Ingenieurfragebogen:
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In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Geotechnische Beratung von Bauherrn (Baugrunderkundung, Baugrundbeurteilung, Gründungsberatung, oftmals auch geotechnische Begleitung von Bauvorhaben).
Die Projekte sind dabei in der Mehrzahl regional (d.h. innerhalb NRW) angesiedelt, aber auch deutschlandweite oder internationale Projekte kommen vor.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Der Tag beginnt in der Regel gegen 7.30 Uhr mit dem Abrufen der E-Mails und dem Sichten und Sichern der entsprechenden digitalen Korrespondenz. Der Rest ist ziemlich variabel, da meist mehrere (kleinere und größere) Projekte gleichzeitig bearbeitet werden. Es gibt daher Tage, die mehr oder weniger fremdbestimmt ablaufen (Anrufe von verschiedenen Baustellen, die zum Beispiel schnell bestimmte Informationen benötigen oder Gutachten, die unter Zeitdruck erstellt werden müssen). Andere Tage kann ich mir hingegen etwas freier einteilen. Manchmal besteht auch noch etwas Gelegenheit zur Weiterbildung - in Form von Sichtung von aktuellen Fachbeiträgen in den entsprechenden Zeitschriften. Kommt aber eher selten vor. Ganz wichtig ist mir, dass ausreichend Zeit zum Austausch mit den engeren Kollegen bleibt, denn auch bei der Projektbearbeitung sehen vier Augen mehr als zwei. Und gerade die jungen Ingenieure sind darauf angewiesen, ihre jeweiligen Erfahrungen mit den anderen zu teilen oder durch Kommunikation zu erweitern, was nicht für jeden älteren Kollegen selbstverständlich ist. Ich selbst halte Teamwork und kommunikativen Austausch für die wichtigste qualitätssichernde Maßnahme in der geotechnischen Beratung.
Auch Baustellenbesuche (wie Einweisung von Baugrunderkundungsarbeiten, Teilnahme an Besprechungen, Präsentationen beim Bauherrn, geotechnische Begleitung vor Ort …) gehören zur regelmäßigen Arbeit – und bringen ausreichend Abwechslung in den Arbeitsalltag.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
In meiner jetzigen Tätigkeit bin ich seit Ende 2005. Seitdem arbeite ich einen großen Teil meiner Zeit an einem großen Kraftwerksprojekt (geotechnische Beratung für den Entwurf und Begleitung der Bauzeit). Die Tätigkeiten und die aufkommenden Fragestellungen sind sehr vielfältig, sodass dieses Projekt das gesamte Spektrum der gutachterlichen Tätigkeit abdeckt. Darüber hinaus sind die Dimensionen dieses Projektes so gewaltig, dass man es schon ein Stück weit als Privileg empfindet, eine solche Baustelle zu betreuen und regelmäßig zu besuchen. Vermutlich hat man nicht oft in einer Berufslaufbahn die Gelegenheit, ein solches Projekt zu bearbeiten – aber es schult ungemein …
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keine großen Gedanken. Wichtiger ist für mich, dass die Tätigkeit auch in Zukunft abwechslungsreich und interessant bleibt. Der Begriff „lebenslanges Lernen“ ist da für mich eher Ansporn als Bedrohung. Aber es darf gerne noch mal ein großes Kraftwerksprojekt sein, in dem man die bisherigen Erfahrungen einbringen kann.
Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 25 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung, Baustellenbesuche): 15 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung (inkl. Projektbearbeitung/Gutachtenerstellung): 60 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 0 %
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Bislang eher selten, aber dieses Tätigkeitsfeld soll in Zukunft ausgebaut werden. Es gab jedoch in jüngster Vergangenheit Projekte im Ausland (unter anderem in Venezuela, Russland und Kroatien. Insbesondere englische Fremdsprachenkenntnisse sind dabei von Vorteil. Weitere Spezialisierung dürfte sich hierbei nur lohnen, wenn die entsprechende Firma einen Tätigkeitsschwerpunkt im entsprechenden Land hat. Grundsätzlich sollte man jedoch (Grund-)Kenntnisse in einer zweiten (oder dritten) Fremdsprache vorweisen können, zumal dies auch das Aneignen weiterer Sprachkenntnisse sehr erleichtert.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Ich glaube, dass sich die „Geiz-ist-geil“- oder die „Billig-will-ich“-Mentalität im Bauwesen auf Dauer nicht halten wird und dass – insbesondere, wenn es mit der Bauwirtschaft wieder dauerhaft aufwärts gehen sollte – dann Qualität auch wieder mehr gewürdigt werden und ihren Preis haben wird. Viele Schwierigkeiten auf Baustellen entstehen meiner Meinung nach durch „kaputte“ Preise. Wenn nämlich der Preis allein die Vergabeentscheidung bestimmt, also allein Kaufleute entscheiden, dann müssen das die ausführenden Ingenieure hinterher ausbaden. Ich glaube in jedem Fall, dass – sofern die Anforderungen an die Studierenden im Bauingenieurwesen auf hohem Niveau bleiben – sich eine Qualität, wie sie heute schon in vielen Ländern der Welt geschätzt wird, auf Dauer durchsetzt. Allerdings kann ich nicht beurteilen, inwieweit sich das Gütesiegel „Made in Germany“ grundsätzlich auf die Baubranche übertragen lässt.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 20 %
b) Fax: 5 %
c) E-Mail: 30 %
d) Internet: 20 %
e) Intranet: 5 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 5 %
g) Fachbücher: 15 %
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium: 35 %
b) privat angeeignetes Wissen: 10 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 20 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 35 %
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Bergische Universität Wuppertal (sowohl Studium als auch Promotion)
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Sport, Mathe, Englisch, Musik und Erkunde
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Im Grunde zufällig und erst kurz vor Beginn des Studiums. Es war noch während des Zivildienstes. Danach kam das Studium von Sozialpädagogik oder Ähnlichem für mich nicht mehr in Frage, Psychologie fiel aufgrund der Studieninhalte auch aus, Architektur aufgrund mangelnder zeichnerischer Begabung (und auch wegen der für mich wenig konkreten Studieninhalte). Zum Bauingenieurwesen brachten mich einige Probevorlesungen an der Uni, die mir eine Freundin empfohlen hatte. Nach Auseinandersetzung mit dem Lehrplan war ich dann der Meinung, das dieses Studium genau meinen Neigungen und Fähigkeiten entsprach. So habe ich einfach angefangen und bin im Grunde erst während des Studiums hineingewachsen und ein Stück weit zum Ingenieur (mit der entsprechenden Art zu denken) geworden. Familiäre Vorbilder oder Vorreiter gab es in dieser Hinsicht nicht.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Im Studium: Bei den Fächern, in denen die Inhalte wenig konkret, aber dafür sehr meinungsgefärbt waren oder bei denen es mehr ums Reden ging als ums Machen (für mich waren das Verkehrswesen sowie Bauwirtschaft und Baumanagement).
Im Beruf: Am Anfang doch sehr ins „kalte Wasser“ geworfen worden zu sein und die ständige Unsicherheit erleben zu müssen (Kann ich genug? Weiß ich genug? Wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen?). Ich habe aber gelernt, hierbei meine eigene Art und Weise zu entwickeln, um mit bestimmten Situationen umzugehen oder gewisse Dinge zu verbalisieren. Es ist nicht gesagt, dass etwas allein deshalb gut ist, weil „man das schon immer so gemacht hat“!
Was sind Ihre Hobbys?
