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Ingenieurfragebogen:
Dipl.-Ing. Andreas Grandel (35)
Andreas Grandel ist beim Hersteller von Pumpen und Pumpensystemen WILO SE aus Dortmund mitverantwortlich für die Hardware-Entwicklung. Sein Spezialgebiet ist die Entwicklung von Leistungselektronik.
Komplettes Interview
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
In der Entwicklung von Leistungselektronik
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Es ist schwierig, einen „typischen“ Tagesablauf zu definieren, da mein beruflicher Alltag sehr vielfältig aussieht. Wesentlichen Einfluss darauf hat vor allem die Phase, in welcher sich das aktuelle Projekt gerade befindet.
Die folgenden Aufgaben fallen aber regelmäßig an:
- Entwicklung von Schaltungsteilen inkl. Schaltplan- und Layouterstellung
- Inbetriebnahme, Qualifizierung und Anpassung von Baugruppen
- Prüfung der Einhaltung aktuell gültiger Normen und Vorschriften
- Koordination und Abgleich der Aufgaben mit allen beteiligten Teammitgliedern
- Abstimmung der Entwicklung mit anderen Abteilungen (z.B. Mechanik, Thermodynamik)
Ein zeitlich nicht zu unterschätzender Anteil ist auch die Beantwortung von E-Mails und Telefonaten.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Das für mich größte und wichtigste Projekt befindet sich aktuell kurz vor der Markteinführungsphase. Es handelt sich dabei um die Entwicklung einer komplett neuen Baureihe sehr energieeffizienter Heizungspumpen. Ich durfte diese Entwicklung von Beginn an begleiten.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Sicherlich wäre die Lösung der Aufgabenstellung „Perpetuum mobile“ ein sehr reizendes Projekt. Damit ließe sich ein Großteil der weltweiten Problematik verknappender Rohstoffe entschärfen. Für den Entwickler wäre diese "Erfindung" bestimmt auch sehr lukrativ ...
Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 45
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 50
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 5
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Das Forschungs- und Technologiezentrum der Wilo SE ist mit einer Art "Dienstleister" insbesondere für die weltweit angesiedelten produzierenden Geschäftsbereiche des Unternehmens vergleichbar.
In meinem aktuellen Projekt arbeite ich insbesondere mit französischen Kollegen zusammen. Da die Kommunikation dabei fast ausschließlich in englischer Sprache stattfindet, sind gute Fremdsprachenkenntnisse eine wichtige Voraussetzung. Auch Spezifikationen und Dokumentationen müssen regelmäßig auf Englisch verfasst werden. Darüber hinaus gehende Sprachkenntnisse sind sicherlich immer hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Die deutschen Ingenieure sollten die zunehmende Globalisierung nach meiner Einschätzung eher als Chance und nicht als Bedrohung sehen. Meine Erfahrung zeigt, dass hierzulande nach wie vor auf einem vergleichbar hohen Level ausgebildet wird.
Die in Deutschland entstehenden Produkte brauchen den internationalen Vergleich in der Regel nicht zu scheuen. Darauf sollte sich natürlich trotzdem niemand ausruhen, denn auch im Ausland werden zunehmend sehr gute Produkte entwickelt und gefertigt.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 20
b) Fax: 0
c) E-Mail: 25
d) Internet: 30
e) Intranet: 5
f) Zeitschriften / Kataloge: 5
g) Fachbücher: 15
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 20
b) privat angeeignetes Wissen: 15
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 50
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 15
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Die naturwissenschaftlichen Fächer und Englisch
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
Wahrscheinlich bin ich da bereits früh durch mein Elternhaus geprägt worden. An meinem Vater, welcher auch Ingenieur ist, hat mich schon immer die Herangehensweise an bestimmte Probleme fasziniert. Von ihm habe ich gelernt, dass nicht die komplizierte, sondern die einfachste Lösung in der Regel die beste ist.
Letztendlich war sicherlich mein damaliges Interesse an Unterhaltungselektronik mit ausschlaggebend dafür, das Studium der Elektrotechnik zu beginnen. Diese Entscheidung wurde durch meine Ausbildung zum Energieelektroniker vor dem Studium noch bekräftigt.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Zu Beginn des Studiums musste ich mich schnell darauf einstellen, dass ich für mein weiteres Lernen komplett selbst verantwortlich bin. Während der Schul- und Ausbildungszeit wurde man durch die Unterrichtspflicht und die Hausaufgaben schon regelmäßig zum Lernen angehalten. Während des Studiums gab es dann so gut wie keine Pflichtveranstaltungen mehr, so dass viel Selbstdisziplin notwendig war.
