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Ingenieurfragebogen:
Berufsbezeichnung:
Position:

Name:
Alter:


Unternehmen:
Branche:
Mitarbeiterzahl:
Arbeitsort:
Doktor-Ingenieur
Leiter Technik

Dr. Tobias Hölscher
35 Jahre


Calsitherm Silikatbaustoffe GmbH
Wärmedämmstoffproduzent
circa 100
Paderborn / Bad Lippspringe
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Als Unternehmensnachfolger bin ich eigentlich In alle Bereiche involviert, speziell sind es aber die folgenden Punkte: Investitionsplanung, Koordination Forschung und Entwicklung, Betreuung des englischsprachigen Kundenbereichs.

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Einen typischen beruflichen Tagesablauf gibt es in dem Sinne bei mir nicht. Meist komme ich gegen 08.00 Uhr ins Büro und arbeite zuerst die dringenden E-Mails und Telefonate ab. Eventuell sind Termine zu vereinbaren. Interne Besprechungen und Besuche von Kunden und Lieferanten sind häufig Vormittags. Nachmittags finde ich eher die Ruhe, mich konzentriert um Projekte zu kümmern. Wichtig ist mir als familiengeführtes Unternehmen, dass ich die Zeit finde, durch den Betrieb zu gehen und den Kontakt zu den Mitarbeitern zu halten. Gegen 18.00 Uhr verlasse ich in der Regel das Büro, wenn nicht noch ein Geschäftstermin ansteht. Alternativ kann ich allerdings auch auf Geschäftsreise sein. Dann gibt es natürlich keinen typischen Tagesablauf.

Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Das aufregendste, langfristig gesehene Projekt ist eigentlich noch immer in „Vorbereitung“. Hierbei handelt es sich um die Unternehmensnachfolge.
Ein kleineres Projekt war die Betriebserweiterung um eine Spezialmaschine mit entsprechender Produktionshalle.

Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Büro (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 55 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 15 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 25 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 5 %

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Wir haben Joint Venture Partner in den USA und in Malaysia. Ca. 65 % unserer Produkte gehen direkt oder indirekt ins Ausland. Englisch ist daher unverzichtbar. Leider spreche ich keine weitere Fremdsprache flüssig, würde es allerdings beruflich für förderlich erachten.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Dies ist auch eine philosophische Frage: Noch hält man einiges vom „Made in Germany“ im Ausland. Doch stellen mittlerweile viele Länder gleichwertige Produkte her. Den „Massenmarkt“ mit Standardlösungen haben wir bereits verloren. Etabliert sind wir momentan noch im Premiummarkt.
Alleine vom Markt her gesehen, liegen unsere Absatzsteigerungen eher im globalen Premiumbereich und weniger in Deutschland selber. Bei all den anderen Problematiken, die es bei den Produktionsbedingungen in Deutschland gibt, wird es zukünftig immer schwerer für den Standort Deutschland. Mit der momentanen geringen Wertschöpfung des Ingenieurs in der Gesellschaft sinkt unser Potential, junge Leute für den Beruf zu begeistern und wir werden global immer weniger herausragende Leute stellen - nicht nur auf der wissenschaftlichen Ebene.
Auch werden wir unseren guten Ruf durch den Wechsel zu Bachelor- und Masterstudiengängen in den Ingenieurwissenschaften nicht mehr lange verteidigen können.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 30 %
b) Fax: 10 %
c) E-Mail: 30 %
d) Internet: 10 %
e) Intranet: 0 %
f) Zeitschriften / Kataloge:10 %
g) Fachbücher: 10 %

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium: 25 %
b) privat angeeignetes Wissen: 10 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 35 %

An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
1. Maschinenbau mit der Vertiefung Fertigungstechnik an der TU Hamburg-Harburg
2. Promotion im Bereich Keramik, Glas- und Baustofftechnik an der TU Bergakademie Freiberg
3. Eine MBA/betriebswirtschaftliche Weiterbildung habe ich im Oktober 2007 begonnen

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Geschichte, Mathematik

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Ich habe an Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Berufen teilgenommen und mich seinerzeit durch einen „Mentor“ beraten lassen. Heute würde ich es anders angehen (siehe unten).

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Das Ingenieurstudium ist vom Stoff stets sehr trocken und ernsthaft. Die Zusammenhänge sind komplex und abstrakt. Ebenfalls ist es sehr zeitintensiv und lang. Das Hauptproblem ist daher das Aufrechterhalten der Motivation. Sehr bedauert habe ich auch die geringe Frauenquote, die zu einem Leben in einer „reinen Männerwelt“ geführt hat.

Was sind Ihre Hobbys?
Klettern, Inline Skaten, Salsa tanzen, Reiten, Surfen, Schwimmen, Snowboard, Golf, Kunst und Kultur, fremde Kulturen

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
1. Trinkwasser suchen, 2. Maßnahmen zur Rettung einleiten, 3. Nahrungsmittel suchen, 4. geschützte Behausung mit Cocktailbar einrichten, 5. aktive Selbstrettungsversuche starten

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Der Ingenieur hat der Menschheit zu einem sorgenlosen Leben verholfen mit allen seinen Annehmlichkeiten trotz einiger Unannehmlichkeiten …

Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Aus heutiger Sicht würde ich empfehlen, sich Gedanken zu machen, was überhaupt man später im Leben machen will und was die direkte, zielgerichtete Ausbildung hierzu sein kann. Zudem ist es sinnvoll, sich nicht nur bei älteren „Ausstudierten“, sondern bei Studenten und Berufsanfängern Rat zu holen.
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