Vorwiegend Sport jeder Art (insbesondere Laufen, aber auch Klettern, Wandern, Badminton, Inlineskaten, …), zudem Musik, Computer, Ausgehen und Freunde treffen (Kino, Kneipe, Spieleabende), … Die Interessen sind vielfältiger, als es meine Freizeit zulässt …
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Zunächst Erkundung der Insel, Bauen einer Unterkunft und dann einen Plan entwickeln, wie man möglichst schnell wieder wegkommt. Relaxen dürfte eher schwierig sein, wenn die Situation nicht selbstbestimmt ist und eventuell auch das Überleben auf dem Spiel steht …
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Das ist schwer zu sagen. Ich bin aber der Meinung, dass Ingenieurbauwerke früherer Hochkulturen (zum Beispiel die Tempel oder sonstige Bauwerke der Maya und die Via- und Aquädukte der Römer) extrem hoch zu bewerten sind, da sie ohne die heutigen technischen Möglichkeiten (planerisch sowie ausführungstechnisch) entstanden sind.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Das ist schwierig, weil die Frage sehr allgemein gehalten ist. Grundsätzlich würde ich aber empfehlen, dass sich ein junger Mensch, der vielleicht ein Ingenieursstudium wählen möchte, im Vorfeld mit den Studiumsinhalten und den dort gestellten Anforderungen beschäftigt bzw. auseinandersetzt und mit seinen Fähigkeiten/Neigungen abgleicht. In diesem Zusammenhang rate ich auch dringend davon ab, einen Studiengang nur aufgrund vermeintlich hervorragender Berufsaussichten (nach Abschluss des Studiums) zu wählen. (Gute Leute setzen sich meiner Meinung nach immer durch und finden auch bei schlechter Arbeitsmarktlage einen Job). Man sollte vielmehr überlegen, ob die Studieninhalte und auch die späteren Tätigkeitsfelder den persönlichen Neigungen entsprechen und ob man sich vorstellen kann, mehrere Jahrzehnte lang an dieser Tätigkeit Freude zu haben. Ich glaube nämlich, dass man ein Studium von fünf oder mehr Jahren nur auf sich nehmen sollte, wenn man danach auch wirklich in diesem Beruf arbeiten will. Ansonsten „rechnet“ sich die Sache meiner Meinung nach nicht wirklich - insbesondere angesichts der heutigen Studiengebühren.
Geotechnische Beratung von Bauherrn (Baugrunderkundung, Baugrundbeurteilung, Gründungsberatung, oftmals auch geotechnische Begleitung von Bauvorhaben).
Die Projekte sind dabei in der Mehrzahl regional (d.h. innerhalb NRW) angesiedelt, aber auch deutschlandweite oder internationale Projekte kommen vor.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Der Tag beginnt in der Regel gegen 7.30 Uhr mit dem Abrufen der E-Mails und dem Sichten und Sichern der entsprechenden digitalen Korrespondenz. Der Rest ist ziemlich variabel, da meist mehrere (kleinere und größere) Projekte gleichzeitig bearbeitet werden. Es gibt daher Tage, die mehr oder weniger fremdbestimmt ablaufen (Anrufe von verschiedenen Baustellen, die zum Beispiel schnell bestimmte Informationen benötigen oder Gutachten, die unter Zeitdruck erstellt werden müssen). Andere Tage kann ich mir hingegen etwas freier einteilen. Manchmal besteht auch noch etwas Gelegenheit zur Weiterbildung - in Form von Sichtung von aktuellen Fachbeiträgen in den entsprechenden Zeitschriften. Kommt aber eher selten vor. Ganz wichtig ist mir, dass ausreichend Zeit zum Austausch mit den engeren Kollegen bleibt, denn auch bei der Projektbearbeitung sehen vier Augen mehr als zwei. Und gerade die jungen Ingenieure sind darauf angewiesen, ihre jeweiligen Erfahrungen mit den anderen zu teilen oder durch Kommunikation zu erweitern, was nicht für jeden älteren Kollegen selbstverständlich ist. Ich selbst halte Teamwork und kommunikativen Austausch für die wichtigste qualitätssichernde Maßnahme in der geotechnischen Beratung.
