// THINK ING. // Das Ingenieurstudium // Studiprofile // Elektrotechnik // Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (MSR) - Christian Sievers - Diplom
Studentenfragebogen:
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Welches Studienfach studierst du und in welchem Semester befindest du dich?
Ich studiere im 8. Semester Informationstechnik im Schwerpunkt Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Zurzeit schreibe ich meine Diplomarbeit in einem Unternehmen.
Welchen Schulabschluss hast du bzw. welche beruflichen Vorkenntnisse?
Ich bin gelernter Energieanlagenelektroniker mit circa fünf Jahren Praxis (inklusive Ausbildungszeit) vor Studienbeginn und einem Fachabitur in technischer Richtung.
Welches war für dich bisher das herausragende Seminar / Ereignis / Projekt an deiner Hochschule?
Eine recht umfangreiche Belegarbeit, die in Zusammenhang mit meinem Job in den Semesterferien entstanden ist. Ziel war die Erstellung eines neuen Praktikumsversuchs mit Laserscannern inklusive Hard- und Softwareeinrichtung. Reizvoll war hierbei nicht nur die technische Seite, sondern auch die didaktische Arbeit an den Aufgabenstellungen des Versuchs. Einige Erfahrungen aus dem Sommerjob konnte ich zusätzlich darin verwerten.
Wie weit ist dein Studienort von deinem Heimatort entfernt?
Münster – Leipzig: 440 km, also einmal quer rüber von West nach Ost.
Was war der Grund, die Hochschule auszuwählen an der du heute studierst?
Nach meinem ersten Besuch in Leipzig war ich begeistert von der Stadt – und da die Wahl für einen Studienort vor der Tür stand, habe ich mir die dortige Fachhochschule angesehen. Ich hatte Glück und habe einen emeritierten Professor getroffen, der Zeit hatte, mich durch den Fachbereich inklusive der Labore zu führen. Außerdem wollte ich das Studium nutzen, um aus der Heimat rauszukommen. Schließlich ist das Studium die beste Gelegenheit mal „rauszukommen".
Warum bist du mit der Entscheidung für deine Hochschule zufrieden/unzufrieden?
Der Kontakt zu den Professoren ist sehr gut, bei Fragen bekommt man immer eine schnelle Antwort. Dazu bietet das restaurierte Hochschulgebäude mitten im Musikerviertel in Leipzig eine angenehme Atmosphäre zum Studieren.
Was könnte sich an deiner Hochschule noch zum Vorteil verändern? Was müssten die Dozenten deiner Ansicht nach noch besser machen?
Aus organisatorischer Sicht muss die Hochschule unbedingt einen Online-Service für Klausurnoten und Formalia bereitstellen – das fehlt leider im Moment noch. Durch den eng gestrickten Zeitplan mit vielen Pflichtpraktika bleibt recht wenig Zeit für „Spielereien“ in den einzelnen Laboren.
Welche Note gibst du deiner Hochschule und deinen Dozenten insgesamt?
2,0.
Falls du für dein Studium in eine Stadt fern der Heimat umziehen musstest …
Wie waren deine Erfahrungen mit der Eingewöhnung ins neue Umfeld?
Dadurch, dass ich in der neuen Stadt kein Netzwerk wie in meiner Heimat hatte, war die Bildung einer Arbeits- bzw. Lerngruppe von entscheidender Bedeutung. Der Kern der Gruppe hat sich bis heute ohne Ausfälle erfolgreich gehalten. Nebenbei habe ich an meiner Hochschule eine neue VDE Hochschulgruppe gegründet. Dadurch haben wir uns selbst die Möglichkeit geschaffen unterschiedlichste Exkursionen selbst zu organisieren und Aktionen am Fachbereich, wie z.B. eine Jobbörse, durchzuführen. Dieses Netzwerk hat dabei geholfen, vor Ort aktiv zu werden und mich wohlzufühlen.
Welche Unterrichtsfächer haben dir in der Schule besonders viel Spaß gemacht bzw. – falls du Abitur hast – welche Leistungskurse hattest du seinerzeit?
Elektrotechnik und Automatisierungstechnik im Fachabitur.
Wann stand für dich fest, dass du Ingenieur/in werden willst?
