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Dipl.-Wirt.-Ing. Christian Nickel
Projektingenieur Produktionssteuerung, Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
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© Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
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Es gibt sie noch, die Boombranchen mit deutlich zweistelligen Wachstumsraten im Jahr. Eine davon ist die Solarindustrie. In keinem Land der Welt werden so viele Photovoltaikanlagen für die Stromerzeugung ans Netz angeschlossen wie in Deutschland. Die installierte Leistung hat sich innerhalb von 4 Jahren auf 3,8 Gigawatt (2007) verzehnfacht. Das entspricht in etwa dem Output von vier Atomkraftwerken. Auch die in Photovoltaikanlagen erzeugte Strommenge stieg im selben Zeitraum um das Zehnfache auf 3.500 Gigawattstunden. Allerdings sind das immer noch weniger als ein Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Weiteres Wachstumspotenzial ist also vorhanden - und davon profitiert auch der diplomierte Wirtschaftsingenieur Christian Nickel, der in einer der modernsten Solarmodulfabriken der Welt arbeitet.
Am Standort Frankfurt an der Oder hat der börsennotierte Solaranlagenhersteller Conergy sein neuestes Werk erst vor kurzem in Betrieb genommen. Herzstück ist die 35.000 Quadratmeter große Halle mit den vollautomatischen Produktionslinien, die sich auf mehrere Etagen aufteilen. Hier werden aus dem Rohstoff Silizium und weiteren Komponenten rund 1,5 Quadratmeter große Solarmodule gefertigt. „Und das fast ohne jeden menschlichen Handgriff. Nur bei Störungen muss ein Mitarbeiter eingreifen,“ betont Christian Nickel.
Am Standort Frankfurt an der Oder hat der börsennotierte Solaranlagenhersteller Conergy sein neuestes Werk erst vor kurzem in Betrieb genommen. Herzstück ist die 35.000 Quadratmeter große Halle mit den vollautomatischen Produktionslinien, die sich auf mehrere Etagen aufteilen. Hier werden aus dem Rohstoff Silizium und weiteren Komponenten rund 1,5 Quadratmeter große Solarmodule gefertigt. „Und das fast ohne jeden menschlichen Handgriff. Nur bei Störungen muss ein Mitarbeiter eingreifen,“ betont Christian Nickel.
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© Christian Nickel
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Dass Christian Nickel heute als Ingenieur in der Solarzellenproduktion arbeitet, war zu Beginn seiner Karriere noch nicht abzusehen. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung als Industriemechaniker in einem Stahlwerk und arbeitete dann in der Produktion eines großen Werkzeugmaschinenherstellers. „Nach einem Jahr merkte ich, das konnte nicht alles gewesen sein,“ erinnert sich Nickel. „Also machte ich die Fachhochschulreife nach. Und da ich nicht nur an Technik, sondern auch stark an Wirtschaft interessiert bin, entschied ich mich für das Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Pforzheim.“ Dort spezialisierte er sich auf die Fachgebiete Produktion und Informationstechnologie.
Eine clevere Entscheidung, die sich heute im Job auszahlt. Auch die vorherige Berufsausbildung bereut Nickel nicht. Im Gegenteil: „Im Umgang mit den Kollegen aus der Produktion ist es durchaus hilfreich, wenn man ebenfalls einen handfesten Beruf erlernt hat und kein reiner Theoretiker ist. Da geht es oft um relativ praktische technische Fragen, die im Studium nicht vorkommen.“ Nickel nennt schmunzelnd einen weiteren Vorteil: “Ich war schon vor dem Studium daran gewöhnt, gutes Geld zu verdienen. Als es dann fehlte, war ich ziemlich motiviert, das Studium schnell abzuschließen.“
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© Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
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Die derzeit wichtigste Aufgabe von Christian Nickel ist die Einführung und Weiterentwicklung eines EDV-basierten Produktionskontrollsystems. „Wir wollen die Fertigung hinsichtlich Qualität und Menge optimieren. Dafür erfassen wir jeden Produktionsschritt und überwachen ihn zentral, um Fehlerquellen und Schwachstellen erkennen und eliminieren zu können,“ erläutert der Wirtschaftsingenieur.
Die Fertigung von Solarmodulen ist eine knifflige Angelegenheit, bei der es auf viele einzelne Parameter ankommt. Nickel beschreibt die Herausforderung anhand der einzelnen Fertigungsschritte in den über 100 Meter langen Produktionslinien. „Zunächst werden Siliziumblöcke in so genannte Wafer geschnitten. Das sind hauchdünne Scheiben, die als Basis für eine einzelne Solarzelle dienen. Hier erfassen wir mit speziellen Kamerasystemen, ob die Wafer Bruchstellen haben, und sortieren sie nötigenfalls aus.“
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© Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
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Im nächsten Abschnitt durchwandern die Wafer diverse chemische Prozesse, in denen sie gereinigt und mit Beschichtungen versehen werden. „Wir überwachen hier unter anderem die Durchlaufzeiten und die Dosierung der Chemikalien. Dann verändern wir versuchsweise die Parameter, um noch bessere Ergebnisse aus der Anlage herauszuholen,“ so Nickel.
Anschließend werden elektrische Kontakte zum Abgreifen des Stroms auf die bearbeiteten Wafer aufgebracht, so dass funktionsfähige Solarzellen entstehen. Diese müssen sich einer weiteren Prüfung unterziehen: „Wir messen unter künstlichem Licht die erzeugte Strommenge und sortieren die Zellen je nach Wirkungsgrad,“ beschreibt Christian Nickel.
In der dritten Stufe der Produktion schließlich werden jeweils 60 Solarzellen automatisch zwischen extrem widerstandsfähigem Spezialglas verschaltet, eingeschweißt und mit einem Rahmen sowie einer Anschlussdose versehen. Auch die Leistung des fertigen Moduls wird gemessen und an das Kontrollsystem übermittelt.
Alle Daten und Messergebnisse aus der Anlage laufen zentral im Rechner zusammen und können bequem am Bildschirm überwacht und gesteuert werden. „Wir sehen auf einen Blick, wie viele Module produziert werden, wo es zu Stillstandszeiten oder Fehlern kommt und welche Auswirkung die Änderung einzelner Parameter hat,“ beschreibt Nickel den Vorteil des Systems. „So können wir die Leistung der Anlage Schritt für Schritt erhöhen. Ziel ist die Produktion von über einer Million Modulen pro Jahr. Das entspricht einer Fläche von rund 200 Fußballplätzen."
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© Conergy SolarModule GmbH & Co. KG
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Ein weiteres spannendes Projekt neben der aktuellen Aufgabe war für Christian Nickel sein Praktikum bei Bosch im chinesischen Hangzhou. Dort entwickelte er ein neues Fertigungskonzept für Gesteinsbohrer. „Die technische Herausforderung war hochinteressant, aber auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort und eine uns völlig fremde Kultur kennen zu lernen,“ erzählt Nickel. „Ich würde liebend gerne heute noch mal hinfahren und die Umsetzung meines damals erstellten Konzepts ansehen.“ Auch privat hat der Wirtschaftsingenieur konkrete Reisewünsche. „Mit Freundin und Rucksack durch Asien oder Südamerika. Ich muss nur noch meine Freundin vom Rucksack überzeugen,“ lacht Nickel.
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