INGenius: Dipl.-Ing. Diana Pfeff
Junior Produktmanagerin Tunnelvortriebstechnik bei der Herrenknecht AG
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© Herrenknecht AG
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Die begann zunächst mit dem Diplomstudiengang Bauingenieurwesen an der Fachhochschule für Technik Stuttgart, Vertiefungsrichtung Baubetrieb. Diana Pfeff erinnert sich: „Ich hatte schon immer ein grundsätzliches Interesse an Technik und Naturwissenschaften. Und ich war familiär vorgeprägt. So habe ich mich nach reiflicher Überlegung für diesen technischen Beruf entschieden.“ Obwohl sie vorgewarnt wurde: Als Frau werde sie es in der Männerwelt der Bauindustrie schwer haben. „Deshalb wusste ich vorher, worauf ich mich einlasse. Aber ich habe die Herausforderung angenommen“, sagt Diana Pfeff.
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Eine der ersten Herausforderungen war ein Forschungsprojekt, für das es Diana Pfeff an die Universität von Yucatan in Mexiko verschlug. Dort untersuchte sie als Stipendiatin des Landes Baden-Württemberg ein halbes Jahr lang die Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen und schrieb darüber ihre Diplomarbeit. Es folgte ein Masterstudium des Umweltschutzes an der Fachhochschule Nürtingen, während dessen sie, wiederum als Stipendiatin, für zwei Monate an die Technische Universität Peking ging. Den Masterabschluss machte sie mit einer wissenschaftlichen Arbeit über die Abwasser- und Klärschlammsituation in Deutschland und Europa, und zwar mit Auszeichnung als Jahrgangsbeste.
Der Berufseinstieg als Ingenieurin in der Wasser- und Abwasserwirtschaft schien vorgezeichnet. Doch es kam anders. Diana Pfeff berichtet: „Schon vor meinem Abschluss lief mir der Professor für Tunnelbau über den Weg, und ich fragte ihn nach einem Tipp für die Jobsuche. Er empfahl mir die Herrenknecht AG.“ Das im badischen Schwanau ansässige Unternehmen ist weltweit führend im maschinellen Tunnelvortrieb und entwickelt, produziert und liefert Tunnelbohranlagen für Durchmesser von bis zu 19 Metern.
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Von Kläranlagen zu Tunnelbohrmaschinen, ist das nicht ein Widerspruch? „Nein, denn im Ingenieurstudium – egal welcher Disziplin – werden vor allem naturwissenschaftliche und technische Grundlagen vermittelt sowie das Verständnis für technische Problemstellungen und deren effiziente Lösung“, antwortet Pfeff. Sie begann bei Herrenknecht in der Abteilung Forschung und Entwicklung und arbeitete in einem Team, das sich in einem Forschungsprojekt mit einem Verfahren (Vertical Shaft Sinking) zur Versenkung von Gründungspfählen für Offshore-Windkraftanlagen auf hoher See befasste. Zudem war sie mitverantwortlich für die Entwicklung des Direct-Pipe-Verfahrens, mit dem Rohrleitungen und Pipelines unterirdisch verlegt werden können, ohne Gräben auszuheben.
Diana Pfeff erläutert das Prinzip: „Die Rohrleitung wird in nur einem Arbeitsschritt verlegt. Am vorderen Teil des Stahlrohres befindet sich eine Tunnelbohrmaschine, die sich durch den Untergrund fräst. Das Rohr wird kontinuierlich von dem sogenannten Pipe Thruster, einer hydraulischen Vorschubeinrichtung, mit bis zu 750 Tonnen Schubkraft in das Bohrloch geschoben. So wird gleichzeitig über die gesamte Länge der Pipeline die für die Bohrmaschine nötige Anpresskraft erzeugt.“
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Klingt einfach, doch es benötigte einige Zeit des Forschens, Prüfens und Erprobens, bis es in Worms zur Feuerprobe für den auf den Namen Kriemhild getauften Bohrkopf und die Siegfried genannte Vorschubeinrichtung kam. Diana Pfeff berichtet: „Dort haben wir ein Stahlrohr mit einem Durchmesser von 1,22 Meter und einer Länge von 464 Metern in einer Tiefe von 10 Metern unter der Flusssohle quer unter dem Rhein verlegt – in nur sieben Tagen.“ Die Vorteile des Verfahrens unter diesen Bedingungen konnten deutlich gezeigt werden: „ Es ist schneller, kostengünstiger und sicherer als herkömmliche Verfahren. Und es eignet sich auch für größere Durchmesser und schwierige Untergründe“, so Pfeff.
Das Pilotprojekt brachte für Diana Pfeff auch die Herausforderung des Ingenieurberufs auf den Punkt: „Von uns entwickelte Produkte werden vom Kunden in echten, kostspieligen Projekten eingesetzt, bei denen es nur wenig Spielraum und geringe Fehlertoleranzen gibt. Erfolg oder Misserfolg zeigen sich immer unmittelbar.“
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Preisgekrönte 'Micromaschinen'
Seit einem halben Jahr arbeitet die junge Ingenieurin nun als Junior Produktmanagerin für das Direct-Pipe-Verfahren, das nach dem Pilotprojekt bereits ein weiteres mal in Emden zum Einsatz kam. „Ich bin für die Akquise und den Kundenkontakt zuständig, übersetze Kundenwünsche in technische Spezifikationen für die Konstrukteure bei Herrenknecht, berate zu Fragen des Bauablaufs und überwache Projektfortschritte“, erläutert Diana Pfeff. Dabei ist sie in vielen Ländern unterwegs – mit Bauhelm und in Sicherheitsschuhen, aber auch auf Tagungen und Kongressen, wo sie das Verfahren präsentiert und neue Forschungsergebnisse vorstellt. Einen Preis für das innovativste Produkt zur grabenlosen Verlegung konnte die Ingenieurin Pfeff für Direct Pipe auf einer Fachtagung in Moskau entgegennehmen; für den renommierten Hermes Award 2008 auf der Hannover Messe wurde das Verfahren zudem nominiert.
Kriemhild und Siegfried zählen übrigens zu den 'Micromaschinen' – bei Herrenknecht werden Maschinen bis zu 4,20 Metern Durchmesser so genannt. Kein Wunder, schließlich weisen die großen Tunnelbohrmaschinen des Unternehmens Durchmesser von bis zu 19 Metern auf und bewältigen beispielsweise für den neuen Gotthard-Basistunnel Strecken von knapp 85 Kilometern.
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Freundlich, aber bestimmt
Als Frau in einem typischen Männerberuf hat Diana Pfeff erfahren, dass es tatsächlich oft schwer ist, sich zu behaupten. „Es kommt darauf an, die richtige Mischung aus Freundlichkeit und Bestimmtheit zu finden. Wichtig ist, dass man sich als Teil eines großen Teams sieht. Mit der Zeit erkennen die meisten Kollegen an, dass man auch als Frau sehr wohl einen qualifizierten Job in dieser Branche machen kann.“ Sie ergänzt lachend: „Nur meine Freundinnen, die alle komplett andere Wege gegangen sind, können bis heute nicht ganz nachvollziehen, was ich mache.“
Diana Pfeff wird ihren Weg weiter gehen. Und da kann man sicher sein – die nächsten Projekte werden mindestens so spannend wie die bisherigen.
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Direct Pipe: Zusätzlich gefördert wurde die Entwicklung des Verfahrens und die Durchführung des Pilot-Projektes in Worms durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Förderkennzeichen 02WA0814).