Während des Zivildienstes habe ich die Entscheidung getroffen, meinen Job als Facharbeiter zu kündigen, das Fachabitur und danach ein Ingenieursstudium zu machen.
Was war ausschlaggebend, dass du dich für ein Ingenieurstudium dieser speziellen Fachrichtung entschieden hast?
Die Berufsausbildung zum Energieelektroniker hat da sicherlich eine zentrale Bedeutung gehabt. Während des Jobs und einer begonnenen Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker wurde mir schnell klar, dass man als einfacher Arbeiter zügig an (meist hierarchische) Grenzen stößt. Daher ist das Ingenieurstudium als Zukunftssicherung sicherlich die beste Wahl. Wer von seinem Job begeistert ist und den Drang hat, mehr zu erfahren und zu lernen, der sollte sich – auch bei einem festen Job als Facharbeiter – unbedingt überlegen, den Job mit einem Studium für die Zukunft fit zu machen!
Wie viel Prozent deiner Zeit verbringst du …
a) an der Hochschule (Vorlesungen, Seminare, Bibliothek): 40 %
b) mit dem eigenständigen Lernen zu Hause: 25 %
c) mit Studentenjobs: 5 %
d) mit Freizeitaktivitäten, außerhalb von Ingenieurwissenschaft und Uni: 30 %
Beschreibe, welche Art von Wissen und Vorkenntnissen deiner persönlichen Meinung nach besonders wichtig für dein Studium sind oder waren …
a) in der schulischen Laufbahn erworbenes Wissen: 20 %
b) durch Fachliteratur / Internet im Selbststudium erworbenes Wissen: 35 %
c) durch Hobbys / Freizeitaktivitäten und spezielle Interessen erworbenes Wissen: 15 %
d) in bestimmten Vorkursen an der Uni oder FH erworbenes Wissen: -
e) in der Berufsausbildung und Berufspraxis erworbenes Wissen: 30 %
Welches Medium nutzt du überwiegend für deine Informationsbeschaffung?
a) Uni-Bibliothek: 10 %
b) Seminar-Literatur und kopierte Handouts: 30 %
c) E-Mail und Internet: 25 %
d) Fachzeitschriften: 15 %
e) selbst gekaufte Fachbücher: 20 %
Wo lagen/liegen die größten Schwierigkeiten zu Beginn deines Studiums?
Mathematik und Physik machen den Start nicht unbedingt zu einem Vergnügen, vor allem Differenzial- und Integralrechnung waren im Vergleich zu den Abi-Kommilitonen ein Stück Arbeit. Dies liegt sicherlich am Fachabitur - in einem Jahr lässt sich nicht so viel Stoff wie in einer vollen Oberstufenzeit vermitteln. In vielen Fächern wird aber vorausgesetzt, diese Lücke zu schließen. Das steht dann ganz oben auf der To-do-Liste …
Wie und wodurch hast du diese Probleme gemeistert?
Aktive Mitarbeit in den Seminaren und zu Hause mit der Arbeitsgruppe haben geholfen, diese „Brocken“ aus dem Weg zu räumen. Danach konnte ich viel Wissen aus der Zeit vor dem Studium verwerten, denn viele fachliche Inhalte haben einen hohen Wiedererkennungswert. Zwar werden die Themen viel mathematischer und systemtheoretischer behandelt, aber das Ziel war ja bekannt und dadurch der Weg dahin logischer.
Für welche ingenieurwissenschaftliche Vertiefungsrichtung hast du dich in den weiterführenden Semestern entschieden?
Ich bin kurz vor Studienende in meiner Vertiefungsrichtung Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik mit Schwerpunkt Elektrische Messtechnik. Die Entscheidung zur Wahl der Vertiefungsrichtung liegt zum einen an den Inhalten dieser Hauptstudienrichtung und an den Professoren der Institute, aber zum großen Teil an meinen Interessen aufgrund der Erfahrungen aus meinen Werksstudentenjobs und Messebesuchen.
Studiert man eher gemeinsam mit anderen Kommilitonen oder kocht letztlich doch jeder sein eigenes Süppchen?
Die Praktika werden zum Großteil als Gruppenarbeiten durchgeführt, auch bei der Vorbereitung auf die Prüfungsphasen habe ich während der gesamten Studienzeit eng mit meinen Kollegen zusammengearbeitet. Vor allem Projektarbeiten mit mehreren Beteiligten kommen dabei der Arbeit als Ingenieur im Unternehmen schon sehr nah. Die Prüfungen schreibt natürlich jeder alleine und auch die Studienarbeiten werden einzeln gewertet.
