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INGenius: Dipl.-Ing. Martina Ryssels

Produktmanagerin bei Siemens

Wenn Technik auf Wirtschaft trifft

Gepäckbänder am Flughafen oder kilometerlange Fertigungsstraßen in einer Fabrik – heutzutage zwei völlig selbstverständliche Dinge, und doch wissen die wenigsten welche Technologie dahinter steckt. Diplomingenieurin Martina Ryssel kennt die Antwort, denn als Produktmanagerin für Verbraucherabzweige und Motorstarter bei Siemens ist die 27-Jährige Erlangerin verantwortlich für einige „Kleinigkeiten“ in solchen Anlagen. Verbraucherabzweige bestehen aus einem Leistungsschalter sowie einem Schütz und sitzen millionenfach in Schaltschränken auf der ganzen Welt. Während das Schütz, anders als erwartet, den Motor – beispielsweise eines Fließbandes – ein- und ausschaltet, schützt der Schalter diesen vor einer Überlast oder einem Kurzschluss.
Entscheidungshelfer Zufall

Bereits während der Schulzeit interessierte sich Ryssel vor allem für Elektrotechnik und wählte folgerichtig den Physikleistungskurs. Zugleich hat(te) sie aber auch ein Faible für Geschichte und Anglistik. Was also tun? „Letzten Endes habe ich mich für die Elektrotechnik entschieden, da es im Ingenieurwesen schlichtweg bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt gibt“, erinnert sie sich, „Geschichtsbücher kann ich auch in meiner Freizeit noch lesen.“ So landete sie schließlich an der Universität Erlangen-Nürnberg und studierte Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik. Nach dem Diplom kam ihre Bewerbung dann über das von Siemens initiierte Mentorenprogramm YOLANTE (Young Ladies’ Network of Technology) an den Großkonzern: „Eigentlich wollte ich gerne in die Entwicklung, aber irgendwie sind meine Unterlagen dann im Produktmanagement gelandet“, erzählt die begeisterte Karatekämpferin schmunzelnd. Anstatt das Angebot auszuschlagen, begann sie zu recherchieren, was es mit dem Job des Produktmanagers auf sich hat, fand Gefallen am Thema und entschied sich schließlich dafür.
Wissen, was der Markt braucht

Heute, zweieinhalb Jahre später, ist sie mehr als zufrieden mit ihrer Wahl, denn als Produktmanagerin sind ihre Aufgaben vielfältig. Zwar hat ihre heutige Tätigkeit nur noch bedingt mit ihrem E-Technik-Studium zu tun, doch bereut Ryssel es nicht, sich gegen die Arbeit des Entwicklers entschieden zu haben: „Von dem Wissen aus meinem Studium benötige ich noch etwa zwei Prozent, denn mit dem Herstellen von Mikrochips habe ich selbst nichts mehr zu tun. Heute bin ich eine Schnittstelle, die die technischen Details der Entwicklung nach außen kommuniziert.“
Von der Idee zur Weiter- oder Neuentwicklung eines Produktes über die Betreuung der Entwicklung bis hin zur Markteinführung – Martina Ryssels ist für den gesamten Lebenszyklus eines Fabrikats zuständig: „Wenn eine Idee steht, erstelle ich erstmal ein Lastenheft mit allen Anforderungen an das Endprodukt, und das geht dann an die Entwickler“, beschreibt die Ingenieurin ihre Aufgaben. Auch wenn sie selbst nicht aktiv am Entwicklungsprozess beteiligt ist, eine enge Zusammenarbeit mit den Technikern ist unumgänglich: „Sind bestimmte Anforderungen technisch nicht umzusetzen, dann muss ich mir überlegen, wie wir den Wünschen der Kunden beziehungsweise des Marktes trotzdem entsprechen können“. Parallel zu den Entwicklungsarbeiten erstellt Ryssel zusammen mit der Marketingabteilung und dem Vertrieb eine Strategie zur Markteinführung des fertigen Produktes.
Immer einen Schritt voraus

So steht sie aktuell kurz vor dem Liefereinsatz von Funktionsmodulen, die einen Motorabzweig kommunikativ an eine Steuerung anbinden. Klingt für den Laien unverständlich bis unspektakulär, ist für den Markt und Siemens jedoch etwas ganz Neues: Denn während es bisher für die Leitzentrale fürchterlich aufwendig war festzustellen, auf was genau ein Fehler in der Anlage zurückzuführen ist, ermöglichen die Funktionsmodule über ein Feldbussystem ein direktes Ablesen der Diagnosedaten des Abzweigs. Da das Produkt schon Ende November auf den Markt kommen soll und die Konkurrenz bereits ein ähnliches System entwickelt hat, ist diese aktuelle Zeit für Produktmanagerin Martina Ryssel besonders wichtig: „Ich muss jetzt gucken, was unser Modul kann und wie es im Vergleich zum Konkurrenzprodukt funktioniert. Von meiner Arbeit hängt nun ab, ob sich unser Produkt besser am Markt etabliert als das des Wettbewerbers.“

Eigenverantwortung und Abwechslung

Spannend sind aber nicht nur Innovationen, auch das Auslaufen veralteter Produkte will koordiniert sein: Wie organisiert man den Ersatzteilbedarf? Wie viele Auslaufmodelle sollen weiterhin eingelagert werden? Wie stimmt man sich mit eventuellen Weiterverarbeitern und Kunden ab? Auch mit diesen Fragen beschäftigt sich Martina Ryssel. Und gerade diese Vielfalt ist es, die die Produktmanagerin so schätzt: „Entwicklung, Marketing und Vertrieb in einem – was will man mehr? Abgesehen davon mag ich das hohe Maß an Verantwortung und Eigeninitiative. Immerhin gebe ich jetzt vor, was ein Produkt der nächsten Generation können muss, anstatt es – nur – zu bauen.“

18.05.2013 | 15:10:57

Maschinenbauingenieur/in • Maschinenbau

Thema: Tragvorrichtung für große Lasten/kleine Aufnahmepunkte

Text: Hallo zusammen, Zuerst ein paar Fakten: Wir (4 Maschinenbaustudenten) müssen im Rahmen einer konstruktiven Projektarbeit eine Vorrichtung bauen, bei...

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