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Studentenfragebogen:

Studienfach(richtung):

Universität / FH / Berufsakademie:

Aktuelles Semester:

Geplanter Studienabschluss:

Name:

Alter:
Maschinenbau (Verfahrenstechnik)

RWTH Aachen

14
Dipl.-Ing.

Jörn Viell

27 Jahre
Welches Studienfach studierst du und in welchem Semester befindest du dich?
Ich habe im Fach Maschinenbau die Schwerpunktrichtung Verfahrenstechnik gewählt; derzeit bin ich im 14. Semester kurz vor Abgabe der Diplomarbeit.

Welchen Schulabschluss hast du bzw. welche beruflichen Vorkenntnisse?
Nach Abitur und Grundwehrdienst habe ich direkt mit dem Studium begonnen.

Welches war für dich bisher das herausragende Seminar / Ereignis / Projekt an deiner Hochschule?
Für mich gibt es kein einzelnes, herausragendes Ereignis. Vielmehr würde ich die Anekdoten der praxiserfahrenen Professoren in den Vorlesungen hervorheben, die so in keinem Buch vermerkt sind. Gerade dieser Bezug war immer ein spannendes Element der Vorlesung.

Wie weit ist dein Studienort von deinem Heimatort entfernt?
Etwa 75 km.

Was war der Grund, die Hochschule auszuwählen an der du heute studierst?
Die Reputation der Hochschule und die dadurch entstehende Herausforderung, auch gute Leistungen erbringen zu müssen, war der Hauptgrund für meine Entscheidung. Eine größere Entfernung hätte ich auch in Kauf genommen, aber so fielen die Nähe zum Heimatort und ein schönes Umfeld zusammen.

Bist du mit der Entscheidung für deine Hochschule zufrieden/unzufrieden?
Ich würde mich wieder für die RWTH entscheiden. Die Ausbildung dort ist sehr umfassend und vielfältig.

Was könnte sich an deiner Hochschule noch zum Vorteil verändern? Was müssten die Dozenten deiner Ansicht nach noch besser machen?
Ich würde mir eine geringere Studiendauer wünschen. Der Umgang mit bürokratischen Strukturen und Vorgaben beispielsweise ist zwar sicherlich eine - wenn auch ungewollte – Lerneinheit, die könnte man aber auch gut verkleinern ...

Welche Note gibst du deiner Hochschule und deinen Dozenten insgesamt?
Gut.

Falls du für dein Studium in eine Stadt fern der Heimat umziehen musstest …
Wie waren deine Erfahrungen mit der Eingewöhnung ins neue Umfeld?

Als Rheinländer ist man im Rheinland niemals wirklich fern der Heimat, und Aachen zähle ich in diesem Sinne zum Rheinland. Die Eingewöhnungsphase ist im studentischen Umfeld wohl nirgendwo besonders tragisch und läuft sehr rasch ab. Im ersten Semester entstehen neue Kontakte sehr schnell und unkompliziert.

Welche Unterrichtsfächer haben dir in der Schule besonders viel Spaß gemacht bzw. – falls du Abitur hast – welche Leistungskurse hattest du seinerzeit?
Naturwissenschaften mochte ich allgemein, wobei ich auch froh bin, meine bevorzugten Leistungskurse (Biologie und Englisch) nicht durch ein entsprechendes Studium fortgesetzt zu haben. So gibt es auch heute abseits der Technik viele Bereiche, in denen ich mitreden möchte, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Wann stand für dich fest, dass du Ingenieur/in werden willst?
Während der Wehrdienstzeit kam ich durch Austausch mit ehemaligen Schulfreunden auf das Maschinenbaustudium. Bis dahin hatte ich nur den eher vagen Entschluss für eine Ingenieurlaufbahn gefasst.

Was war ausschlaggebend, dass du dich für ein Ingenieurstudium dieser speziellen Fachrichtung entschieden hast?
Meine Begeisterung für Technik hat sich sehr gut mit dem Maschinenbau zur Deckung gebracht. Das Studium an der RWTH Aachen gibt dabei den Freiraum, sich später seinen Neigungen entsprechend in einzelne Fachrichtungen zu vertiefen. Ausschlaggebend war wohl - so sehe ich es auch in der Rückschau - der breite intellektuelle Ansatz unter Einbezug von Bereichen, die so allgemein nicht direkt dem Maschinenbau zugeordnet werden, wie zum Beispiel Kunststofftechnik oder Bioverfahrenstechnik.