Beim Berufseinstieg habe ich rückblickend vielleicht den Fehler gemacht, am Anfang zu wenig nachzufragen und meine Kollegen um Rat zu bitten. Doch niemand erwartet von einem Job-Starter, dass er alle notwendigen Kenntnisse bereits mitbringt oder sich komplett selbst aneignet.
Was sind Ihre Hobbys?
Radfahren, Motorradfahren, Snowboarden, Freunde treffen
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Wenn ich vorher schon länger keinen Urlaub mehr gehabt hätte, würde ich mich wahrscheinlich erst mal an den Strand legen. Hunger und Neugierde bewegten mich dann sicher dazu, die Insel zu erkunden und etwas Essbares zu suchen. Ob ich mir bereits in der ersten Woche Gedanken darüber machen würde, wie ich die Insel wieder verlassen kann, käme ganz aufs Wetter an.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Es ist schon erstaunlich, wie die Entwicklung des Internets in so kurzer Zeit das weltweite Leben verändert hat. Aber auch in vielen anderen Bereichen haben Ingenieure Großes geleistet. Beispielsweise könnten Ärzte ohne die Leistungen in der Medizintechnik viele Behandlungen weit weniger schnell und präzise durchführen. Leider tritt die Arbeit der Ingenieure dabei viel zu oft in den Hintergrund.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Das hängt sicherlich sehr von der geplanten Laufbahn ab, soweit man dahingehend vor dem Studium überhaupt schon konkrete Vorstellungen hat.
Mir persönlich hat es insbesondere zu Studienbeginn sehr geholfen, dass ich in der Oberstufe die Leistungskurse Mathematik und Physik belegt hatte.
Da mir theoretische Zusammenhänge immer wesentlich schneller verständlich werden, wenn ich sie auch einmal in der Praxis gesehen habe, hat mir auch meine Berufsausbildung sowohl während des Studiums als auch im Beruf oft geholfen.
Da man insbesondere im Beruf fast nirgends mehr ohne Englischkenntnisse auskommt, sollte man auch in diesem Bereich möglichst viel Praxis sammeln.
In der Entwicklung von Leistungselektronik
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Es ist schwierig, einen „typischen“ Tagesablauf zu definieren, da mein beruflicher Alltag sehr vielfältig aussieht. Wesentlichen Einfluss darauf hat vor allem die Phase, in welcher sich das aktuelle Projekt gerade befindet.
Die folgenden Aufgaben fallen aber regelmäßig an:
- Entwicklung von Schaltungsteilen inkl. Schaltplan- und Layouterstellung
- Inbetriebnahme, Qualifizierung und Anpassung von Baugruppen
- Prüfung der Einhaltung aktuell gültiger Normen und Vorschriften
- Koordination und Abgleich der Aufgaben mit allen beteiligten Teammitgliedern
- Abstimmung der Entwicklung mit anderen Abteilungen (z.B. Mechanik, Thermodynamik)
Ein zeitlich nicht zu unterschätzender Anteil ist auch die Beantwortung von E-Mails und Telefonaten.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Das für mich größte und wichtigste Projekt befindet sich aktuell kurz vor der Markteinführungsphase. Es handelt sich dabei um die Entwicklung einer komplett neuen Baureihe sehr energieeffizienter Heizungspumpen. Ich durfte diese Entwicklung von Beginn an begleiten.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Sicherlich wäre die Lösung der Aufgabenstellung „Perpetuum mobile“ ein sehr reizendes Projekt. Damit ließe sich ein Großteil der weltweiten Problematik verknappender Rohstoffe entschärfen. Für den Entwickler wäre diese "Erfindung" bestimmt auch sehr lukrativ ...
Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 45
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 50
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 5
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Das Forschungs- und Technologiezentrum der Wilo SE ist mit einer Art "Dienstleister" insbesondere für die weltweit angesiedelten produzierenden Geschäftsbereiche des Unternehmens vergleichbar.