Auch Baustellenbesuche (wie Einweisung von Baugrunderkundungsarbeiten, Teilnahme an Besprechungen, Präsentationen beim Bauherrn, geotechnische Begleitung vor Ort …) gehören zur regelmäßigen Arbeit – und bringen ausreichend Abwechslung in den Arbeitsalltag.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
In meiner jetzigen Tätigkeit bin ich seit Ende 2005. Seitdem arbeite ich einen großen Teil meiner Zeit an einem großen Kraftwerksprojekt (geotechnische Beratung für den Entwurf und Begleitung der Bauzeit). Die Tätigkeiten und die aufkommenden Fragestellungen sind sehr vielfältig, sodass dieses Projekt das gesamte Spektrum der gutachterlichen Tätigkeit abdeckt. Darüber hinaus sind die Dimensionen dieses Projektes so gewaltig, dass man es schon ein Stück weit als Privileg empfindet, eine solche Baustelle zu betreuen und regelmäßig zu besuchen. Vermutlich hat man nicht oft in einer Berufslaufbahn die Gelegenheit, ein solches Projekt zu bearbeiten – aber es schult ungemein …
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keine großen Gedanken. Wichtiger ist für mich, dass die Tätigkeit auch in Zukunft abwechslungsreich und interessant bleibt. Der Begriff „lebenslanges Lernen“ ist da für mich eher Ansporn als Bedrohung. Aber es darf gerne noch mal ein großes Kraftwerksprojekt sein, in dem man die bisherigen Erfahrungen einbringen kann.
Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 25 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung, Baustellenbesuche): 15 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung (inkl. Projektbearbeitung/Gutachtenerstellung): 60 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 0 %
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Bislang eher selten, aber dieses Tätigkeitsfeld soll in Zukunft ausgebaut werden. Es gab jedoch in jüngster Vergangenheit Projekte im Ausland (unter anderem in Venezuela, Russland und Kroatien. Insbesondere englische Fremdsprachenkenntnisse sind dabei von Vorteil. Weitere Spezialisierung dürfte sich hierbei nur lohnen, wenn die entsprechende Firma einen Tätigkeitsschwerpunkt im entsprechenden Land hat. Grundsätzlich sollte man jedoch (Grund-)Kenntnisse in einer zweiten (oder dritten) Fremdsprache vorweisen können, zumal dies auch das Aneignen weiterer Sprachkenntnisse sehr erleichtert.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Ich glaube, dass sich die „Geiz-ist-geil“- oder die „Billig-will-ich“-Mentalität im Bauwesen auf Dauer nicht halten wird und dass – insbesondere, wenn es mit der Bauwirtschaft wieder dauerhaft aufwärts gehen sollte – dann Qualität auch wieder mehr gewürdigt werden und ihren Preis haben wird. Viele Schwierigkeiten auf Baustellen entstehen meiner Meinung nach durch „kaputte“ Preise. Wenn nämlich der Preis allein die Vergabeentscheidung bestimmt, also allein Kaufleute entscheiden, dann müssen das die ausführenden Ingenieure hinterher ausbaden. Ich glaube in jedem Fall, dass – sofern die Anforderungen an die Studierenden im Bauingenieurwesen auf hohem Niveau bleiben – sich eine Qualität, wie sie heute schon in vielen Ländern der Welt geschätzt wird, auf Dauer durchsetzt. Allerdings kann ich nicht beurteilen, inwieweit sich das Gütesiegel „Made in Germany“ grundsätzlich auf die Baubranche übertragen lässt.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 20 %
b) Fax: 5 %
c) E-Mail: 30 %
d) Internet: 20 %
e) Intranet: 5 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 5 %
g) Fachbücher: 15 %
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium: 35 %
b) privat angeeignetes Wissen: 10 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 20 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 35 %
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Bergische Universität Wuppertal (sowohl Studium als auch Promotion)
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Sport, Mathe, Englisch, Musik und Erkunde
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Im Grunde zufällig und erst kurz vor Beginn des Studiums. Es war noch während des Zivildienstes. Danach kam das Studium von Sozialpädagogik oder Ähnlichem für mich nicht mehr in Frage, Psychologie fiel aufgrund der Studieninhalte auch aus, Architektur aufgrund mangelnder zeichnerischer Begabung (und auch wegen der für mich wenig konkreten Studieninhalte). Zum Bauingenieurwesen brachten mich einige Probevorlesungen an der Uni, die mir eine Freundin empfohlen hatte. Nach Auseinandersetzung mit dem Lehrplan war ich dann der Meinung, das dieses Studium genau meinen Neigungen und Fähigkeiten entsprach. So habe ich einfach angefangen und bin im Grunde erst während des Studiums hineingewachsen und ein Stück weit zum Ingenieur (mit der entsprechenden Art zu denken) geworden. Familiäre Vorbilder oder Vorreiter gab es in dieser Hinsicht nicht.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Im Studium: Bei den Fächern, in denen die Inhalte wenig konkret, aber dafür sehr meinungsgefärbt waren oder bei denen es mehr ums Reden ging als ums Machen (für mich waren das Verkehrswesen sowie Bauwirtschaft und Baumanagement).