Wie viel Prozent (Summe = 100%) deiner Zeit verbringst du …
a) an der Hochschule (Vorlesungen, Seminare, Bibliothek): 50 %
b) mit dem eigenständigen Lernen zuhause: 20 % (jeweils mehr in den Prüfungszeiten)
c) mit Studentenjobs: 20 % (schwankt je nach Studienabschnitt)
d) mit Freizeitaktivitäten, außerhalb von Ingenieurwissenschaft und Uni: 10 %

Beschreibe in Prozent (Summe = 100%) welche Art von Wissen und Vorkenntnissen deiner persönlichen Meinung nach besonders wichtig für dein Studium sind oder waren …
a) in der schulischen Laufbahn erworbenes Wissen: 50 %
b) durch Fachliteratur / Internet im Selbststudium erworbenes Wissen: 10 %
c) durch Hobbys / Freizeitaktivitäten und spezielle Interessen erworbenes Wissen: 20 %
d) in bestimmten Vorkursen an der Uni oder FH erworbenes Wissen: 20 %

Welches Medium nutzt du überwiegend für deine Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Uni-Bibliothek: 20 %
b) Seminar-Literatur und kopierte Hand Outs: 30 %
c) E-Mail und Internet: 20 %
d) Fachzeitschriften: 10 %
e) selbst gekaufte Fachbücher: 20 %

Wo lagen/liegen die größten Schwierigkeiten zu Beginn deines Studiums?
Ein zentraler Punkt war, den richtigen Umgang mit den konzentriert vermittelten Vorlesungsinhalten zu entwickeln. Gerade am Anfang wird man mit sehr viel Wissen der unterschiedlichsten Fachrichtungen konfrontiert, aber nur selten ist der rote Faden gleich erkennbar. Aus dieser Fülle muss man selbstständig versuchen, sicheres Wissen aufzubauen.

Wie und wodurch hast du diese Probleme gemeistert?
Aufzeichnungen waren für mich immer hilfreich, da ich mir Zusammenhänge visuell besser einprägen kann. Die Kunst liegt dann aber darin, nicht ungefiltert alles mitzuschreiben und sich darauf zu verlassen, dass man das später irgendwie kapiert. Vielmehr muss man die Souveränität entwickeln, dem Thema zu folgen und dann die Essenz kurz schriftlich festzuhalten.

Für welche ingenieurwissenschaftliche Vertiefungsrichtung wirst/hast du dich in den weiterführenden Semestern entscheiden/entschieden?
Innerhalb der Verfahrenstechnik habe ich mich für die Energieverfahrenstechnik entschieden. Die Umwandlung von Energie in der Chemieindustrie fasziniert mich schon aufgrund der Bandbreite. Sie reicht von der Verbrennung bis hin zur Wärmepumpe, wobei die Thermodynamik das theoretische Gedankengebäude dafür liefert – auch eine interessante Herausforderung. Und hinsichtlich der globalen Entwicklungen ist das Thema sogar politisch und gesellschaftlich hochaktuell, was sicherlich auch die Bedeutung der Ingenieurstätigkeit unterstreicht.

Studiert man eher gemeinsam mit anderen Kommilitonen oder kocht letztlich doch jeder sein eigenes Süppchen?
Am Anfang kennt man meist aus den großen Vorlesungen und Übungen nur einen Teil der Kommilitonen. Später werden dann die Vorlesungen kleiner, so dass man eigentlich alle kennt. Das Lernen in Gruppen hat sich aber in jeder Phase bewährt, da man so relativ rasch das eigene Verständnis überprüfen kann. Im Übrigen macht gemeinsames „Süppchen kochen“ durchaus viel Spaß, je nach Gelegenheit in kleineren oder größeren Gruppen.