Wie wichtig sind in deinem Studienfach Fremdsprachenkenntnisse, Auslandsaufenthalte und Praktika?
Es gibt natürlich viel Fachliteratur auf Englisch, diese sollte man beherrschen. Für einen Einstieg als Ingenieur im Unternehmen sind Fremdsprachenkenntnisse eher von der zu besetzenden Stelle abhängig: Eine Entwicklungsingenieur kommt mit Englisch schon sehr weit, als Vertriebsingenieur im Ausland oder bei längeren Auslandseinsätzen ist die Landessprache immer von Vorteil. Nach meinen Erfahrungen ist Englisch das Universalmittel bei der täglichen Arbeit und im Kontakt mit Kunden und Ingenieuren anderer Unternehmen beziehungsweise Nationalitäten. Auslandsaufenthalte werden zwar von vielen Unternehmen pauschal als Einstellungsvoraussetzungen (vor allem für Traineeprogramme) gefordert, sie sind meiner Meinung nach aber nur sinnvoll, wenn die Tätigkeiten im Ausland einen auch studientechnisch weiterbringen. Im Job als Ingenieur hat man im Normalfall immer mit ausländischen Kollegen oder direkt vor Ort zu tun, also ist der „Faktor Ausland“ relativ. Wichtiger sind Praktika, denn sie helfen dabei, kennenzulernen, was in der Praxis wirklich gefragt ist. Zudem sind sie die beste Möglichkeit, um die eigenen Interessen zu finden und Schwerpunkte herauszukristallisieren.
Was wäre dein absoluter Traumjob nach dem Studium?
Produktmanager mit einem guten Team in einem größeren Unternehmen und zeitweise Tätigkeit im Ausland.
Und was glaubst du, machst du in 20 Jahren?
Leitender Ingenieur mit Personalverantwortung in einem mittelständischen Unternehmen. Ob in Deutschland oder im Ausland – beides ist möglich.
Wie sieht das Studentenleben heute aus? „Lange schlafen“, Party-Programm und Freiheit zu jeder Zeit? Oder ist das ein Klischee von gestern?
Klar, Freiheiten gehören zum Studium. Wer die Vorlesung verpennt, muss halt mehr nacharbeiten. Bei uns sind sie eigentlich gut besucht, das mag auch am seminaristischen Charakter liegen. Freiheiten in der Studienplanung sollte man nutzen, auch die Semesterferien lassen sich gut für Werksstudentenjobs nutzen.
Was machst du in den Semesterferien?
2006 war ich Werksstudent beim Eichamt Leipzig, 2007 und 2008 bei Leuze electronic in München. Freie Zeit nutze ich zum Touren durch Deutschland oder im Auslandsurlaub.
Was sind deine Hobbys?
Fotografieren, Motorrad fahren, Freunde treffen.
Du strandest auf einer einsamen Insel. Welche drei Gegenstände hättest du gerne dabei?
- meine Tauchflossen
- eine große Kaffeepflanze
- einen Laptop mit Solarzelle, Satellitenmodem und USB-Kaffeekocher
Auf welche Ingenieurleistung der modernen Technik möchtest du keinesfalls verzichten?
Digitale Spiegelreflexkameras, mein Goldstück (Nikon D90) wartet schon auf den nächsten Einsatz.
Denke mal ganz fiktional! Welche nicht für möglich gehaltene Technik- oder Ingenieurleistung wird uns die Zukunft wohl noch bringen?
Beamen wäre eine attraktive Alternative zu Auto, Bahn und Flugzeug!
Zum Abschluss: Welchen Rat gibst du anderen Schulabsolventen, die ein Ingenieurstudium aufnehmen wollen?
Für alle mit Ausbildung und ohne „Voll“-Abi: Mathematik intensiv lernen, dies erleichtert den Start im Grundstudium.
Für alle ohne Ausbildung und mit „Voll“-Abi: Möglichst früh mit Industriepraktika beginnen, um Kontakte zu knüpfen und einen Einblick in die Arbeit „draußen“ zu bekommen.
