Karrierechancen
Duales Studium – Karriereturbo für Überflieger?
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Viele Personalchefs sehen dies anders: So sind die Anforderungen der Unternehmen sehr hoch. Nur Bewerber mit hervorragenden Noten haben eine Chance und müssen sich meist in einem sogenannten Assessment-Center, einer Vorauswahl mit Einzelgesprächen, Gruppenaufgaben und Tests beweisen.
Jürgen Thiemann, Leiter der Personalentwicklung beim Automobilzulieferer Huf Hülsbeck & Fürst aus Velbert, welcher gemeinsam mit der Hochschule Bochum und anderen Unternehmen der Region ein duales Ingenieurstudium anbietet, hat hohe Erwartungen an potenzielle Bewerberinnen und Bewerber: "Die Kooperative Ingenieurausbildung ist ein spannendes Angebot für motivierte, junge Leute, die anspruchsvolle Positionen im technischen Bereich anstreben. Wir erwarten sehr gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern, Technikinteresse, handwerkliches Geschick sowie ein überdurchschnittliches Engagement, um Ausbildung und Studium parallel zu bewältigen."
Die deutlich verkürzte Einarbeitungszeit, der hohe Praxisbezug, die genaue Kenntnis der Geschäftsprozesse und der Unternehmensphilosophie sowie das Knüpfen von Netzwerken im Unternehmen bereits während des Studiums führen meist zu einer steileren beruflichen Karriere. „Die Chancen, in unserem Unternehmen einmal in Führungspositionen aufzusteigen, sind hoch. Dafür gibt es genügend Beispiele“, ist Peter Schomakers, bei der Robert Bosch AG im Bereich Personalentwicklung für die Berufsakademie Technik und kooperative Studiengänge zuständig, überzeugt.
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Nicole Vegelahn, Personalentwicklung und -management, Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG, zu ihren Erfahrungen mit dual Studierenden
aus: think ING. -DVD ´Ingenieurberufe in Bewegung' |
Neben den fachlichen Fähigkeiten lernen Studierende bereits während der Ausbildung all das, was für die erfolgreiche Berufsausübung wesentlich ist und häufig mit dem Begriff Schlüsselqualifikationen umrissen wird: Regelmäßiges Feedback anhand von strukturierten Beurteilungsgesprächen, Schulungen in Präsentationstechnik oder Moderation sowie spezielle Seminare zur Erhöhung der Sozialkompetenz tragen zur persönlichen Entwicklung bei.
„Unsere Studenten wirken aktiv in Projekten mit. Dazu gehört auch die Mitarbeit in den Fachabteilungen vor Ort oder beim Kunden. Dies fördert die Fähigkeiten im Bereich Prozess- und Projektmanagement sowie Team- und Kundenorientierung“, ergänzt Schomakers. So gibt es bei Bosch die Möglichkeit, bereits während des Studiums an einem ausländischen Standort eingesetzt zu werden, um ganz nebenbei Sprach- und interkulturelle Kompetenz zu optimieren.
Auch Petra Krüger, Leiterin Competence Center Ausbildung bei der Deutschen Telekom AG, sieht für ihre Absolventen dualer Studiengänge, wie beispielsweise dem „Bachelor of Engineering in Telekommunikationsinformatik“, beste Karrierechancen: „Unsere Studenten sind von Beginn an ‚Insider‘ und können so bereits während ihrer Ausbildung fachübergreifende Netzwerke im Unternehmen knüpfen. Damit haben sie nach dem Studium eine sehr gute Ausgangsposition für die weiteren Karriereschritte im Konzern. Wir unterstützen diese Entwicklung mit individuellen, auf Leistung und Potenzial abgestimmten Programmen, welche unter anderem Coaching durch Führungskräfte, Beteiligung an realen Kundenprojekten, anspruchsvolle Aufgaben oder Auslandseinsätze beinhalten”. Kontinuierliche Betreuung sowie feste Zielvereinbarungen zwischen dem Studenten und seinem Mentor sorgen bei der Deutschen Telekom für eine konsequente und systematische Förderung.
Kurz gesagt: Für den, der keine wissenschaftliche Karriere anstrebt, kann das duale Studium durchaus ein Karriere-„Booster“ und eine optimale Vorbereitung auf Führungspositionen im Unternehmen bedeuten. Das gilt insbesondere nach „Zünden der zweiten Triebwerksstufe“, einem zusätzlichen MBA-Studium im Anschluss an die ersten erfolgreichen Berufsjahre.
Der Karriere-Vorsprung im Überblick:
- Vorab-Qualifikation durch strenges Auswahlverfahren
- Kompaktes Studium – früher Berufseinstieg
- Frühzeitige Praxis- und Berufserfahrung
- Gezielte Förderung der persönlichen Entwicklung
- Optimale Vernetzung im Unternehmen