Wie wichtig sind in deinem Studienfach Fremdsprachenkenntnisse, Auslandsaufenthalte und Praktika?
Englisch ist allgemeine Vorraussetzung - auch für den Uni-Alltag. Forschungsveröffentlichungen und auch einige Vorlesungen sind nur in Englisch verfügbar. Dabei wird zwar niemand zurückgelassen, aber wie man die nötigen Kenntnisse auch für das Berufsleben erwirbt, steht jedem selber frei. Ein längerer Aufenthalt im Ausland ist natürlich die beste Variante. Ich habe beispielsweise meine Leidenschaft fürs Segeln mit einer Atlantik-Überfahrt auf einem englischen Großsegler verbunden.

Was wäre dein absoluter Traumjob nach dem Studium?
Da ich gerne mit engem Bezug zur Praxis arbeiten würde, kommt für mich der Chemie- oder Energieanlagenbau in die engere Wahl. Wenn sich das dann auch noch mit meinem Faible für das Meer verbinden ließe, könnte ich schon ins Träumen kommen. Aber natürlich nicht während der Arbeitszeit ...

Und was glaubst du, machst du in 20 Jahren?
Mit Sicherheit möchte ich nie das Lernen verlernen und hoffentlich auch in 20 Jahren noch spannende Probleme lösen dürfen.

Wie sieht das Studentenleben heute aus? „Lange schlafen“, Party-Programm und Freiheit zu jeder Zeit? Oder ist das ein Klischee von gestern?
Das ist zumindest an der RWTH ein Klischee und auch nicht erst seit gestern. Sicher gehört auch Wein und Bier dazu, aber dem, der dies Vorlesung und Stift vorzieht, droht schnell die Quittung bei den nächsten Prüfungen. Nach Erkennen der Prioritäten im Studium - oder einfacher ausgedrückt, wenn man weiß, wo der Hase lang läuft, kann man sich die Zeit etwas flexibel einteilen. Das schenkt einem dann tatsächlich auch Freiheit.

Was machst du in den Semesterferien?
In den allermeisten Fällen hat die Prüfungsvorbereitung die „vorlesungsfreie Zeit“ ausgefüllt, so dass nur mal die eine oder andere Woche zur freien Verfügung stand. Die seltenen längeren, zusammenhängenden Perioden (>4 Wochen) waren dann meist für Praktika zu nutzen. Mit einem Aufenthalt in Australien und der erwähnten Atlantik-Überquerung hatte ich aber auch Abwechslung und konnte mir einen Traum erfüllen.

Du strandest auf einer einsamen Insel. Welche drei Gegenstände hättest du gerne dabei?
Ein Segel, ein Taschenmesser und ein Erste-Hilfe-Paket

Auf welche Ingenieurleistung der modernen Technik möchtest du keinesfalls verzichten?
Autos, Computer und moderne Unterhaltungselektronik fallen einem da zuerst ein, da sie sehr greifbar das tägliche Leben prägen. Ich denke aber, dass ich darauf verzichten könnte. Es ist vielmehr die unsichtbare Ingenieurleistung, die ich nicht missen möchte und die das Leben für mich so lebenswert machen: Rauchgaswäsche für saubere Luft, sichere Energieversorgung und Grundstoffe für Medikamente um nur einige Beispiele zu nennen.

Denke mal ganz fiktional! Welche nicht für möglich gehaltene Technik- oder Ingenieurleistung wird uns die Zukunft wohl noch bringen?
Die Entwicklung zum globalen Dorf und alles was noch darüber hinaus geht wird wohl weiter voranschreiten. Dazu wird dann vielleicht das „Beamen“ möglich oder die virtuelle Realität wird die Entfernungen weiter zusammenschmelzen lassen.

Zum Abschluss: Welchen Rat gibst du anderen Schulabsolventen, die ein Ingenieurstudium aufnehmen wollen?
Sie sollten sich niemals die Begeisterung nehmen lassen, auch nicht durch zwangsläufige Tiefschläge, die einfach mal passieren. Hat man ein Ziel, gibt es auch einen Weg, dieses Ziel zu erreichen.

20.05.2012 | 20:00:23

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

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Text: Hallo, der Fachkräftemangel zieht sich durch alle Ingenieurwissenschaften. Der Berufsverband der Facility Manager ist die Gefma e.V. Diese hat eine...

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