Tailored Blanks
Herausgeber/Autor: Stahl-Informations-Zentrum
Ausgabe: 2009
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende
Verwendungszweck: Berufswahl, allgemeine Information
Max. Bestellmenge: 1