In meinem aktuellen Projekt arbeite ich insbesondere mit französischen Kollegen zusammen. Da die Kommunikation dabei fast ausschließlich in englischer Sprache stattfindet, sind gute Fremdsprachenkenntnisse eine wichtige Voraussetzung. Auch Spezifikationen und Dokumentationen müssen regelmäßig auf Englisch verfasst werden. Darüber hinaus gehende Sprachkenntnisse sind sicherlich immer hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Die deutschen Ingenieure sollten die zunehmende Globalisierung nach meiner Einschätzung eher als Chance und nicht als Bedrohung sehen. Meine Erfahrung zeigt, dass hierzulande nach wie vor auf einem vergleichbar hohen Level ausgebildet wird.
Die in Deutschland entstehenden Produkte brauchen den internationalen Vergleich in der Regel nicht zu scheuen. Darauf sollte sich natürlich trotzdem niemand ausruhen, denn auch im Ausland werden zunehmend sehr gute Produkte entwickelt und gefertigt.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 20
b) Fax: 0
c) E-Mail: 25
d) Internet: 30
e) Intranet: 5
f) Zeitschriften / Kataloge: 5
g) Fachbücher: 15
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 20
b) privat angeeignetes Wissen: 15
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 50
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 15
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Die naturwissenschaftlichen Fächer und Englisch
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
Wahrscheinlich bin ich da bereits früh durch mein Elternhaus geprägt worden. An meinem Vater, welcher auch Ingenieur ist, hat mich schon immer die Herangehensweise an bestimmte Probleme fasziniert. Von ihm habe ich gelernt, dass nicht die komplizierte, sondern die einfachste Lösung in der Regel die beste ist.
Letztendlich war sicherlich mein damaliges Interesse an Unterhaltungselektronik mit ausschlaggebend dafür, das Studium der Elektrotechnik zu beginnen. Diese Entscheidung wurde durch meine Ausbildung zum Energieelektroniker vor dem Studium noch bekräftigt.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Zu Beginn des Studiums musste ich mich schnell darauf einstellen, dass ich für mein weiteres Lernen komplett selbst verantwortlich bin. Während der Schul- und Ausbildungszeit wurde man durch die Unterrichtspflicht und die Hausaufgaben schon regelmäßig zum Lernen angehalten. Während des Studiums gab es dann so gut wie keine Pflichtveranstaltungen mehr, so dass viel Selbstdisziplin notwendig war.
Beim Berufseinstieg habe ich rückblickend vielleicht den Fehler gemacht, am Anfang zu wenig nachzufragen und meine Kollegen um Rat zu bitten. Doch niemand erwartet von einem Job-Starter, dass er alle notwendigen Kenntnisse bereits mitbringt oder sich komplett selbst aneignet.
Was sind Ihre Hobbys?
Radfahren, Motorradfahren, Snowboarden, Freunde treffen
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Wenn ich vorher schon länger keinen Urlaub mehr gehabt hätte, würde ich mich wahrscheinlich erst mal an den Strand legen. Hunger und Neugierde bewegten mich dann sicher dazu, die Insel zu erkunden und etwas Essbares zu suchen. Ob ich mir bereits in der ersten Woche Gedanken darüber machen würde, wie ich die Insel wieder verlassen kann, käme ganz aufs Wetter an.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Es ist schon erstaunlich, wie die Entwicklung des Internets in so kurzer Zeit das weltweite Leben verändert hat. Aber auch in vielen anderen Bereichen haben Ingenieure Großes geleistet. Beispielsweise könnten Ärzte ohne die Leistungen in der Medizintechnik viele Behandlungen weit weniger schnell und präzise durchführen. Leider tritt die Arbeit der Ingenieure dabei viel zu oft in den Hintergrund.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Das hängt sicherlich sehr von der geplanten Laufbahn ab, soweit man dahingehend vor dem Studium überhaupt schon konkrete Vorstellungen hat.
Mir persönlich hat es insbesondere zu Studienbeginn sehr geholfen, dass ich in der Oberstufe die Leistungskurse Mathematik und Physik belegt hatte.
Da mir theoretische Zusammenhänge immer wesentlich schneller verständlich werden, wenn ich sie auch einmal in der Praxis gesehen habe, hat mir auch meine Berufsausbildung sowohl während des Studiums als auch im Beruf oft geholfen.
Da man insbesondere im Beruf fast nirgends mehr ohne Englischkenntnisse auskommt, sollte man auch in diesem Bereich möglichst viel Praxis sammeln.