Und für beide: Genießt die Zeit und macht das, was Euch gefällt! So viel Zeit werdet ihr nie wieder im Leben haben.
Ich studiere im 8. Semester Informationstechnik im Schwerpunkt Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Zurzeit schreibe ich meine Diplomarbeit in einem Unternehmen.
Welchen Schulabschluss hast du bzw. welche beruflichen Vorkenntnisse?
Ich bin gelernter Energieanlagenelektroniker mit circa fünf Jahren Praxis (inklusive Ausbildungszeit) vor Studienbeginn und einem Fachabitur in technischer Richtung.
Welches war für dich bisher das herausragende Seminar / Ereignis / Projekt an deiner Hochschule?
Eine recht umfangreiche Belegarbeit, die in Zusammenhang mit meinem Job in den Semesterferien entstanden ist. Ziel war die Erstellung eines neuen Praktikumsversuchs mit Laserscannern inklusive Hard- und Softwareeinrichtung. Reizvoll war hierbei nicht nur die technische Seite, sondern auch die didaktische Arbeit an den Aufgabenstellungen des Versuchs. Einige Erfahrungen aus dem Sommerjob konnte ich zusätzlich darin verwerten.
Wie weit ist dein Studienort von deinem Heimatort entfernt?
Münster – Leipzig: 440 km, also einmal quer rüber von West nach Ost.
Was war der Grund, die Hochschule auszuwählen an der du heute studierst?
Nach meinem ersten Besuch in Leipzig war ich begeistert von der Stadt – und da die Wahl für einen Studienort vor der Tür stand, habe ich mir die dortige Fachhochschule angesehen. Ich hatte Glück und habe einen emeritierten Professor getroffen, der Zeit hatte, mich durch den Fachbereich inklusive der Labore zu führen. Außerdem wollte ich das Studium nutzen, um aus der Heimat rauszukommen. Schließlich ist das Studium die beste Gelegenheit mal „rauszukommen".
Warum bist du mit der Entscheidung für deine Hochschule zufrieden/unzufrieden?
Der Kontakt zu den Professoren ist sehr gut, bei Fragen bekommt man immer eine schnelle Antwort. Dazu bietet das restaurierte Hochschulgebäude mitten im Musikerviertel in Leipzig eine angenehme Atmosphäre zum Studieren.
Was könnte sich an deiner Hochschule noch zum Vorteil verändern? Was müssten die Dozenten deiner Ansicht nach noch besser machen?
Aus organisatorischer Sicht muss die Hochschule unbedingt einen Online-Service für Klausurnoten und Formalia bereitstellen – das fehlt leider im Moment noch. Durch den eng gestrickten Zeitplan mit vielen Pflichtpraktika bleibt recht wenig Zeit für „Spielereien“ in den einzelnen Laboren.
Welche Note gibst du deiner Hochschule und deinen Dozenten insgesamt?
2,0.
Falls du für dein Studium in eine Stadt fern der Heimat umziehen musstest …
Wie waren deine Erfahrungen mit der Eingewöhnung ins neue Umfeld?
Dadurch, dass ich in der neuen Stadt kein Netzwerk wie in meiner Heimat hatte, war die Bildung einer Arbeits- bzw. Lerngruppe von entscheidender Bedeutung. Der Kern der Gruppe hat sich bis heute ohne Ausfälle erfolgreich gehalten. Nebenbei habe ich an meiner Hochschule eine neue VDE Hochschulgruppe gegründet. Dadurch haben wir uns selbst die Möglichkeit geschaffen unterschiedlichste Exkursionen selbst zu organisieren und Aktionen am Fachbereich, wie z.B. eine Jobbörse, durchzuführen. Dieses Netzwerk hat dabei geholfen, vor Ort aktiv zu werden und mich wohlzufühlen.
Welche Unterrichtsfächer haben dir in der Schule besonders viel Spaß gemacht bzw. – falls du Abitur hast – welche Leistungskurse hattest du seinerzeit?
Elektrotechnik und Automatisierungstechnik im Fachabitur.
Wann stand für dich fest, dass du Ingenieur/in werden willst?
Während des Zivildienstes habe ich die Entscheidung getroffen, meinen Job als Facharbeiter zu kündigen, das Fachabitur und danach ein Ingenieursstudium zu machen.