Im Beruf: Am Anfang doch sehr ins „kalte Wasser“ geworfen worden zu sein und die ständige Unsicherheit erleben zu müssen (Kann ich genug? Weiß ich genug? Wie verhalte ich mich in bestimmten Situationen?). Ich habe aber gelernt, hierbei meine eigene Art und Weise zu entwickeln, um mit bestimmten Situationen umzugehen oder gewisse Dinge zu verbalisieren. Es ist nicht gesagt, dass etwas allein deshalb gut ist, weil „man das schon immer so gemacht hat“!
Was sind Ihre Hobbys?
Vorwiegend Sport jeder Art (insbesondere Laufen, aber auch Klettern, Wandern, Badminton, Inlineskaten, …), zudem Musik, Computer, Ausgehen und Freunde treffen (Kino, Kneipe, Spieleabende), … Die Interessen sind vielfältiger, als es meine Freizeit zulässt …
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Zunächst Erkundung der Insel, Bauen einer Unterkunft und dann einen Plan entwickeln, wie man möglichst schnell wieder wegkommt. Relaxen dürfte eher schwierig sein, wenn die Situation nicht selbstbestimmt ist und eventuell auch das Überleben auf dem Spiel steht …
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Das ist schwer zu sagen. Ich bin aber der Meinung, dass Ingenieurbauwerke früherer Hochkulturen (zum Beispiel die Tempel oder sonstige Bauwerke der Maya und die Via- und Aquädukte der Römer) extrem hoch zu bewerten sind, da sie ohne die heutigen technischen Möglichkeiten (planerisch sowie ausführungstechnisch) entstanden sind.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Das ist schwierig, weil die Frage sehr allgemein gehalten ist. Grundsätzlich würde ich aber empfehlen, dass sich ein junger Mensch, der vielleicht ein Ingenieursstudium wählen möchte, im Vorfeld mit den Studiumsinhalten und den dort gestellten Anforderungen beschäftigt bzw. auseinandersetzt und mit seinen Fähigkeiten/Neigungen abgleicht. In diesem Zusammenhang rate ich auch dringend davon ab, einen Studiengang nur aufgrund vermeintlich hervorragender Berufsaussichten (nach Abschluss des Studiums) zu wählen. (Gute Leute setzen sich meiner Meinung nach immer durch und finden auch bei schlechter Arbeitsmarktlage einen Job). Man sollte vielmehr überlegen, ob die Studieninhalte und auch die späteren Tätigkeitsfelder den persönlichen Neigungen entsprechen und ob man sich vorstellen kann, mehrere Jahrzehnte lang an dieser Tätigkeit Freude zu haben. Ich glaube nämlich, dass man ein Studium von fünf oder mehr Jahren nur auf sich nehmen sollte, wenn man danach auch wirklich in diesem Beruf arbeiten will. Ansonsten „rechnet“ sich die Sache meiner Meinung nach nicht wirklich - insbesondere angesichts der heutigen Studiengebühren.
