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INGenius: Philip Witte

Goldmedailliengewinner in Peking und Maschinenbaustudent an der TU Hamburg-Harburg

Es gibt Menschen, die machen grundsätzlich zu Gold, was sie anfassen. Philip Witte könnte ein solcher Kandidat sein. Ob es tatsächlich überall so ist, muss sich noch zeigen, zumindest kam der Student des Maschinenbaus als Mitglied der Hockey Nationalmannschaft schonmal mit der Goldmedaille aus Peking zurück. 2006 wurde er bereits in seinem ersten Kader-Jahr Weltmeister mit dem deutschen Team. Nun muss der beim Bundesligisten Uhlenhorster HC spielende Philip Witte noch beweisen, dass er auch das Zeug zu einem Ingenieur hat. Doch das scheint ihm trotz der immensen zeitlichen Belastung durch den Sport nicht schwer zu fallen.
Wir erinnern uns: Obwohl Deutschland als Favorit gehandelt wurde, war die Spannung gigantisch. Unvergessen bleiben die Bilder des Freudentaumels nach dem Abpfiff des 1:0 gegen Spanien und dann am Abend bei Waldi und Harry im Olympiastudio, als das ansonsten so schlagfertige Duo angesichts der übermächtigen Euphorie der Mannschaft ausnahmsweise sprachlos war. Sicher einer der emotionalsten Momente bisher für Philip Witte, der sicherlich, und ganz zu Recht, in diesen Tagen mit seinen Gedanken weder an CAD Zeichnungen, noch an die nächsten Prüfungen dachte. Gut so, denn sowohl der Sport, wie auch das Studium verlangen volle Konzentration, um Top-Leistung zu bringen.
Markus Lingemann
Alles eine Frage der Koordination

Philip Witte wirkt zielstrebig und so, als wüsste er genau, was er will. Der Schein trügt nicht, denn sein vielschichtiges Leben verlangt ein hohes Maß an Disziplin. In der Kombination sind beide Herausforderungen, Sport und Studium, nur mit außergewöhnlich guter Struktur und Planungstalent zu bewältigen. Und natürlich einer Menge Ehrgeiz und Motivation. So vertritt Philip Witte für einen Profi-Sportler zwar ungewöhnliche, für das Studium aber durchaus förderliche Ansichen: „Ich weiß ja, dass man vom Hockey nicht leben kann. Obwohl der Sport derzeit mein Leben ausmacht, wird das nur einen begrenzte Zeit noch so weitergehen. Daher lege ich genauso großen Wert darauf, mein Ingenieurstudium so gut wie möglich abzuschließen.“ Der nächste Satz verblüfft allerdings ein wenig: „Damit es mir gut geht, brauche ich nicht nur die körperliche Bewegung. Ich brauche auch Arbeit mit dem Kopf, die nichts mit dem Sport zu tun hat. Daher könnte ich mich niemals nur alleine mit Hockey beschäftigen. “ Das war damals auch der Grund, warum Witte nur seine Minimalzeit bei der Bundeswehr verbrachte. Mit seinem Format hätte er sich leicht als Sportsoldat verpflichten und in den nächsten Jahren ganz für seine Hockeykarriere leben können. Doch er wollte mehr, wollte nicht nur Körper, sondern auch Kopf trainieren. „Die letzen Monate bei der Bundesweher waren schlimm für mich. Ich hatte zwar super Trainingsmöglichkeiten, dafür aber das Gefühl, gerade alles zu vergessen, was ich in der Schule gelernt hatte.“
Hydraulik
Physiker oder Ingenieur?

Dass er etwas Technisches studieren wollte, war Philip Witte schon immer klar. Als Kind bastelte und tüftelte er mit Leidenschaft, in der Schule schrieb er in Mathe und Physik die besten Noten. Ihn beschäftigte schon immer die Struktur, die Anordnung hinter den Dingen. Ein Vorwurf, den er sich manchmal auch von den Mannschaftskollegen im Hockey gefallen lassen muss, wenn sie ihm raten, öfter mal den Kopf abzuschalten und einfach „nur“ zu spielen. Nach der Bundeswehr ging es zunächst darum, eine Entscheidung zwischen Physik und Ingenieurwissenschaften zu fällen. Einen Studienplatz in beiden Disziplinen bereits in der Tasche, machte schließlich das Maschinenbaustudium das Rennen. Ausschlaggebend hierfür war der Bezug zur Praxis, den Philip Witte auch später im Job finden will. Sein Wunsch: Produktentwicklung. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe hinunter und einige andere Herausforderungen warten auf den Hamburger.
Ein sehr großer Hut...

...muss es sein, unter den Philip Witte seine Aktivitäten bringt. Doch wie schafft man dies alles? Wie muss man sein Studium organisieren, um dabei auch noch Weltklasse-Hockeyspieler zu sein? Oder umgekehrt: Wie schafft man ein Ingenieurstudium, wenn man gleichzeitig professionell Hockey spielt? Mittlerweile befindet er sich im Hauptstudium, in dem die Planung nicht so starren Regeln unterliegt wie im Grundstudium. Das A und O sind, wie er selbst sagt, die Absprachen mit den Professoren, weniger die Studienordnung. So war für ihn klar, dass im Olympiajahr 2008 die Uni sicher weniger zeitlichen Stellenwert hat, als das Training.
Auf eine Klausur – kurz nach Peking - brachte er es immerhin im Sommersemester. Kaum war der frischgebackene Olympiasieger zu Hause, gab es neben den obligatorischen Presseterminen dann nur noch die Bücher. Im Semester davor kam Philip Witte auf drei Klausuren. Geschadet hat ihm das häufige Fehlen bei Vorlesungen nicht. Hier ist er bestens mit den Kommilitonen organisiert, die ihn mit den benötigten Materialien versorgen. Auch die Leistung selbst sieht er kaum beeinträchtigt. Sein Studium geht zwar langsamer voran als dies möglich wäre, doch wenn er zu den Prüfungen geht, dann ist Witte bestens vorbereitet – ein Perfektionist eben. Hart war es hingegen damals im Grundstudium. Hier gab es viele Pflichttermine und auch die Beschränkung auf höchstens sechs Semester Studienzeit. Nächtelanges Lernen und Einschränkungen in vielerlei anderen Bereichen sorgten dann aber dafür, dass er es in fünf Semestern schaffte. „Aber nur, weil da die WM dazwischen kam, sonst hätte ich auch nur vier gebraucht“, sagt der ehrgeizige Student. Er selbst vermutet, dass er noch drei bis vier Semester studieren wird. Er denkt über einen Aufenthalt im Ausland nach - vielleicht Spanien. Das Team von Barcelona ist eine der Top Mannschaften in Europa. Das wäre für ihn immerhin eine Option. So weit denkt er momentan allerdings noch nicht ernsthaft. Er wäre dann 26 Jahre und immer noch jung, warum also sollte er sich heute zu viele Gedanken machen. „Für mich ist jetzt erstmal wichtig, mich auf die nächsten beiden Semester zu konzentrieren.“ Hockey und Maschinenbau – hat da eigentlich sonst noch etwas Platz im Leben von Philip Witte? Ja, seine Freundin natürlich. Und die ist - wie könnte es anderes sein - Hockeynationalspielerin.

18.05.2013 | 15:10:57

Maschinenbauingenieur/in • Maschinenbau

Thema: Tragvorrichtung für große Lasten/kleine Aufnahmepunkte

Text: Hallo zusammen, Zuerst ein paar Fakten: Wir (4 Maschinenbaustudenten) müssen im Rahmen einer konstruktiven Projektarbeit eine Vorrichtung bauen, bei...

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