Was war ausschlaggebend, dass du dich für ein Ingenieurstudium dieser speziellen Fachrichtung entschieden hast?
Die Berufsausbildung zum Energieelektroniker hat da sicherlich eine zentrale Bedeutung gehabt. Während des Jobs und einer begonnenen Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker wurde mir schnell klar, dass man als einfacher Arbeiter zügig an (meist hierarchische) Grenzen stößt. Daher ist das Ingenieurstudium als Zukunftssicherung sicherlich die beste Wahl. Wer von seinem Job begeistert ist und den Drang hat, mehr zu erfahren und zu lernen, der sollte sich – auch bei einem festen Job als Facharbeiter – unbedingt überlegen, den Job mit einem Studium für die Zukunft fit zu machen!
Wie viel Prozent deiner Zeit verbringst du …
a) an der Hochschule (Vorlesungen, Seminare, Bibliothek): 40 %
b) mit dem eigenständigen Lernen zu Hause: 25 %
c) mit Studentenjobs: 5 %
d) mit Freizeitaktivitäten, außerhalb von Ingenieurwissenschaft und Uni: 30 %
Beschreibe, welche Art von Wissen und Vorkenntnissen deiner persönlichen Meinung nach besonders wichtig für dein Studium sind oder waren …
a) in der schulischen Laufbahn erworbenes Wissen: 20 %
b) durch Fachliteratur / Internet im Selbststudium erworbenes Wissen: 35 %
c) durch Hobbys / Freizeitaktivitäten und spezielle Interessen erworbenes Wissen: 15 %
d) in bestimmten Vorkursen an der Uni oder FH erworbenes Wissen: -
e) in der Berufsausbildung und Berufspraxis erworbenes Wissen: 30 %
Welches Medium nutzt du überwiegend für deine Informationsbeschaffung?
a) Uni-Bibliothek: 10 %
b) Seminar-Literatur und kopierte Handouts: 30 %
c) E-Mail und Internet: 25 %
d) Fachzeitschriften: 15 %
e) selbst gekaufte Fachbücher: 20 %
Wo lagen/liegen die größten Schwierigkeiten zu Beginn deines Studiums?
Mathematik und Physik machen den Start nicht unbedingt zu einem Vergnügen, vor allem Differenzial- und Integralrechnung waren im Vergleich zu den Abi-Kommilitonen ein Stück Arbeit. Dies liegt sicherlich am Fachabitur - in einem Jahr lässt sich nicht so viel Stoff wie in einer vollen Oberstufenzeit vermitteln. In vielen Fächern wird aber vorausgesetzt, diese Lücke zu schließen. Das steht dann ganz oben auf der To-do-Liste …
Wie und wodurch hast du diese Probleme gemeistert?
Aktive Mitarbeit in den Seminaren und zu Hause mit der Arbeitsgruppe haben geholfen, diese „Brocken“ aus dem Weg zu räumen. Danach konnte ich viel Wissen aus der Zeit vor dem Studium verwerten, denn viele fachliche Inhalte haben einen hohen Wiedererkennungswert. Zwar werden die Themen viel mathematischer und systemtheoretischer behandelt, aber das Ziel war ja bekannt und dadurch der Weg dahin logischer.
Für welche ingenieurwissenschaftliche Vertiefungsrichtung hast du dich in den weiterführenden Semestern entschieden?
Ich bin kurz vor Studienende in meiner Vertiefungsrichtung Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik mit Schwerpunkt Elektrische Messtechnik. Die Entscheidung zur Wahl der Vertiefungsrichtung liegt zum einen an den Inhalten dieser Hauptstudienrichtung und an den Professoren der Institute, aber zum großen Teil an meinen Interessen aufgrund der Erfahrungen aus meinen Werksstudentenjobs und Messebesuchen.
Studiert man eher gemeinsam mit anderen Kommilitonen oder kocht letztlich doch jeder sein eigenes Süppchen?
Die Praktika werden zum Großteil als Gruppenarbeiten durchgeführt, auch bei der Vorbereitung auf die Prüfungsphasen habe ich während der gesamten Studienzeit eng mit meinen Kollegen zusammengearbeitet. Vor allem Projektarbeiten mit mehreren Beteiligten kommen dabei der Arbeit als Ingenieur im Unternehmen schon sehr nah. Die Prüfungen schreibt natürlich jeder alleine und auch die Studienarbeiten werden einzeln gewertet.
Wie wichtig sind in deinem Studienfach Fremdsprachenkenntnisse, Auslandsaufenthalte und Praktika?
Es gibt natürlich viel Fachliteratur auf Englisch, diese sollte man beherrschen. Für einen Einstieg als Ingenieur im Unternehmen sind Fremdsprachenkenntnisse eher von der zu besetzenden Stelle abhängig: Eine Entwicklungsingenieur kommt mit Englisch schon sehr weit, als Vertriebsingenieur im Ausland oder bei längeren Auslandseinsätzen ist die Landessprache immer von Vorteil. Nach meinen Erfahrungen ist Englisch das Universalmittel bei der täglichen Arbeit und im Kontakt mit Kunden und Ingenieuren anderer Unternehmen beziehungsweise Nationalitäten. Auslandsaufenthalte werden zwar von vielen Unternehmen pauschal als Einstellungsvoraussetzungen (vor allem für Traineeprogramme) gefordert, sie sind meiner Meinung nach aber nur sinnvoll, wenn die Tätigkeiten im Ausland einen auch studientechnisch weiterbringen. Im Job als Ingenieur hat man im Normalfall immer mit ausländischen Kollegen oder direkt vor Ort zu tun, also ist der „Faktor Ausland“ relativ. Wichtiger sind Praktika, denn sie helfen dabei, kennenzulernen, was in der Praxis wirklich gefragt ist. Zudem sind sie die beste Möglichkeit, um die eigenen Interessen zu finden und Schwerpunkte herauszukristallisieren.
Was wäre dein absoluter Traumjob nach dem Studium?
Produktmanager mit einem guten Team in einem größeren Unternehmen und zeitweise Tätigkeit im Ausland.
Und was glaubst du, machst du in 20 Jahren?
Leitender Ingenieur mit Personalverantwortung in einem mittelständischen Unternehmen. Ob in Deutschland oder im Ausland – beides ist möglich.
Wie sieht das Studentenleben heute aus? „Lange schlafen“, Party-Programm und Freiheit zu jeder Zeit? Oder ist das ein Klischee von gestern?
Klar, Freiheiten gehören zum Studium. Wer die Vorlesung verpennt, muss halt mehr nacharbeiten. Bei uns sind sie eigentlich gut besucht, das mag auch am seminaristischen Charakter liegen. Freiheiten in der Studienplanung sollte man nutzen, auch die Semesterferien lassen sich gut für Werksstudentenjobs nutzen.
Was machst du in den Semesterferien?
2006 war ich Werksstudent beim Eichamt Leipzig, 2007 und 2008 bei Leuze electronic in München. Freie Zeit nutze ich zum Touren durch Deutschland oder im Auslandsurlaub.
Was sind deine Hobbys?
Fotografieren, Motorrad fahren, Freunde treffen.
Du strandest auf einer einsamen Insel. Welche drei Gegenstände hättest du gerne dabei?
- meine Tauchflossen
- eine große Kaffeepflanze
- einen Laptop mit Solarzelle, Satellitenmodem und USB-Kaffeekocher
Auf welche Ingenieurleistung der modernen Technik möchtest du keinesfalls verzichten?
Digitale Spiegelreflexkameras, mein Goldstück (Nikon D90) wartet schon auf den nächsten Einsatz.
Denke mal ganz fiktional! Welche nicht für möglich gehaltene Technik- oder Ingenieurleistung wird uns die Zukunft wohl noch bringen?
Beamen wäre eine attraktive Alternative zu Auto, Bahn und Flugzeug!
Zum Abschluss: Welchen Rat gibst du anderen Schulabsolventen, die ein Ingenieurstudium aufnehmen wollen?
Für alle mit Ausbildung und ohne „Voll“-Abi: Mathematik intensiv lernen, dies erleichtert den Start im Grundstudium.
Für alle ohne Ausbildung und mit „Voll“-Abi: Möglichst früh mit Industriepraktika beginnen, um Kontakte zu knüpfen und einen Einblick in die Arbeit „draußen“ zu bekommen.
Und für beide: Genießt die Zeit und macht das, was Euch gefällt! So viel Zeit werdet ihr nie wieder im Leben haben.
